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11.06.2007
Interview mit einem Sportfotografen

Bei Fußballspielen sitzen sie in Scharen am Spielfeldrand, bei Leichtathletik-Meetings stehen sie neben der Tartanbahn, meist versteckt hinter einem Teleobjektiv. Sie sind auf der Jagd nach dem perfekten Bild, gehen ein hohes Risiko ein und kämpfen für das eine Ziel: das Titelbild in der Zeitung. Der Beruf des Sportfotografen ist mit Kreativität, Spürsinn aber auch mit viel Stress und Geschicklichkeit verbunden.
Chilly sprach mit Markus Gilliar, Fotografensprecher des Verbandes Deutscher Sportjournalisten, über die Faszination Sportfotografie.
 
Chilly: Was ist das Besondere an der Sportfotografie?

Gilliar: Das Besondere ist, unwiederbringliche, entscheidende und faszinierende Momente einzufangen. Die Szenen lassen sich nicht nachstellen.

Chilly: Wie anstrengend ist der Beruf ?

Gilliar: Der Beruf ist mitunter sehr anstrengend. Umfangreiche Ausrüstung zum Ort des Geschehens zu transportieren kann schon in harte körperlicher Arbeit ausarten. Aber auch hier gilt: Je besser eine Veranstaltung durchdacht und organisiert ist, desto leichter hat es der Fotograf.
Der zeitliche Druck, aktuelle Fotos anbieten zu müssen, ist natürlich auch ein Stressfaktor. Aber auch hier kann man mit Einsatz „kluger“ Technik und guter Organisation dem Stress seinen Schrecken nehmen.

Chilly: Bei Fußballspielen sitzen dutzende Fotografen am Spielfeldrand. Wie sieht der Konkurrenzkampf unter den Fotografen aus?

Gilliar: Der Konkurrenzkampf ist groß, da der Kundenkreis der Fotografen oftmals identisch ist. In vielen Fällen, gerade bei späten Spielen, zählt das schnelle Bild. Der Umgang der Fotografen untereinander ist in der Regel trotzdem moderat und respektvoll – mit wenigen Ausnahmen.

Chilly: In welchen Situationen muss man zusammenhalten?

Gilliar: Bei ahnungslosen, ignoranten Veranstaltern und Verbänden und daraus entstehenden schlechten Arbeitsbedingungen muss man zusammenhalten. Auch bei Honorar -und Tarifproblemen.

Chilly: Als professioneller Fotograf muss man eine gute Ausrüstung haben. Wie teuer ist die ganze Angelegenheit?

Gilliar: Das kommt auf den eigenen Anspruch an. Es geht – leidlich – auch mit einer 500 Euro-Ausrüstung. Man wird aber demjenigen, der 50.000 Euro investiert hat, in der Regel immer unterlegen sein.

Chilly: Die Gilde der Fotografen ist geteilt in die der Agentur- und freien Fotografen. Agentur- oder freier Fotograf – was ist besser?

Gilliar: Für viele freie Fotografen ist es meiner Meinung nach oft ein monatlicher Kampf, den Lebensunterhalt reinzufotografieren. Dagegen ist man sein eigener Herr und nur seinen Kunden gegenüber Rechenschaft schuldig.
Da haben es die fest angestellten Fotografen teilweise einfacher, obwohl dort der Konkurrenzkampf, gerade bei den Nachrichtenagenturen, sehr ausgeprägt ist. Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.

Chilly: Aus Fachkreisen hörte man zuletzt, dass die Pressefotografie ausstürbe. Würden Sie jungen Leuten den Beruf des Sport- bzw. Pressefotografen empfehlen?

Gilliar: Auf jeden Fall. Aussterben wird dieser Beruf nicht, solange es Zeitungen, Zeitschriften und auch Online-Medien gibt, die gute Presse- und – in diesem Falle – Sportfotografie wünschen. Der Markt der freien Sportfotografen und der klassischen Einzelkämpfer wird sich in den nächsten Jahren sicherlich reduzieren.

Chilly: Wie wurde der Umstieg von Analog zu Digital gemeistert?

Gilliar: Ganz schnell: Weg mit alten Zügen (Film, Entwicklung, etc.) und dann mit Volldampf in die digitale Technik.

Info: Das Saarland wird 50 Jahre alt und die „Hermann-Neuberger-Sportschule“ in Saarbrücken ist komplett renoviert. Das nimmt der Verein Saarländische Sportjournalisten zum Anlass, im Herbst das Sportfest des Verbandes Deutscher Sportjournalisten in Saarbrücken auszurichten. Datum: 24.9.2007 – 25.9.2007

10.06.2007
32nd America’s Cup 2007 in Valencia

Am 6. Juni 2007 erlosch die letzte Hoffnung für das italienische Team „Luna Rossa Challenge“ im 32. America’s Cup doch noch den Titelverteidiger „Alinghi“ herausfordern zu dürfen. Mit einem souveränen 5:0 Sieg entschied Neuseeland mit seinem „Emirates Team New Zealand“ das Finale des Louis Vuitton Cup für sich und darf nun gegen den schweizerischen Rivalen antreten.

Im Halbfinale des Louis Vuitton Cups schied Mitfavorit „BMW Oracle Racing“, das Team des US Milliardärs und Oracle-Gründers Larry Ellison,  überraschend gegen „Luna Rossa Challenge“ aus und verpasst den Einzug ins Finale. Das deutsche Team „United Internet Team Germany“ musste sich bereits als Vorletzter aus der Vorrunde verabschieden.

Team New Zealand hatte den Cup 2003 zu Hause gegen den damaligen Herausforderer Alinghi verloren und hofft nun auf eine Revanche. Der America’s Cup findet immer im Land des Titelverteidigers statt, was bei der Schweiz aufgrund der Binnenlage nicht möglich war. Die Vertreter des Teams Alinghi entschieden sich dann nach einer längeren Suche für Valencia in Spanien.

Der Herausforderer für den America’s Cup wird in einem komplizierten System von Rennen, dem Louis Vuitton Cup“ ermittelt. Der Sieger dieses Vorentscheids muss dann in mindestens 5, höchstens jedoch 9 Rennen gegen den Titelverteidiger antreten. Gewinner ist, wer zuerst 5 Punkte erreicht, d.h. 5 Rennen gewonnen hat.

Der America’s Cup ist die älteste und zugleich bekannteste Segelregatta, die heute noch ausgetragen wird. Initiiert wurde der Cup 1851 durch die Engländer, die anlässlich einer Messe in London die Amerikaner dazu einluden, mit einer Yacht nach England zu reisen und sich dort in einer Regatta zu messen. Ein amerikanischer Yachtclub nach diese Herausforderung an und triumphierte über die Engländer. Namensgeber für den Cup wurde die erste Gewinneryacht, die „America“. Der Pokal wurde mit der Auflage übergeben, dass andere Nationen ihn herausfordern können. Seitdem findet der America’s Cup in unregelmäßigen Zeitabständen von meist mehreren Jahren im Land des Titelverteidigers statt.

Die Teilnahme am America’s Cup verlangt ein hohes finanzielles Engagement der Teams. Die Budgets liegen nicht selten bei rund 100 Millionen Dollar. Allein die Hightech-Yachten, die im Land des Teams gebaut werden müssen, kosten mehrere Millionen.

Weitere Informationen zum America´s Cup finden sich auf der offiziellen Homepage des 32. AC in Valencia.

Offizielles Video zum 3. Finaltag des Louis Vuitton Cup bei YouTube:

09.06.2007
In seinem ersten Buch erklärt Garri Kasparow, wie er Russlandchef Putin schachmatt setzen will

Es scheint, als fühle sich Garri Kasparow, ehemaliger Weltklasse-Schachspieler, unwohl auf dem blauen Sofa mitten in der Glashalle der Neuen Messe in Leipzig. Dabei ist das Sofa gut gepolstert, Getränke stehen auf dem Tisch. Er stellt gerade sein erstes Buch „Strategie und die Kunst zu leben“ vor. Mit einem Mona-Lisa-Lächeln blickt Kasparow angespannt in die Objektive der Fotografen. Ein paar Sekunden später beginnt der Moderator die Unterredung. Dies tut er mit einer Frage, welche, so scheint es, den Knoten der Anspannung Kasparows zum Platzen bringt. „Weißt du, wer vor zwei Jahren auf diesem Sofa gesessen hat?“, fragt der Moderator. Kasparow scheint die Antwort zu wissen, bestätigt dies mit einem Nicken, will es aber dem Moderator überlassen, die Antwort preiszugeben. Er tut dies. „Ja“, sagt er, „vor zwei Jahren saß Anna Politkowskaja hier, genau hier.“ Kasparow nimmt die Antwort zur Kenntnis und lehnt sich zurück. Kasparow macht den Eindruck, als hätte er gewusst, dass der Gastgeber das Gespräch mit jener Frage einleiten würde.Was die Sache so prekär macht: Die russische Journalistin Anna Politkowskaja, ihres Zeichens Kritikerin des russischen Präsidenten Vladimir Putin, wurde im Oktober 2006 in Moskau mit mehreren Schüssen ermordet. Jene Ermordung sorgte neben einem Aufschrei im internationalen Blätterwald vor allem für harsche Kritik am Kreml. Auch Kasparow ist Kreml-Kritiker. Besser gesagt: Er ist in der Opposition und wird bei den Wahlen gegen den in der Kritik stehenden Präsidenten antreten. „Wir wollen Putin und seine Gang aus dem Kreml werfen“, sagte er während seinem Aufenthalt in Deutschland der Süddeutschen Zeitung. Die Ermordung der Journalistin und ihre Folgen sind nur ein Beispiel für die umstrittene Politik von Vladimir Wladimirowitsch Putin „Vielleicht war der Mord an Politkowskaja der Auslöser für eine etwas kritischere Sicht der Dinge,“ sagt Kasparow, der in seinem Buch Parallelen zwischen dem Schachspielen und der Politik zieht. Früher duellierte Kasparow mit Schach-Größen wie Anatoli Karpow oder Alexander Beljawski. Nun will Garri Kasparow, der stets für einen aggressiven Spielstil bekannt war, Putin schachmatt setzen. Sowohl in der Schachspielerei als auch in der Politik sei vor allem die Strategie wichtig: „Man muss seine Strategie den jeweiligen Umständen anpassen“, erklärt er. Aber: „Manchmal muss man auch etwas ruhiger spielen um zu überleben.“ Heißt im Klartext: Kasparow und die Opposition müssen vorsichtig sein bei ihren Versuchen, Putin und sein Gefolge zu demontieren. In „Strategie und die Kunst zu leben“ (im PIPER-Verlag erschienen) bringt Kasparow seine durch den Schachsport geprägte Philosophie zum Ausdruck. Er erklärt, wie man schnell und sinnvoll Lösungen für die Probleme des Alltags findet und Vorteile nutzt. Seinem Kampf für mehr Demokratie in Russland hat Kasparow ein Kapitel gewidmet. Er beschreibt, wie man offensiv verteidigt und mit welchen Mitteln man gegen Widerstände ankämpft. Widerstand hat er in den vergangenen Monaten genug einstecken müssen.Für Aufregung sorgte Kasparow im Dezember 2006, als er der Talkrunde von Sabine Christiansen zugeschaltet werden sollte. Das Thema des Abends: „Die Russen kommen“ Doch daraus wurde nichts. Kasparow wurde ausgeladen. Böse Zungen behaupten, ARD-Verantwortliche hätten bei russischem Druck klein beigegeben. Laut ARD heißt es aber, dass „finanzielle und technische Fragen“ den Ausschlag gegeben hätten, zum Beispiel das Engagieren eines Simultandolmetschers. Dass derartige Rechtfertigungen bei Kasparow auf wenig Glaubwürdigkeit stoßen, liegt auf der Hand. Er ist weiterhin der Meinung, dass der Kreml hinter seiner Ausladung steckt.Als Garri Kasparow auf der Buchmesse gefragt wird, wie er deutsche Talkshows findet, schweigt er mit Mona-Lisa-Lächeln.

08.06.2007
In 110 min in der Stadt der Liebe

Für 62 Euro kommt man ab dem 10. Juni 2007 in gut zwei Stunden bequem mit dem ICE vom Eurobahnhof Saarbrücken nach Paris. Zur Eröffnung der Strecke stellt die Bahn sogenannte „Schnuppertickets“ bereit, die für die einfache Fahrt in der Zweiten Klasse 19 Euro kosten. Diese Tickets gibt es nach Angaben der Bahn für Fahrten, die vom 10. Juni bis zum 31. August stattfinden, jedoch sind diese Tickets bereits ausverkauft. Doch die Preise sind nicht endgültig. Die französische Bahn SNCF verlangt für Hochgeschwindigkeitsfahrten auf ihrem Territorium bzw. grenzüberschreitende Fahrten in ICE oder TGV eine Reservierung. Diese Reservierung ist kostenpflichtig. Ebenfalls kostenpflichtig ist, wenn die Kunden ihre Tickets am Schalter kaufen und nicht die Online-Buchung oder die Automaten nutzen. Das schlägt dann mit 5 Euro zu Buche. In  Frankreich werden aber zu diesem Anlass die Bahnpreise geändert und teilweise günstiger, die Deutsche Bahn sieht hierfür jedoch keinen Anlass.