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03.05.2007
Roger Cicero singt doch auf Englisch!?

Roger Cicero singt nun allen Ankündigungen zum Trotz Teile seines Liedes „Frau´n regier´n die Welt“ wahrscheinlich doch auf Englisch. Dies berichtete heute das „Hamburger Abendblatt“. Wie einst Nicole möchte der Musiker und Entertainer auf diese Weise beim internationalen Publikum fleißig Punkte sammeln. Statt finden wird das Ereignis am 12. Mai in der finnischen Hauptstadt Helsinki, nachdem im letzten Jahr die Gruppe „Lordi“ den Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Bleibt nun nur zu hoffen, dass Roger Ciceros Rechnung aufgeht und er gegen die internationale Konkurrenz bestehen kann. Natürlich werden wir über die weiteren Entwicklungen und das Ergebnis bei Chilly berichten.

02.05.2007
InterRail-Reisen

Die Sommerferien liegen nur noch einige, zugegeben mühselige Wochen in der Schule und eine Handvoll Klassenarbeiten entfernt.

Für all diejenigen, denen es nicht genügt, ihren Sommerurlaub dichtgedrängt zwischen anderen Sonnenanbetern an der Costa Brava, der Nordseeküste oder dem heimischen Baggersee zu verbringen, stellt Chilly den Geheimtipp aller Backpacker und Rucksacktouristen vor.

Unter dem Motto „Freie Bahn in ganz Europa“ bietet die Deutsche Bahn mit dem InterRail-Ticket die Möglichkeit quer durch Europa zu reisen – und das ohne vorher einen fixierten Reiseverlauf im Kopf zu haben. Wann ihr wohin reist ist ganz egal, lediglich das Datum von Start und Ziel der Reise muss beim Kauf der Tickets festgelegt werden.

Die Preise für europaweites Reisen richten sich dabei nach der Dauer des Urlaubs. Für eine dreiwöchige Reise, an der man an 10 Tagen den Zug als Fortbewegungsmittel nutzt, kostet das Ticket 239 €. Die etwas weniger Wagemutigen nutzen den Fahrschein für 159 € bei einer Gesamtdauer von 10 Tagen und 5 Tagen Zug Fahren.

Malmö-München-Mailand-Moskau, Städte die man sonst im Verlaufe mehrerer Jahre nacheinander abklappert, können so binnen weniger Tage zu einer einzigen Reise miteinander verbunden werden.

Wer sich jedoch bewusst auf ein Land konzentrieren möchte, kann ebenfalls zwischen unterschiedlichen Tarifen wählen, die sich nach dem Zielgebiet richten. 8 Tage Großbritannien kosten 194, 8 Tage Dänemark nur 90 €.

Als weiteres Bonbon ermöglicht das Interrail-Ticket vergünstigten Eintritt in viele Museen und zu den größten Sehenswürdigkeiten jedes Landes.

Im Internet finden sich unzählige Erfahrungsberichte von InterRailern, die von ihren Reisen durch Spanien, Finnland oder Irland berichten. Neben hilfreichen Tipps bieten sich hier Anregungen für die eigene ganz persönliche InterRail-Route. Dabei gilt jedoch die Regel nicht alles bis ins kleinste Detail im Voraus zu planen, sondern spontan zu entscheiden, wohin die Fahrt gehen soll. Oft ergeben sich unterwegs neue Ideen und Möglichkeit oder eine Stadt ist so schön, dass man länger dort bleiben möchte. Wer das „richtige“ Backpacker-Gefühl erleben möchte, sollte außerdem den Campingplatz dem Hotel vorziehen. Das schont zum einen den Geldbeutel und bietet außerdem die Gelegenheit schnell neue Leute kennen zu lernen, besonders wenn man alleine reist.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben ist trotz aller Spontaneität jedoch auch bei InterRail einiges an Vorbereitung notwendig. Der Test, ob das Zelt im Ernstfall schnell aufgebaut und die Regenjacke wirklich wasserdicht ist, erspart einige Enttäuschungen während der Reise. Damit der Rucksack außerdem nicht unnötig schwer wird, sollte man sich vorher genau überlegen, wie viele Shirts, Hosen und Pullis man wirklich braucht und ob die teure Armbanduhr oder die neue Jeans nicht besser zu Hause bleiben. Um in einer fremden Stadt nachts, nach einer anstrengenden Zugfahrt nicht unnötig lang nach einer Unterkunft suchen zu müssen, ist es außerdem nützlich, vorher Adressen von mehreren Youth Hostels und Campingplätzen zu notieren.

 
Wie jedes Jahr findet auch in diesem Sommer ein Treffen aller InterRailer statt, die dort während ihrer Fahrt eine Pause einlegen und Gleichgesinnte kennen lernen können. Nach Paris und Rom in den Jahren 2005 und 2006 steigt die dreitägige Veranstaltung dieses Jahr in London. Für 49 € bietet die DB zwei Übernachtungen im 6-Bett-Zimmer, ein all-you-can-eat-Frühstücksbuffett und ein Programm in und um die britische Hauptstadt.Wen jetzt das Reisefieber gepackt hat und wer nach den Sommerferien von etwas anderem als vom alljährlichen Cluburlaub in der Türkei oder der durchschnittlichen Pauschalreise nach Mallorca erzählen möchte, der kann sich im Internet unter www.deutschebahn.de informieren. Hier findet ihr neben aktuellen Tarifen auch Literaturtipps und Weblinks, besonders empfehlenswert www.interrail.net.

Wer die Herausforderung einmal quer durch Europa zu reisen wagt, kann nach den Sommerferien auf chilly-online.de von seiner ganz persönlichen InterRail-Reise berichten.

  

01.05.2007
Die Musikmesse

Als weltweit größte Fachmesse für Licht- und Veranstaltungstechnik gilt die Prolight and Sound als richtungweisend für den europäischen Markt. Das bestätigen auch die Besucher-zahlen: mehr als 100.000 Menschen verzeichnete die Messe in den Tagen vom 28. bis 31. März. Doch damit nicht genug: der Anteil der ausländischen Besucher, vor allem aus Fernost, betrug ungefähr 35%. Weit interessanter aber als die Besucherzahlen sind natürlich die Aussteller. So machten mehr als 100 qm große Stände, wie die von „B&K Braun“ und „Highlight“ vor, wie man im großen Stil eine Party mit Movingheads und Lasern aufzieht. Am eindrucksvollsten war hingegen der nur 9 qm große Stand von „Stagehands“, einem dynamischen und jungen Unternehmen, welches nahezu jeden Messebesucher durch seine freche Art begeisterte. Ein Besuch auf stagehands.de lohnt sich auf jeden Fall.
Ein Fazit unter die Messe zu ziehen ist sicherlich nicht leicht, da die vielen Impressionen der Laser und der fortwährenden Musik die Eindrücke nach einer gewissen Besuchszeit vernebeln, aber eines ist sicher:
LED heißt die Branche der Zukunft, und wer im großen Stil eine Party feiern will, für den lohnt sich ein Besuch auf der „Prolight and Sound“ sicherlich.

29.04.2007
Sick in Saarbrücken

Deutschlands Deutschlehrer Nr. 1 reist durchs Land, 30 Auftritte zwischen Flensburg und Gersthofen und am 7. März war er in Saarbrücken.  Die Saarlandhalle ist voll bestuhlt und mit Menschen voll besetzt. Die Bühne ist schwarz gehalten, Sicks Gesicht wird im Hintergrund per Beamer riesig auf eine Leinwand projiziert. Bei den Ausmaßen der Halle ist das auch nötig. Sick sitzt auf der Bühne, entweder an einem Schreibtisch oder auf einem Barhocker oder läuft frei auf der Bühne herum. Er spricht messerscharf artikuliert, wie man es von ihm erwartet hat. Dass sein Programm unterhaltsam wird, hat man auch vermutet, doch in diesem einen Aspekt übertrifft er die Erwartungen sogar.  Besonders gut kommen Sicks kleine „Zwiebelfische“ an. Fotos von grammatischen und orthografischen Fehlern, die Menschen auf Schildern und Zeitungsanzeigen gefunden und ihm zugeschickt haben. Sick erklärt zuvor, was „Zwiebelfische“ eigentlich sind. Der Begriff stammt aus der Druckersprache und meint einen Buchstaben, der aus Versehen aus einer anderen Schriftart als der Kontext in einen Text hineingerutscht ist. Sick geht am ganzen Abend sehr genau und penibel vor, wenn er sprachliche Fehler humorvoll aufdeckt und bloßstellt und auch gerade das lieben seine Zuhörer, aber dass seine vorgeführten „Zwiebelfische“ mit „Zwiebelfischen“, wie er sie nur zwei Minuten vorher erklärt hat, nichts zu tun haben, das stört an diesem Abend niemanden, einschließlich Herrn Sick. Sick packt ein Buch über die saarländische Mundart aus. Er sagt, er bereite sich vor jedem Auftritt auf sein Publikum vor. Er liest zum Beispiel, dass „meins“ gerne in der Bedeutung von „meine Ehefrau“ benutzt wird. „Das do is meins“. Sick lacht und sagt „köstlich“.In der Tat, das müsste man sich noch mal klar machen. Was wir schon immer für normal gehalten haben, ist für Nicht-Saarländer zum Schreien komisch, weil viele Wendungen objektiv betrachtet ziemlich grotesk sind.An einer anderen Stelle bringt Sick es so auf den Punkt: „Ich finde das lustig, … sie vielleicht nicht.“ Sein Publikum besteht zum Großteil aus Intellektuellen, die eine ganz besondere Freude entwickeln können, wenn es darum geht über die Fehler anderer Menschen zu lachen. Besonders Grammatikfehler, die man selbst ja nie machen würde, befriedigen die eigene Seele sehr und schenken einem das gute Gefühl, ein bisschen klüger als der Rest der Welt zu sein. Das ist das Konzept der Show und es geht fantastisch auf.Die Menschen grölen und klatschen mindestens alle zwei Minuten. Und keine Frage, die Nummern sind gut. Seine Zuhörer sind begeistert und lachen sich regelmäßig halb tot. Der Saal ist gerappelt voll und das bei Kartenpreisen, die erst bei 20 Euro beginnen. Bei einer Veranstaltung, die als Deutschstunde angekündigt ist, ist das wahrlich überraschend. Aber Sick hat sich einen festen Kreis von treuen Anhängern aufgebaut, die bereit sind, auch mal tief in die Tasche zu greifen um ihren Helden zu sehen. Sick nutzt die Chance des Abends und spielt mit dem Publikum ein Spiel, sein Spiel, das draußen im Kassenbereich bereits zum Kauf ausliegt. Es ist ein Quiz mit Grammatik- und Orthografiefragen. Draußen liegen auch seine Bücher, Band 1 bis 3, samt den dazugehörigen Hörbüchern und einer auf CD gepressten Aufzeichnung seiner ersten großen Deutschstunde in der Kölnarena. Sick kommt aus der Medienbranche und weiß, wie PR und Marketing funktionieren. Große Teile des Abends liest Sick Anekdoten aus seinen „Zwiebelfisch“-Kolumnen auf Spiegel-Online vor, die wiederum in seinen Büchern abgedruckt sind. Er stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass er ein Meister der Zweit- und Drittverwertung ist. Im Interview mit uns erklärt Sick, dass er immer zu sehr auf die Sprache festgenagelt werde. „Dabei ist Grammatik für mich praktisch nur ein Nebenaspekt dessen, was mich eigentlich interessiert. Sie haben heute gesehen, ich habe sehr viel Spaß an Unterhaltung, an Show. Und die Grammatik hat mich halt auf die Bühne gebracht, aber das ist letztendlich nur ein Vehikel. (…) Ich hab durchaus noch andere Ambitionen und das geht mehr in den Bereich Entertainment rein als in den Bereich ewiger Deutschlehrer. “ Sick sagt, er plane schon etwas in diese Richtung und: „Ich werde mein bestes geben, mein Publikum zu wahren und zu unterhalten.“ Sick outet sich also im Gespräch mit uns. Er möchte Unterhaltung machen und dass er gerade über seine Deutschlektionen den Weg in die Öffentlichkeit und auf die Bühne geschafft hat, ist ein glücklicher Zufall.Das hätte vielen seiner Fans wohl nicht gedacht, aber dass der Mann lieber Unterhaltung als Grammatikunterricht machen möchte, kann man ihm auch nicht verübeln und solange die Kombination noch funktioniert, sind alle Beteiligten zufrieden. Bei seinem Auftritt in Saarbrücken hat sein Publikum wohl kaum neues gelernt. Hier ging es auch nicht darum viel dazuzulernen, obwohl deshalb sicher etliche da waren. Hier ging es um Unterhaltung, um Entertainment und Stand-Up-Comedy (um sich hier einiger Anglizismen zu bedienen). Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, auch das hat seinem Publikum ausgesprochen gut gefallen. Während seiner Tournee versucht Sick nun den Weg zu finden, weg von Grammatikkolumnen und rauf auf die Bühne, ins Rampenlicht und ins reine Unterhaltungsprogramm.