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23.03.2007
Tonia springt in die nächste Runde

Auch in der letzten  Folge hat sich Tonia in die nächste Runde gemodelt. 
In dieser Runde mussten alle Mädchen Mut zur Veränderung beweisen, da sie komplett umgestylt wurden und einen neuen Haarschnitt bekamen. Beim Fotoshooting kam es diesmal auf die Körperbeherrschung an, denn die Mädchen mussten sich als Märchenfiguren von einem Podest stürzen.

22.03.2007
Was macht den Mythos Apple aus?

In den vergangenen Wochen geriet Apple durch einen Finanzskandal verstärkt unter Druck. Es ging um die Vergabe von zurückdatierten Aktienoptionen an Firmenmanager. Wird das Datum einer solchen Aktienoption absichtlich verändert, dann ist das Finanzbetrug an den Aktionären und in aller Regel geht es dabei um sehr, sehr viel Geld. Sollte Apple-Chef Steve Jobs, die Lichtfigur, die die Firma1996 vor der Pleite gerettet und seitdem wieder konkurrenzfähig gemacht hat, in den Skandal verstrickt sein und dadurch sein Rücktritt drohen, so würde dies einen entscheidenden Schlag für den Computerhersteller aus Cupertino, Kalifornien bedeuten. Trotzdem ist der Mythos Apple ungebrochen und sogar die Börse, die wahrscheinlich jedes andere Unternehmen bei diesen Nachrichten fallen gelassen hätte, zwingt die Appleaktie nur zu geringen Kursverlusten. Was macht diese Firma so besonders und wo liegen die Unterschiede zu Microsoft? Apple ist zwar hauptsächlich durch den iPod bekannt, trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick auf die Computer der Firma. Microsoft und Apple unterscheiden sich wahrscheinlich am gravierendsten, wenn es um die Bedrohung durch Viren, Würmer und Trojaner geht. Über 100.000 für Windowssysteme gefährliche Viren sind im Internet unterwegs. Jeder mit dem Internet verbundene Rechner mit einem Betriebssystem von Microsoft ist somit angewiesen auf Firewalls und Virenwächter, die ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen.Die Bedrohungssituation für Unix-System, wie Apple OS X eines ist, ist eine ganz andere. Hier tendiert die Virenzahl deutlich gegen Null. Virenwächter sind somit unnötig. Apple-Rechner können im Internet ohne zusätzlichen Schutz unterwegs sein, ohne, dass etwas passiert. Applesysteme laufen stabil und größtenteils problemlos. Den Vergleich zu Windowsmaschinen kann wohl jeder selbst anstellen. Diese Stabilität bietet große Vorteile für den einfachen Privatnutzer, der mit seinem Computer einfach arbeiten möchte und nicht ständig Zeit darauf verwenden möchte, seinen Rechner am Laufen zu halten. Apple setzt auf kundenfreundliche einfache Bedienbarkeit seiner Produkte. Wie am iPod zu erkennen, lautet die Devise: Möglichst wenig Knöpfe bei möglichst vielen sinnvollen Funktion. Professionelle Anwender setzen auch auf Apple, besonders Grafiker, Layouter und manche Journalisten.Die Trennlinie in Studios und Werbeagenturen ist klar: für Grafik Apple, für Text Windows. Apple gilt als Vorreiter, als innovativer Entwickler, Microsoft mehr als wirtschaftlich erfolgreicher Kopierer. Vista, Microsofts neues Betriebssystem, wird unterstellt, ein Abklatsch von Apples altem Betriebssystem zu sein. Und tatsächlich, die neuen Funktionen, die seit Anfang des Jahres Windowsnutzer zur Verfügung stehen und mit denen Vista beworben wird, wie zum Beispiel mit einer blitzschnellen Suchfunktion, oder ein Feature, dass kleine hilfreiche Programmfenster direkt auf den Desktop bringt, sind zweifelsohne alle sehr praktisch, hilfreich und erleichtern den Arbeitsalltag, sind aber alle bereits in Tiger (Mac OS 10.4) integriert und das schon seit knapp zwei Jahren. Apple produziert sowohl Software als auch Hardware, wobei die Software nur auf Apple-Hardware laufen kann. Das bedeutet auf der einen Seite, dass Apple sich dadurch in eine Monopolposition bringt und damit höhere Preise verlangen kann, als wenn ihr Betriebssystem beispielsweise auch auf Aldi-Rechnern laufen könnte. Auf der anderen Seite kann Apple so Hard- und Software aus einer Hand herstellen und so ein aufeinander abgestimmtes System anbieten. Apple-interne Kompatibilitätsprobleme existieren nicht.  Will ein Apple-Nutzer mit einem Windowsrechner zusammenarbeiten, kann sich das in seltenen Fällen schwieriger gestalten. Microsoft-Office-Dateien, also Worddokumente, Exeltabellen und Powerpointpräsentationen können systemübergreifend gelesen und geschrieben werden. Microsoft bietet für Apple eine eigene Officesuite an. Interessanterweise ist diese von Microsoft programmierte Software besser als die für das eigene Betriebssystem programmierte Version und besser als andere Büroanwendungen, die für Apple zu bekommen sind. Nur Keynote, das Apple-Pendant zu Powerpoint, kann dem Produkt von Microsoft Paroli bieten. Der kalifornische Computerbauer ist bekannt für sein zeitloses, formschönes und schlichtes Design. Der überdurchschnittliche Erfolg des iPods, der wohl das bekannteste Gerät von Apple ist, geht zum Großteil auf sein ansprechendes Design zurück. Apple ist durchschnittlich teurer als Computersysteme, die unter Windows laufen. Apple kann man auch nicht im Supermarkt kaufen, Microsoft dominiert mit weit über 90 % deutlich den Markt und kann so niedrigere Preise kalkulieren als die Konkurrenz. Nur ist der Preisunterschied kleiner als dies landläufig angenommen wird. Der Mac mini, ein Computer, der nur etwas größer ist als ein gewöhnliches CD-Laufwerk, ist schon für unter 600 Euro zu bekommen. Das Notebook MacBook gibt es ab 1000 Euro. Vergleicht man die Vorteile, die Apple bietet mit dem etwas höheren Preis, so wird sich diese Investition in den meisten Fällen lohnen.

16.03.2007
Tonia – Klappe die Fünfte?

Auch in der dritten Sendung hat es unsere Saarländerin Tonia wieder in die nächste Top-Model Runde geschafft. Nachdem nun bereits 3 Kandidatinnen nach Hause fahren mussten ist Tonia nun zusammen mit 11 weiteren Mädchen in die nächste Runde gerückt.

In der vierten Folge erwartet sie erneut Runway-Training mit Bruce Darnell und ein Foto-Shooting bei einem bekannten Starfotografen. Für das letzte Shooting bekamen die Models übrigens einen künstliche Glatze und wurden dann zusammen mit einigen Schaufensterpuppen abgelichtet.

14.03.2007
Von der kostenlosen Musik zur netten Post im Briefkasten

Claudia S. ist Realschülerin in Rheinland-Pfalz. Sie arbeitet auf ihren Abschluss hin, macht ihre Hausaufgaben, kam zuvor nie mit dem Gesetz in Konflikt. Bis an dem Tag, an dem ein formeller Brief ankam: Claudia hätte gegen Urheberrechte verstoßen. Abzuleistende Sozialstunden wurden angedroht und eine Entschädigungsgebühr, die sich auf mehrere tausend Euro belief. Aber was war eigentlich passiert?

Die Geschichte hat ihren Ursprung darin, dass die Schülerin, wie viele andere eben auch, anfing, Musik über ein Peer-2-Peer-Netzwerk zu downloaden, zumeist aktuelle Pop- und Rocksongs. P2Ps funktionieren dadurch, dass die User jeweils ein Programm herunterladen, mit dem sie untereinander Daten austauschen können. Das Prinzip ist relativ einfach: jeder, der etwas downloadet, lädt gleichzeitig wieder Dateien hoch, an denen andere sich widerrum frei bedienen können. Keiner kennt die Identität der anderen User, es gibt höchstens irgendwo eine verwaltende Zentralinstanz, ansonsten erfolgt der Austausch mehr oder weniger frei. Wie die meisten anderen User, war sich Claudia sicher, im Internet über ihre Anonymität geschützt zu sein. Was sie nicht wusste, war dass ihre Aktivitäten überwacht wurden. Als sie mehr als 400 urheberrechtlich geschützte Stücke gezogen hatte, folgte die Strafanzeige.
Die Familie nahm sich einen Anwalt, man einigte sich außergerichtlich mit der Musikindustrie auf einen Entschädigungsgebühr von 1500 Euro und auch das Jugendamt beschränkte sich auf eine Verwarnung: Sollte der Vorfall sich wiederholen, würde die Schülerin tatsächlich Sozialstunden abzuleisten haben.
Claudia ist noch einmal glimpflich davon gekommen, im Gegensatz zu mehreren tausend anderen Jugendlichen und Studenten, die in den letzten Monaten beim Downloaden von geschützten Dateien erwischt wurden. Seit dem Frühjahr 2006 hagelt es förmlich Strafanzeigen. Allein im Raum Karlsruhe wurden einem Bericht von „Test“ zufolge im Frühling 06’ 40.000 Strafanzeigen ausgestellt. Am 23. Mai durchsuchte die Polizei in einer Überraschungsaktion bundesweit 130 Haushalte. 3500 Strafverfahren wurden daraufhin eingeleitet, jeder der Betroffen hatte mehr als 5000 Dateien im Internet angeboten.
Die Staatsanwaltschaften konnten die Flut von Urheberrechtsklagen kaum bewältigen.
 
Bemerkenswert ist beispielsweise die Zahl von Abmahnungen, die wegen illegalem Downloads und Sharing von „Earth 2160“, einem Strategiespiel, das Ende Mai 2005 auf dem Markt erschien, ausgestellt wurden. Damals stellte der Hersteller fest, dass ein paar tausend Anmeldungen mehr beim Spiel gab, als Kopien über den Ladentisch gegangen waren.
Die Karlsruher Staatsanwaltschaft bestätigte der Onlineredaktion „heise online“, dass allein im Juni/Juli 2006 mehr als 20000 Strafanzeigen eingegangen seien. An die Betroffenen wurden Abmahnungen verschickt.
Sie lauten in etwa so: „Sehr geehrter Herr X, wir zeigen an, dass uns die Firma Zuxxez Entertainment AG mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragt hat. Gegenstand unserer Beauftragung ist die begangene Urheberechtsverletzung an dem Computerprogramm ‚Earth 2160’[…] Sie boten im Internet als Nutzer eines so genannten Peer-to-Peer Netzwerkes das urheberechtlich geschützte Spiel ‚Earth 2160’ anderen sich zu diesem Zeitpunkt im Netz befindlichen Benutzern durch Freigabe auf ihrer Festplatte zum Download an…“ usw. Es läuft daraus hinaus, dass der Abgemahnte eine Unterlassungserklärung unterschreiben und einen bestimmten Betrag von ein paar hundert Euro bezahlen soll. Falls das bis zum Ablauf einer gesetzten Frist nicht geschehen sein sollte, wird das Anfallen von „weitaus höheren Gebühren“ angedroht.
 
Aber wie ist das überhaupt möglich, die Überwachung im Internet?
Es gibt verschiedene Firmen, zum Beispiel Logistep, die von etwa damals von der Anwaltskanzlei der Firma, Zuxxez Entertainment, dem Hersteller von „Earth 2160“, beauftragt wurde, verschiedene Internettauschbörsen zu überwachen. Logistep hat nach eigenen Angaben eine Software entwickelt, die Tauschbörsen automatisch überwacht und dann Listen der User-IPs anfertigt. Wird eine bestimmte Zahl von Downloads durch einen User überschritten, folgt direkt die Abmahnung durch die Kanzlei.
Das Ganze wird inzwischen schon als „Strafanzeigen-Maschinerie“ bezeichnet, wegen der großen Flut an diesen Abmahnungen und dem beinahe automatischen und immer ähnlichen Vorgang bei jedem Betroffenen . Zynisch betrachtet könnte man sich ja nun fragen, was das ganze eigentlich noch mit „gerechter Strafe“ zu tun hat. Natürlich ist es Unrecht und illegal, ein Spiel kostenlos aus dem Internet zu beziehen und es dort wiederum zu verteilen, insbesondere wenn man den Schaden betrachtet, der daraus für den jeweiligen Anbieter entsteht. Andererseits kann man sich eben nun überlegen, welchen Gewinn Zuxxez und die Anwaltskanzlei durch diese ganzen Abmahnungen und Schadensersatzforderungen auch gemacht haben.
 
Die Frage ist, warum man nicht direkt die großen Filesharing-firmen verklagt werden, anstatt die einzelnen Benutzer. Erstere konnten den Kopf nun eben ursprünglich damit aus der Schlinge ziehen, dass sie angaben, die Filesharing-Programme wären natürlich für den Austausch von eigenen, nicht urheberrechtlich geschützten Dateien gedacht gewesen. Beispielsweise könnte ja ein Musiker seine eigenen Stücke aufnehmen, diese hoch laden und sich mit Anderen austauschen. Deshalb wäre der Anbieter des Programms ja nicht für die Urheberechtsverletzungen der User verantwortlich. Doch damit scheint es jetzt auch aus zu sein. Jedenfalls zahlte der Shareware-Konzern „BearShare“ im Mai 2006 30 Mio. Dollar an die amerikanische Musikindustrie, um weitere Klagen wegen Urheberrechtsverletzung zu vermeiden. Ende Juli, einigten sich die Betreiber von „KaZaA“ außergerichtlich mit den Klägern aus Musik- und Filmindustrie auf eine Zahlung von angeblich 100 Mil. Dollar.
Auf der website von edonkey heißt es inzwischen: „The eDonkey2000 Network is no longer available.If you steal music or movies, you are breaking the law. Courts around the world — including the United States Supreme Court –have ruled that businesses and individuals can be prosecuted for illegal downloading.You are not anonymous when you illegally download copyrighted material.
Your IP address is … and has been logged. Respect the music, download legally.“
Doch andere Netzwerke, wie Limewire oder Bearshare laufen noch immer weiter, auch wenn inzwischen mehr darauf hingewiesen wird, dass das Ziehen von Filmen, Musik etc. illegal ist und strafrechtlich verfolgt werden kann. Auch wird auf den Websiten nicht mehr so offen und agressiv mit den neuesten kostenlosen Sielen udn Filmen geworben. Trotzdem kann man sich wohl sicher sein, dass das alles inzwischen genaustens überwacht wird und man bei größerer Benutzung direkt mit einer freundlichen Nachricht im Briefkasten rechnen kann.
 
Für Schüler wie Claudia, die beim Downloaden von Musik, Filmen oder Computerspielen erwischt werden, liegt die Gefahr auf jeden Fall weniger bei der Strafrechtlichen Verfolgung, sondern auf der zivilrechlichen Schiene. Im Klartext heißt das, dass man weniger befürchten muss, Sozialstunden ableisten zu müssen oder gar hinter Gitter zuwandern, wie uns nun monatelang in einer bescheuerten Werbecampagne (Stichwort: „Nur noch fünfmal singen, Schatz, dann ist Papa wieder draußen….“) erzählt wurde, sondern mehr die Schadensersatzforderungen der geschädigten Firmen.
Das Problem ist, dass einem auf den Seiten von Emule, Limewire usw. das Gefühl vermittelt wird, absolut sicher, unentdeckbar zu sein inmitten hundertausender anderer User. Man glaubt, niemand könne einem ohne das konkrete Material jemals nachweisen, dass man hier ein paar Songs, die man eben schon immermal hören wollte, gezogen hat, oder da den neuen Shooter. Man glaubt, man sei im Internet durch die eigene Anonymität geschützt. Inzwischen hat sich wohl ziemlich deutlich gezeigt, dass das ein Irrtum ist.