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Die nächste Redaktionssitzung findet am Samstag, den 27. Januar 2018, um 11.30 Uhr statt (Mainzer Straße 30, Saarbrücken). Komm vorbei und mach mit!

30.10.2006
Eine Weltmachtmacht mit großen Aussichten

Es ist die wohl größte und bekannteste Suchmaschine im gesamten World Wide Web. Für Millionen Internetnutzer ist es die erste Anlaufstelle, egal ob man nun nach „Fußball“ oder „Zahnarzt“ sucht.                      Google findet immer etwas, sei es ein Forenbeitrag oder eine informative Website. Und genau dafür arbeiten täglich circa 5000 Google – Mitarbeiter in Mountan View am Rande des kalifornischen Valley, wo Google sich ein wirkliches Imperium aufgebaut hat.                                 Doch mit Google kann nicht nur suchen: Es gibt viele weitere Funktionen, die wohl noch vielen Nutzern unbekannt sind.

Die Wichtigsten bzw. Interessantesten sollen hier einmal erläutert werden:

–         Google Maps: Dieser Zusatzdienst zeigt dem Nutzer detaillierte Luftbilder, die zur Navigation bzw. zum Finden von Straßen oder Gebäuden dienen. Dazu gibt’s es nützliche Zusatzinfos, z.B. Restaurants oder Tankstellen (maps.google.com), die sich in der Nähe befinden.

–         Google Video: Google Video ist eine Plattform, auf der User ihre eigenen Videos hochladen und damit auch verbreiten können. Zu finden sind Videos aus allen Kategorien, z.B. Musikvideos oder Kinotrailer(video.google.de).

–         Froogle: Froogle ist eine Preissuchmaschine, die es den Nutzern erlaubt, zu ihrer Produktsuche die günstigsten Preise sowie Produktvergleiche einzuholen.
Verkäufer können ihre Produkte dort auch kostenlos einstellen (google.de/froogle).

–         Google Trends: Mit dem Tool  kann man beobachten, wie oft nach Begriffen gesucht wird. So kann man zum Beispiel beobachten, dass nach dem Wort „Deutschland“ vor und während der WM sehr viel gesucht wurde.                                                                                

           

Doch Google ist längst nicht mehr nur eine Suchmaschine. Die Firma bietet eben so Software für den Privatgebrauch an.

Ein Beispiel dafür ist das Programm Google Earth. Damit hat jeder die Möglichkeit, virtuell z.B. die Pyramiden von Gizeh oder die Freiheitsstatue zu besichtigen. Als „Reisender“ ist es möglich, sich Orte als Favoriten zu markieren sowie Informationen zu diesen Favoriten bereitzustellen, die von allen Nutzern eingesehen werden können.

Mit all diesen Funktionen hat sich Google klar auf Platz eins der Suchmaschinenrangliste etabliert. Und Google ist noch nicht am Ende seines Wachstums. Der Konzern plant, schon bald Programme für Handys zu entwickeln, allein deshalb, weil mehr Handys existieren als Computer. Aber auch in den Medien- und Werbemarkt will Google einsteigen, um dort Innovationen zu planen und auf den Markt zu bringen.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass den Google Mitarbeitern noch viele weitere nützlicher Tools und Programme einfallen, die unser Leben „erleichtern“.

Andreas Maldener

30.11.-0001
Hmmm, ist die Pizza lecker! So viel Käse… Und die Salami erst. Du verpasst was, weißt du?

So ähnlich geht es mir in letzter Zeit ständig. Fast immer, wenn ich in Gesellschaft esse und nicht bloß schlechte Laune und die Frage: „Wieso tust du dir das an?“ meine Tischbegleiter sind. Ich, der bekennende Fleisch-, Eier-, Milch- und Käseliebhaber beschloss aus einer Laune heraus, streng vegan zu leben. Mindestens eineinhalb Wochen lang. Meine Freunde indes scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, dieses Experiment für mich so schwer wie möglich zu machen.

Der Grund für den Versuch ist schnell erklärt: Ich möchte ausprobieren, ob man sich durch eine rein pflanzliche Ernährung besser fühlt. Körperlich und vom Gewissen her.

Zumindest für den Verzicht auf Fleisch gibt es mehr als genug Gründe. Einer davon ist der Umweltschutz: Die vereinten Nationen sprechen in ihrem Klimareport davon, dass die Viehwirtschaft schädlicher für das Klima ist, als der komplette Verkehrssektor mit Flugzeugen, Autos und Motorrädern. Ein Kilogramm Rindfleisch setzt in der Produktion bis zu 13 kg CO2 frei. Dazu wird, um Anbauflächen für Futtermittel und Weideland zu schaffen, massiv der südamerikanische Regenwald gerodet. Die betroffenen Flächen sind bereits heute um ein vielfaches größer als Deutschland.

Ein weiterer Grund zum Fleischverzicht ist ein sozialer: Durch Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern fehlen dort wertvolle Grundnahrungsmittel. Laut Jean Mayer, einem Ernährungswissenschaftler der Universität Harvard, könnten durch eine Reduzierung der Fleischproduktion um zehn Prozent etwa 60 Millionen Menschen mit Getreide versorgt werden. Eine Hochrechnung des Vegetarierbundes Deutschlands ergibt, dass täglich etwa 25.000 Personen vor dem Hungertod bewahrt werden könnten – wenn jeder Mensch auf der Welt vegetarisch leben würde.

Die Fleischindustrie ist klimaschädlich und mitverantwortlich für den Hunger in armen Weltregionen. Der letzte große Grund, wieso man auf zu viel Fleisch verzichten sollte, ist der gesundheitliche: Fleisch ist oftmals mit Antibiotika und Hormonen versehen, die der Mensch beim Verzehr mit aufnimmt. Die Folgen davon und besonders die von gentechnisch verändertem Futtermittel lassen sich bisher nicht abschätzen. Selbst wenn das Fleisch unbelastet ist, begünstigt eine allzu fleischlastige Ernährung Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus.

Anreize zum Verzicht auf Fleisch gibt es also wirklich genug. Veganer gehen noch einen Schritt weiter und essen gar keine tierischen Nahrungsmittel, denn viele der Probleme von Fleischwirtschaft bleiben auch bei Produkten, für die Tiere nicht geschlachtet werden müssen. Die nicht artgerechte Massentierhaltung in Legebatterien sei hier nur ein Beispiel. Veganer essen dementsprechend auch keinen Fisch, keine Milchprodukte und keine Eier. Konsequenterweise werden ebenfalls keine Lederprodukte oder mit Tierversuchen erprobte Kosmetika gekauft.

Mein erster Schritt als Veganer führt mich daher nicht zum Kühlschrank, sondern an den Badschrank. Zum Glück bin ich ein Junge, muss also nur Rasiercreme, Shampoo, Tagescreme, Zahnpasta und Deo überprüfen. Nagellack, Schminke. Lippenstift, Shampoo zwei, drei, vier sowie diverse Spülungen und gefühlte 28 verschiedene Cremes/ Abdeckstifte/ Puder fallen Gott sei Dank weg. Aber zurück zum Thema.

Auf der Internetseite kosmetik-ohne-tierversuche.de von Peta lässt sich ganz einfach überprüfen, welche Produkte ohne Tierversuche entwickelt wurden. Nicht ein einziger meiner Körperpflegeartikel steht in der Liste. Für die allermeisten Kosmetikprodukte müssen Tiere sprichwörtlich als Versuchskaninchen herhalten, vor der Recherche war mir das völlig unklar. Als konsequenter Kurzzeit-Veganer brauche ich dringend neue Badartikel und der Kühlschrank muss auch bestückt werden. Also Stift und Zettel zücken, die Einkaufsliste wird etwas komplizierter und noch ist fast nichts veganes im Haus.

Was die nicht-tierischen Lebensmittel zu Anfang des Experiments betrifft: Etwas Marmelade und Bier. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich sonst nichts Veganes im Kühlschrank. Damit überstehe ich definitiv nicht die nächsten eineinhalb Wochen.

Im Supermarkt angekommen ist schnell klar, dass man als Veganer nicht Hunger leiden muss. Neben ohnehin pflanzlichen Produkten wie Reis, Kartoffeln, Hartweizennudeln, Gemüse, Obst und vielen weiteren Lebensmitteln gibt es auch veganen Ersatz für tierische Erzeugnisse. Diverse Käse- und Wurstalternativen lassen sich im Kühlregal finden, auf Soja- oder Tofubasis simuliert hier viel Chemie das Gefühl und den Geschmack von Käse und Wurst. Davon bin ich überhaupt nicht überzeugt. Zwar sind eineinhalb Wochen nicht genug, um auch nur ansatzweise alle Produkte zu probieren, doch die von mir getesteten Alternativen schmecken überhaupt nicht, sind recht teuer und ihre Zutatenliste ist viel zu lang.

Der Eindruck, dass vegane Ersatzprodukte weder gesund noch nachhaltig sind, wird durch den Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg bestätigt. Von 20 getesteten Produkten gab es nur an zweien nichts zu bemängeln. Der Rest fiel durch übermäßigen Fettgehalt, erhöhte Mengen an ungesunden gesättigten Fettsäuren oder deutlich zu viel Salz auf. „Die Nachahmung von tierischen Produkten geht teilweise mit einem größeren Einsatz von Zusatzstoffen einher, sonst wären die Herstellung oder ein annehmbarer Geschmack in den meisten Fällen gar nicht möglich“, so ein Sprecher der Verbraucherzentrale.

Also beschließe ich, auf Ersatzprodukte zu verzichten, und nur noch Lebensmittel zu essen, die von Natur aus vegan sind. Zum Frühstück schmeckt zum Beispiel Brot mit veganem Aufstrich oder Getreidebrei mit Obst. Bei den Getränken muss man sich fast nicht einschränken, lediglich Milch fehlt. Also kippe ich in den morgendlichen Tee ab sofort Sojamilch. Die schmeckt wirklich gut, wenn auch ein wenig ungewohnt. Oftmals ist eine calciumhaltige Meeresalge zugesetzt, weswegen die Sojamilch einen leicht fischigen Beigeschmack hat. Eine sehr leckere Alternative dazu ist Soja-Reis-Drink, der schmeckt neutraler. Auf Milch zu verzichten ist im Gegensatz zu Käse wirklich einfach.

Mittags bietet sich für Studenten das Mensacafé der Universität an, dort gibt es jeden Tag ein veganes Gericht. Natürlich ist es schwierig, an Geschnetzeltem und Pudding zum Dessert vorbei zu gehen, besonders wenn das Ziel Reis mit Knoblauch-Pilz-Ragout ist. Aber man wird dort satt und meistens schmecken die veganen Gerichte sogar, Nudeln mit Gemüsesoße sind zum Beispiel super.

Abends koche ich oft, die Rezeptideen beziehe ich dabei aus dem Buch Campus Food – Vegane Studentenküche. Dort gibt es erstaunlich viele kreative und alltagstaugliche Gerichte, die vollkommen ohne tierische Produkte auskommen und dabei ziemlich gut schmecken.

Bisher funktioniert das Experiment viel besser als erwartet, sich vegan zu ernähren ist gar nicht so schlimm. Fleisch vermisse ich nur selten, einzig Käse fehlt wirklich. Was allerdings auffällt: Ich denke anfangs den ganzen Tag nur ans Essen. Für den Körper scheint die Umstellung erst einmal Stress zu bedeuten. Nach dem Motto: „Wieso kommt da kein anständiger Nachschub mehr?“ Doch bereits nach drei Tagen legt sich dieses unangenehme Gefühl. An der Befürchtung, dass mir etwas fehlt, scheint nichts dran zu sein. Gegner von rein pflanzlicher Ernährung behaupten oft, dass der Körper ohne Fleisch und Milchprodukte zu wenig Eiweiß aufnimmt. Tofu, Soja und Hülsenfrüchte reichen als Proteinquellen allerdings aus. Ich treibe sehr viel Sport und stelle in der Zeit des Experiments keinerlei Leistungseinbußen fest. Die Behauptung: „Von Salat schrumpft der Bizeps“ lässt sich wissenschaftlich sowieso nicht belegen. Ein erfahrener Veganer bestätigt mir, dass dem Körper auf lange Sicht lediglich das in Fleisch enthaltene Vitamin B12 und zu gewissen Teilen Calcium fehlt. Dafür gibt es Vitamintabletten. Eineinhalb Wochen übersteht man aber locker ohne Zusatzprodukte.

Um ein Fazit nach dem Versuch zu ziehen: Vegane Ernährung ist gar nicht so schlimm wie befürchtet, aber trotzdem nichts für mich. Käse, Milch, Eier und auch Fleisch wird es bei mir auch weiterhin auf dem Teller geben, mit gewissen Einschränkungen. Durch das Experiment wurde mein Essverhalten viel bewusster, mittlerweile steht insgesamt deutlich weniger, dafür besseres Fleisch aus ökologischer Landwirtschaft auf dem Speiseplan. Soweit wie möglich esse ich auch Eier, Milch und Käse mit Biosiegel. Dabei brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben. Meinem Verständnis nach ist es umweltbewusster und nachhaltiger, Fleisch, Eier und Milch vom Bio-Bauernhof aus der Region zu beziehen, als Tofu aus Asien hertransportieren zu lassen.

 

Bitte Infokasten mit Campus Food – Vegane Studentenküche.

Autoren: Anne Bühring und Kurt-Michael Westermann Systemed-Verlag ISBN 978-3-942772-21-1 16,99 Euro

30.11.-0001
Max Barth im Interview

Max Barth ist ein Singer/Songwriter aus Wadern. Er ist 20 Jahre alt und versucht sein Glück auf vielen verschieden Wegen, mit Erfolg.

Hey Max! Schön, dass es heute mit dem Interview funktioniert hat. Ich komme auch schon direkt zur ersten Frage. Wie würdest du dich und deine Musik in drei Wortren beschreiben?
Hey! In drei Worten? Da hast du ja direkt die schwerste Frage an den Anfang geholt (lachend). Ich würde sagen: Laut, leise und energetisch.

Seit wann spielst du schon Gitarre und seit wann singst du dazu?
Ich habe mit ungefähr acht Jahren angefangen Gitarre zu spielen, glaube ich. Dann habe ich anfangs klassische Gitarre gespielt, so vier Jahre lang, aber das war dann nicht mehr „cool” genug. Dann habe ich angefangen elektrische Gitarre zu spielen. Von da an ging es wirklich nur noch bergab, nicht mehr so viel Schule, aber dafür habe ich mehr Gitarre gespielt. (schmunzelnd).
Mit dem Singen fing ich allerdings erst so mit 15/16, als ich merkte, dass hier in der Gegend niemand ist, der singen kann oder so singt, wie ich es mir vorstelle. Also dachte ich mir: Okay, dann musst du selbst singen. Das Singen hab ich mir dann selbst beigebracht. Ich bin zwar noch nicht da, wo ich gerne wäre, aber mal sehen, wohin mich mein Weg führt!
Wann hast du mit dem Songwriting begonnen?
Mit dem Songwriting fing ich so mit 15 Jahren an, als ich in einer Band war. Wir spielten immer nur Covermusik und haben uns dann dazu entschlossen, was eigenes zu machen. Wir haben viel ausprobiert und am Ende hatten wir dann den ersten Song.

Und jetzt spielst du ja in einer Konstellation zusammen mit den „The Backdraft”. Seit wann spielt ihr zusammen?
Wir spielen seit Februar 2009 zusammen. Da haben wir unser erstes Konzert in Wadern gespielt. Jetzt bin ich aber momentan in Hamburg, wo ich jetzt noch zu einer Band gekommen bin, mit der ich zusammen spiele.

Woher nimmst du die Inspirationen zu deinen Liedern und deinen Stücken?
Das ist mal eine gute Frage, die für Musiker immer sehr schwer zu beantworten ist. Oft werden Akkorde aneinander gereiht, wo die Leute wissen, dass es sich geil anhört. Aber bei mir ist es eher so, dass ich mir Musik fast acht Stunden am Tag angehört und daraus gelernt habe. So hat sich mein eigener Sound entwickelt. Die Inspiration kann ich nicht beschreiben. Es passiert einfach, wenn ich da sitze. Vor allem verarbeite ich darin Sachen, die mich beschäftigen.

Spielst du noch neben der Gitarre ein anderes Instrument?
Ja, also ich finde als Gitarrist sollte man alles sein: ein Pianist, Schlagzeuger, Bassist, einfach ein Musiker. All diese Instrumente spiele ich auch, zwar nicht perfekt, aber ich beherrsche sie.

Was denkst du persönlich über Casting-Shows?
Casting-Shows sind nicht das echte Musikleben! So ist es nicht, also jeder, der denkt du gehst in eine Show und machst dein Ding, liegt falsch. Ich war ja jetzt in einem Popkurs in Hamburg und da hab ich das Business schon selbst kennengelernt. Allerdings kenne ich es auch noch nicht gut genug. Ich kann nur sagen, wer in Casting-Shows mitmacht, hat das Prinzip von Musik nicht verstanden.

Du warst vor kurzem noch in Irland, welche Erfahrungen hast du dort gemacht?
Das war eine echt krasse Erfahrung. Und zwar gab es ja diese „Biernominierungs-Videos” und ich habe ein Video gemacht, in dem ich Musiker aufgefordert habe, Gitarre zu spielen statt Bier zu trinken. Das hat sich sehr schnell verbreitet und heute spielen Leute in Italien, England und überall Gitarre. Da bin ich sehr stolz drauf.
Ja der Robert Knight, der hat mir geschrieben, ob ich spontan einen Flug nach Dublin buchen könnte und er hat mich dann in ein Projekt aufgenommen, das heißt „Brotherhood of the Guitar” in dem er junge Gitarristen bis 21 Jahre sammelt und fördert. Er hat zum Beispiel mit Leuten wie Led Zeppelin oder Jimmy Hendrix gearbeitet und er weiß daher genau, was ein guter Gitarrist braucht. Und er möchte, dass diese jungen Talente gefördert werden und dass jedes Mitglied ein neues Mitglied findet.  Da habe ich gemerkt, dass es Menschen gibt, die an mich und meine Musik glauben.

Was ist dir am wichtigsten an der Musik?
Eigentlich alles! Musik ist mein Leben. Wenn ich morgens aufstehe, denke ich an die Musik und wenn ich abends schlafen gehe auch. Ich weiß nicht, wo ich ohne das alles jetzt wäre. Das ist meine Lebenseinstellung.

Welchen Tipp würdest du jungen Musikern geben, die den selben oder einen ähnlichen Weg einschlagen wollen wie du?
Als erstes mal, dass man sich traut und einfach spielt. Als ich angefangen habe, habe ich mit Leuten aus meiner Gegend gespielt. Es war nicht gut, aber wir konnten zusammen spielen und Erfahrungen sammeln. Dabei sollte jedoch immer der Punkt erkannt werden, ab dem es möglich ist,
nur Musik zu machen und davon zu leben oder ob es nicht möglich ist. Wenn nicht, sollte man sich immer eine Alternative bewahren, damit man frei ist.

Was war das Schwierigste bisher für dich?
Das Schwierigste ist, dass man sich selbst, egal was man macht, eingestehen kann, dass man nicht immer nur gut sein kann. Das ist oft ein Problem weil man denkt, dass man alles kann. Doch dann sieht man jemand anderen spielen und merkt erstmal, dass man nicht alles kann. Und das sollte man akzeptieren.

Um noch einmal auf den Punkt von eben zurück kommt, findest du es also wichtig, dass man sich ein zweites Standbein aufbaut?
Ja auf jeden Fall. Wenn du aus der Schule kommst und du bist der krasseste Gitarrist und kannst schon alles, was es aber eher nicht gibt, würde ich sagen, dass du keine Alternative brauchst.  Aber man sollte sich immer etwas nebenbei aufbewahren, um frei zu sein. Und wenn du frei davon bist, dir einen Kopf machen zu müssen, musst du dir was suchen was an der Seite der Musik ist, aber dir nichts schlechtes tut.  Wenn man Musiker sein will und man dann auch die Chance dazu bekommt, sollte man auch die Eier haben, die Chance zu packen und etwas draus zu machen. Aber eine Chance zu erzwingen, ist wirklich schlecht.

Was ist denn dein zweites Standbein?
Ich studiere Politik und Englisch auf Lehramt in Mainz. Das Studium ist echt voll schön und mir hat es auch super viel gebracht in eine andere Stadt zu ziehen. Da habe ich gemerkt, dass noch so viel Platz für Sachen ist, die man noch lernen kann. Man sollte in der Lage sein Charakterstärke zu zeigen, um zu sagen, ja im Moment ist es noch nicht so weit und es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt, um nur Musik zu machen. Wenn es sein soll, dann ergibt sich auch etwas.

Jetzt noch zum Schluss meine letzte Frage: Was wäre dir lieber, ein Konzert mit 1000 Leuten und niemand kennt dich und deine Musik oder eins mit 100 Leuten und jeder kennt dich persönlich und deine Musik und kann mitsingen?
Das ist auch eine gute Frage, aber sie ist auch schwierig zu beantworten. Wenn ich auf der Bühne stehe, dann muss ich zufrieden mit mir selbst sein. Ich mach die Musik zu 70 Prozent für mich und zu 30 Prozent für die Leute, die da stehen. Also ich würde niemals sagen, heute Abend spiel ich das Set, weil ich genau weiß, den Leuten gefällt das. Da habe ich meinen eigenen Kopf! Es ist mir egal, ob da drei Leute oder tausend Leute stehen, die mich kennen oder die mich nicht kennen. Ich möchte immer das Beste liefern und mit mir selber zufrieden sein. Egal wie viele Zuschauer da sind oder auch nicht. Wir haben gelernt, dass egal wer und wie viele uns zuschauen, ein Gig immer geil werden kann! Also würde ich sagen nicht keins von beiden, aber beides wäre gut.

Dann bedanke ich mich für deine Zeit und hoffe, dass man bald mehr von dir auf deinem weiteren Weg hört!

Foto: Max Barth

30.11.-0001
Wirtschaftlicher Vorreiter – sozialer Nachzügler

Kaum ein Land ist wirtschaftlich so weit entwickelt wie die USA, doch dafür mangelt es an der sozialen Entwicklung. In keinem anderen Land ist die Wahrscheinlichkeit größer als in den USA, dass man seinen 50. Geburtstag nicht mehr erlebt. Das ergab die Studie der Nationalen Akademien, bei der die USA mit 16 anderen wohlhabenden Demokratien verglichen wurden – darunter Kanada, Australien, Japan, Deutschland, Frankreich, Spanien und Finnland. Der Report entstand unter der Federführung von Professor Steven Woolf von der Virginia Commonwealth University in Richmond im US-Bundestaat Virginia, für den das Resultat ebenso erschreckend war.
Doch was sind die Gründe hierfür?
Die Untersuchungen der verschiedenen Kategorien ergaben, dass die USA stets auf dem letzten Rang landeten oder nur knapp davor. So gibt es in den USA unter allen untersuchten Nationen „die höchste Kindersterblichkeit, die niedrigsten Geburtsgewichte, die größte Zahl an schweren Verletzungen, die meisten Morde, die höchste Zahl sexuell übertragbarer Krankheiten, die höchste Aids-Rate, die meisten Drogentoten, die größte Zahl von Menschen mit Fettleibigkeit und Diabetes, die meisten Todesfälle durch Verkehrsunfälle, die größte Zahl an Behinderten, die meisten Herz- und chronischen Lungenkrankheiten. Und – der Trend deutet sogar in Richtung einer weiteren Verschlechterung“. (welt.de 11.01.2013)
Doch wie kann dies möglich sein, wenn in keinem Land der Welt so viel Geld pro Einwohner in das Gesundheitssystem investiert wird, fragte sich Woolf. Folglich wird eine nationale Diskussion über die Ursachen gefordert.
Ein Punkt ist das Gesetz des Waffenbesitzes. 69 Prozent aller Morde werden mit Schusswaffen begangen. Ein weiteres grundlegendes Thema ist die Ernährung: Die Ernährung in den USA ist zu kalorienreich und wird bereits im Kindesalter konsumiert. Hierbei gibt es eine Korrelation zwischen dem Bildungsgrad und dem Gesundheitsbewusstsein.
Wissenschaftler vermuten, dass es auch an kulturellen Aspekten liegen könnte. Amerikaner, die bekannt sind als freiheitsliebende Menschen, schnallen sich seltener im Auto an, als beispielsweise Deutsche. Der American Way of Life eben.
Nur die Zahl der Raucher liegt niedriger, als in Vergleichsländern.