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09.06.2007
In seinem ersten Buch erklärt Garri Kasparow, wie er Russlandchef Putin schachmatt setzen will

Es scheint, als fühle sich Garri Kasparow, ehemaliger Weltklasse-Schachspieler, unwohl auf dem blauen Sofa mitten in der Glashalle der Neuen Messe in Leipzig. Dabei ist das Sofa gut gepolstert, Getränke stehen auf dem Tisch. Er stellt gerade sein erstes Buch „Strategie und die Kunst zu leben“ vor. Mit einem Mona-Lisa-Lächeln blickt Kasparow angespannt in die Objektive der Fotografen. Ein paar Sekunden später beginnt der Moderator die Unterredung. Dies tut er mit einer Frage, welche, so scheint es, den Knoten der Anspannung Kasparows zum Platzen bringt. „Weißt du, wer vor zwei Jahren auf diesem Sofa gesessen hat?“, fragt der Moderator. Kasparow scheint die Antwort zu wissen, bestätigt dies mit einem Nicken, will es aber dem Moderator überlassen, die Antwort preiszugeben. Er tut dies. „Ja“, sagt er, „vor zwei Jahren saß Anna Politkowskaja hier, genau hier.“ Kasparow nimmt die Antwort zur Kenntnis und lehnt sich zurück. Kasparow macht den Eindruck, als hätte er gewusst, dass der Gastgeber das Gespräch mit jener Frage einleiten würde.Was die Sache so prekär macht: Die russische Journalistin Anna Politkowskaja, ihres Zeichens Kritikerin des russischen Präsidenten Vladimir Putin, wurde im Oktober 2006 in Moskau mit mehreren Schüssen ermordet. Jene Ermordung sorgte neben einem Aufschrei im internationalen Blätterwald vor allem für harsche Kritik am Kreml. Auch Kasparow ist Kreml-Kritiker. Besser gesagt: Er ist in der Opposition und wird bei den Wahlen gegen den in der Kritik stehenden Präsidenten antreten. „Wir wollen Putin und seine Gang aus dem Kreml werfen“, sagte er während seinem Aufenthalt in Deutschland der Süddeutschen Zeitung. Die Ermordung der Journalistin und ihre Folgen sind nur ein Beispiel für die umstrittene Politik von Vladimir Wladimirowitsch Putin „Vielleicht war der Mord an Politkowskaja der Auslöser für eine etwas kritischere Sicht der Dinge,“ sagt Kasparow, der in seinem Buch Parallelen zwischen dem Schachspielen und der Politik zieht. Früher duellierte Kasparow mit Schach-Größen wie Anatoli Karpow oder Alexander Beljawski. Nun will Garri Kasparow, der stets für einen aggressiven Spielstil bekannt war, Putin schachmatt setzen. Sowohl in der Schachspielerei als auch in der Politik sei vor allem die Strategie wichtig: „Man muss seine Strategie den jeweiligen Umständen anpassen“, erklärt er. Aber: „Manchmal muss man auch etwas ruhiger spielen um zu überleben.“ Heißt im Klartext: Kasparow und die Opposition müssen vorsichtig sein bei ihren Versuchen, Putin und sein Gefolge zu demontieren. In „Strategie und die Kunst zu leben“ (im PIPER-Verlag erschienen) bringt Kasparow seine durch den Schachsport geprägte Philosophie zum Ausdruck. Er erklärt, wie man schnell und sinnvoll Lösungen für die Probleme des Alltags findet und Vorteile nutzt. Seinem Kampf für mehr Demokratie in Russland hat Kasparow ein Kapitel gewidmet. Er beschreibt, wie man offensiv verteidigt und mit welchen Mitteln man gegen Widerstände ankämpft. Widerstand hat er in den vergangenen Monaten genug einstecken müssen.Für Aufregung sorgte Kasparow im Dezember 2006, als er der Talkrunde von Sabine Christiansen zugeschaltet werden sollte. Das Thema des Abends: „Die Russen kommen“ Doch daraus wurde nichts. Kasparow wurde ausgeladen. Böse Zungen behaupten, ARD-Verantwortliche hätten bei russischem Druck klein beigegeben. Laut ARD heißt es aber, dass „finanzielle und technische Fragen“ den Ausschlag gegeben hätten, zum Beispiel das Engagieren eines Simultandolmetschers. Dass derartige Rechtfertigungen bei Kasparow auf wenig Glaubwürdigkeit stoßen, liegt auf der Hand. Er ist weiterhin der Meinung, dass der Kreml hinter seiner Ausladung steckt.Als Garri Kasparow auf der Buchmesse gefragt wird, wie er deutsche Talkshows findet, schweigt er mit Mona-Lisa-Lächeln.

08.06.2007
In 110 min in der Stadt der Liebe

Für 62 Euro kommt man ab dem 10. Juni 2007 in gut zwei Stunden bequem mit dem ICE vom Eurobahnhof Saarbrücken nach Paris. Zur Eröffnung der Strecke stellt die Bahn sogenannte „Schnuppertickets“ bereit, die für die einfache Fahrt in der Zweiten Klasse 19 Euro kosten. Diese Tickets gibt es nach Angaben der Bahn für Fahrten, die vom 10. Juni bis zum 31. August stattfinden, jedoch sind diese Tickets bereits ausverkauft. Doch die Preise sind nicht endgültig. Die französische Bahn SNCF verlangt für Hochgeschwindigkeitsfahrten auf ihrem Territorium bzw. grenzüberschreitende Fahrten in ICE oder TGV eine Reservierung. Diese Reservierung ist kostenpflichtig. Ebenfalls kostenpflichtig ist, wenn die Kunden ihre Tickets am Schalter kaufen und nicht die Online-Buchung oder die Automaten nutzen. Das schlägt dann mit 5 Euro zu Buche. In  Frankreich werden aber zu diesem Anlass die Bahnpreise geändert und teilweise günstiger, die Deutsche Bahn sieht hierfür jedoch keinen Anlass.

07.06.2007
am 6. Juli 2007

Das lange Warten hat für viele Fans ein Ende, „Unser Ding“ hat das Line-up für das 27. Halberg Open Air bekannt gegeben.  Am Freitag, dem 6. Juli sind ab 12 Uhr mit dabei: 

 

– Hardcut
– Small State
– Reminder
– Asher Lane
– Fertig,Los!
– Itchy Poopzkid
– debbie rockt
– Ian O’Brien-Docker
– Tommy the Clown
– Nevada Tan
– Max Buskohl & Empty Trash
– Boundzound

Zum ersten Mal in der Geschichte des Halberg Open Air treten ausschließlich Liveacts auf. „Wir wollen kein Playback. Das passt einfach nicht zu uns.“,erklärt Programmchef Christian Langhorst. Celina Fries und Frank Falkenauer von Unser Ding werden die Pausen zwischen den Auftritten füllen und durch das Programm des kostenlosen Festivals führen. Wem jedoch das Gekreische und Gedränge vor der Hauptbühne zu groß ist, der kann sich direkt nebenan im Funpark austoben. Dort macht unter Anderem wieder der Mädchen-BusStation, der euch mit aktuellen Schmink- und Stylingtipps versorgt. Außerdem könnt ihr in der Soccer-Arena euer fußballerisches Können unter Beweis stellen und Backstagepässe für das Festival abstauben. Für eine kühle Erfrischung zwischendurch sorgen der Granini-Truck, mit alkoholfreien Cocktails und die Milchshakes der Hochwald-Milchbar. Wie schon im letzten Jahr verkehren Shuttlebusse, die euch vom Römerkastell zum Halberg und zurück bringen.Trotz allem Spaß beim Festival und der Vorfreude auf die Ferien wird auf dem Halberg Sicherheit großgeschrieben. Auch bei der 27. Auflage ist kein Alkohol erlaubt, Glasflaschen und Spraydosen werden bei der Eingangskontrolle aussortiert. Doch dann werden die Sommerferien mit einer gut neunstündigen Party gebührend eingeläutet und der Halberg zum Beben gebracht. Laut Unser Ding wird das diesjährige Festival alles bisher da gewesene in den Schatten stellen. Weitere Infos findet ihr auf www.unserding.de

06.06.2007

Die Gewährleistung der Grundrechte, beispielsweise Versammlungs- oder Glaubensfreiheit ist für die meisten von uns selbstverständlich. Kaum einer hinterfragt, ob im wahren Leben wirklich alle gleich behandelt werden (Art.3 GG) oder ob alle Politischverfolgten im Sinne von Artikel 16a GG in Deutschland Asylrecht genießen.Der Kinofilm „GG19 – 19 gute Gründe für die Demokratie“ will genau darauf aufmerksam machen. Was bedeutet ein Satz wie „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ in der Realität und wie alltagstauglich ist unser Grundgesetz?Der Produzent des Films, Harald Siebler, hat sich gemeinsam mit 25 Drehbuchautoren und 19 Regisseuren mit der Grundlage unserer Demokratie befasst und beleuchtet kritisch deren aktuelle Gültigkeit. Darsteller in den 19 Kurzfilmen sind u.a. Anna Thalbach, Katharina Wackernagel, Anna Loos und Kurt Krömer.Ob die Idee staubtrockene Politik in Popcorn-Kino zu verwandeln geglückt ist, könnt ihr ab sofort im CineStar in Saarbrücken mitverfolgen.Weitere Infos und den Trailer zum Film findet ihr auf www.gg19.de