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05.01.2007

Milan Rüll sitzt in seiner Zimmmerecke, dort wo die Holzdecke der Dachgeschosswohnung am niedrigsten ist. Milan sitzt vor seinem PC. Konzentriert, dann wieder mit schnellen Bewegungen gestikuliert er vor dem Rechner. Milan Rüll ist 18 Jahren alt. Er ist Zwölftklässer am Cusanus-Gymnasium in St. Wendel und kommt aus Dirmingen. Milan hat ein besonders Hobby: Er macht Technomusik.  Die Anfänge der Technomusik liegen bereits in den frühen 80er Jahren des vergangen Jahrhunderts. Der dominante Rhythmus wird durch synthetische Klänge vorangetrieben. Wenn Milan selbst Technomusik schreibt und produziert, dann hilft ihm dabei sein Computer.  In seinem Programm stehen ihm zahllose Audiospuren zur Verfügung. Dort stellt er die Notenlinien für die einzelnen Instrumente und Klangrichtungen zusammen. Dann verteilt er auf die anderen Spuren die für die Technomusik elementar wichtigen Taktmuster. Das macht er mit kleinen Punkten, die er in eine Zeitleiste setzt und die angeben, zu welcher Zählzeit und wie lange ein Schlag eines Rhythmus- oder Bassinstruments erklingen soll. Die besonderen Toneffekte und speziellen Tricks, die Milan dann noch in sein Lied einbaut, dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Die schätzen Milan und die anderen Menschen, die Technomusik mögen, offensichtlich besonders.  In seiner Datenbank sammelt er „viele kleine Tests“, Melodien oder neue Rhythmen, die ihm irgendwann einmal eingefallen sind. Sobald er eine neue Idee hat, gibt er die direkt in sein Programm ein und speichert sie ab.Milan sagt: „Wenn sich etwas geil anhört, mach ich ein Lied draus“. Aus einem Motiv entwickelt Milan ein ganzes Stück.  Milan komponiert wie die alten Meister, mit Mitteln von heute. Hätte Mozart diese Möglichkeiten zur Verfügung gehabt, er hätte es wohl genauso gemacht – möglich wäre es zumindest. Milan besitzt keine klassische musikalische Ausbildung. Taktmuster und Harmonien setzt er rein nach Gehör. Er denkt dabei nicht über Quintenzirkel oder Triolen nach. „Das ist Intuition, einfach so halt“. Im Musikunterricht kann er zwar keine großen Erfolge verbuchen, dafür aber bei seinen Freunden, vor allem bei seinen weiblichen.Milan hat schon eine kleine Fan-Gemeinde. Die fragen ihn ständig, ob er schon neue Lieder produziert hat. Seine Fähigkeiten entwickeln sich immer weiter. Und wenn er sich die Ergebnisse seiner Versuche von vor einem halben Jahr anhört, dann muss er heute schon lachen.„Je länger ich Musik mache, desto länger sitze ich auch an einem Lied, weil auch die Qualität der Lieder deutlich besser wird“.Das kann Tage und mittlerweile eher Wochen dauern.  Milan hat seine Werke schon professionellen DJs vorgestellt und die haben ihm attestiert, tatsächlich Talent zu haben. Jetzt plant er Demo-CDs an Plattenfirmen zu schicken. Milan selbst will später Psychologe werden oder Software-Entwickler; so genau weiß er das noch nicht. Auf jeden Fall will er „berühmt werden“, sagt er, vielleicht auch durch seine Musik.     Florian Elsemüller

05.01.2007
Ein Beruf mit Zukunft

Wer an den Ausbildungsberuf des Maurers denkt, dem fallen spontan stupides Mauern und langweilige Baustellen ein. Aber der Beruf hat mehr zu bieten: Kunstvolle Rundbögen in Mauern oder sinnlich geschwungene Treppen sind nur eines der vielen Gewerke, die ein Maurer beherrschen muss. Die Berufsausbildung dauert drei Jahre und wird dual, das heißt im Betrieb und der Berufsschule, durchgeführt. Aber auch im Lehrplan der Berufsschule finden sich praktische Elemente. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit Ablegung der Gesellenprüfung, danach besteht weiterhin die Möglichkeit einen Meisterabschluss zu erwerben. Die Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung sind sehr vielfältig. Von der Altbausanierung, dem Kanalbau bis hin zum Neubau ist alles möglich. Nach der Ausbildung und dem Meistertitel ist noch lange nicht Schluss. Als Mauer ist der Einstieg in die Selbstständigkeit sehr einfach, denn die eigenen Fähigkeiten lassen einen schnell erkennen, ob man mehr Verantwortung tragen möchte. Hier bietet die Handwerkskammer Saar umfassende Beratungsangebote an. Wer also handwerklich begabt ist und ein Hauch von kaufmännischen Verständnis mit sich bringt, kann als selbstständiger Maurer viel Geld verdienen. Gerade die geringe Wertschätzung von Handwerksberufen in der heutigen Zeit und der sich abzeichnende zukünftige Fachkräftemangel lassen die Zukunftsaussichten für angehende Maurer sehr gut aussehen.  Weitere Informationen unter:  www.bau-saar.de  www.hwk-saarland.de

05.01.2007
Stipendien für begabte Zuwanderer

Das Stipendienprogramm START, das von der Hertie-Stiftung 1999 in Hessen gegründet und gemeinsam mit der ASKO EUROPA-STIFTUNG ins Saarland geholt wurde,bietet begabten und engagierten Kindern von Zuwanderern die Möglichkeit, eine höhere Schulbildung zu erlangen. Auf diese Art erhalten die Jugendlichen bessere Chancen, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und gelebte Toleranz in ihrer neuen Heimat erfahren. Gefördert wird START-Saar von der ASKO EUROPA-STIFTUNG, dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes, der Praktiker Bau- Heimwerkermärkte Holding AG sowie der Sparkasse Merzig-Wadern. Als neuer Partner ist in diesem Jahr MTG Lager & Logistik aus Saarlouis hinzugekommenEs soll erreicht werden, befähigte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund dazu zu motivieren, einen höheren Bildungsweg zu wählen, um so ihre Voraussetzungen für eine akademische Laufbahn zu verbessern oder sogar um ihnen Wege in berufliche Leitungspositionen zu eröffnen. Frau Julia Würtz, Projektleiterin von START – Saar, meint ergänzend: „Unser Ziel ist es, mit dem START-Programm eine kleine Bürgerbewegung für Integration in Gang zu bringen“.Derzeit werden im Saarland sechs Schüler durch dieses Stipendium gefördert. Doch die Zahl der Stipendienplätze wächst: Schon im April 2007 werden acht weitere Plätze hinzukommen, die durch Privatunternehmen ermöglicht wurden.Erwartet wird von den Stipendiaten, dass sie einen höheren Schulabschluss anstreben (Abitur, Fachholschulreife, Haupt- und Realschulabschluss mit dem Ziel eines höheren Abschlusses) und dass sie mindestens der 8. Klassenstufe angehören. Der Notendurchschnitt sollte zwischen 1,0 und 2,5 liegen, ebenso sollte gesellschaftliches Engagement vorhanden sein. Dieses Engagement soll besonders eine starke soziale Kompetenz zeigen, die beispielsweise in der Schule oder in anderen gesellschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen ausgeübt werden kann. START-Saar-Stipendiatin Albesa Binaku, 15 Jahre, ursprünglich aus dem Kosovo, berichtet, dass sie in Schülervertretung und Chor aktiv sei. Außerdem begleite sie Klassenfahrten der Klassenstufe 5. Auch sollte eine geeignete Leistungsmotivation bereits vorhanden sein, was sich z.B. im Berufswunsch zeigen kann. So strebt Albesa nach ihrem Abitur ein Medizinstudium an.Was die familiäre und wirtschaftliche Lage betrifft, sind besonders Schülerinnen und Schüler aus kinderreichen Familien Ziel der Bemühungen, da hier oft schwierige Wohnverhältnisse, mangelnde Unterstützung durch Eltern und zusätzliche Belastungen (Mitarbeit in Haushalt und bei der Geschwisterbetreuung etc.) eine zielstrebige Schulbildung erschweren. „Um sich zu bewerben, muss man die Bewerbungsunterlagen ausfüllen, die in den ortsansässigen Schulen verteilt wurden und dort ausliegen.“, weiß Albesa noch aus eigener Erfahrung zu berichten.Die Förderung beinhaltet unter anderem ein monatliches Bildungsgeld und eine PC-Grundausstattung, um die Medienkompetenz des Schülers/der Schülerin und dessen/deren Kontakt zu den Betreuern zu gewährleisten. Des Weiteren finden mehrmals im Jahr Weiterbildungsseminare sowie Akademien oder Exkursionen statt, die nicht nur der Bildung nutzen, sondern auch Freundschaften entstehen lassen, die auch außerhalb des Stipendienprogamms bestehen.Außerdem wichtig für das Programm ist die individuelle Beratung und Unterstützung der Schüler/in, was auch die Kooperation mit Hochschulen beinhaltet. Erwartet wird im Fall einer Zusage des Stipendiums, dass die Stipendiaten zweimal im Jahr einen Bericht über ihre Fortschritte verfassen, ihre Zeugnisse vorlegen, schriftlich Auskunft über die Verwendung des Bildungsgeldes geben sowie regelmäßig Kontakt zu ihren Betreuern halten.Wenn du glaubst, dass du die Voraussetzungen für ein START – Stipendium erfüllst, dann kannst du deine Bewerbungsunterlagen bis zum 2. Februar 2007 an das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes senden. Nähere Informationen zum START-Programm findest du unter www.asko-europa-stiftung.de oder www.start.ghst.de sowie über die unten stehenden Kontaktadressen.   Kontakt:ASKO EUROPA-STIFTUNGJulia Würtz, Projektleiterin START-Saar, Pestelstraße 2, 66119 Saarbrücken, Tel. 0681 92674-17, j [dot] wuertz [at] asko-europa-stiftung [dot] de Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des SaarlandesDr. Birgit Spengler, Landeskoordinatorin START-SaarHohenzollernstraße 60, 66117 SaarbrückenTel. 0681 501 7908, b [dot] spengler [at] bildung [dot] saarland [dot] de Kristina Backes

05.01.2007
Gummi aus der Dose

In einem Projekt an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel entwarfen Studenten unter der Leitung des Professors für Industriedesign, Dieter Zimmer,  verschiedene Modelle, wie man Dosen mit einem Kondom und einer Gebrauchsanweisung ausstatten kann. Ganz getreu dem Motto: „Spread love, not AIDS“ soll so für Verhütung geworben werden. Hintergrund der Aktion ist die Tatsache, dass in Afrika, wo AIDS sehr verbreitet ist, jährlich rund zwei Milliarden Präservative fehlen, ganz im Gegensatz zu Coca-Cola-Dosen. Und hier setzt die ungewöhnliche Hilfsmaßnahme an. Über die weit ausgebauten Vertriebswege der Coca-Cola-Firma sollen Kondome bis in die entlegensten Dörfer gebtracht werden. Doch hierfür muss der Konzern sich erst noch bereit erklären. Grund zur Hoffnung besteht allemal: In Deutschland hat das Unternehmen bereits sein Interesse bekundet und möchte die Idee an die Firmenzentrale in Atlanta weiterleiten.