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22.12.2006
Ein Rückblick

Es bedarf nur weniger Blicke in die ausländischen Gazetten, um festzustellen, wie sich das Deutschland-Bild nach der Fußball-WM über den Tellerrand hinaus einwickelt hat. „Mit der Weltmeisterschaft hat Deutschland den normalen Patriotismus zurückgefunden“, schrieb die französische Zeitung Le Figaro wenige Tage nach dem WM-Finale. Besonders die niederländische Presse feierte die deutsche Euphorie: „So haben wir die Deutschen noch nicht erlebt. Überall bunte Flaggen und fröhliche Gesichter“, meint De Volkskrant.. Der englische Mirror bringt es auf den Punkt: „Deutschland ist der wahre Gewinner der Weltmeisterschaft“- eine Aussage, die sogar vom englischen Premier Tony Blair zum Besten gegeben wurde. Deutschland ist also doch mehr als ein Land, indem vermeintlich nur Skeptiker, strenge und pünktliche Leute leben, welche in Lederhosen Bratwurst mit Sauerkraut essen und bemerken, dass das Bierglas halbleer ist. Deutschland hat sich während der Fußballweltmeisterschaft und den Erfolgen von Poldi, Schweini und Co. von einer für das Ausland völlig neuen Seite gezeigt. Millionen feierten euphorisiert auf den Fan-Meilen der 12 WM-Städte. Autokorsi, die man sonst nur im Kölner Stadtteil Mühlheim bei türkischen Erfolgen bewundern durfte, wurden auf Deutschlands Straßen zelebriert. Kurzum: eine völlig neue Welle des Patriotismus wurde entfacht. Deutschland – ein Land, gebrandmarkt von einer bitteren nationalsozialistischen Vergangenheit erstrahlt plötzlich in völlig neuem Glanze. Nach Jahren der politischen und fußballerischen Depression entwickelt ein Großteil der 82 Millionen ein neues Nationalgefühl – auch wenn der bittere Beigeschmack vorhanden ist. Patriotismus – ein Thema, umstritten in all seinen Facetten. „Wie weit darf Patriotismus gehen“, fragten viele Kritiker, vor allem aus dem literarischen Lager. Ist es legitim, Flagge zu bekennen? „Ja“, meinen viele Millionen Deutsche, welche während dem „Jahrhundertturnier“ die schwarz-rot-goldenen Fahnen wie einst an den Maifeiertagen der DDR aus den Fenstern hängten oder ihre Autos mit den kleinen Fähnchen schmückten. Die kleinen Autofähnchen – ein Symbolbild der Deutschland-Euphorie im Sommer 2006. Fast jeder hat sie gehabt: der Taxifahrer, der Pizzabote und bis zum Einlenken staatlicher Behörden sogar die Polizei. Mehr Patriotismus geht fast gar nicht. Aber dennoch wütet der Skepsisteufel. Vom Gleichgewicht ist die Rede, das die Deutschen herstellen sollen. Das Gleichgewicht zwischen gesundem Patriotismus und einem Schuss Distanz gepaart mit Rücksicht auf die Vergangenheit. Die dunkle NS-Vergangenheit liegt auf Deutschland wie ein Rotweinfleck auf einer weißen Bluse. Die Geschehnisse können nicht übertüncht werden, sind fest mit dem Bild von Deutschland verwurzelt. Doch kann man den Beigeschmack nicht beseitigen? In Zeiten von stetig wachsenden Prozenten für die NPD und ausländerfeindlichen Übergriffen (siehe Potsdam) galt es sich mit den Problemen des Patriotismus auseinanderzusetzen. Das Singen der Nationalhymne darf niemandem schwer fallen – schon gar nicht den Nationalspielern. Zudem darf dass Hissen einer Deutschland-Flagge nicht als Rückkehr zum großdeutschen Denken interpretiert werden. Flaggen gab es bekanntlich genug. Genau wie Patriotismus. Die mexikanische El Universal schrieb während der WM: „Deutschland hüllt sich mit einer Begeisterung in schwarz-rot-gold, wie man es seit Kriegsende nicht erlebt hat.“ Nach dieser langen Zeit schien der Knoten des Schweigens endlich geplatzt zu sein. El Universal weiter: „Die kollektive Buße währte 61 Jahre. Der Zauber des Fußballs setzte ihr ein Ende.“ Eine Aussage, die das „neue Nationalgefühl“ in wenigen Worten beschreibt. Fußball, die Weltsprache, lässt Völker zusammenwachsen und Vergangenheit vergessen machen.

Patriotismus gepaart mit Gastfreundschaft

Patriotismus gepaart mit Gastfreundschaft – die ideale Mischung, die von einer spanischen Tageszeitung als „Patriotismus light“ bezeichnet wurde. Die vielen Kritiker, Zweifler und Nörgler, die versuchen wollten, die Menschen auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen, um das neue Nationalgefühl zunichte zu machen, verstummten somit schnell. Denn sie registrierten, dass das deutsche „Party-Volk“ ebenso die eigene, als auch Mannschaften anderer Nationen zu unterstützen versuchte, und damit das hauptsächliche WM-Motto bestätigte: „Die Welt zu Gast bei Freunden“. Unvergessen bleibt das Bild, als beim Spiel Ghana gegen Tschechien plötzlich hunderte deutsche Fans mit „GHANA,GHANA“-Rufen auf sich aufmerksam machten, um die afrikanische Auswahl zu unterstützen. Ein Ghana-Spieler nach der Partie: „Ich war so berührt, ich hätte beinahe geweint.“ Selbst die objektiv daher kommende deutsche Sportjournallie ergriff hier und da Partei für Mannschaften anderer Nationen. Beim Achtelfinalspiel zwischen Titelverteidiger Brasilien und der ghanaischen Auswahl feuerte Premiere-Kommentator Marcel Reif die Afrikaner mit den Worten „Lauft, meine kleinen schwarzen Freunde, lauft“ an. Ein Traum! Die Gastfreundschaft stand neben den sportlichen Aspekten bei den Organisatoren an erster Stelle. Schon Monate vor Beginn des Eröffnungsspiels sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in einer WM-Informationsbroschüre für die Gäste aus dem Ausland: „Ich bin mir sicher: Unsere Gäste werden Deutschland als weltoffen und tolerant kennen und schätzen lernen.“ Gesagt – getan. Zudem startete die Arbeitsgruppe „Tourismus/Gästeservice“ und das WM-OK um Chef-Organisator Franz Beckenbauer eine „Nationale Service- und Freundlichkeitskampagne“. Den Gästen aus aller Welt solle der rote Teppich ausgerollt werden. Auch hier bestätigten sich die Vorhersagen und Visionen der Organisatoren. Die WM 2006 – ein Spektakel, das man aufgrund seiner großen Internationalität nie vergessen wird. Die Straßen in ganz Deutschland waren geschmückt mit Fähnchen der 32 teilnehmenden Mannschaften, viele deutsche Familien stellten ihre Gästezimmer für ausländische Schlachtenbummler zur Verfügung, die einheimischen Fans hüllten sich in die Farben der Gastnationen. Viele der insgesamt rund zwei Millionen Fans aus dem Ausland kündigten gar ein baldiges Wiederkommen ins Land des WM-Dritten an. Eine Tatsache, die vor allem die nationalen Hoteliers erfreut, welche auch während des Turniers ein großes Umsatzplus verbuchen konnten. Somit erhofft sich die Tourismusbranche für die nächsten Jahre einen Aufschwung. Deutschlands Gastfreundschaft sei Dank!

Die WM als Motor der Konjunktur?

Deutschland ist also wieder wer – nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch in der Wirtschaft. Die WM verzeichnete ein Wirtschaftswachstum von 0,5 % des Bruttoinlandsproduktes. Vor allem der Einzelhandel profitierte vom Großereignis: Fernsehgeräte, der Getränkekonsum und vor allem Sportartikel sorgten für ein Umsatzplus von geschätzten zwei bis drei Milliarden Euro. Angekurbelt werden diese Werte vor allem durch die ausländischen Fans: laut einer Postbank-Studie hätte jeder ausländische Fan rund 800 Euro ausgegeben. Zu den Gewinnern der WM gehört also zweifelsohne die Wirtschaft. Doch konnte die WM auch eines der größten Probleme im Lande, die Arbeitslosigkeit, lösen?Vor der WM wurden zahlreiche Stellen angeboten, vor allem in der Gastronomie. Dieser saisonal bedingte Aufschwung des Arbeitsmarktes wirkte sich in den Folgemonaten auch positiv auf die Arbeitslosenzahlen aus. Denn: den während der WM angestellten Arbeitskräften wurden im Erfolgsfall langfristige Jobs in Aussicht gestellt. Von 50 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen war die Rede, „einige Tausend“ davon langfristig. Ein temporärer Erfolg, der vor allem der perfekten Organisation der WM zu verdanken ist. Das WM-OK arbeitete während der WM fest mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) zusammen, welche den Arbeitgebern der einzelnen Ressorts rund 150 extra für die WM geschulte Ansprechpartner zur Verfügung stellteDas WM-OK arbeitete während der WM fest mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) zusammen, welche den Arbeitgebern der einzelnen Ressorts rund 150 extra für die WM geschulte Ansprechpartner zur Verfügung stellte.

Das Ende der Depression?

Deutschland, ein Land mit einer hohen Arbeitslosenquote, Politikverdrossenheit und Pessimisten scheint gerettet. Oder ist der Aufschwung nur von kurzer Dauer? Die deutsche Mannschaft und ihre sensationellen Auftritte, gespickt mit tollem Offensivfußball, ließen den Funken auf das Volk überspringen. Der Vater des Erfolges: Jürgen Klinsmann. Der anfangs kritisierte und mittlerweile schon wieder im Strandkorb von Huntington Beach liegende Schwabe ist Symbolfigur des deutschen Sommermärchens. Ein Mann, der durch seinen nicht enden wollenden Optimismus 82 Millionen Menschen elektrisierte. Optimismus – eine Eigenschaft, die im Deutschen Volk auf geringe Resonanz trifft. Ist das Glas nun halbvoll oder doch halbleer? Letztere Ansicht überwog bei den deutschen Bürgern bis die WM kam. Durch den Erfolg des deutschen Teams bewegte sich eine Welle des positiven Denkens durch die Bundesrepublik. Das Ende der Glasfrage? Viele Unternehmer gehen mit einem Schuss mehr Optimismus an die Aufgaben, die bevorstehen. Zudem werden die Ziele klarer definiert , wie es auch Jürgen Klinsmann bei seinem Amtsantritt tat, indem er den Gewinn der Weltmeisterschaft als Zielsetzung ausgab. Getreu der Redewendung „Man soll höher zielen als man treffen will“ wird dabei auch oft über das eigentliche Ziel hinaus geblickt, um die Motivation zu steigern.Ein weiterer wichtiger Faktor, der Teamgeist, war ebenfalls verantwortlich für das Erreichen des dritten Platzes der Nationalelf. „Wir sind ein Team!“ hallte es bei den Trainingseinheiten der deutschen Mannschaft während der WM über den Platz. Mit Erfolg! Durch geschlossene Mannschaftsleistungen konnten Gegner wie Schweden oder Argentinien in die Knie gezwungen werden. Auch dieser Faktor kann sich auf das Alltagsleben übertragen, sei es auf der Baustelle oder an der Börse.

Bleibt alles anders?

Die andere Frage jedoch ist: wie lange bleibt der Aufschwung erhalten? Heute – der Herbst ist voll im Gange – sieht das Bild so aus: die Große Koalition befindet sich in der größten Krise seit den Sondierungsgesprächen im Spätherbst 2005 und streitet sich seit Wochen um die Gesundheitsreform. Edmund Stoiber (CSU), Ministerpräsident von Bayern, stichelt gegen die SPD und NRW-Chef Jürgen Rüttgers wirft der eigenen Partei Lebenslügen vor. Von Zusammenhalt keine Spur. Zudem scheint Kanzlerin Angela Merkel nicht Herrin der Lage zu werden. Währenddessen sahnt die NPD mit 7,3% bei den Landtagswahlen in Mecklemburg-Vorpommern ab und fällt im dortigen Landtag nur durch unsittliche Eskapaden auf. Von politischer Signalwirkung der WM kann also nicht die Rede sein. Auch die Wirtschaft hat sich nach dem Ende der WM nicht gerade mit Ruhm bekleckert: der Allianz-Konzern baut massig Stellen ab, Handy-Riese BenQ geht Pleite, die Angestellten der Deutschen Bahn befürchten aufgrund des Börsenganges des Unternehmens Gehaltseinbußen, auch beim Luftfahrt-Konzern Airbus hängt der Haussegen schief. Bleibt alles gleich wie vor der WM? Eines steht jedoch fest: Deutschland durch die Fußballweltmeisterschaft deutlich an Wertschätzung in der Welt gewonnen. Dies wird auch dadurch deutlich, dass sich die Organisatoren der EM 2008 in Österreich und der Schweiz das deutsche Organisationsgeschick zum Vorbild nehmen wollen. Zudem liegen DFB-Generalsekretär Horst R .Schmidt Anfragen aus Südafrika vor, die dortige, 2010 stattfindende WM mitzuorganisieren. Und laut englischen Medienberichten soll sogar für die Olympischen Spiele 2012 auf deutsche Hilfe gebaut werden. Doch schaut man heute auf die Straßen, so sieht man fast kein Auto mehr mit Deutschlandfähnchen. Nur die Hartgesottenen brillieren noch mit Winkelement an der Scheibe. Wenigstens einige Innenstädte deutscher Metropolen haben ihre Gassen noch mit den Flaggen der Teilnehmer-Teams geschmückt, z. B. Leipzig. Sonst aber muss man schon einen Blick in eines der vielen WM-Rückblick-Bücher werfen, um noch einmal das wunderschöne WM-Gefühl zu bekommen. „Bonjour, Tristesse“ heißt das deutsche Motto wenige Monate nach der Fußball-WM. Lediglich unsere WM-Helden – trainiert vom ehemaligen Klinsmann-Assistenten Joachim Löw – lassen sich nicht vom grauen Alltag beeinflussen und bieten den vielen Millionen Fußball-Fans weiterhin offensiven, bunten und optimistischen Fußball.

 

Von David Rätsch

22.12.2006
10 Tage, 2 Leute, kein Geld

„Back Home“ – Zwei junge Saarländer erarbeiten sich in ihrem interaktiven Video- und Netzprojekt den Weg zurück nach Hause

Im interaktiven Video- und Netzprojekt „Back Home“ versuchen die zwei Reisenden, Tobias Warken und Johannes Seibert ohne Geld innerhalb von 10 Tagen von Pescara in Italien den Weg zurück nach Saarbrücken zu schaffen. Für die Bewältigung der etwa 1200 Kilometer
langen Strecke müssen sie unterwegs verschiedene Arbeitsaufgaben erfüllen. Einige dieser Aufgaben können sie nur unter Mithilfe von einheimischen Jugendlichen schaffen.
Zu welchen extremen Arbeiten sind deutsche Jugendliche unter dem Druck, innerhalb der vorgegebenen Zeit nach Hause zu kommen, bereit? Welche Unterschiede zwischen
Ansichten zur Arbeit finden sie bei Jugendlichen in Italien und der Schweiz vor?
Starten werden die Arbeitsreisenden am
Donnerstag, 28. Dezember 2006 um 17 Uhr in Pescara.
Begleitet wird das Projekt mit der Internetseite www.back-home.eu, auf der die Besucher
interaktiv die Möglichkeit haben werden, in das Geschehen einzugreifen: Sie können
Aufgaben einreichen, durch deren Erfüllung sich die Reisenden Geld für Transport und
Unterkunft verdienen können. Die besten Aufgaben werden ausgewählt und täglich werden
drei davon zur Wahl gestellt. Auf der Seite finden sich zudem täglich aktuell Kurzvideos und
Interviews.
www.back-home.eu wird ab sofort online sein, um Arbeitsaufgaben für die Reise zu
sammeln und einen detaillierten Einblick in die Route, die Spielregeln und das Equipment zu
geben.
„Durch diese interaktive Komponente können die Seitenbesucher mit den Arbeitsreisenden
mitfiebern, sie vor Herausforderungen stellen und sehen, unter welchen Anstrengungen die
Strecke bewältigt wird.“, erklärt der Projektleiter Tobias Warken.
Am Samstag, 20. Januar 2007 wird in Saarbrücken, in den Seminarräumen der
Jugendzeitung Chilly (Junge Journalisten Saar e.V., Mainzer Straße 30, 66111 Saarbrücken)
eine Präsentation des Gesamtfilms „Back Home“ stattfinden.
„Back Home“ ist ein Projekt im Rahmen des 100.000 EURO JOBs. Der 100.000 EURO JOB
ist ein Initiativprojekt im Programm „Arbeit in Zukunft“ der Kulturstiftung des Bundes. Das
Projekt, das von den Visionauten realisiert wird, richtet sich bundesweit an junge Menschen
bis zu 26 Jahren. Sie sind aufgefordert, mit einem künstlerisch-kulturellen Beitrag zu zeigen,
was für sie Arbeit heute und in Zukunft bedeutet. Hierfür steht ein Förderfonds von 100.000
Euro zur Verfügung, über den die Jugendlichen selbst entschieden haben.

Chilly wird Back Home interaktiv begleiten und gibt die Möglichkeit exklusiv Kontakt zu den Reisenden auf der Fahrt auf zu nehmen. Schreib einfach eine Email mti dem Betreff Chilly-online an backhome@chilly-online.de. Außerdem gibt es einen BackHome Blogg.

Mehr Infos gibts unter www.back-home.eu

22.12.2006
„Comeback“ der Kultband aus Schweden

Abba Mania – „Europas erfolgreichste ABBA-Show!“ – kommt wieder auf Tour und wird auch in der Arena Trier Halt machen. Doch diesmal ist alles anders. Denn „die erfolgreichste ABBA Show Europas“ (MusiX) kündigt „The Final Tour“ an: 25 Jahre nach dem Split des Schweden-Originals präsentiert Abba Mania seiner Fangemeinde die große Abschiedstournee, die ABBA nie gegeben haben – wie immer mit ein bisschen Augenzwinkern und vor allem einem unnachahmlichen Best-Of-Hitfeuerwerk.

Wer sich das nicht entgehen lassen will sollte sich Freitag den 19.01.07 freihalten. Einlass ist um 19 Uhr und Beginn um 20 Uhr. Karten gibt’s im Vorverkauf für 29,90€. Unterstützt wird das Ganze von Bitburger, Trierischer Volksfreund und Kabel 1.

18.12.2006
Die Eroberung der Welt

Anfang der Fünfziger Jahre von Albert Lamorisse entwickelt, wurde „Risiko“ schnell zu einem Klassiker unter den Brettspielen. Die erste Edition erschien 1955, zwei Jahre wurde es von der „Miro Company“ unter dem Titel „La Conquête du Monde“ (Die Eroberung der Welt) herausgegeben. Da das Spielprinzip noch etwas holprig war, wurde es vom Spieleentwickler Jean-René Vernes überarbeitet. 1959 vermarktete die amerikanische Firma Parker das Spiel erstmals unter dem Namen „Risk“, weitere zwei Jahre später kam das Spiel auf den deutschen Markt.

Der Spielablauf ist recht schnell erklärt: Bis zu sechs Spieler versuchen als Feldherren durch geschicktes Taktieren entweder ihre Aufgabe(n) zu erledigen oder die Weltherrschaft zu erlangen.

Vor dem eigentlichen Spiel wird durch Spielkarten ermittelt, wer welche Staaten zu Anfang besitzt. Dann erhält jeder Spieler in jeder Runde Einheiten, mit denen er andere Staaten angreifen, oder sich in seinen Staaten festsetzen kann. Kommt es zu einem Angriff, so würfelt der Angreifer gegen den Verteidiger. Der Angreifer hat genau so viele Würfel, wie angreifende Truppen (maximal 3), der Verteidiger so viele Würfel, wie eigene Truppen im Land (jedoch maximal 2). Die jeweils höchsten Würfe der Spieler werden verglichen und der Spieler mit der niedrigeren Augenzahl verliert eine bzw. zwei Einheiten. Bei gleicher Augenzahl gewinnt der Verteidiger. Besitzt der Angreifer keine Einheiten mehr (außer der, die in seinem Land bleiben muss), so wurde er zurückgeschlagen. Besitzt der Verteidiger keine Einheiten mehr, so wurde das Land erobert. Erobert ein Spieler in einem Zug ein Gebiet, so erhält er zusätzlich eine Bonuskarte, die gegen Zusatzeinheiten eingetauscht werden können. Er erhält ebenfalls Zusatzeinheiten, wenn er am Beginn seines Zuges einen ganzen Kontinent besitzt.

Für das Ziel des Spiels gibt es 3 verschiedene Varianten. Bei der neuesten Variante erhalten die Spieler Missionskarten in 4 verschiedenen Kategorien (Hauptmann, Major, Oberst und General), die sie nach Schwierigkeitsgrad geordnet nacheinander erfüllen müssen. Diese baut auf einer älteren Variante auf, bei der die Spieler zu Beginn des Spiels jeweils eine Karte mit einem Auftrag erhalten. Beim klassischen Risiko wird jedoch solange gespielt, bis ein Spieler die Weltherrschaft erreicht.

 

Der Erfolg des Spiels verdankt es seinem recht einfachen Spielprinzip, in dem doch extrem viel taktisches Geschick steckt. Obwohl bei der Länderverteilung mit Karten und dem Würfeln auch das Glück mitspielt, wird das Spiel letztendlich über die Strategie der Kontrahenten entschieden.