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03.03.2007
dritte Staffel von Stromberg läuft am Montag an…

Am Montag, den 5. März 2007, startet die dritte Staffel der Kultserie um den schrecklichsten Chef, den man sich vorstellen kann.
Geendet hat die zweite Staffel eigentlich so, dass nicht zwingend eine Fortsetzung erforderlich gewesen wäre. Stromberg verlor seinen Posten als Leiter der Schadensregulierung und landete im Archiv. Aber dort sollte er nicht bleiben…

Der neue Verwaltungsdirektor, Herr Wehmeyer, begreift Strombergs Fernsehpräsenz auch als Möglichkeit zu einer quasi kostenlosen Werbung für die CAPITOL und gibt ihm seinen alten Job in der Schadensregulierung zurück. Dort trifft Stromberg eine neue Mitarbeiterin, Jennifer Schirrmann, jung, attraktiv und frisch geschieden, also genau so, wie sich Stromberg auch selbst sieht. Und so versucht er gleich mal sein Glück bei der Kollegin…
Alles in allem scheint die dritte Staffel nicht an Witz verloren zu haben und die Lachmuskeln werden auch hier wohl reichlich strapaziert werden.

Also nicht vergessen: Alle Stromberg-Fans am Montag, 5.3.07 um 22.45 Uhr Pro Sieben einschalten.

Weitere Informationen zu Stromberg sowie die Folgen der ersten beiden Staffel zum Anschauen gibts auf der Homepage von ProSieben

02.03.2007
Gunter A. Pilz, Mitglied der DFB-Taskforce gegen Rassismus und Gewalt, erklärt, wie er das Rassismus-Problem bekämpfen will

Ganz Fußball-Deutschland war geschockt vom „Fall Asamoah“. Beim Pokalspiel der zweiten Mannschaft von Hansa Rostock gegen das Bundesligateam vom FC Schalke 04 wurde der gebürtige Ghanaer Gerald Asamoah von den gegnerischen Fans mit Urwaldgeräuschen verhöhnt und rassistisch beschimpft. Nur ein paar Wochen später auf dem Aachener Tivoli: der brasilianische Spieler der Gästemannschaft von Borussia Mönchengladbach, Kahê, wird von den heimischen Aachen-Fans mit „Asylant“-Sprechchören denunziert. Zwei Szenarien, welche nach einer mehr als gastfreundlichen Fußball-WM als unvorstellbar galten, brachten die letzen von der WM euphorisierten Fußball-Fans und vor allem die Oberen des deutschen Fußball-Bundes um Präsident Theo Zwanziger auf den Boden der Tatsachen. Die gesamte Hinrunde war geprägt von vielen rassistischen Vorfällen – von der Bundesliga bis zur Kreisklasse. Zur Prävention derartiger Vorkommnisse gründete der DFB und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Anfang Dezember die „Task Force gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ unter der Leitung des Sicherheitsbeauftragten des DFB, Helmut Spahn. Die Task-Force ist unterteilt in verschiedene Untergruppierungen. Die Untergruppierung welche sich mit dem Rassismus-Problem auseinandersetzt, wird vom Hannoveraner Sozialwissenschaftler und Fanforscher Gunter A. Pilz geleitet. Im Interview spricht er über seine Vorhaben mit der Task-Force, die Kernprobleme des Rassismus und runde Bälle.

von David Rätsch

Herr Pilz, nach vielen rassistischen und gewalttätigen Vorfällen in deutschen Fußballstadien ist der DFB aktiv geworden und hat eine Task Force gegründet, die sich mit diesem Problem auseinandersetzt. Sie, als einer von 21 Mitgliedern der Task Force, leiten die Untergruppierung „Für Toleranz, gegen Rassismus und Diskriminierung“. Hat die Arbeit schon Früchte getragen?

Die konstituierende Sitzung der Task Force fand am 6.12. 2006 statt. Dort wurden die Expertengruppen gebildet. Diese Expertengruppen werden auf der Sitzung des geschäftsführenden Gremiums der Task Force am 15.01. personell besetzt und danach treffen sich die Expertengruppen zu ihren konstituierenden Sitzungen. Somit kann die Arbeit der Expertengruppe „Für Toleranz gegen Rassismus und Diskriminierung“ noch keine Früchte getragen haben. Der DFB ist nicht aber erst mit der Gründung der Task Force aktiv geworden. Der DFB ist bereits seit Jahren mit vielen Maßnahmen aktiv, ich nenne nur die Entwicklung eine 10-Punkte-Programms gegen Rassismus  für Vereine, die Erstellung einer CD für die Schulung der Ordnungsdienste der Vereine im Kampf gegen Rassismus, die Erstellung eines Videospots gegen Rassismus im Fußball.

Welches Ziel liegt Ihnen besonders am Herzen?

Möglichst alle Vereine und Fans bis in die untersten Spielklassen für das Problem des Rassismus und der Diskriminierung zu sensibilisieren und zu ermutigen sich aktiv und nachhaltig  im Kampf gegen Rassismus  und Diskriminierung zu engagieren. Dabei muss uns allen klar sein, dass der Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt eine dauerhafte und kontinuierliche Aufgabe ist, die nicht nur den Fußball betrifft, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und deshalb auch gemeinsam angegangen werden muss und sich nicht für einmalige Events eignet.  

Unter dem Motto „Zeig dem Rassismus die Rote Karte“ gab es am 8. Spieltag eine Aktion der FARE-Actionweek, bei der Rote Karten ans Publikum und an die Spieler verteilt wurden. Wird es mit Hilfe der Task-Force häufiger solche Aktionen geben?

„Solche Aktionen wird es und muss es weiterhin geben, aber solche Aktionen machen nur dann Sinn, wenn sich daran Initiativen anschließen, die in den Fußballalltag hineinwirken und im Sinne der Nachhaltigkeit dort positive Veränderungen bewirken.“

Welches Projekt wird das nächste sein?

Das werden wir in Ruhe innerhalb der Expertengruppe und der Task Force besprechen. Ich werde in jedem Fall mich darum bemühen möglichst viele Initiativen anzusprechen und ein Netzwerk aufzubauen, das über den Fußball hinaus geht, denn Rassismus und Diskriminierung sind keineswegs allein ein Problem des Fußballs und auch nicht in erster Linie hausgemacht, sondern ein umfassendes gesamtgesellschaftliches Problem, das entsprechend auch nur gesamtgesellschaftlich angegangen werden kann. Der Fußball ist dabei bereit seinen Teil zu leisten, aber er kann nur erfolgreich sein, wenn die anderen gesellschaftlichen Bereiche ihn dabei unterstützen und sich auch zu  ihrer Verantwortung bekennen.

Wie eng ist der Kontakt zum DFB-Präsidenten Theo Zwanziger? Sehr eng und sehr konstruktiv. Warum hat es eine derartige Task-Force nicht unter Gerhard Meyer-Vorfelder gegeben?

Ich werde Ihnen den Gefallen nicht tun dieses alte, ärgerliche Feindbild zu bedienen. Es gilt  nicht rückwärts, sondern nach vorne zu schauen. Im Übrigen: auch unter Meyer-Vorfelder gab es beim DFB Aktivitäten gegen Rassismus!

Nach dem Fall Asamoah folgte der Fall Kahê. Beim Heimspiel von Alemania Aachen gegen Borussia M’gladbach wurde Gladbach-Stürmer Kahê vermutlich mit „Asylant“-Rufen tituliert. Auch dieser Vorfall erzeugte ein sehr großes Medienecho. Doch die „Asylanten“-Rufe der Aachener Fans sollen im Standard-Liedgut der Aachener Fans vorhanden sein und die gegnerischen Fans betreffen. Wird dieses Thema von den Medien fehlinterpretiert bzw. pauschalisiert?

Ich glaube nicht, dass dieses Problem pauschalisiert wird. Wenn es zum Liedgut der Aachener Fans gehört, dann müssen diese sich fragen und fragen lassen, ob dies richtig und zu akzeptieren ist. Wehret den Anfängen kann ich da nur sagen. Ich will dies an einem Beispiel veranschaulichen. Wenn bei der Vorstellung der Mannschaftsaufstellungen die Fans der gegnerischen Mannschaft nach jedem Namen lauthals „Arschloch“ skandieren, dann mag dies für die Fans vielleicht zum samstäglichen Ritual und zur „Pflichtübung“ gehören, es ist und bleibt aber eine Menschen verachtende, diskriminierende Handlung.

Nach einer einzigartigen Fußball-WM, welche die Türen für alle Nationen der Welt öffnete, wurde Fußball-Deutschland vom Fall Asamoah überschattet. Häufig wurde darüber diskutiert, wie viel denn von dieser ausländerfreundlichen WM hängen geblieben sei. Ist etwas hängen geblieben oder sind die Fußball-WM als internationales Großereignis und der Ligaalltag zwei Paar Schuhe?

Die Probleme, die nach der WM wieder ans Tageslicht gekommen sind, waren vor der WM auch schon vorhanden. Wir hatten einfach eine vierwöchige traumhafte „Auszeit“. Die tolle Stimmung hat es den Rassisten und Gewalttätern einfach unmöglich gemacht sich zu entfalten und in der Tat, das WM-Publikum in seiner internationalen Vielfältigkeit, Fröhlichkeit und Buntheit ist eben ein anderes als das des Bundesligaalltags.

Wo liegt das Kernproblem beim Rassismus im Fußballstadion?

Das Hauptproblem liegt meines Erachtens darin, dass sich zwar viele, die überwältigende Mehrheit, gegen Rassismus aussprechen, aber zu wenige sich auch aktiv einbringen, um die Rassisten in ihre Schranken zu weisen. Außerdem werden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zwar zunehmend tabuisiert, Sexismus, Homophobie aber oft noch ungehemmt ausgelebt. Dies sind aber – wie Heitmeyer in seinen Untersuchungen zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit  nachweisen konnte – Facetten der Diskriminierung, die mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit eng korrelieren. Wir müssen  es erreichen eine ebenso hohe Sensibilität gegen Sexismus und Homophobie zu erreichen wie gegen Rassismus. Im Übrigen müssen wir sensibler werden für die verdeckten und subtilen Formen des Rassismus in den Stadien.

Beruhen z.B. rassistische Rufe während einem Fußballspiel auf der eigenen Weltanschauung oder dem Trittbrett der Masse und dem Frust über eine drohende Niederlage der eigenen Mannschaft?

Sowohl als auch, wobei es vor allem gilt diejenigen zu bekehren, die unreflektiert solche Parolen nachplappern oder grölen und damit den gefestigten Rassisten ungewollt in die Hände spielen.

In einer Ihrer Arbeiten schreiben Sie, dass Schmährufe und Provokationen des Mobs zum Teil auf politisch sensiblem Material beruhen, wie in den 70er Jahren, als die RAF häufig im Liedgut auftrat.

Wir haben damals festgestellt, dass zu Hochzeiten der RAF Fans „Baader-Baader, Ulrike Meinhof“ und „es lebe die RAF“ skandierten, weil man damit gut provozieren konnte, ohne dass sich dahinter auch nur im Entferntesten eine linke Ideologie verbarg. Entsprechend grölten die gleichen Fans ein paar Tage später „Heil Hitler“.

Ist die Situation – nun eben mit Rechtsradikalismus – vergleichbar?

Sicherlich ruft der eine oder andere rechte Parolen um zu provozieren, ohne dass sich dahinter eine gefestigte rechte Ideologie verbirgt, aber auch hier gilt: wehret den Anfängen und  vor allem diesen Fans deutlich zu machen, dass sie mit diesen Parolen den rechten Ideologen in die Hände spielen und dass rechte Parolen als Provokationsmedien in keiner Weise zu akzeptieren sind.

In vielen Ihrer Arbeiten ließt man häufig das Wort „Integration“. Inwieweit ist Integration durch Fußball möglich?

Fußball ist auf Grund seiner Einfachheit und Spannung für alle Bevölkerungsschichten und –gruppen attraktiv und bietet sich so besehen in der Tat als Intergrationsmedium geradezu an. Aber ich glaube der Fußball, der Sport schlechthin werden in ihrer Integrationskraft da auch schlicht überschätzt. Denken wir daran, dass kein Verein gegründet wurde, um Integrationsarbeit zu leisten, sondern um unter gleich Gesinnten Sport zutreiben und gleich gesinnt heißt ja in der Regel auch „Ausgrenzung“,  zumindest nicht automatisch Einbeziehung, Integration  von Nicht-Gleichgesinnten. Dennoch: der Sport und damit auch der Fußball haben Potenziale der Integration, nur die entfalt en sich nicht von allein, sondern müssen aktiv vorgelebt, gefördert und eingefordert werden und auch hier gilt: Seine integrative Kraft kann der Fußball vor allem im Rahmen von Netzwerken der sozialen, integrativen Arbeit entfalten.

Aber auch auf dem grünen Rasen gibt es in letzter Zeit vermehrt Vorfälle und Unsportlichkeiten mit rassistischem Hintergrund. Zum Beispiel das U21-Spiel der deutschen Mannschaft gegen England, als Aaron Hunt einen dunkelhäutigen Spieler rassistisch beschimpft haben soll. Das Verfahren gegen Hunt wurde eingestellt Auch in der Bundesliga gab es in der Hinrunde eine Vielzahl von solchen Vorfällen. Ist es vorstellbar, dass dunkelhäutige Spieler ihre Hautfarbe zum Leidwesen des Gegners ausnutzen und verleumden?

Das wäre mir zu einfach, es mag im einen oder anderen Fall vielleicht mal so sein, aber denken wir daran, dass dahinter viele negative Erfahrungen stehen. Im Übrigen ist die Alltäglichkeit der persönlichen verbalen Verunglimpfung, Provokationen im Profifußball (denken Sie nur an den „Fall Zidane“ beim Endspiel der Fußball-WM)  ganz gleich von wem sie ausgeht  ein Ärgernis, das wir nicht nur thematisieren sondern auch gezielt angehen sollten. Ich empfand es im Übrigen mehr als ärgerlich, als von Seiten der Spieler der Vorwurf gegen Hunt damit abgetan wurde, dass dies doch in der Liga gang und gäbe sei und es doch viel schlimmere Provokationen und Schmähungen auf dem Spielfeld gäbe.

Fußball-Philosoph César Luis Menotti sprach einst vom „linken und rechten Fußball“ und der Tatsache, dass linker Fußball mehr Lebensfreude vermittelt. Wie stehen Sie zu seinen Aussagen?

Damit kann ich ehrlich gesagt nichts anfangen das klingt zwar intellektuell ganz schön, aber welchen Erkenntnis- und Wahrheitswert hat diese Aussage? Ich kenne keinen linken oder rechten Fußball. Ich kenne nur einen Fußball und der ist immer noch rund!

01.03.2007
Wenn Liebe zum Wahn wird

Stalker sind Menschen, die andere Personen gegen deren Willen kontaktieren, manchmal sogar regelrecht verfolgen und bedrohen.
Ob ehemaliger Partner, Arbeitskollege, flüchtig Bekannter oder gänzlich Fremder, ein genaues Täterprofil existiert nicht.
Der oftmals gnadenlose Psychoterror kann Monate, Jahre, manchmal ein ganzes Leben lang dauern.

Harmlosere Anzeichen für Stalking sind unter anderem vermehrte Telefonanrufe zu den allen Zeiten im Büro oder Privat. Diese können sich zu bedrohenden Nachrichten auf der Mailbox, Verleumdungen, Beleidigungen, ständiges Auflauern vor der Wohnung des Betroffenen oder zahlreiche E-Mails (Cyberstalking) steigern.
Im extremsten Fall kann es zu Sachbeschädigungen, wie z.B. zerstochene Autoreifen oder Einbruch kommen.

Des Weiteren können auch Bekannte und Freunde des Opfers mit in das Visier des Stalkers geraten und werden unter Umständen auch verfolgt, belästigt und terrorisiert.

Nach einigen Attentaten von Stalkern wurde am 5. Dezember 2006 vom Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das es ermöglicht, Stalker nun zu einer Geld- oder einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren, in schweren Fällen sogar bis zu 5 Jahren, zu verurteilen.

Ob dieses Gesetz wirksam gegen Übergriffe solcher Art sind, bleibt jedoch mehr als fraglich, da die Beweislage oft nicht ausreicht um zu einer Anklage zu führen.

01.03.2007
…jetzt schon Karten sichern

Am heutigen Donnerstag, den 1.März 2007, beginnt die erste Verkaufsrunde für die Tickets der Fußball EM 2008 in Österreich und der Schweiz.
Auf der Internetseite der EM kannst du dich jetzt um Tickets bewerben. Die erste Phase läuft bis 31. März und ähnlich wie bei der WM wird am Ende ausgelost, wer letztendlich Tickets erhält und wer nicht.
In Bezug auf die Menge der Tickets hat die UEFA auch bei der EM einige Regularien eingesetzt. So können pro Tag maximal 4 Tickets für ein Spiel bestellt werden. Der Besuch mehrerer Spiele an einem Tag dürfte aber aus organisatorischen Gründen sowieso unmöglich sein, da die Spielstätten teilweise doch recht weit auseinander liegen.
Der Preis für die Tickets ist noch nicht genau festgelegt. Laut Informationen auf der Internetseite der UEFA sollen die Preise sich aber in einem Rahmen bewegen, der es normalen Fußballfans ermöglicht, die Spiele zu besuchen.
Gespielt wird übrigens in der Schweiz in Basel, Bern, Genf und Zurüch sowie in Österreich in Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg und Wien.
In der Gruppenphase werden je zwei Gruppen in der Schweiz und in Österreich spielen, und so eine gleichmäßige Auslastung der Stadien hervorrufen.

Weitere Informationen zur EM findet ihr auf der Webseite der EM 2008: www.euro2008.com
Zum Tickertverkauf gehts hier: de.uefa.com/competitions/euro/organisation/kind=33554432/index.html