Macht mit bei Chilly!

Journalistische Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Anmeldung unter post [at] chilly-magazin [dot] de, Telefon 0681/9681487 oder spontan vorbeikommen.

12.01.2007
Radiomachen ist Spaß pur

Seit 2003 sendet aus St. Wendel das erste saarländische Jugendwebradio sein Programm über www.orange-21.de in alle Welt. Das Projekt soll Schülerinnen und Schüler an einen professionellen Umgang mit den Medien heranführen.

„Bei Orange-21 sollen sich junge Leute mit sinnvollen Dingen beschäftigen, aber natürlich vor allem auch Spaß haben“, sagt Projektbetreuerin Britta Hares (32) vom Orange-21-Team. Sie sollen vor allem lernen, mit dem Internet umzugehen und journalistische Grundkenntnisse erwerben. Und daneben finden sie noch neue Freunde: Fast 600 Mitglieder hat die Community unter Orange-21.de bereits. Wer Mitglied ist, kann das Programm selbst mitbestimmen. Am einfachsten geht das, indem man sich online einfach aus der großen Musikdatenbank seinen Lieblingstitel auswählt und wünscht.

Von Tokio Hotel bis zu Papst  Benedikt

Die Beiträge auf Orange-21 sind bunt gemischt. Vom neusten Kinofilm und einem

Farin-Urlaub-Konzert wird genauso berichtet, wie vom Besuch von US-Präsident Bush in Mainz oder der Ankunft von Papst Benedikt in Köln. In ihren Beiträgen gehen die 12-18jährigen Radiomacher von Orange-21 auch spannenden Reizthemen auf den Grund. Gewalt in Videospielen, junge Menschen im Gefängnis, Kinderwahlrecht, Alcopops und vieles mehr. Auch das Thema Extremismus steht bei Orange-21 immer ganz oben auf der Tagesordnung. Einer der Redakteure der ersten Stunde, Florian Elsemüller (18) aus Bergweiler, interviewt regelmäßig junge Menschen im Ausland. Mit China, Washington – am Jahrestag des 11. September – und Oslo hat er schon telefoniert und zur Zeit plant er ein Telefoninterview mit einer Iranerin.

 
Radiomachen ist Spaß pur!

Besonders beliebt sind die Ferienworkshops von Orange-21. Die letzten der bisher zehn Workshops waren bereits weit im Voraus ausgebucht. In diesen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmer intensiver mit wichtigen Fragen. Zum Beispiel untersuchen die jungen Radiomacher das Verhältnis des Menschen zu Tieren und befragen dazu die Verantwortlichen eines Tierheimes oder produzieren eine Reportage über die Arbeit von Lotsen, Sicherheitspersonal und Piloten auf einem Flughafen.

„Radiomachen ist Spaß pur“, sagten auch die anderen Teilnehmer nach unserem letzten Workshop. Wir haben schon mehrmals an Workshops teilgenommen und bei unserem letzten Workshop in den Herbstferien haben wir sogar jeweils eine eigene Rolle in dem Hörspiel „Das Schiff Esperanza“, dem zweiten Hörspiel, das von Schülerinnen und Schülern bei Orange-21 selbst produziert worden ist.

Wir haben viel bei O-21 was gelernt, aber vor allem haben wir hier neue Leute kennen gelernt und haben hier immer sehr viel Spaß.

Und das Beste ist: Orange-21 kommt jetzt auch an die Schulen. Interessierte Klassen können im Unterricht eine eigene Radiosendung produzieren und auch an Projektwochen nimmt Orange-21 teil.

Wer sich interessiert für Orange-21 oder Kontakt aufnehmen möchte:

www.orange-21.de

info [at] orange-21 [dot] de

(06851) 808 333

Luisenstr. 2-14

66606 St. Wendel

Von Laura Beyer (16, Mainzweiler) und Laura Klein (17, Ottweiler)

08.01.2007
Hinrichtung Saddams wohl überstürzt

Die Rekonstruktion der letzten Stunden Saddam Husseins zeigt, dass die Iraker wohl die Abwesenheit hochrangiger US-Repräsentanten dazu genutzt haben, den ehemaligen Diktator möglichst schnell hinzurichten. Da sich eine derartige Szenerie, wie sie durch Videoaufnahmen in der ganzen Welt zu sehen waren, nicht mehr wiederholen soll, verzögern sich die Hinrichtungen der beiden ebenfalls Verurteilten, Saddams Halbbruder und der ehemalige oberste Richter des revolutionären Gerichtshofes, immer weiter. Anscheinend zeigen die  internationalen Proteste  und die Angst vor  weiteren hässlichen Hinrichtungsszenen ihre Wirkung, viel zu sehr fürchtet man weitere  Ausschreitungen  zwischen Schiiten und Sunniten.
Mehrere Menschenrechtsorganisationen sowie der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordeten, die Todesstrafen der beiden Verurteilten auszusetzen, da das Urteil des irakischen Gerichts wenig Beachtung der Menschenrechte zeige. Auch die US-Regierung mahnte zu mehr Sorgfalt in dieser Angelegenheit. Bei Saddams Hinrichtung war nicht verhindert worden, dass schiitische Aufwiegler den ehemaligen Diktator unmittelbar vor dessen Tod wüst beschimpften. Doch die Regierung im Irak kündigte bereits an, bei den ausstehenden HInrichtungen wie geplant zu verfahren. Dies schürt die Annahmen, dass der Premier Nuri al-Maliki die Hinrichtungen als persönlichen Triumph betrachtet; er soll am Vorabend der Exekution Husseins sogar ein feierliches Dinner abgehalten haben. Der „New York Times“ zufolge versuchte die USA bis zuletzt die Hinrichtung Saddams am 30.12.2006 zu verhindern, doch vergeblich. Obwohl dieser Tag ein sunnitisches Opferfest bedeutet, wurde Saddam Hussein in dieser Nacht erhängt, vor laufenden Kameras und Beschimpfungen ausgesetzt. Es wird stark angezweifelt, ob bei dieser Exekution geltendes Recht nicht verletzt wurde, was die Voraussetzung für Husseins Auslieferung an den Irak war. Weitere Untersuchungen sollen hier nun Klarheit schaffen.

08.01.2007
Wielgus verzichtet auf sein Amt

Nachdem Papst Benedikt XVI den polnischen Würdenträger Stanislaw Wielgus für das Amt des Erzbischofs von Warschau nominiert hatte, trat dieser am Sonntag, den 07.01.2007, nach heftigen Protesten von dieser Nominierung zurück. Ihm wurde vorgeworfen, während der kommunistischen Zeit Polens für den Geheimdienst gearbeitet zu haben, was die politisch einflussreiche katholische Kirche in Polen in eine tiefe Krise gestürzt hat. Nachdem Wielgus bis am Freitag seine Kollaboration abgestritten und dem Vatikan während des Prozesses seiner Nominierung wichtige Informationen vorenthalten hatte, wurde ihm ans Herz gelegt, seinen Rücktritt einzureichen, was er letztendlich auch tat. Der Skandal droht jedoch auch den Ruf des Papstes zu schädigen, da Wielgus versicherte, diesem vor seiner Nominierung alles gebeichtet s zu haben, so die italienische Tageszeitung „La Repubblica“.Der Papst hat sich jedoch bis jetzt noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

05.01.2007

Milan Rüll sitzt in seiner Zimmmerecke, dort wo die Holzdecke der Dachgeschosswohnung am niedrigsten ist. Milan sitzt vor seinem PC. Konzentriert, dann wieder mit schnellen Bewegungen gestikuliert er vor dem Rechner. Milan Rüll ist 18 Jahren alt. Er ist Zwölftklässer am Cusanus-Gymnasium in St. Wendel und kommt aus Dirmingen. Milan hat ein besonders Hobby: Er macht Technomusik.  Die Anfänge der Technomusik liegen bereits in den frühen 80er Jahren des vergangen Jahrhunderts. Der dominante Rhythmus wird durch synthetische Klänge vorangetrieben. Wenn Milan selbst Technomusik schreibt und produziert, dann hilft ihm dabei sein Computer.  In seinem Programm stehen ihm zahllose Audiospuren zur Verfügung. Dort stellt er die Notenlinien für die einzelnen Instrumente und Klangrichtungen zusammen. Dann verteilt er auf die anderen Spuren die für die Technomusik elementar wichtigen Taktmuster. Das macht er mit kleinen Punkten, die er in eine Zeitleiste setzt und die angeben, zu welcher Zählzeit und wie lange ein Schlag eines Rhythmus- oder Bassinstruments erklingen soll. Die besonderen Toneffekte und speziellen Tricks, die Milan dann noch in sein Lied einbaut, dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Die schätzen Milan und die anderen Menschen, die Technomusik mögen, offensichtlich besonders.  In seiner Datenbank sammelt er „viele kleine Tests“, Melodien oder neue Rhythmen, die ihm irgendwann einmal eingefallen sind. Sobald er eine neue Idee hat, gibt er die direkt in sein Programm ein und speichert sie ab.Milan sagt: „Wenn sich etwas geil anhört, mach ich ein Lied draus“. Aus einem Motiv entwickelt Milan ein ganzes Stück.  Milan komponiert wie die alten Meister, mit Mitteln von heute. Hätte Mozart diese Möglichkeiten zur Verfügung gehabt, er hätte es wohl genauso gemacht – möglich wäre es zumindest. Milan besitzt keine klassische musikalische Ausbildung. Taktmuster und Harmonien setzt er rein nach Gehör. Er denkt dabei nicht über Quintenzirkel oder Triolen nach. „Das ist Intuition, einfach so halt“. Im Musikunterricht kann er zwar keine großen Erfolge verbuchen, dafür aber bei seinen Freunden, vor allem bei seinen weiblichen.Milan hat schon eine kleine Fan-Gemeinde. Die fragen ihn ständig, ob er schon neue Lieder produziert hat. Seine Fähigkeiten entwickeln sich immer weiter. Und wenn er sich die Ergebnisse seiner Versuche von vor einem halben Jahr anhört, dann muss er heute schon lachen.„Je länger ich Musik mache, desto länger sitze ich auch an einem Lied, weil auch die Qualität der Lieder deutlich besser wird“.Das kann Tage und mittlerweile eher Wochen dauern.  Milan hat seine Werke schon professionellen DJs vorgestellt und die haben ihm attestiert, tatsächlich Talent zu haben. Jetzt plant er Demo-CDs an Plattenfirmen zu schicken. Milan selbst will später Psychologe werden oder Software-Entwickler; so genau weiß er das noch nicht. Auf jeden Fall will er „berühmt werden“, sagt er, vielleicht auch durch seine Musik.     Florian Elsemüller