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30.11.-0001
The American Way of Life

Kaum ein Land ist wirtschaftlich so weit entwickelt wie die USA, doch dafür mangelt es an der sozialen Entwicklung. In keinem anderen Land ist die Wahrscheinlichkeit größer als in den USA, dass man seinen 50. Geburtstag nicht mehr erlebt. Das ergab die Studie der Nationalen Akademien, bei der die USA mit 16 anderen wohlhabenden Demokratien verglichen wurden – darunter Kanada, Australien, Japan, Deutschland, Frankreich, Spanien und Finnland. Der Report entstand unter der Federführung von Professor Steven Woolf von der Virginia Commonwealth University in Richmond im US-Bundestaat Virginia, für den das Resultat ebenso erschreckend war. Die Untersuchungen der verschiedenen Kategorien ergaben, dass die USA stets auf dem letzten Rang landeten oder nur knapp davor. So gibt es in den USA unter allen untersuchten Nationen „die höchste Kindersterblichkeit, die niedrigsten Geburtsgewichte, die größte Zahl an schweren Verletzungen, die meisten Morde, die höchste Zahl sexuell übertragbarer Krankheiten, die höchste Aids-Rate, die meisten Drogentoten, die größte Zahl von Menschen mit Fettleibigkeit und Diabetes, die meisten Todesfälle durch Verkehrsunfälle, die größte Zahl an Behinderten, die meisten Herz- und chronischen Lungenkrankheiten. Und – der Trend deutet sogar in Richtung einer weiteren Verschlechterung“. Doch wie kann dies möglich sein, wenn in keinem Land der Welt so viel Geld pro Einwohner in das Gesundheitssystem investiert wird, fragte sich Woolf. Folglich wird eine nationale Diskussion über die Ursachen gefordert.

Ein Punkt ist das Gesetz des Waffenbesitzes. 69 Prozent aller Morde werden mit Schusswaffen begangen. Ein weiteres grundlegendes Thema ist die Ernährung: Die Ernährung in den USA ist zu kalorienreich und wird bereits im Kindesalter konsumiert. Hierbei gibt es eine Korrelation zwischen dem Bildungsgrad und dem Gesundheitsbewusstsein.

Wissenschaftler vermuten, dass es auch an kulturellen Aspekten liegen könnte. Amerikaner, die bekannt sind als freiheitsliebende Menschen, schnallen sich seltener im Auto an, als beispielsweise Deutsche. Der American Way of Life eben.

 

30.11.-0001
Nicht nur cool

„Bubble-Tea“- ein Trend, der in den 1980er Jahren in Taiwan erfunden wurde, setzt sich nun auch in Deutschland durch: alleine in Saarbrücken gibt es zurzeit fünf solche Shops, welche etliche Teenager mit dem neuartigen süßen Teegetränk anlocken. Doch was genau ist so besonders an „Bubble-Tea“ ? Als Grundlage für das Getränk kann man als Konsument zwischen schwarzem Tee, grünem Tee oder Milch wählen und die jeweilige Geschmacksrichtung aussuchen, wobei es ein breitgefächertes Angebot gibt: neben fruchtigen Geschmäckern gibt es beispielsweise auch Minze.                 

 Nachdem nun die geschmackliche Basis für das Getränk geschaffen ist, besteht nun die Auswahl zwischen den sogenannten „Popping Bobas“, die im Mund zerplatzen oder den gummiartigen Kügelchen aus Tapioka, den sogenannten „Jellys“ .  Durchschnittlich bezahlt man für  das süße Teegetränk, bei dem man sich die Zuckerstufe auch selbst wählen kann, zwischen drei und vier Euro. So cool, wie „Bubble-Tea“auch klingen mag, dieses  süße Teegetränk ist nicht nur durchweg positiv: 0,4 Liter „Bubble-Tea“ beispielsweise enthalten bei maximaler Zuckerstufe satte 1000 Kalorien, was in etwa so viel ist wie 200 Gramm Chips; -zu viel wie Frau Schröter von der Verbraucherzentrale Saarland kritisiert. Wenn es unbedingt ein „Bubble-Tea“ sein muss, rät sie die niedrigste Zuckerstufe zu nehmen. Neben der extrem hohen Kalorienmenge bergen auch die Glibberkugeln ein hohes Risiko für Kleinkinder: aufgrund der geringen Größe der Kügelchen besteht demnach Erstickungsgefahr, wovor der Berufsverband deutscher Kinder-und Jugendärzte die Konsumenten warnt.                                                  

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass in China ein Weichmacher in Sirups nachgewiesen wurde, der für „Bubble-Teas“ verwendet wird, aber in Deutschland bislang noch nicht in den süßen Teegetränken gefunden wurde. Nach einer EU-Richtlinie darf dieser Weichmacher ab dem Jahr 2015 nicht mehr zulassungsfrei vermarktet werden. Inwiefern „Bubble-Teas“ tatsächlich cooler als normale Teegetränke sind, ist fraglich; aber definitiv kalorienreicher und unter Jugendlichen derzeit auf jeden Fall beliebter als eine altbekannte, legendäre Tasse Tee.

(Bild: liwe-photos Photography Liwe-photos Photography , Wikipedia)

30.11.-0001

Das Christentum ist in der heutigen Zeit die weitverbreiteste Religion der Erde. Über die Hälfte der Menschheit ist christlich getauft.

Doch kaum einem ist bekannt, woran die Einwohner des heutigen Deutschlands, damals Germanien, vor der Bekehrung durch Rom im 6./7. Jahrhunderts nach Christus geglaubt haben.

Kurz zusammengefasst begann alles mit Odin und seinen Brüdern Vili und Vé, die aus dem Joten Ymir die Welten erschufen.

Die Feuer- und die Eiswelt, das Meer aus dem Blut Ymirs, aus denen wenig später drei Welten entstanden:

Asgard, der Wohnort der Götter aus dem Geschlecht der Asen, die größtenteils von Odin abstammen, Utgard, die Welt der Riesen, den größten Wiedersachern der Asen und schließlich Midgard, wo die Menschen leben und die Götter verehren.

Odin ist derjenige, der alles schuf und durch den zuletzt alles zerstört wird. Er hat in den Schriften der nordischen Mythologie, Edda genannt, eine zentrale Rolle.

Drei seiner wichtigsten Söhne sind Thor, Týr und Balder.

Thor ist der Donnergott, der stärkste der Asen und der von den Menschen am meisten verehrte Gott. Durch seinen Hammer Mjöllnir, den er immer bei sich trägt, ist er unbesiegbar, mit ihm löst er meist die Streitigkeiten der Asen mit Riesen und bestraft seine Widersacher meist sofort mit dem Tod.

Týr ist der Kriegsgott und bezeugt alles mit der rechten Hand, seiner Schwurhand. Diese bekommt er im Laufe der Edda abgebissen.

Balder gilt als der Ruhepol unter den Asen, der Streitigkeiten unter ihnen zu lösen versteht.

Die Zeit nach der Erschaffung der Welten, als die Götter die Welten noch zu regieren wussten wird die „Goldene Ära“ genannt.

Wegen dem großen Erfolg und der Beliebtheit der Asen, der in Übermut umschlägt, geht es später nur noch bergab, die Asen müssen viele Opfer bringen, durch nicht eingelöste Wetten und Betrug unter den Riesen und Menschen werden sie immer unbeliebter.

Statt zu herrschen und zu regieren feiern sie lieber ausgiebige Gelage und vernachlässigten ihre Pflichten.

Als ihnen bewusst wird, was sie über Jahre hinweg angerichtet haben ist es jedoch schon zu spät:

es führt unverzüglich zur letzten Schlacht der Götter, Ragnarök genannt.

Jeder einzelne der Asen kämpft in diesem letzten Krieg gegen seinen größten Gegner, kein bedeutender Gott überlebt, bloß die Söhne Thors und Týrs, die das Asengeschlecht fortführen.

Bei den Liedern der Edda handelt es sich um eine Art Bibel, es werden viele Geschichten und Situationen erzählt. Diese lassen sich kaum in einem kurzen Text zusammenfassen, denn der Glaube der Germanen war sehr komplex.

Aus diesem gehen viele Sitten und Bräuche hervor, das Schreiben von Runen oder der Schutz vor Unwettern, Kriegen und Stürmen mit Amuletten.

Genauer hingeschaut erinnert dieser Glaube an z.B. den christlichen Glauben oder die griechische Mythologie.

 

 

( keine Literaturverweise….)

 

30.11.-0001
Ein Déja-vu bei

Kennen sie Paul Potts? Vielleicht aus der T-Mobile- Werbung. Vor zwei Jahren wurde er berühmt, als er in der britischen Fernsehshow „Britain´s got Talent“ „Nessun Dorma“ von Puccini sang und die Zuschauer zu Tränen rührte. Noch als er auf die Bühne trat, hatte man ihn ausgelacht, diesen ungepflegten, dicklichen Handyverkäufer, dem man seinen niedrigen sozialen Status deutlich ansehen konnte. Die Jury hatte ihn verspottet und das Publikum hatte gelacht. Und dann sang er; und diese zwei Minuten machten ihn zum Star. Am nächsten Tag waren die Zeitungen voll davon, eine CD folgte, Interviews und weitere Auftritte in Fernsehshows. Die Menschen waren fasziniert von seiner Geschichte, von diesem Wunder, das ihn vom Tellerwäscher zum Millionär machte. Und auch die Produzenten von „Britain´s got Talent“ verdienten sich eine goldene Nase.

Jetzt scheint es als hätten diese beschlossen, dass es mal wieder Zeit ist, die Show mit einem hässlichen Entlein zu würzen: Am 16. April betritt Susan Boyle die Bühne. Sie ist dicklich und ungepflegt, man könnte meinen, sie ist die Schwester von Paul Potts. Und die Szenen wiederholen sich. Die Jury fragt spöttisch, warum es denn mit der Karriere bisher nicht so geklappt habe. Dann singt Frau Boyle ihren Song („I dreamed a dream“ aus „Les Misérables“) und das Pulikum liegt ihr zu Füßen. In der Jury fließen Tränen und am nächsten Tag werden die Zeitungen wieder berichten.

 

Schon bei Paul Potts hatte die Sache ein wenig „Gschmäckle“: Natürlich war schon vorher klar, dass dieser Mann überraschen wird. Die Produzenten der Show haben ihn ausgewählt, aus tausenden von Bewerbern. Sein Aufritt war geplant bis ins Detail. Das alles ist normal und noch kein Grund, den Durchbruch von Paul Pott zu verachten. Aber wenn die Produzenten von „Britain´s got Talent“ jetzt einfach seinen weiblichen Doppelgänger auf die Bühne stellen, und alles läuft genau so ab wie damals vor zwei Jahren, dann riecht das doch sehr nach einem billigen Plagiat.

Trotzdem liegen die Briten Susan Boyle zu Füßen, genauso wie sie es bei Paul Potts getan haben. Und die Medien erzählen wieder einmal die Geschichte vom hässlichen Entlein, das durch einen einzigen Song zum Schwan wird. Es ist erstaunlich, wie gut die Masche funktioniert, auch beim zweiten Mal. Müsste das Publikum sich nicht gelangweilt abwenden, den Fernseher ausschalten und sich aus dem Sessel erheben, mit dem Kommentar, dass das doch alles abgesprochen und geprobt sei?

Stattdessen beweist die Reality Show ein weiteres Mal ihre Anziehungskraft: Ja, wir haben das alles schon gesehen, und ja, es ist ein abgekartetes Spiel, natürlich haben die Ressigeure gezielt nach einem Menschen wie Frau Boyle gesucht. Aber was ändert das denn daran, dass hier jemand mit knapp 50 Jahren endlich seinen Traum verwirklicht hat? Diese Show spiegelt die Sehnsüchte und Wünsche der Menschen wieder, nicht anders als „DSDS“ oder „Germany´s next Topmodel“. Das Fernsehen gibt den Menschen das Gefühl, dass jeder es schaffen kann. „The American Dream“ ist eine Illusion. Aber solche Sendungen lassen uns für ein paar Moment den Alltag vergessen- da ist es ziemlich egal, ob das „Wunder“ nun echt ist, oder eben nicht.