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21.06.2007
Müssen wir uns das bieten lassen?

Müssen wir uns das bieten lassen? Müssen wir zulassen, dass zur besten Sendezeit Sprüche, wie: “Madonna macht aus Scheiße Gold – du hast es umgekehrt gemacht.“ (D. Bohlen, Kommentar 6. Mottoshow am 15.04.07) auf uns nieder prasseln und wir plötzlich im Krieg der Fernsehgiganten feststecken? Sind wir uns so wenig wert? Tatsache ist, dass der Durchschnittsdeutsche heutzutage unterhalten werden will und zwar nicht mehr nur mit Lagerfeuergeschichten und Thomas-Anders-Liedern, sondern mit waschechtem Fernseh-Entertainment. Doch, was sich die „Star-Force-Liga“ der Privatsender mittlerweile aus den Fingern zieht, hat mehr mit sinnentleertem Zeitvertreib, als mit Bildung, Unterhaltung, oder gar mit Kultur zu tun. Was früher vielleicht noch als deutsches Bildungsfernsehen angesehen wurde, zieht heute stolz den Amerikanern hinterher.Die weitgehendst ausgelutschte Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (kurz: DSDS) hält seine Quoten nur noch wegen Klein-Bohlen und Stotter-Henn. Würden die beiden sich nicht mehr auf Grundschulniveau anzicken, die Zuschauer wären schneller weg, als man Mark Medlock sagen kann, der übrigens mittlerweile munter durch Deutschland tourt und seine Teeniefans mit obszönen Wortneuschöpfungen, wie „Dreckspätz“ beglückt. Dass eine nächste Staffel ausgeschlossen wird, ist hoffnungslos, denn „Popstars“ ruft früher als sonst zum „Träume wahr werden“ auf und da darf die Konkurrenz keinesfalls fehlen; im übrigen: ist jemandem schon einmal aufgefallen, dass es im Grunde egal ist, wer den Plattenvertrag absahnt? Man will ja eigentlich nur die Teilnehmer leiden sehen.
Was wohl auch der Grundgedanke von „Big Brother“ zu sein scheint. Schon nach der ersten Staffel hieß es in allen Zeitungen und Privatgesprächen: “Einmal und nie wieder!“ und was war? Lippenbekenntnisse. Denn „Big Brother“ gibt es im deutschen Fernsehen schon seit sieben Jahren. Mittlerweile auch mit einem 24-Stunden-Sender. Der Reiz, sich das anzusehen, wird wohl sein, halbnackten Menschen bei Intimitäten zu zuschauen, ohne gleich als Voyeur zu gelten. Interaktiv und anonym. So sieht die Medienlandschaft von heute aus. Das beweist auch das fernsehtauglich gemachte Gesellschaftsspiel „activity“, inklusive einem „extrem“. So kann der Zuschauer zu Hause auf der Coach mit „Betty“ in der Hand, bequem „Sofameilen“ sammeln, während die Prominenz im Fernsehen sich die Seele raus- pantominiert. Was man dem Moderator Jürgen von der Lippe eventuell noch anrechnen könnte, ist, dass er mit seiner charmanten Ironie über die Lächerlichkeit seines Tuns hinweg zu weisen versucht – leider scheint ihm da der Sender im Nacken zu sitzen.Wo aber endlich die Zuschauer der Sendung im Nacken sitzen sollten, ist „Galileo Mystery“. Da das selbsternannte Wissensmagazin „Galileo“ (siehe auch: „Welt der Wunder“, „SDS“, „Wunderwelt wissen“, „Wissenshunger“, uvm. …) in den letzten Jahren an Popularität verloren hat, weil ein paar Dauersofisten herausfanden, dass die Reportagen unter verschiedenen Wissenssendungen (siehe oben) ausgetauscht worden sind, rief Aiman Abdallah kurzerhand zu einer neuen Ära auf.Herr Abdallah, der Archäologe, der Ethnologe und Geheimnisfinder. Wofür Wissenschaftler Jahrzehnte benötigen, da reist Abdallah einfach mal in den Süden und findet stets Ungeheuerliches. Gerüchten zufolge soll in der neuen Staffel das wahre Geschlecht der Jeanne d´Arc erörtert werden, denn Abdallah hegt große Zweifel an der Weiblichkeit der heiligen Johanna von Orleans. Aufgezogen wie ein schlechter Krimi will sich „Galileo Mystery“ darbieten und mich wundert es, dass Abdallah seiner ernsten Miene wegen, noch keinem Lachkrampf erliegen ist.  Doch nun stellt sich die Frage: Wie kam es dazu? Warum gibt das Unterhaltungsprogramm nur noch mit Halbgarem und Sensationsgeilem an? Wo ist unser Stolz geblieben? Natürlich schauen die Sender nach Amerika, denn was dort funktioniert, klappt auch in Deutschland. Warum? Weil wir immer noch beinahe untertänig einer Weltmacht hinterher humpeln, die nie über sich hinauswachsen wird, wenn sie so weiter macht wie bisher. Aber es ist scheinheilig so etwas zu behaupten, denn im Grunde wollen wir es so. Die Zeiten von „Dick und Doof“ sind vorüber, der Deutsche will nicht mehr nur Naives, Fiktives. Der Deutsche will pure Realität, Nervenkitzel und Genugtuung. Was sich im Mittelalter durch Galgen und Hinrichtungsstätten ausgezeichnet hat, zeigt sich heute in unserem TV-Programm. Und somit kehren wir zurück zu den Wurzeln.  Müssen wir uns das bieten lassen?Ja, denn wir wollen es so.So und nicht anders.

20.06.2007
Ausstellung Trier 2007

Das Land Rheinland-Pfalz zeigt gemeinsam mit dem Bistum Trier und der Stadt Trier die bedeutende kulturhistorische Ausstellung „Konstantin der Große“, die zugleich einen Höhepunkt des Programms der Europäischen Kulturhauptstadt 2007 Luxemburg und Großregion darstellt. Anlass zu dieser Ausstellung gab auch die Heirat Konstantins mit Fausta vor genau 1700 Jahren. Diese Ausstellung ist die Erste, die sich in solch einem Umfang dem römischen Kaiser, der in seiner Jugend in der Stadt Trier lebte, Konstantinopel gegründete und die Geschichte Europas durch die Anerkennung des Christentums bis heute geprägte, widmet.Je nach Themengebiet verteilt sich die Ausstellung auf drei Ausstellungsorte: Das Rheinische Landesmuseum ist der größte Ausstellungsstandort mit dem Titel „Herrscher des Römischen Imperiums“, das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum hat „Der Kaiser und die Christen“ zum Thema und das Stadtmuseum Simeonstift „Tradition und Mythos“. Höhepunkt der Ausstellung ist eine Kopie des drei Meter großen Konstantinkopfes (Landesmuseum), der im Original im Kapitolinischen Museum in Rom zu finden ist.Die Ausstellung wird noch bis zum 4.November 2007 in Trier zu sehen sein.Die Ausstellung ist auf alle Fälle zu empfehlen!Also schaut doch einfach mal vorbei!

15.06.2007
Anmeldung bis 21. Juni 2007

Im Rahmen des Kinder- und Familienfestes am 24. Juni 2007 im Homburger Stadtpark veranstaltet das Jugendzentrum „2nd HOMe“ des Internationalen Bundes, Stadtmitteprojekt Homburg, ein Beachsoccer-Turnier auf dem Sandfeld vor dem Freibad. Unterstützt wird das Turnier vom Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport des Saarlandes.

Teilnehmen können alle Jugendlichen ab 14 Jahren. Pro Mannschaft stehen 4 Spieler/innen auf dem Feld. Eine/r davon im Tor.
Zusätzlich kann ein/e Ersatzmann/-frau gemeldet werden. Ein Spiel dauert 6 Minuten. Das Turnier beginnt um 13 Uhr (Ende ca. 15 Uhr).
Noch können sich interessierte Mannschaften bis Donnerstag, 21. Juni 2007 anmelden.

Weitere Informationen und Anmeldung unter:
Internationaler Bund (IB)
Stadtmitteprojekt Homburg
Kaiserstraße 41
66424 Homburg
Tel.: 06841/9935086
e-Mail: Stadtmitteprojekt-Homburg [at] internationaler-bund [dot] de
Ansprechpartnerin: Annette Kerfin

14.06.2007
Geschäftsbeziehung zu Lidl lässt Fragen offen

Ein Discounter, der einen knallharten Preiskampf um jeden Cent führt, und eine Umweltschutzorganisation, die Umweltschutz und die Unabhängigkeit von der Wirtschaft dabei propagiert, sind die beiden Akteure eine merkwürdigen Geschäftsbeziehung, die Raum für Fragen offen lässt. Ist Greenpeace etwa käuflich? Warum verkauft ein knallhart kalkulierender Konzern wie Lidl scheinbar das Greenpeace-Magazin trotz großem Verlust weiter. Und warum nimmt Lidl dabei den eher unüblichen Weg einer direkt über Greenpeace und keinen Zwischenhändler, wodurch alle nicht verkauften Magazine voll bezahlt und zusätzlich entsorgt werden müssen?

Wie SternTV am Mittwoch berichtete, verkauft seit einem knappen Jahr Lidl das mit 4,90 € relativ teure Greenpeace-Magazin. Wobei verkaufen nicht ganz das richtige Wort dafür zu sein scheint. Zwar liegen die Hefte in allen Filialen zum Kauf bereit, Abnehmer scheinen sie nach Bericht von SternTV aber nur selten zu finden. Nach Informationen von SternTV werden nämlich 80 bis 98 % der pro Ausgabe 150.000 Exemplare nicht verkauft.

Merkwürdig ist in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung der Platzierungen in den Pestizid Studien der Umweltschützer. War 2005 Lidl dort noch klares Schlusslicht und wehrte sich hartnäckig gegen die Ergebnisse, u.a. mit Flugblättern in allen Filialen, so war Lidl 2007 als Vorbild aus diesen Studien hervorgegangen. Obwohl der Discounter den Zulieferer nicht ausgewechselt hat, führte man laut Greenpeace in diesem Jahr das Sortiment mit dem wenigsten verseuchten Obst und Gemüse.

Greenpeace erklärt diesen Wandel mit Änderungen im Qualitätsmanagement bei Lidl nach einem gemeinsamen Gespräch und findet auch sonst nichts anrüchiges an der neuen Geschäftsbeziehung. Zu weiteren Statements gegenüber SternTV waren jedoch weder die Umweltschützer noch Lidl bereit.

Und so gibt es schon erste Stimmen, die diese Geschäftsbeziehung als „modernen Ablasshandel“ titulieren und Greenpeace auf fordern den Verkauf über Lidl in der jetzigen Form zu stoppen, um auch weiterhin Unabhängigkeit zu demonstrieren.

Auch wenn ein Zusammenhang zwischen der Geschäftsbeziehung und dem Wandel der Pestizidergebnisse auch nur Zufall oder wirklich Ergebnis von Verbesserungen bei Lidl sein kann. Trotzdem bleibt eine für ein Umweltmagazin unwürdige Ökobilanz, an der sich auch Greenpeace selbst messen lassen muss.

Laut SternTV-Experten werden nämlich bei der Produktion von 150.000 Exemplaren einer Ausgabe ca. 42.750 kg Altpapier, über 500.000 Liter Wasser und über 71.000 Kilowatt-Stunden Energie verbraucht. Zusätzlich kommen noch die LKW-Fahrten für den An- und leider auch Abtransport dersMagazin zu und von den Filialen.