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05.01.2007
Ein Beruf mit Zukunft

Wer an den Ausbildungsberuf des Maurers denkt, dem fallen spontan stupides Mauern und langweilige Baustellen ein. Aber der Beruf hat mehr zu bieten: Kunstvolle Rundbögen in Mauern oder sinnlich geschwungene Treppen sind nur eines der vielen Gewerke, die ein Maurer beherrschen muss. Die Berufsausbildung dauert drei Jahre und wird dual, das heißt im Betrieb und der Berufsschule, durchgeführt. Aber auch im Lehrplan der Berufsschule finden sich praktische Elemente. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit Ablegung der Gesellenprüfung, danach besteht weiterhin die Möglichkeit einen Meisterabschluss zu erwerben. Die Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung sind sehr vielfältig. Von der Altbausanierung, dem Kanalbau bis hin zum Neubau ist alles möglich. Nach der Ausbildung und dem Meistertitel ist noch lange nicht Schluss. Als Mauer ist der Einstieg in die Selbstständigkeit sehr einfach, denn die eigenen Fähigkeiten lassen einen schnell erkennen, ob man mehr Verantwortung tragen möchte. Hier bietet die Handwerkskammer Saar umfassende Beratungsangebote an. Wer also handwerklich begabt ist und ein Hauch von kaufmännischen Verständnis mit sich bringt, kann als selbstständiger Maurer viel Geld verdienen. Gerade die geringe Wertschätzung von Handwerksberufen in der heutigen Zeit und der sich abzeichnende zukünftige Fachkräftemangel lassen die Zukunftsaussichten für angehende Maurer sehr gut aussehen.  Weitere Informationen unter:  www.bau-saar.de  www.hwk-saarland.de

05.01.2007
Stipendien für begabte Zuwanderer

Das Stipendienprogramm START, das von der Hertie-Stiftung 1999 in Hessen gegründet und gemeinsam mit der ASKO EUROPA-STIFTUNG ins Saarland geholt wurde,bietet begabten und engagierten Kindern von Zuwanderern die Möglichkeit, eine höhere Schulbildung zu erlangen. Auf diese Art erhalten die Jugendlichen bessere Chancen, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und gelebte Toleranz in ihrer neuen Heimat erfahren. Gefördert wird START-Saar von der ASKO EUROPA-STIFTUNG, dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes, der Praktiker Bau- Heimwerkermärkte Holding AG sowie der Sparkasse Merzig-Wadern. Als neuer Partner ist in diesem Jahr MTG Lager & Logistik aus Saarlouis hinzugekommenEs soll erreicht werden, befähigte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund dazu zu motivieren, einen höheren Bildungsweg zu wählen, um so ihre Voraussetzungen für eine akademische Laufbahn zu verbessern oder sogar um ihnen Wege in berufliche Leitungspositionen zu eröffnen. Frau Julia Würtz, Projektleiterin von START – Saar, meint ergänzend: „Unser Ziel ist es, mit dem START-Programm eine kleine Bürgerbewegung für Integration in Gang zu bringen“.Derzeit werden im Saarland sechs Schüler durch dieses Stipendium gefördert. Doch die Zahl der Stipendienplätze wächst: Schon im April 2007 werden acht weitere Plätze hinzukommen, die durch Privatunternehmen ermöglicht wurden.Erwartet wird von den Stipendiaten, dass sie einen höheren Schulabschluss anstreben (Abitur, Fachholschulreife, Haupt- und Realschulabschluss mit dem Ziel eines höheren Abschlusses) und dass sie mindestens der 8. Klassenstufe angehören. Der Notendurchschnitt sollte zwischen 1,0 und 2,5 liegen, ebenso sollte gesellschaftliches Engagement vorhanden sein. Dieses Engagement soll besonders eine starke soziale Kompetenz zeigen, die beispielsweise in der Schule oder in anderen gesellschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen ausgeübt werden kann. START-Saar-Stipendiatin Albesa Binaku, 15 Jahre, ursprünglich aus dem Kosovo, berichtet, dass sie in Schülervertretung und Chor aktiv sei. Außerdem begleite sie Klassenfahrten der Klassenstufe 5. Auch sollte eine geeignete Leistungsmotivation bereits vorhanden sein, was sich z.B. im Berufswunsch zeigen kann. So strebt Albesa nach ihrem Abitur ein Medizinstudium an.Was die familiäre und wirtschaftliche Lage betrifft, sind besonders Schülerinnen und Schüler aus kinderreichen Familien Ziel der Bemühungen, da hier oft schwierige Wohnverhältnisse, mangelnde Unterstützung durch Eltern und zusätzliche Belastungen (Mitarbeit in Haushalt und bei der Geschwisterbetreuung etc.) eine zielstrebige Schulbildung erschweren. „Um sich zu bewerben, muss man die Bewerbungsunterlagen ausfüllen, die in den ortsansässigen Schulen verteilt wurden und dort ausliegen.“, weiß Albesa noch aus eigener Erfahrung zu berichten.Die Förderung beinhaltet unter anderem ein monatliches Bildungsgeld und eine PC-Grundausstattung, um die Medienkompetenz des Schülers/der Schülerin und dessen/deren Kontakt zu den Betreuern zu gewährleisten. Des Weiteren finden mehrmals im Jahr Weiterbildungsseminare sowie Akademien oder Exkursionen statt, die nicht nur der Bildung nutzen, sondern auch Freundschaften entstehen lassen, die auch außerhalb des Stipendienprogamms bestehen.Außerdem wichtig für das Programm ist die individuelle Beratung und Unterstützung der Schüler/in, was auch die Kooperation mit Hochschulen beinhaltet. Erwartet wird im Fall einer Zusage des Stipendiums, dass die Stipendiaten zweimal im Jahr einen Bericht über ihre Fortschritte verfassen, ihre Zeugnisse vorlegen, schriftlich Auskunft über die Verwendung des Bildungsgeldes geben sowie regelmäßig Kontakt zu ihren Betreuern halten.Wenn du glaubst, dass du die Voraussetzungen für ein START – Stipendium erfüllst, dann kannst du deine Bewerbungsunterlagen bis zum 2. Februar 2007 an das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes senden. Nähere Informationen zum START-Programm findest du unter www.asko-europa-stiftung.de oder www.start.ghst.de sowie über die unten stehenden Kontaktadressen.   Kontakt:ASKO EUROPA-STIFTUNGJulia Würtz, Projektleiterin START-Saar, Pestelstraße 2, 66119 Saarbrücken, Tel. 0681 92674-17, j [dot] wuertz [at] asko-europa-stiftung [dot] de Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des SaarlandesDr. Birgit Spengler, Landeskoordinatorin START-SaarHohenzollernstraße 60, 66117 SaarbrückenTel. 0681 501 7908, b [dot] spengler [at] bildung [dot] saarland [dot] de Kristina Backes

05.01.2007
Gummi aus der Dose

In einem Projekt an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel entwarfen Studenten unter der Leitung des Professors für Industriedesign, Dieter Zimmer,  verschiedene Modelle, wie man Dosen mit einem Kondom und einer Gebrauchsanweisung ausstatten kann. Ganz getreu dem Motto: „Spread love, not AIDS“ soll so für Verhütung geworben werden. Hintergrund der Aktion ist die Tatsache, dass in Afrika, wo AIDS sehr verbreitet ist, jährlich rund zwei Milliarden Präservative fehlen, ganz im Gegensatz zu Coca-Cola-Dosen. Und hier setzt die ungewöhnliche Hilfsmaßnahme an. Über die weit ausgebauten Vertriebswege der Coca-Cola-Firma sollen Kondome bis in die entlegensten Dörfer gebtracht werden. Doch hierfür muss der Konzern sich erst noch bereit erklären. Grund zur Hoffnung besteht allemal: In Deutschland hat das Unternehmen bereits sein Interesse bekundet und möchte die Idee an die Firmenzentrale in Atlanta weiterleiten.

04.01.2007
Was macht eigentlich das Innenministerium? Was gibt’s Neues bei der Jugendpolitik? Alle diese Fragen konnten wir der saarländischen Innenministerin Kramp-Karrenbauer bei einem informativen Interview stellen- hier haben wir die interessantesten Antworten für euch:

Chilly: Was sind denn die Aufgaben des Innenministeriums?Kramp-Karrenbauer: Das Innenministerium ist im Saarland ganz breit aufgestellt. Wir haben die klassischen Aufgaben: das allgemeine Dienst- und Beamtenrecht. Dazu gehört das Ausländerrecht, das Staatsangerhörigkeitsrecht, der gesamte Polizeiapparat, der gesamte Bereich Katastrophenschutz, als nachgeordnete Behörden das Landesamt für Verfassungsschutz, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und das Ausländeramt in Lebach. Seit der Regierungsbildung im Jahr 2004 gehören auch noch die Bereiche Familie, Jugend, Frauen und das Sportministerium dazu.Chilly: Welche Projekte fördert das Innenministerium? Kramp-Karrenbauer: Das Innenministerium fördert ganz vielfältige Projekte. Im Bereich des Sportes z. B. zusammen mit dem Landessportverband über den Förderausschuss Spitzensport entsprechende Verbände in der Erst- und Zweitliga und Spitzensportler. Wir fördern im Integrationsbereich von Ausländern sehr viele Projekte zur Integrationsarbeit und im Jugendbereich viele Jugendarbeiten wie z. B. Chilly und den Landesjugendring und die angebundenen Verbände etwa auch mit Bildungsreferenten und auch das Kinderarmutsprojekt hier in Saarbrücken.Chilly: Warum ist es gerade die Aufgabe des Innenministeriums solche Projekte zu unterstützen?Kramp-Karrenbauer: Das muss ich jetzt auf das Saarland beziehen, da in anderen Bundesländern manche Aufgaben bei anderen Ministerien liegen. Mir ist es ganz wichtig, vor allem im Jugendbereich die Initiativen und auch die freiwilligen Helfer durch Zuschüsse zu unterstützen, die sich verstärkt für Jugendarbeit einsetzen und ihnen dadurch Jugendarbeit von Jugendlichen für Jugendliche zu ermöglichen. Dann sind auch noch die Projekte gegen Extremismus sehr wichtig. Ich denke, dass es hier unsere Hauptaufgabe ist, das demokratische Fundament vor allem im Schülerbereich so stark zu machen, dass Extremisten gar keine Chance haben mit ihren Ideen an sie heranzukommen. So gibt es viele andere Bereiche wie auch den Bereich Integration. Wir sind auf der einen Seite natürlich zuständig für das Ausländerrecht d. h. „wer darf bei uns bleiben?“, „wer bekommt welche Aufenthaltsgenehmigung?“ Aber genauso wichtig ist es auch, dass diejenigen die bei uns leben auch dementsprechend integriert werden können, dass sie die Sprache lernen, über unsere Werte informiert werden, damit sie diese auch annehmen können und diese Projekte begleiten.Chilly: Warum unterstützen sie gerade das Projekt „Chilly“?   Kramp-Karrenbauer: Ich glaube, dass das ein sehr wichtiges Projekt ist, um Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz und Umgang mit Medien aber auch die Kenntnis wie Medien funktionieren näher zu bringen. Wir erleben ja, dass unsere Zeit von Medien unwahrscheinlich geprägt ist und dass es für Politiker ein Problem ist, wie wir unsere Arbeit transportiert bekommen, was wird von unserer Arbeit wahrgenommen, wie werden Meinungen gemacht, was wird an Fakten dargestellt. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche schon verstehen können wie wird eine Zeitung gemacht und dass nicht alles, was in der Headline steht, sich auch im Text wiederfinden muss. Sie können so selbst lernen, wie man Zeitung macht, und sehen wie die einzelnen Vorgänge hierbei ablaufen. Sie merken so, wie wichtig es ist, einen eigenen Standpunkt aufzubauen, zu vertreten und diesen auch gegebenenfalls zu veröffentlichen. All das kann man bei Chilly lernen. Chilly fasst aus meiner Sicht das was wir an guten Ansätzen im Bereich der Schülerzeitungen haben zusammen, ohne dass es eine eigene Schülerzeitung ist und sich nur auf eine Schule bezieht. Es ist wirklich ein Nachwuchsprojekt, wo man richtig Zeitung machen kann wie bei „Erwachsenenzeitungen“. Chilly: Welche Ziele verfolgen sie hinsichtlich der Jugendpolitik?Kramp-Karrenbauer: In der Jugendpolitik muss man nochmal unterscheiden zwischen Jugendlichen die Hilfe und Unterstützung nötig haben auch im Bereich der Jugendhilfe und der „offenen Jugendarbeit“ mit Kindern und Jugendlichen. Im Bereich der Jugendhilfe liegt mein hauptsächliches Ziel darin, dass wir die unterschiedlichen Ebenen und Akteure, die sich um Kinder und Jugendliche kümmern wie das Elternhaus, die Schule und die Einrichtungen der Jugendhilfe miteinander vernetzen und die Mittel, die wir dort zur Verfügung haben so effektiv wie möglich einsetzen. Ein Beispiel hierfür sind die Schoolworker. Sie sind auf der einen Seite Jugendsozialarbeiter und auf der anderen Seite auch Schulsozialarbeiter. Sie verknüpfen diese Schnittstelle, wenn es Probleme bei Jugendlichen in der Schule gibt, dass man dies rechtzeitig merkt und dagegensteuern kann. Bei der „offenen Jugendarbeit“ geht es mir darum, dass die Jugendlichen nicht das Gefühl haben 24 Stunden am Tag betreut und betüttelt zu werden, sondern dass Jugendliche angeregt werden selbst was in die Hand zu nehmen und auch die Erfahrung machen, dass wenn sie etwas erreichen wollen zwar Hilfe und Unterstützung bekommen, sich aber in erster Linie selbst dafür einsetzen müssen.  Kristina Backes & Isabelle Räsch