Nächste Redaktionssitzung

Die nächste Redaktionssitzung findet am Samstag, 18. August ab 11.30 Uhr in den Chilly-Redaktionsräumen (Mainzer Straße 30 in Saarbrücken, neben Kletterzentrum) statt. Anmeldung unter: post@chilly-magazin.de

01.03.2007
Wenn Liebe zum Wahn wird

Stalker sind Menschen, die andere Personen gegen deren Willen kontaktieren, manchmal sogar regelrecht verfolgen und bedrohen.
Ob ehemaliger Partner, Arbeitskollege, flüchtig Bekannter oder gänzlich Fremder, ein genaues Täterprofil existiert nicht.
Der oftmals gnadenlose Psychoterror kann Monate, Jahre, manchmal ein ganzes Leben lang dauern.

Harmlosere Anzeichen für Stalking sind unter anderem vermehrte Telefonanrufe zu den allen Zeiten im Büro oder Privat. Diese können sich zu bedrohenden Nachrichten auf der Mailbox, Verleumdungen, Beleidigungen, ständiges Auflauern vor der Wohnung des Betroffenen oder zahlreiche E-Mails (Cyberstalking) steigern.
Im extremsten Fall kann es zu Sachbeschädigungen, wie z.B. zerstochene Autoreifen oder Einbruch kommen.

Des Weiteren können auch Bekannte und Freunde des Opfers mit in das Visier des Stalkers geraten und werden unter Umständen auch verfolgt, belästigt und terrorisiert.

Nach einigen Attentaten von Stalkern wurde am 5. Dezember 2006 vom Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das es ermöglicht, Stalker nun zu einer Geld- oder einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren, in schweren Fällen sogar bis zu 5 Jahren, zu verurteilen.

Ob dieses Gesetz wirksam gegen Übergriffe solcher Art sind, bleibt jedoch mehr als fraglich, da die Beweislage oft nicht ausreicht um zu einer Anklage zu führen.

01.03.2007
…jetzt schon Karten sichern

Am heutigen Donnerstag, den 1.März 2007, beginnt die erste Verkaufsrunde für die Tickets der Fußball EM 2008 in Österreich und der Schweiz.
Auf der Internetseite der EM kannst du dich jetzt um Tickets bewerben. Die erste Phase läuft bis 31. März und ähnlich wie bei der WM wird am Ende ausgelost, wer letztendlich Tickets erhält und wer nicht.
In Bezug auf die Menge der Tickets hat die UEFA auch bei der EM einige Regularien eingesetzt. So können pro Tag maximal 4 Tickets für ein Spiel bestellt werden. Der Besuch mehrerer Spiele an einem Tag dürfte aber aus organisatorischen Gründen sowieso unmöglich sein, da die Spielstätten teilweise doch recht weit auseinander liegen.
Der Preis für die Tickets ist noch nicht genau festgelegt. Laut Informationen auf der Internetseite der UEFA sollen die Preise sich aber in einem Rahmen bewegen, der es normalen Fußballfans ermöglicht, die Spiele zu besuchen.
Gespielt wird übrigens in der Schweiz in Basel, Bern, Genf und Zurüch sowie in Österreich in Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg und Wien.
In der Gruppenphase werden je zwei Gruppen in der Schweiz und in Österreich spielen, und so eine gleichmäßige Auslastung der Stadien hervorrufen.

Weitere Informationen zur EM findet ihr auf der Webseite der EM 2008: www.euro2008.com
Zum Tickertverkauf gehts hier: de.uefa.com/competitions/euro/organisation/kind=33554432/index.html

22.02.2007
Kulturhauptstadt 2007

2007 ist das Jahr der Handball-WM und der Mehrwertsteuererhöhung. Im Jahr eins nach der Jahr eins nach der WM übernimmt Deutschland außerdem die EU-Ratspräsidentschaft, Frankreich wählt einen neuen Präsidenten und das Saarland feiert seine 50jährige Zugehörigkeit zur Bundesrepublik.
Was aber die wenigsten wissen: In diesem Jahr ist Luxemburg Kulturhauptstadt Europas. Genau genommen müsste man jedoch von einer kulturellen Großregion sprechen, denn neben Luxemburg als Stadt, zählen erstmals auch die angrenzenden Gebiete Rheinland-Pfalz, Wallonien, Lothringen und auch das Saarland dazu. Kultur praktisch vor der eigenen Haustür.
Dem bisher einzigen Vorboten, einem ca. 1,80 großen, blauen Hirsch vor dem Saarbrücker Rathaus sollen 22 weitere im ganzen Landesgebiet folgen. „Ich bin sicher, das erweiterte Kulturhauptstadtprojekt wird auch über 2007 hinaus nachhaltig Wirkung zeigen.“, erklärte Jürgen Schreier selbstsicher bei der Aufstellung des Metalltieres gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin Britz Anfang Dezember.

Dass besonders die junge Generation auf Grund dieses „kulturellen Großereignis“ nicht in exzentrische Begeisterungsstürme verfallen würde, war den Veranstaltern wohl bewusst. Auf Grund dessen wurde auf dem zugehörigen Internetportal vorgesorgt, denn neben einem selbst abgesteckten Zeitraum, einer Sparte und einem Ort können auch Termine speziell für Jugendliche gewählt werden. Zu finden sind in dieser Kategorie insgesamt 111 Veranstaltungen im Zeitraum von Januar bis Dezember 2007, im Saarland davon jedoch lediglich drei. Der Großteil der Veranstaltungen findet letztlich doch in „Luxemburg Ville“ statt – wer Kultur erleben will, muss bereit sein, einen längeren Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen.
Zwischen etlichen Theater- und Opernvorstellungen für Schulen verstecken sich vereinzelt auch exotische Programmpunkte, bei denen es vor allem darum geht selbst aktiv zu werden. Unter dem Namen „Hip Hop Round 4“ treffen sich in Luxemburg am 15.September Graffitikünstler und Breakdancer aus ganz Europa und laden einen Tag lang zu Vorführungen und Workshops ein, „eine Reise durch die Welt der Hip-Hop-Kultur“, wie die Kurzbeschreibung der Veranstalter verspricht.
Wer seiner Energie lieber auf Papier, statt auf Parkettboden freien Lauf lässt, kann an der deutsch-französischen Jugendzeitung „Extra“ mitarbeiten. Der Ort der wöchentlichen Redaktionssitzungen wechselt im ganzen Saar-Lor-Lux- gebiet und die erarbeitete Publikation erscheint als Beilage in regionalen Tageszeitungen.
Für Nachwuchs- Sänger, Tänzer und Schauspieler ab 12 Jahren bietet der „New World Theatre Club“ in Sandweiler von Januar bis April viersprachige Workshops unter der Leitung renommierter Regisseure, Choreographen und Musiker. Ziel dieses ungewöhnlichen Projekts ist es, eine mehrsprachige Inszenierung von Shakespeares „ A Midsummer Night’s Dream” an unterschiedlichen Orten zu präsentieren. Wer Interesse hat, muss sich beeilen, die Bewerbungsfristen laufen bis Ende Januar ab.
Weitere Informationen zu diesen Terminen und andere Veranstaltungen findet ihr auf www.luxemburg2007.org

 Amelie Herberg

17.02.2007
Der Überwachungsstaat jetzt auch Online?

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble möchte die Computer der Bundesbürger über ein Programm ausspionieren. Diese Software ist Spyware, also eigentlich das, was die meisten Nutzer möglichst von ihren Computern fernhalten möchten. Aber was bezweckt Schäuble überhaupt mit diesem „Bundestrojaner“ und ist das erlaubt?

Zur Begründung wird die Terrorismusbekämpfung angegeben. Bisher gab es schon zwei Anfragen des Bundeskriminalamtes, eine solche Onlinedurchsuchung durchzuführen. Beim ersten Mal wurde sie erlaubt, beim zweiten Mal verbot der Bundesgerichtshof jedoch diese Art der Ermittlung. Daher will Wolfgang Schäuble nun die rechtliche Grundlage dafür schaffen.

Technisch ist es zudem problematisch. Denn selbst des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) legt jedem Interentnutzer die Benutzung eines Virenscanners und einer Firewall nahe, womit sich Behörden quasi gegenseitig ausschließen. Es könnte auch ausspioniert werden, welche Interessen der Abzuhörende im WWW verfolgt und jender dann auf eine entsprechende Website gelockt werden, auf der ein Wurm heruntergeladen wird, der nur die Aufgabe hat, den Trojaner zu installieren und sich dann selber wieder löscht.

Der Betreiber der Seite bundestrojaner.net möchte die Diskussion ad absurdum führen. Er bietet sogar den Bundestrojaner als Download an. Als Motiv für diese Aktion nennt er: „Durch die übertriebene Satire möchte ich darauf aufmerksam machen, dass da was faul ist.“

Matthias Lehming