Fotoseminar mit Dennis Keller|15.9

Am 15. September findet unser Fotoseminar für Einsteiger mit Dennis Keller von Ungekocht Geniessbar statt. In den Chilly-Redaktionsräumen (Mainzer Straße 30 in Saarbrücken, neben Kletterzentrum) | 10-15 Uhr Anmeldung unter: post@chilly-magazin.de

15.01.2007
– unsere Deutschlehrer haben versagt, aber es besteht noch Hoffnung

Dass Bastian Sick mit „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, einem Buch über die deutsche Sprache und Grammatik, die Bestsellerlisten eroberte, ist durchaus als kleines Wunder einzustufen. Mittlerweile gehört der erste Band seiner Reihe im Saarland schon zur Pflichtlektüre der 13. Klasse. Dass es ein Buch so schnell in den Lehrplan schafft, ist mehr als unüblich.

Wenn Sie bis jetzt dachten, ein mehr oder weniger fehlerfreies Deutsch zu sprechen, und wenn Sie mal ein Fehler machen, den zumindest zu bemerken, dann kann ich Ihnen versichern, lesen Sie sein Buch und Sie werden eines besseren belehrt.

Der Spiegel titelte im Jahr 2006 „Deutsch strikes back – Sprachpfleger Bastian Sick will den Deutschen die Anglizismen austreiben“. Das mit Sicherheit auch, aber Sick will noch viel mehr, und Anglizismen sind heute doch schon seit Langem out.

Sick weiß nicht nur, wann und wo man heutzutage Apostrophen setzen darf, oder welche Gefahren in Superlativen lauern, er weiß auch, wie man damit Geld verdient. Mittlerweile ist schon der dritte Band von „Dem Dativ ist dem Genitiv sein Tod” erschienen und mit seiner „Großen Deutschstunde“, die schon 2006 sehr erfolgreich gelaufen ist und die jetzt offiziell die „Große Bastian Sick Schau” heißt, tourt Sick dieses Jahr durch Deutschland. Mit insgesamt 30 Auftritten zwischen Flensburg und Gersthofen kämpft er für die deutsche Sprache und ein Aufwandsentschädigung wird er dafür wohl auch bekommen.

Trotzdem ist der Besuch seiner Tournee für Sprachfetischisten mit Sicherheit sehr zu empfehlen. Der Spiegel-Online-Redakteur Sick kann seine Geschichten aus dem „Irrgarten der deutschen Sprache“ ausgesprochen unterhaltsam vor Publikum erzählen, und seine Lesungen sind meist restlos ausverkauft.

Heißt es nun Pizzas oder Pizzen? Die Antwort wird Sie überraschen. Gewinkt oder gewunken? Die möglicherweise auch. Wird der Genitiv überleben – trotz des Dativs und dem Dativ zum Trotz? All diese Fragen und noch viele mehr, klärt Sick in einer Deutschstunde der ganz besonderen Art.
Die deutsche Sprache liegt Bastian Sick am Herzen. Dass kaum mehr jemand sie korrekt zu sprechen und zu schreiben vermag, ärgert ihn schon lange. Und so deckt er mit Leidenschaft syntaktische Fallgruben auf, weist seinen Lesern und Zuhörern den Weg um orthographischen Treibsand herum und hilft über stilistisches Glatteis hinweg.

Sehr zu empfehlen sind übrigens auch Sicks „Zwiebelfisch“-Kolumnen auf Spiegel Online (www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch). Auch hier kann man noch eine Menge lernen – und das sogar kostenlos.

12.01.2007
so kann jeder zum Lebensretter werden

Alte Kleider, Schuhe, Geld, Blut, Organe, Knochenmark. Man ist überrascht was man alles spenden kann und noch viel erstaunlicher ist es, wenn man erfährt wie eine Kno-chenmarkspende tatsächlich durchgeführt wird und wie falsch die landläufigen Vor-stellungen darüber doch sind. Aber lesen Sie selbst:

Alleine in Deutschland erkrankt alle 45 Minuten ein Mensch, darunter viele Kinder und Jugendliche, an Leukämie. Leukämie ist Blutkrebs, eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen. Diese sind für die Abwehr von Infekten zuständig. Das Organ, das im menschlichen Körper mit der Blutbildung betraut ist, ist das Knochenmark. Hier ist der normale Reifeprozess der weißen Blutkörperchen gestört und es kommt zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Zellen.

Zusätzlich werden durch diese Zellwucherung die anderen im Knochenmark ge-bildeten Zellen, nämlich die für den Sauerstofftransport verantwortlichen roten Blut-körperchen, und die für die Blutgerinnung zuständigen Blutplättchen verdrängt.
Erste Anzeichen von Blutkrebs sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Infektanfälligkeit und eine Neigung zu Blutergüssen. Ohne medizinische Behandlung führt Leukämie immer zum Tod.

Behandelt wird Leukämie mit einer Chemo- bzw. einer Strahlentherapie. Doch nicht immer mit Erfolg. Dann ist die Übertragung von gesunden Stammzellen eines Spen-ders die letzte Chance für das Leben des Patienten.
Für jeden dritten der Betroffenen kann ein geeigneter Spender innerhalb der eigenen Familie gefunden werden. Die verbleibenden 60 % sind auf einen fremden Spender angewiesen.
Und da können wir alle helfen, durch eine Typisierung, beispielsweise in der Deut-schen Knochenmarkspenderdatei, der DKMS.
Diese Typisierung ist zur Feststellung der Gewebemerkmale notwendig, die bei der Suche nach geeigneten Spendern wichtig sind.

Sie läuft für den potentiellen Spender denkbar einfach ab. Nachdem er sich mit der DKMS in Verbindung gesetzt hat, etwa über das Internetformular auf der Seite www.dkms.de erhält er per Post alles was er braucht. Informationsmaterialien, Ein-verständniserklärungen mit Durchschlägen und eine Anleitung für den Arzt, der eine Blutabnahme durchführt. Zehn Euro Praxisgebühr sind hierfür übrigens nicht fällig. Mitgeschickt wird ein kleines Päckchen auf dem „Süße Post Box Mini“ steht. In die-sem sind ein Röhrchen, eine Nadel und ein Döschen enthalten.
Der Arzt bindet zuerst den Oberarm des Spenders ab, dann nimmt er das Röhrchen, in dem Unterdruckt herrscht und steckt es samt Nadel in den Arm. Das Röhrchen saugt sich selbstständig mit ungefähr fünf Millilitern Blut voll und damit ist die Prozedur schon zu Ende.

Jetzt klebt der Spender noch den beigelegten Strichcode auf das mit dem Blut gefüllte Röhrchen, packt es in das Döschen und alles zusammen mit der doppelt unter-schriebenen Einverständniserklärung ins Päckchen und schickt es zu einem Labor in Dresden, das mit der Auswertung der Blutproben betraut ist.

Eine Typisierung kostet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei 50 Euro. Diese muss der Spender nicht selbst tragen, kann er aber. Geldspenden sind ausdrücklich er-wünscht.

Ziel der Knochenmarkspende ist es neue Stammzellen für den Patienten zu gewinnen. Das kann auf zweierlei Weisen geschehen. Die eine Möglichkeit ist eine
Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender unter Vollnarkose circa ein Liter Kno-chenmark-Blut-Gemisch, was ungefähr fünf Prozent des Gesamtvolumens ausmacht, aus dem Beckenknochen entnommen und dem Patienten übertragen wird. Wichtig ist, dass das Knochenmark entgegen eines weit verbreiteten Vorurteils nicht aus dem Rü-ckenmark der Wirbelsäule entnommen wird. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von 14 Tagen vollständig nach. Für den Spender besteht also neben dem Risiko, das Narkosen üblicherweise immer mit sich führen, nur eine sehr geringe Gefahr. So können sich an der Entnahmestelle Blutergüsse bilden und für einige Tage Schmerzen verursachen. In seltenen Fällen kommt es zu allergischen Reaktionen.

Bei der peripheren Stammzellenentnahme wird dem Spender über mehrere Tage ein körpereigenes hormonähnliches Medikament gegeben, das die Produktion der Stammzellen stimuliert. Die können dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden.

In beiden Fällen wird der Spender vor der Entnahme eingehend ärztlich untersucht. Verdienstausfall und alle anderen Kosten des Spenders, wie möglicherweise an-fallende Reisekosten, werden von der Krankenkasse des Leukämiepatienten übernommen.

Knochenmarkspender kann jeder zwischen 18 und 55 Jahren werden, der nicht an ei-ner ernsthaften Krankheit leidet.

Es gibt auch andere Knochenmarkspender-Dateien, als die DKMS und andere Wege Spender zu werden: Beispielsweise kann man bei der Blutspende beim Roten Kreuz darum bitten, dass ein Röhrchen Blut mehr abgenommen wird, das dann zur Typisie-rung eingereicht wird.

Beim zentralen Knochenmarkspenderregister in Ulm laufen alle Daten zusammen. Eine doppelte Registrierung ist also überflüssig und würde nur unnötige Kosten ver-ursachen.

Die Wahrscheinlichkeit für typisierte Menschen in den nächsten fünf bis zehn Jahren tatsächlich als Spender in Frage zu kommen, liegt laut DKMS bei etwa einem Pro-zent. Bei jungen Spendern liegt diese Wahrscheinlichkeit bereits für das erste Jahr bei einem Prozent.

Interessant ist zu wissen, dass sich der Leukämiepatient und der Spender, der ihm das Leben gerettet hat, erst zwei Jahre nach der Spende kennenlernen dürfen. In der Zwi-schenzeit kann die DKMS einen schriftlichen Kontakt unter Wahrung der gegen-seitigen Anonymität vermitteln und den Spender über den Verlauf der Genesung des Patienten informieren. Lebt der Patient im Ausland, können einem späteren Treffen Probleme mit den dortigen Gesetzen im Weg stehen. In Großbritannien beispielsweise ist der Kontakt zwischen Spender und Empfänger gänzlich verboten.

In Deutschland haben sich bereits 2,8 Millionen potentielle Spender typisieren lassen und trotzdem findet noch immer jeder fünfte Patient keine passenden Stammzellen. Deshalb:

Eine Typisierung ist einfach, ein Spende ungefährlich und sie kann Leben retten. Wir stehen alle in der Verantwortung, vor unseren Mitmenschen und vor Gott.

Florian Elsemüller

12.01.2007
Radiomachen ist Spaß pur

Seit 2003 sendet aus St. Wendel das erste saarländische Jugendwebradio sein Programm über www.orange-21.de in alle Welt. Das Projekt soll Schülerinnen und Schüler an einen professionellen Umgang mit den Medien heranführen.

„Bei Orange-21 sollen sich junge Leute mit sinnvollen Dingen beschäftigen, aber natürlich vor allem auch Spaß haben“, sagt Projektbetreuerin Britta Hares (32) vom Orange-21-Team. Sie sollen vor allem lernen, mit dem Internet umzugehen und journalistische Grundkenntnisse erwerben. Und daneben finden sie noch neue Freunde: Fast 600 Mitglieder hat die Community unter Orange-21.de bereits. Wer Mitglied ist, kann das Programm selbst mitbestimmen. Am einfachsten geht das, indem man sich online einfach aus der großen Musikdatenbank seinen Lieblingstitel auswählt und wünscht.

Von Tokio Hotel bis zu Papst  Benedikt

Die Beiträge auf Orange-21 sind bunt gemischt. Vom neusten Kinofilm und einem

Farin-Urlaub-Konzert wird genauso berichtet, wie vom Besuch von US-Präsident Bush in Mainz oder der Ankunft von Papst Benedikt in Köln. In ihren Beiträgen gehen die 12-18jährigen Radiomacher von Orange-21 auch spannenden Reizthemen auf den Grund. Gewalt in Videospielen, junge Menschen im Gefängnis, Kinderwahlrecht, Alcopops und vieles mehr. Auch das Thema Extremismus steht bei Orange-21 immer ganz oben auf der Tagesordnung. Einer der Redakteure der ersten Stunde, Florian Elsemüller (18) aus Bergweiler, interviewt regelmäßig junge Menschen im Ausland. Mit China, Washington – am Jahrestag des 11. September – und Oslo hat er schon telefoniert und zur Zeit plant er ein Telefoninterview mit einer Iranerin.

 
Radiomachen ist Spaß pur!

Besonders beliebt sind die Ferienworkshops von Orange-21. Die letzten der bisher zehn Workshops waren bereits weit im Voraus ausgebucht. In diesen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmer intensiver mit wichtigen Fragen. Zum Beispiel untersuchen die jungen Radiomacher das Verhältnis des Menschen zu Tieren und befragen dazu die Verantwortlichen eines Tierheimes oder produzieren eine Reportage über die Arbeit von Lotsen, Sicherheitspersonal und Piloten auf einem Flughafen.

„Radiomachen ist Spaß pur“, sagten auch die anderen Teilnehmer nach unserem letzten Workshop. Wir haben schon mehrmals an Workshops teilgenommen und bei unserem letzten Workshop in den Herbstferien haben wir sogar jeweils eine eigene Rolle in dem Hörspiel „Das Schiff Esperanza“, dem zweiten Hörspiel, das von Schülerinnen und Schülern bei Orange-21 selbst produziert worden ist.

Wir haben viel bei O-21 was gelernt, aber vor allem haben wir hier neue Leute kennen gelernt und haben hier immer sehr viel Spaß.

Und das Beste ist: Orange-21 kommt jetzt auch an die Schulen. Interessierte Klassen können im Unterricht eine eigene Radiosendung produzieren und auch an Projektwochen nimmt Orange-21 teil.

Wer sich interessiert für Orange-21 oder Kontakt aufnehmen möchte:

www.orange-21.de

info [at] orange-21 [dot] de

(06851) 808 333

Luisenstr. 2-14

66606 St. Wendel

Von Laura Beyer (16, Mainzweiler) und Laura Klein (17, Ottweiler)

08.01.2007
Hinrichtung Saddams wohl überstürzt

Die Rekonstruktion der letzten Stunden Saddam Husseins zeigt, dass die Iraker wohl die Abwesenheit hochrangiger US-Repräsentanten dazu genutzt haben, den ehemaligen Diktator möglichst schnell hinzurichten. Da sich eine derartige Szenerie, wie sie durch Videoaufnahmen in der ganzen Welt zu sehen waren, nicht mehr wiederholen soll, verzögern sich die Hinrichtungen der beiden ebenfalls Verurteilten, Saddams Halbbruder und der ehemalige oberste Richter des revolutionären Gerichtshofes, immer weiter. Anscheinend zeigen die  internationalen Proteste  und die Angst vor  weiteren hässlichen Hinrichtungsszenen ihre Wirkung, viel zu sehr fürchtet man weitere  Ausschreitungen  zwischen Schiiten und Sunniten.
Mehrere Menschenrechtsorganisationen sowie der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordeten, die Todesstrafen der beiden Verurteilten auszusetzen, da das Urteil des irakischen Gerichts wenig Beachtung der Menschenrechte zeige. Auch die US-Regierung mahnte zu mehr Sorgfalt in dieser Angelegenheit. Bei Saddams Hinrichtung war nicht verhindert worden, dass schiitische Aufwiegler den ehemaligen Diktator unmittelbar vor dessen Tod wüst beschimpften. Doch die Regierung im Irak kündigte bereits an, bei den ausstehenden HInrichtungen wie geplant zu verfahren. Dies schürt die Annahmen, dass der Premier Nuri al-Maliki die Hinrichtungen als persönlichen Triumph betrachtet; er soll am Vorabend der Exekution Husseins sogar ein feierliches Dinner abgehalten haben. Der „New York Times“ zufolge versuchte die USA bis zuletzt die Hinrichtung Saddams am 30.12.2006 zu verhindern, doch vergeblich. Obwohl dieser Tag ein sunnitisches Opferfest bedeutet, wurde Saddam Hussein in dieser Nacht erhängt, vor laufenden Kameras und Beschimpfungen ausgesetzt. Es wird stark angezweifelt, ob bei dieser Exekution geltendes Recht nicht verletzt wurde, was die Voraussetzung für Husseins Auslieferung an den Irak war. Weitere Untersuchungen sollen hier nun Klarheit schaffen.