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17.11.2006

Schaut man sich in den letzten Tagen den Abendhimmel an, so fällt auf, dass gelegentlich ein großes, helles Objekt übers Firmament saust. Dieses extrem schnelle Objekt ist weder ein Meteorit noch ein Flugzeug, sondern die ISS.

Ermöglicht wird diese besonders gute Sicht dadurch, dass sich die ISS im Moment nachts nicht durch den Schatten der Erde bewegt, sondern durchgehend von der Sonne angestrahlt wird. Die Reflektierenden Strahlen kommen zur Erde und lassen die Raumstation als hellen Stern erscheinen. Diese Konstellation tritt zweimal im Jahr für wenige Wochen auf – normalerweise im Juni und im Dezember.

Die ISS bewegt sich mit rund 28 000 km/h von Westen nach Osten. Damit umrundet sie die Erde in 90 Mnuten und schaft pro Tag 16 Erdumrundungen. Um welche Uhrzeit sie an welchem Ort zu sehen ist erfährt man auf der Website http://esa.heavens-above.com/esa/iss_step1.asp?nored=1 . Hat man dann noch Glück und die Sicht wird nicht von Wolken gestört, ist es kein Problem mehr die Raumstation zu erkennen, denn sie ist nach dem Mond und der Venus das hellste Objekt am Himmel.

30.10.2006

Vor sieben Jahren hatte Nico Petit aus Bardenbach die Idee, ein Festival für Jugendliche aus seiner Umgebung zu veranstalten, was bis dahin im Hochwald äußerst selten war.

Mit Hilfe des ortsansässigen Jugendclubs war schnell ein hilfsbereiter Partner und mit dem Bürgerhaus Bardenbach eine geeignete Location gefunden. Was mit 150 Besuchern begann, vergrößerte sich über die Jahre hinweg stetig und ist dieses Jahr mit 3500 Besuchern zu einem festen Bestandteil im saarländischen Veranstaltungskalender geworden. Auf Grund der zahlenmäßigen Veränderung wanderte Rock am Bach vom Bürgerhaus über den davor gelegenen Dorfplatz  bis nach Nunkirchen, wo es 2006 zum nunmehr dritten Mal stattfindet.

 

Hier treffen wir uns drei Tage vor Festivalbeginn während des Aufbaus mit dem Initiator Nico Petit. Bei Betreten des Geländes lässt sich kaum erahnen, welches Ausmaß das diesjährige Rock am Bach-Festival haben wird. Die Hauptbühne halb fertig, die Karaokestage noch nicht vorhanden, ein  Backstagebereich, der sich nur erahnen lässt – unser erster Eindruck: Sind wir hier richtig?

Doch Nico Petit ist voller Zuversicht, seine einzigen Befürchtungen kreisen um etwas anderes: „Was sehr gut schief laufen könnte wäre das Wetter. Aber ich denke der Samstag läuft ganz gut.“

Während unseres Gesprächs arbeiten 20 von insgesamt          300 freiwilligen Helfern emsig daran, dass bis dahin alles steht. Schon montags hatte der Aufbau begonnen, ein Arbeitstag dauert bis zu 16 Stunden und viele opfern hierfür sogar ihre Urlaubszeit.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind 3000 Karten verkauft, eine viel versprechende Prognose, wobei Nico auf Grund einer groß angelegten Werbeaktion auf einen noch größeren Absatz hofft.

Im Mittelpunkt steht für ihn jedoch ein gesundes Wachstum des Festivals. Das Gelände soll beibehalten werden, wodurch die maximale Auslastung bei 5000 Besuchern liegt. „Wenn wir die erreicht haben, denke ich, hat das Festival einen gesunden Umfang.“

Das Risiko, in „die roten Zahlen zu geraten“, besteht jedoch jedes Jahr aufs Neue. „Es kann ganz gewaltig in die Hose gehen. Aber wir haben in diesem Jahr schon so viele Karten verkauft, so dass es funktionieren wird.“ Den genauen finanziellen Rahmen wollte er jedoch lieber für sich behalten. „Ich will da jetzt keine Zahlen nennen, aber es ist schon ein riesiger Batzen Geld.“

Obwohl ihn das Line-up für 2006, wie er selbst sagt, mehr als zufrieden stellt, stehen auf Nicos Wunschliste „Bad Religion“ und „Billy Talent“ ganz weit oben. Vielleicht nächstes Jahr?!

 

Übrigens, für alle die nicht da waren: Der Festivaltag selbst war ein voller Erfolg. Gutes Wetter, gute Stimmung und jede Menge Rock.

 

Und hier ein Auszug aus dem Interview:

 

Chilly: Kannst du ungefähr abschätzen wie viele Stunden du noch schlafen wirst bis Samstag, wenn überhaupt?

Nico: Nach so einem Aufbautag schläft man ganz gut, aber mehr als sechs Stunden pro Nacht werden es wohl nicht sein. Am Samstag noch viel weniger und von Freitag auf Samstag auch noch weniger. Die Nacht wird wohl recht kurz ausfallen.

Chilly: Wie viel Stress hast du denn am Tag selbst? Hast du die Zeit das Festival zu genießen und dir die Bands anzuschauen?

Nico: Mit den Jahren lernt man mit dem Stress zu leben, das geht mittlerweile schon ganz gut. Von den Bands bekommt man trotzdem gar nichts mit. Das ist immer so eine Sache. Man bucht ja immer viele Bands, die man selber ganz gerne sehen würde, aber von denen bekommt man meistens gar nichts mit. 

Chilly: Kann man sagen, nach dem Festival ist vor dem Festival?

Nico: Ja, das ist ganz klar. Es geht ungefähr nach einer Woche Pause, die man zur Erholung braucht, direkt weiter mit der Planung für nächstes Jahr. Da werden schon die Sponsoren wieder angeschrieben und dann geht es wieder los für nächstes Jahr.

 Kristina Backes, Amelie Herberger, Lukas Hoffmann

30.10.2006
Ein Erfahrungsbericht

Die „Pimp- Welle“ hat jetzt auch das Saarland erreicht! Nach TV- Shows wie „Pimp my ride“ und „Pimp my whatever“ hat sich nun das saarländische Magazin SaarMag die Aktion „Pimp my friend“ ausgedacht.
Unsere freie Mitarbeiterin Andrea hat an dieser Aktion teilgenommen und uns exklusiv in einem Interview darüber berichtet.
Wie sie uns erzählte, wurde ihre Schwester beim Lesen des SaarMag auf „Pimp my friend“ aufmerksam und entschied sich spontan dafür, Andrea dort anzumelden. Bereits einen Tag nach der Bewerbung per Email erhielt Andrea eine Bestätigung und nach einigen Wochen teilte man ihr einen definitiven Termin mit. Nach unserer Frage, was man denn alles an ihr verändert hätte, teilte sie uns mit, dass sie von Kopf bis Fuß umgestylt wurde. Sie erhielt eine neue Frisur, neue Kleider, neue Schuhe und ein darauf perfekt abgestimmtes Make-up. Der letzte Schliff wurde mit einer neuen Sonnenbrille gesetzt.
Alles in allem wurden Andreas Wünsche berücksichtigt, nur bei der Wahl ihrer Frisur hätte sie sich ein wenig mehr Mitspracherecht gewünscht.
Als wir uns dafür interessierten wie, sie sich denn vor der Kamera gefühlt habe, antwortete sie uns, dass dies am Anfang sehr ungewohnt für sie war, doch dass es ihr mit der Zeit richtig Spaß gemacht habe.
Auch ihre Bekannten und Freunde reagierten äußerst positiv auf das neue Styling. Zum Schluss zog sie ein Fazit: „Ich kann nur jedem empfehlen mitzumachen, da man viele neue Erfahrungen macht!“

Andrea Funk
Yvonne Henz
Katharina Thiery
Martin Seewald
Yasmin Wolmeringer

30.10.2006
- Nach dem Austausch: 3 Wochen im Coca-Cola Land

Nach einem langen Küstenflug über Kanada liegt sie nun unter mir: Boston, Massachusetts Angefangen von winzigen Vororten mit kleinbürgerlichen Vorgärten gräbt sich die Stadt allmählich ihren Weg in die Luft und endet in einer wunderbaren Wolkenkratzer-Skyline, ein „Little New York“.
Auf dem Boden angekommen, sehe ich die Mutter meines Freundes aufgeregt umhergehen, bis sie mich schließlich sieht. Ohne vielerlei Begrüßungsworte eilt sie zu ihrem Wagen und hebt das Gepäck hinein. Natürlich möchte sie nicht im Berufsverkehr stecken bleiben. Es ist trotzdem so. Im Stop-and-go-Verkehr, vorbei an riesigen Brücken und Bauten, durch den dicken Wald hindurch, taucht plötzlich das Ziel auf. Angekommen lässt sich feststellen, dass sich seit 2 Jahren nichts geändert hat. Die Häuser sehen immer noch gleich aus und die Nachbarschaft gleicht sich seit eh und je.

Mein Freund Sam McIntire lädt zuerst auf ein Eis ein. Nach langer und rumpeliger Fahrt erscheint sie nun: eine der Mühlen, die hier als Unterhaltungsstätten und „Jugendzentren“ eingerichtet wurden. Die Länge der Fahrt scheint Sam nicht zu beeindrucken, und auch das Fahren selbst ist hier normaler als ein Fußweg. Um zu seinem Nachbar zu gelangen, muss man schon einmal über 500 Meter zu Fuß gehen, oder gleich fahren.

Auf dem Weg zur Mühle verspricht Sam eines: dieser Aufenthalt wird komplett anders sein, aufregender. Genau das bestätigt sich am nächsten Tag. Auf einer Party bei seinem Freund wird Alkohol getrunken, und zwar nicht wenig. Da trinken sie billiges „Low-Carb“-Bier und haben soviel Spaß wie wir in Deutschland. Auf dem Tisch liegt Gras. Vor 2 Jahren wunderten sich deutsche Austauschschüler, wie die jungen Amerikaner so viel Spaß ohne Alkohol haben können. Diesmal ist das Erstaunen ebenso groß. Wie der Gruppenzwang so will, musste auch ich, the German, an diesem Exzess teilnehmen. Die Kopfschmerzen am nächsten Tag verraten Einiges.

Das Highlight ist eindeutig die Fahrt nach Boston. Sam hat seinen Schulabschluss vor sich und muss sich um eine Stelle bei Universitäten und Colleges bemühen. In Boston ist er an der „Northeastern University“, eine der heißbegehrten und teuren Hochschulen in New England. Schon bei der Vorstellung der Universität wird sehr klar, warum man soviel dafür bezahlen muss. Neben den Kursen mit höchstens 18 Studenten und einer Professorenbetreuung rund um die Uhr dürfte Sam ein riesiges Fitnessstudio, ein Schwimmbad, Sportanlagen, eine Oper, Kinos und vieles mehr genießen. Das Campusgelände liegt im Herzen Bostons, direkt neben den teuren Einkaufsmeilen. Sam hätte in dieser Universität natürlich auch die Möglichkeit, in einer der größten Firmen Amerikas zu arbeiten und sein Studium gleichzeitig weiterzuführen. Solche „Co-Ops“ zeichnet gerade diese Hochschule aus. Für solchen Luxus müsste Sam dann auch mind. 38.000 $ zahlen.

Sams Mutter hat unter einem luxuriösen Einkaufszentrum geparkt, das ausschließlich Gucci, Boss und Lacoste zu bieten hat und in dessen Mitte ein riesiger Wasserfall angelegt ist. Draußen in der Stadt, vorbei an zwei Kirchen, die neben den riesigen Metallmonstren ein wenig komisch ausschauen, eilen Sam und seine Mutter zum Wagen, um diesmal den Berufsverkehr nicht zu erwischen.

Die nächste Hausparty steht an, diesmal bei Sam daheim. Sams Bruder Alex hat auch all seine Freunde eingeladen, inklusive eines braven Jungens mit roten Haaren, der in einem Miniaturfass mit „Gras aus seinem Garten“ gute Geschäfte treibt. Kurz darauf sehe ich schon die Rauchschwaden am Fenster vorbeiziehen. Sam sitzt draußen, und ich geselle mich zu ihm. Der Rauch riecht süßlich.

Später sitzt die Truppe am riesigen Plasmafernseher mit über 400 Kanälen und Video-on-Demand. Auch wenn Sam und seine Familie höchstens nur 40 Kanäle schauen, unsinnig ist es für sie nicht.

Am Ende lässt sich doch feststellen: Es hat sich viel geändert. Auch wenn die jungen Amerikaner dort es nur im Heimlichen tun, sie tun es trotzdem: trinken, rauchen und kiffen. Die Erwartungen an den zweiten Besuch, die ich nach dem ersten hatte, haben sich keineswegs bestätigt. Man hört eben nicht immer auf seine Eltern und auf die Lehrer. In Kontakt mit dieser Lebensform tritt man laut Sams Bruder auf dem College, auf dem die meisten Studenten über 21 sind. Aber dass sich die Grenze nach unten verschiebt, liest man in der Zeitung: Im Concord Monitor herrscht Aufruhr über diese maßlosen Heimpartys. Die Jugend stört sich nicht dran, sie lebt einfach nach dem Slogan von New Hampshire: Live Free or Die – Lebe frei oder stirb!

Martin Apitz