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29.04.2007
Sick in Saarbrücken

Deutschlands Deutschlehrer Nr. 1 reist durchs Land, 30 Auftritte zwischen Flensburg und Gersthofen und am 7. März war er in Saarbrücken.  Die Saarlandhalle ist voll bestuhlt und mit Menschen voll besetzt. Die Bühne ist schwarz gehalten, Sicks Gesicht wird im Hintergrund per Beamer riesig auf eine Leinwand projiziert. Bei den Ausmaßen der Halle ist das auch nötig. Sick sitzt auf der Bühne, entweder an einem Schreibtisch oder auf einem Barhocker oder läuft frei auf der Bühne herum. Er spricht messerscharf artikuliert, wie man es von ihm erwartet hat. Dass sein Programm unterhaltsam wird, hat man auch vermutet, doch in diesem einen Aspekt übertrifft er die Erwartungen sogar.  Besonders gut kommen Sicks kleine „Zwiebelfische“ an. Fotos von grammatischen und orthografischen Fehlern, die Menschen auf Schildern und Zeitungsanzeigen gefunden und ihm zugeschickt haben. Sick erklärt zuvor, was „Zwiebelfische“ eigentlich sind. Der Begriff stammt aus der Druckersprache und meint einen Buchstaben, der aus Versehen aus einer anderen Schriftart als der Kontext in einen Text hineingerutscht ist. Sick geht am ganzen Abend sehr genau und penibel vor, wenn er sprachliche Fehler humorvoll aufdeckt und bloßstellt und auch gerade das lieben seine Zuhörer, aber dass seine vorgeführten „Zwiebelfische“ mit „Zwiebelfischen“, wie er sie nur zwei Minuten vorher erklärt hat, nichts zu tun haben, das stört an diesem Abend niemanden, einschließlich Herrn Sick. Sick packt ein Buch über die saarländische Mundart aus. Er sagt, er bereite sich vor jedem Auftritt auf sein Publikum vor. Er liest zum Beispiel, dass „meins“ gerne in der Bedeutung von „meine Ehefrau“ benutzt wird. „Das do is meins“. Sick lacht und sagt „köstlich“.In der Tat, das müsste man sich noch mal klar machen. Was wir schon immer für normal gehalten haben, ist für Nicht-Saarländer zum Schreien komisch, weil viele Wendungen objektiv betrachtet ziemlich grotesk sind.An einer anderen Stelle bringt Sick es so auf den Punkt: „Ich finde das lustig, … sie vielleicht nicht.“ Sein Publikum besteht zum Großteil aus Intellektuellen, die eine ganz besondere Freude entwickeln können, wenn es darum geht über die Fehler anderer Menschen zu lachen. Besonders Grammatikfehler, die man selbst ja nie machen würde, befriedigen die eigene Seele sehr und schenken einem das gute Gefühl, ein bisschen klüger als der Rest der Welt zu sein. Das ist das Konzept der Show und es geht fantastisch auf.Die Menschen grölen und klatschen mindestens alle zwei Minuten. Und keine Frage, die Nummern sind gut. Seine Zuhörer sind begeistert und lachen sich regelmäßig halb tot. Der Saal ist gerappelt voll und das bei Kartenpreisen, die erst bei 20 Euro beginnen. Bei einer Veranstaltung, die als Deutschstunde angekündigt ist, ist das wahrlich überraschend. Aber Sick hat sich einen festen Kreis von treuen Anhängern aufgebaut, die bereit sind, auch mal tief in die Tasche zu greifen um ihren Helden zu sehen. Sick nutzt die Chance des Abends und spielt mit dem Publikum ein Spiel, sein Spiel, das draußen im Kassenbereich bereits zum Kauf ausliegt. Es ist ein Quiz mit Grammatik- und Orthografiefragen. Draußen liegen auch seine Bücher, Band 1 bis 3, samt den dazugehörigen Hörbüchern und einer auf CD gepressten Aufzeichnung seiner ersten großen Deutschstunde in der Kölnarena. Sick kommt aus der Medienbranche und weiß, wie PR und Marketing funktionieren. Große Teile des Abends liest Sick Anekdoten aus seinen „Zwiebelfisch“-Kolumnen auf Spiegel-Online vor, die wiederum in seinen Büchern abgedruckt sind. Er stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass er ein Meister der Zweit- und Drittverwertung ist. Im Interview mit uns erklärt Sick, dass er immer zu sehr auf die Sprache festgenagelt werde. „Dabei ist Grammatik für mich praktisch nur ein Nebenaspekt dessen, was mich eigentlich interessiert. Sie haben heute gesehen, ich habe sehr viel Spaß an Unterhaltung, an Show. Und die Grammatik hat mich halt auf die Bühne gebracht, aber das ist letztendlich nur ein Vehikel. (…) Ich hab durchaus noch andere Ambitionen und das geht mehr in den Bereich Entertainment rein als in den Bereich ewiger Deutschlehrer. “ Sick sagt, er plane schon etwas in diese Richtung und: „Ich werde mein bestes geben, mein Publikum zu wahren und zu unterhalten.“ Sick outet sich also im Gespräch mit uns. Er möchte Unterhaltung machen und dass er gerade über seine Deutschlektionen den Weg in die Öffentlichkeit und auf die Bühne geschafft hat, ist ein glücklicher Zufall.Das hätte vielen seiner Fans wohl nicht gedacht, aber dass der Mann lieber Unterhaltung als Grammatikunterricht machen möchte, kann man ihm auch nicht verübeln und solange die Kombination noch funktioniert, sind alle Beteiligten zufrieden. Bei seinem Auftritt in Saarbrücken hat sein Publikum wohl kaum neues gelernt. Hier ging es auch nicht darum viel dazuzulernen, obwohl deshalb sicher etliche da waren. Hier ging es um Unterhaltung, um Entertainment und Stand-Up-Comedy (um sich hier einiger Anglizismen zu bedienen). Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, auch das hat seinem Publikum ausgesprochen gut gefallen. Während seiner Tournee versucht Sick nun den Weg zu finden, weg von Grammatikkolumnen und rauf auf die Bühne, ins Rampenlicht und ins reine Unterhaltungsprogramm.

27.04.2007
Max Buskohl geht freiwillig

Nachdem Max Buskohl, Anwärter auf den Sieg bei „Deutschland sucht den Superstar“, zog, nachdem er ins Halbfinale gewählt wurde, mehr oder weniger freiwillig den Hut. Als Mitglied der bereits bestehenden Band „Empty Trash“ wollte er sich nicht alleine von RTL vermarkten lassen, sondern plante seine Band in diesen Prozess mit ein – gegen den Willen von Dieter Bohlen und Co. Auch war das Vorhaben des Kandidaten, seine eigenen Lieder zu schreiben, den Produzenten der Show ein Dorn im Auge. Nach mehreren klärenden Gepsrächen erklärte Max seinen Rücktritt von dem Wettbewerb. Als wäre das nicht schon genug, schaltete sich vor einigen Tagen nun auch Stefan Raab in die Diskussion mit ein und heizte diese durch seine Aufforderung, Max solle bei ihm in der Sendung „TV Total“ auftreten, mächtig an. Raab erklärte sich sogar dazu bereit, auch eventuelle Strafen zu zahlen, die bei einem eventuellen Vertragsbruch mit RTL auf Max zukämen. Bisher nahm Max dazu jedoch noch keine offizielle Stellung. Es bleibt also abzuwarten, welches Ende diese Geschichte nehmen wird.

27.04.2007
Da waren´s nur noch 5

Nach der letzten Sendung stehen die Top 5 von Germany´s Next Topmodel fest: Anni, Fiona, Barbara, Mandy und Hanna, Anja musste die Show gestern leider verlassen. Nachdem sie es nicht geschafft hatte, ihren Laufstil zu verbessern, konnte die Jury nicht anders, als sich gegen die sympathische Österreicherin zu entscheiden. Ein weiteres Mal wurde sie bei einem Casting, diesmal bei Designer Ed Hardy, nicht engagiert, da dieser sofort sah, dass sie große Schwierigkeiten beim Laufen hat. Dies passierte nun schon zum 3. Mal, bereits in den Sendungen zuvor wurde sie nie für eine Show engagiert – eine Bilanz, die man sich als Topmodel nicht leisten kann. Aus diesem Grund musste Anja in der 9. Sendung ihre grünen Koffer packen. Einen weiteren Aufreger bedeutete das Verhalten von Nachwuchsmodel Fiona, die sich durch ihre Ellbogentaktik sehr unbeliebt bei ihren Mitstreiterinnen gemacht hat. Nachdem auch sie nicht für die Modenschau ausgesucht wurde, machte sie ihrer Wut Luft, indem sie Barbara, Hanna und Mandy vor den Zuschauern und der Jury bloßstellte. Nichtsdestotrotz zeigeten diese eine beeindruckende Leistung und mussten sich vor ihren erfahreneren Kolleginnen nicht vestecken. Alles in allem war es eine ereignisreiche Sendung und nun kann man langsam gespannt sein, welche der Top 5 den Wettbewerb für sich entscheiden kann…

27.04.2007
das Musikprojekt …

Ende Oktober des Jahres 2006 hatten der Schlagzeuger Daniel Licht (17) und der Pianist und Keyboarder Julian Colbus (17) eine gemeinsame Idee. Sie wollten ein Musikprojekt ins Leben rufen, das anders klingen sollte als all die anderen saarländischen Jugendbands. Es dauerte nicht lange, bis sich Martin Piechotta (19) und Florian Kochems (18) an den Gitarren und Hannah Gall (17) am Mikrofon dem Projekt anschlossen. Auch der Bassist fand sich bald, doch man stellte nach wenigen Proben fest, dass sich seine Vorstellung vom Musikstil sehr von der der anderen unterschied. Bevor er das Projekt allerdings wieder verließ, entstand die Demoaufnahme des von ihm verfassten Liedes „Tomorrow“, einer Powermetal-Ballade. Von Anfang an spielte die Band neben Covers viele eigene Songs, die alle am Computer notiert wurden. Nach monatelangem Proben ohne Bassisten standen schließlich die ersten Auftritte an und es musste eine Aushilfe gefunden werden. Glücklicherweise erklärte sich der Gitarrist David Ehl (18) bereit, mit seinem Bass einzuspringen. Ob er lediglich aushilft oder doch längerfristig dabei bleibt, ist noch nicht sicher. Auf dem ersten Auftritt, der im März 2007 stattfand, machte die Band sehr viele Erfahrungen. Eindeutig hatten die ruhigen Balladen den saubersten Sound und kamen am besten an. Allerdings gilt auch hier: die Mischung macht’s. Grob gesagt entwickelt sich der immer innovativer werdende Stil in Richtung groovigen, melodischen Metals, der sehr keyboardlastig und durch funkige Gitarrenriffs geprägt ist. Wie auch bei herkömmlichem Heavy Metal kann man die Balladen und die schnellen, harten Stücke, eindeutig unterscheiden.

Wer eine Vorstellung dieses Stils bekommen will, kann sich die Band unter http://myspace.com/innuendometal anhören.