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Journalistische Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Anmeldung unter post [at] chilly-magazin [dot] de, Telefon 0681/9681487 oder spontan vorbeikommen.

15.06.2013
in der Garage Saarbrücken

Am Samstag, 15. Juni, ab 22 Uhr, geben sich die Rocklegenden in der Garage Saarbrücken erneut die Ehre. Von Deep Purple bis Nirvana, von U2 bis Nickelback, von Led Zeppelin bis AC/DC: „Born to be wild“ ist die Party für alle Headbanger, Mosher und Luftgitarre-Spieler. Los geht’s ab 22 Uhr.
 
Als Special Guest sind „The College Sluts“  live on stage. Ihre Musik hat die härteste Jury der Welt – die CLASSIC ROCK RADIO Hörer – überzeugt, denn sie sind die Gewinner des Bandcontests FUTURE ROCK 2013. „The College Sluts“ werden am Samstag, 15. Juni, ab ca. 23 Uhr, dem Publikum mit ihrem 45 minütigen Live-Auftritt kräftig einheizen.
 
Mitte 2010 gründeten Matt (Guitar), Luca (Guitar), Zach (Vocals), Dave (Drums) und Alex (Bass) die Neunkircher Band. Die Musik der „Sluts“ ist eine Mischung aus Pop-Punk-Elementen und altem California Streetstyle Punkrock – mit einer eingängigen eigenen Note. Im Sommer 2011 rockten sie sogar schon auf dem „Spring Break Europe“ in Kroatien vor mehr als 7.000 Zuschauern als Support für Culcha Candela. Obwohl dem dortigen Publikum bis dato gänzlich unbekannt, verwandelten sie durch ihre energiegeladene Performance, als erster Rock Act auf dem Spring Break überhaupt, das komplette Sea-Stage-Areal in eine einzige Party. Und das wird auch bei der CLASSIC ROCK RADIO Party am 15. Juni so sein: Mit melodischen Gitarrenriffs, treibenden Rhythmen und einer mitreißenden Bühnenshow verwandeln die „College Sluts“ jede Location in eine riesen Fete, die man auf keinen Fall verpassen darf.
 
Tickets für die „CLASSIC ROCK RADIO Born to be wild-Party“ gibt es für 5  € an der Abendkasse der Garage, Bleichstraße 11 in Saarbrücken und wer zwischen 22 Uhr und 23 Uhr vorbei kommt hat sogar freien Eintritt.
 
Neben den UKW Frequenzen in Saarbrücken 92,9 MHz, Saarlouis 102,8 MHz, Neunkirchen/ Homburg 99,3 MHz, St. Ingbert 100,6 MHz und demnächst in Lebach 100,9 MHz, ist CLASSIC ROCK RADIO auch als Webstream unter www.classicrock-radio.de und mobil über iPhone und Android zu empfangen.

Foto: CLASSIC ROCK RADIO

14.06.2013
Chilly erklärt die politische Lage

Seit mehreren Wochen schon schaut die Welt auf das, was sich gerade in Nordkorea abspielt. Es vergeht kein Tag, an dem das Land nicht in den Nachrichten erwähnt wird und immer geht es dabei um heftige Konflikte mit Südkorea, militärische Aufrüstung und Atomwaffen. Was genau passiert eigentlich gerade in Korea und wer kämpft da gegen wen? Chilly gibt euch einen Überblick über das Geschehen in und um Nordkorea.

Die „Demokratische Volksrepublik Korea“ bildet den nördlichen Teil der Koreanischen Halbinsel, weshalb sich der Name „Nordkorea“ (in Abgrenzung zum südlichen Teil der Insel) eingebürgert hat. Das Land ist 120.538 Quadratkilometer groß und damit flächenmäßig etwas kleiner als Griechenland. Gut 24 Millionen Menschen leben hier leider nicht so unbeschwert in ihrem Land wie beispielsweise wir in Europa, denn Nordkorea wird diktatorisch regiert. Der südkoreanische Teil dagegen ist demokratisch und dieser politische Gegensatz zwischen beiden Ländern hat in der Vergangenheit zu heftigen Auseinandersetzungen bis hin zum Krieg geführt.

Will man der aktuellen Krise in Nordkorea auf den Grund gehen, kommt man an der ideologischen Distanz zwischen den beiden Ländern nicht vorbei. Die wiederum findet ihre Anfänge in der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. 1945 wurde Korea, damals noch nicht geteilt, von der japanischen Kolonialherrschaft befreit, unter der es seit 1910 stand. Allerdings hatten die Sowjetunion (SU) und die USA die Koreanische Halbinsel kurz vor Kriegsende entlang des 38. Breitengrads aufgeteilt: Die USA besetzten den südlichen Teil, während der nördliche Teil von der SU unterstützt wurde; damit war die Basis für eine Teilung Koreas gelegt, denn die SU und die USA hatten unterschiedliche politische Auffassungen. Die USA wollten nach Kriegsende in möglichst vielen Ländern demokratische Systeme etablieren, während die SU lieber kommunistisch regierte Staaten sehen wollte. Während Südkorea also demokratisch wurde, entwickelte sich Nordkorea in den folgenden Jahren mit Hilfe der SU zu einem sozialistischen Einparteienstaat. Im Februar 1947 tagte die Nordkoreanische Volksversammlung zum ersten Mal und etwas mehr als ein Jahr später wurde im April 1948 die bis dahin nur vorläufige „Verfassung der Volksrepublik“ bestätigt. Im darauffolgenden September wurde die Verfassung für rechtskräftig erklärt und die „Demokratische Volksrepublik Koreas“ mit dem ehemaligen Soldaten Kim Il-sung an der Spitze ausgerufen. 

Zu Beginn der Teilung der Halbinsel war eine Wiedervereinigung der beiden Staaten nicht ausgeschlossen. Da sich in Nord- und Südkorea jedoch zwei komplett unterschiedliche politische Systeme entwickelt hatten, wurde die Realisierung dieser Idee unmöglich. Dass sich die beiden Teile so feindselig gegenüber standen, führte letztendlich zum Ausbruch des Korea-Krieges: Am 25. Juni 1950 überschritten die nordkoreanischen Truppen die Grenze am 38. Breitengrad und fielen bei den südkoreanischen Nachbarn ein. Nordkorea wollte damit erzwingen, dass Südkorea Teil des sozialistischen Regimes wird. Nach drei Jahren kriegerischer Auseinandersetzungen standen sich die Parteien schließlich am 38. Breitengrad gegenüber, ohne dass eine Seite einen entscheidenden Vorteil für sich verbuchen konnte. Daraufhin wurde am 27. Juli 1953 von beiden Seiten ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, in dem der 38. Breitengrad als Grenze bestätigt wurde.

In Nordkorea ging unter Kim Il-sung die Entwicklung hin zu einem diktatorischen kommunistischen Regime weiter. Dazu gehörte auch der Aufbau einer sozialistischen Wirtschaft, der bereits 1946 mit einer Bodenreform begann: Alle Landbesitzer wurden enteignet, mussten ihre Grundstücke also an den Staat abtreten, woraufhin alle Ländereien neu verteilt wurden. Im selben Jahr wurde per Gesetz beschlossen, Post- und Bankwesen, Kraftwerke und wichtige Unternehmen zu verstaatlichen; später kamen die Landwirtschaft, das Handwerk und kleingewerbliche Betriebe dazu. Die Leitung dieser Produktionsbereiche und -stätten wurde also dem Staat zugesprochen, wodurch die Realisierung einer Planwirtschaft einfacher wurde: Die Regierung bestimmte ab sofort, wie viele Dinge im Land produziert und wie diese verteilt wurden, um so die Kontrolle über die Entwicklung der Märkte zu behalten.

Obwohl Kim Il-sung von den Bürgern fast vergöttert wurde, gab es immer noch einige, die sich quer stellten und ihn als Spitze Nordkoreas nicht unterstützten wollten; doch diese Andersdenkenden wurden nicht geduldet und fielen sogenannten Säuberungsaktionen zum Opfer. Die folgenden Jahre in Nordkorea waren von einer relativen Stabilität geprägt. Die sozialistische Wirtschaft zeigte zwar erste Anzeichen von Schwäche, aber Kim Il-sung regierte mit eiserner Hand weiter, wodurch die ihm entgegengebrachte Verehrung wuchs und wuchs. Als Kim Il-sung 1994 an einem Herzinfarkt starb, übernahm sein Sohn Kim Jong-il die Führung des Staates. Die Situation im Land änderte sich dadurch jedoch nicht. Als Anfang der 90er Jahre der sozialistische Staatenblock rund um die SU zusammenbrach, hatte die nordkoreanische Regierung Angst, dass es ihr genauso gehen könnte. Ein Abweichen von der bisherigen Linie sollte unbedingt vermieden werden, weshalb der strenge Kurs fortgesetzt wurde.

Nachdem die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea in den Jahrzehnten nach der Teilung der Halbinsel mal besser, mal schlechter waren, erreichten sie im Frühjahr 2013 ihren vorläufigen Tiefpunkt, der die ganze Welt in Atem hielt. Erneut standen sich Nordkorea mit China und Südkorea mit den USA gegenüber, und auch die Vereinten Nationen spielten eine Rolle in diesem Konflikt. Am 12. Februar diesen Jahres führte Nordkorea einen unterirdischen Atomwaffentest durch, bereits zum dritten Mal nach 2006 und 2009. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschloss daraufhin, die bereits bestehenden Sanktionen (zum Beispiel Reiseverbote oder die Sperrung von Konten) gegen Nordkorea zu verschärfen. Die Nordkoreaner störten sich jedoch nicht daran und provozierten Südkorea und die USA weiter: Die Regierung um Kim Jong-un (dem Enkel des Staatsgründers Kim Il-sung) drohte sogar mit einem „nuklearen Präventivschlag“ und rechtfertigten das mit der Vermutung, die USA würden einen Atomkrieg vorbereiten. Daraufhin beschlossen die Vereinten Nationen, die Sanktionen erneut zu verschärfen, zu den bestehenden Reiseverboten und Kontensperrungen kam das Importverbot bestimmter Waren nach Nordkorea. Dazu zählten jedoch hauptsächlich Luxusgüter wie teurer Schmuck, Autos und Jachten; denn die Bevölkerung, deren größter Teil sowieso schon in Armut lebt, sollte nicht noch weiter belastet werden. Unterdessen schlachtete Nordkorea den durchgeführten Atomtest weiter aus und nutzte ihn für Propagandazwecke: Der Atomtest demonstriere die Stärke von Kim Jong-un und zeuge von seinem „eisernem Glauben und Willen“, berichtete eine nordkoreanische Nachrichtenagentur. Schließlich kündigte die Regierung sogar das Waffenstillstandsabkommen von 1953, das das Ende des Korea-Krieges bedeutete und bis dato unangetastet geblieben war, und mögliche Angriffsziele im Falle eines Krieges wurden benannt. Mitte März wurde ein nordkoreanisches Propagandavideo veröffentlicht, in dem ein Kernwaffenangriff auf die USA dargestellt wurde, woraufhin sich die Provokationen zwischen Nordkorea auf der einen und Südkorea und Amerika auf der anderen Seite weiter hochschaukelten. Am 30. März rief Nordkorea gegenüber Südkorea schließlich den Kriegszustand aus und die Situation verschärfte sich weiter: Nordkoreanische Medien meldeten die Wiederinbetriebnahme von Kernanlagen (die für den Bau von Atombomben nötig sind) und die Regierung legte ausländischen Diplomaten und Mitarbeitern von internationalen Organisationen die Ausreise aus dem Land nahe. Dadurch zog Nordkorea sogar den Ärger von ehemals Verbündeten wie China auf sich, denn auch den chinesischen Diplomaten wurde die Ausreise empfohlen. Durch das Abrücken von Verbündeten isolierte Nordkorea sich immer weiter von der internationalen Staatengemeinschaft und machte gemeinsame internationale Beziehungen fast unmöglich. Die Außenminister der USA und China, John Kerry und Wang Yi, forderten Kim Jong-un zu einer friedlichen Lösung des Konflikts und Gesprächen mit Südkorea auf, die dieser jedoch ablehnte.

Eine Überraschung in diesem überhitzten Konflikt bot jedoch der 15. April: Zum Geburtstag des Staatsgründers Kim Il-sung wird in Nordkorea jedes Jahr ein Fest abgehalten. Zu erwarten war, dass die Regierung um Kim Jong-un den Feiertag im Krisenjahr 2013 mit einer Militärparade oder ähnlichem begeht. Das war jedoch nicht der Fall, gefeiert wurde mit einem Blumenfest, und zur Feier des Tages erhielten die Bürger laut Medienberichten eine Extraration an Reis und anderen Lebensmitteln. Manche Experten stimmte dieses Verhalten Nordkoreas optimistisch, was sich jedoch als vorschnell herausstellte. Kim Jong-un drohte nämlich kurz darauf damit, in Zukunft auf die „Provokationen“ durch die USA und Südkorea ohne jegliche Vorwarnungen zu reagieren. Er stellte zwar internationale Verhandlungen in Aussicht, allerdings unter der Bedingung, dass Südkorea und die USA sich ab sofort nicht mehr gemeinsam gegen Nordkorea stellen. Außerdem dürfe das nordkoreanische Kernwaffenprogramm nicht Gegenstand der Verhandlungen sein, im Gegenteil; Nordkorea forderte sogar die offizielle Anerkennung als Atomwaffenstaat (wie es zum Beispiel auch die USA, Russland, China und andere sind).

Am 6. Mai wurde schließlich bekannt, dass Nordkorea zwei Raketen von ihren Abschussrampen abgezogen hat, was erneut vielfach als möglicher Schritt hin zu einer Deeskalation gedeutet wurde. Nur einen Tag später hat China allerdings die Geschäfte mit der nordkoreanischen Außenhandelsbank abgebrochen und folgt damit der Sanktionierung durch die Vereinten Nationen. Welche Auswirkungen dieser Schritt hat und wie die Involvierten, allen voran Nordkorea, darauf reagieren, war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht abzusehen. Selbst wenn sich die Andeutungen in Bezug auf eine mögliche Entspannung der Situation verdichten, sind die beteiligten Parteien, vor allem Nord- und Südkorea sowie die USA, von friedlichen Beziehungen weit entfernt: Der Konflikt auf der Koreanischen Halbinsel wird sich wohl noch länger hinziehen, sein Ausgang bleibt jedoch weitgehend offen.

 

Wenn ihr euch weiter über den Konflikt in Korea informieren wollt, sind diese Internetseiten besonders zu empfehlen:

http://www.sueddeutsche.de/thema/Nordkorea http://www.tagesschau.de/ausland/korea-dossier104.html http://www.focus.de/politik/ausland/nordkorea/

Bild: Sven Unbehauen

13.06.2013
DAS FESTIVAL

Eine Menge von über 40.000 Menschen, die alle zur selben Zeit eine Band wirklich genießen – Das findet man nur auf richtig großen Festivals, und das, ist gerade einmal die Hälfte der Besucher bei Rock am Ring – 85.000 waren vom 7.-9. Juni 2013 am Nürburgring, besuchten die Auftritte von Fettes Brot, 30 Seconds to Mars, Bullet form my Valentine, Fun, Cro und Paramore, ließen sich von the Prodigy in eine Tanzwut treiben, bildeten Moshpits zu Airbourne und Bad Religion, gröhlten bei Kraftclub und Sportfeunde Stiller ordentlich mit, oder genossen den Ausklang des Festivals mit Green Day und Seeed. Vielleicht entdeckten sie auch ihnen vollkommen neue Bands, wie Graveyard, Phoenix oder Clutch, womit viele weniger Bekannte oder Newcomer mit großem Potential, die Möglichkeit hatten vor Mengen mit an die 30.000 Menschen zu spielen.

Viele Besucher reisten schon mittwochs oder donnerstags an, um auf einen der Ring nahen Campingplätze zu kommen (Ein Moskauer Fan fuhr sogar drei Tage mit seinem Motorrad, um am Festival teilnehmen zu können).

Dabei bestand die Möglichkeit das Green Camping zu nutzen – die persönliche Verpflichtung seinen Müll zu entsorgen, keine Stromaggregate oder ähnliches zu nutzen. Im letzten Jahr waren es noch 5.000 Besucher, die dieses Angebot wahrnahmen, in diesem Jahr waren es schon an die 12.000. Allerdings wird Rock am Ring kein komplettes Green Camping Areal werden, sondern man wolle sich nach den Anfragen richten, sodass, falls Interesse besteht, man sich online anmelden sollte.

Nach einer ersten Nacht in Zelt oder Caravan, wachte man in einem sonnigen und heißen Tag auf – vor einem Frühstück wurden freie Hautflächen erst einmal eingecremt. Wer keine Kappe dabei hatte, konnte auf dem Festivalgelände eine Kopfbedeckung kaufen. Zur Wasserversorgung nahm man Tetra Packs mit aufs Gelände – zum besseren Transport hatte man diese mit Hilfe von Gather Tape zu einer tragbaren Variante verbessert.
Während die ersten sich nun auf den Weg zu den Bühnen machten, gab es an diesem Tag für 150 Fans der Band 30 Seconds to Mars sogar die Gelegenheit ihren Idolen auf einer Pressekonferenz ganz nah zu sein und ihre Fragen an sie zu richten. Ganz klar, dass dies auf Seiten der Fans gut ankam. Auch die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden. Falls sich weiterhin Bands bereit erklären, könnte es möglich sein, dass es auch im nächsten Jahr eine Pressekonferenz mit Fanteilnahme geben könnte.

Wer den Tag an der Center Stage, der größten Bühne des Areals, verbrachte, konnte bei Imagine Dragons den Indie-Folk Klängen lauschen und zum Schluss bei „Radioactive“ laut mitsingen. Bei Paramore gab es die ersten Moshpits des Tages – bei Cro konnten auf einmal alles Besucher mit rappen und Fettes Brot brachte das ohne hin schon nass geschwitzte Publikum zum kochen. Im Gegensatz zu FUN, waren die drei Jungs aus dem Norden auch über alle Maßen spontan, spielten nicht bloß ihr Programm herunter. Viele Besucher des Abends waren sich sicher, dass das die beste Band des Tages war – und dabei waren 30 Seconds to Mars, die eigentlichen Headliner, noch gar nicht auf der Bühne. Als deren Frontmann, Jared Leto schließlich durch die Menge ging, konnten sich die wenigsten Fans noch halten. 

Wer zwischenzeitlich zur Alternastage hinüberging, konnte sich noch Bullet for my Valentine ansehen, danach Limp Bizkit und als Abschluss Korn – Keine Frage, vor welcher Bühne die meisten Metalfans zu finden waren.

Beim Vorübergehen fand man auch mal neues auf der Clubstage: „Kakkmaddafakka“ nennt sich die Band aus Norwegen, wobei man sich bloß nicht vom Namen abschrecken lassen sollte – Die Mischung aus Jazz und Pop geht schnell ins Ohr und verführt zum mittanzen.

Nach einem so sonnigen, wie warmen Auftakt, gab es samstags schließlich typisches Festivalwetter: Regen. Gut, wer da an Gummistiefel gedacht hatte! Auf dem Festivalgelände wurden zum Teil Regenponchos kostenlos verteilt, sodass man sich ein wenig behelfen konnte. Andere zeigten sich kreativ und bastelfreudig und schnitten stattdessen Löcher in Müllsäcke, um diese überziehen zu können. Beim Hören der Musik spielte das Wetter aber keine Rolle, vor allem als Airbourne die Centerstage betraten. Mit ihnen hatte man tiefsten australischen Hardrock nach Deutschland geholt, der durchaus an AC/DC erinnert und mehrere Moshpits auslöste.

Gediegener waren The Boss Hoss unterwegs, die mit einer Laola  die Bühne verließen. Im Anschluss gab es wieder etwas für die Metaler unter den Festivalbesuchern – Stone Sour hatte einen satten Ton, der die komplette Menge dazu bewegte im Takt zu klatschen. Getoppt wurde ihr Auftritt nur von Volbeat und – als krönender Abschluss – The Prodigy. Wer allerdings rechtzeitig die Bühne gewechselt und sich den Weg zur Clubstage gebahnte hatte, konnte zunächst Clutch lauschen (laut einem Besucher als „Bärtige Musik“ zu bezeichnen) und danach einen Geheimauftritt der Beatsteakes erleben. Zum Schluss wollte die Menge sie nicht mehr gehen lassen und rief immer wieder nach einer Zugabe. Es folgte Kate Nash und Graveyard, eine schwedische Hardrockband, die schon zum zweiten Mal am Ring auftraten.

Wer lieber keine Lust auf Rockanteile hatte, konnte zu den Auftritten von Phoenix, Leslie Clio, oder Bosse gehen. Alle anderen warteten noch auf der Alternastage auf The Killers um mit ihnen ihre großen Erfolge, u.a. „Mr Brideside“ und „Human“, zu genießen.

Tag drei stellte für viele eine schwere Entscheidung da. Lieber zur Alternastage, um Casper und im Anschluss Seeed zu sehen, oder doch lieber Centerstage mit Bad Religion, Kraftklub, Sportfreunde Stiller und als krönender Abschluss Green Day?

Wer sich für die Center entschieden hatte, sah bald Felix Brummer, der es nicht fassen konnte, dass eine so große Menschenmenge gekommen war, um seine Band Kraftklub zu sehen. Genießen allerdings konnte er es – Stage Diving bis zum ersten Wellenbrecher, woraufhin er einen seiner Schuhe für kurze Zeit einbüßen musste – er bekam ihn später wieder auf die Bühne geworfen.

Green Day setzte jedoch alles vorher da gewesene in den Schatten. 2 1/2 Stunden spielten sie eine gute Mischung aus neuen Songs, aus den Alben „¡Uno!“, „¡Dos!“, „¡Tré!“, und alten aus „Dookie“ und „Nimrod“ Zeiten. Zwei glückliche Fans durften, von Billie Joe Armstrong ausgewählt, auf die Bühne kommen und selbst ihre Version von zwei Green Day Songs, u. a. „Longview“, bringen.

Nach einem fulminanten Abschluss mit Seeed oder Green Day, traten viele der Besucher noch in der Nacht von Sonntag auf  Montag, den 10. Juni, die Heimreise an. Glücklich, wer nicht am Steuer saß, sondern als Beifahrer, oder auch Zugreisender, schlafen konnte – oder aber auch glücklich, wer als Fahrer eine wache Begleitung hatte, mit der er sich über dieses Wochenende, diese drei wunderbaren Tage, austauschen konnte!

Die Verantwortlichen zeigten sich ebenso zufrieden – Auch was die Kooperation der Teilnehmer und deren Hilfsbereitschaft untereinander anginge.

Laut Lieberberg könnten nächstes Jahr sogar vier, statt drei Tage, gefeiert werden, da Rock am Ring 2014 auf Pfingsten fällt. Allerdings ist dies nur angedacht. Genaueres steht noch nicht fest. Die Gespräche mit möglichen Bands finden schon jetzt statt; die konkrete Planung beginnt erst ab Januar und Februar nächsten Jahres, dann sollten die ersten Acts feststehen. Beim Vorverkauf, der voraussichtlich schon im August starten soll, sollte man allerdings gut aufpassen und nur an anerkannten Vorverkaufsstellen Karten erstehen. In diesem Jahr wurden an die 230 falsche Tickets gemeldet. Man versucht zwar die Täter zu ermitteln, der Schaden des Käufers kann in den meisten Fällen jedoch nicht behoben werden.

Für alle daheim Gebliebenen wurden von SWR und EinsPlus Liveübertragungen der Konzerte angeboten. Trotz bestem Wetter wurden diese schon freitags von über einer Million Menschen wahrgenommen. Samstags waren es sogar rund zwei Millionen.

Dabei bestand auch die Möglichkeit seine Tweets und Instagram-Fotos in Echtzeit selbst auf den Bildschirmen zu sehen, sodass die Fans selbst interaktiv das Programm – auch per SMS Voting – mit gestalten konnten.

Wer selbst leider nicht dabei sein konnte, oder sich die Konzerte noch einmal ansehen möchte, kann bis zum 14. Juni, immer um 17 Uhr  ein „Rock am Ring Spezial“ in EinPlus sehen, oder entscheidet sich für ein „Rock am Ring XXL“ im SWR Fernsehen am 14. Juni (0.30 Uhr) oder am 15. Juni (ab 23.35 Uhr). Einzelkonzerte werden ab dem 21. Juni bis zum 12. Juli immer freitags um 0.30 Uhr gezeigt.

Wer davon wieder ins Festivalfieber gerät, kann auch überlegen, ob er „Rock’n Heim“ am Hockenheimring besuchen will. Das neue Schwesterfestival, das zum ersten Mal vom 16. – 18. August stattfinden wird, soll dabei keine Konkurrenz zu Rock am Ring oder Rock im Park sein. Auch das Booking der Festivals hat keinen Einfluss untereinander. Rock’n Heim wird musikalisch weniger breit gefächert sein und ist als eine Art Abschluss der Festivalsaison im August gedacht. Die Verantwortlichen hoffen auf 40.000 Besucher.

Foto: Achim Raschka / CC-BY-SA-3.0 (www. commons.wikimedia.org/wiki/File:13-06-07_RaR_Cro_01.jpg)

12.06.2013
Essstörungen

„Liebe geht durch den Magen“, Liebeskummer hat oftmals Kummerspeck zur Folge … man kann also sehen, dass wir nicht nur essen, weil wir unser Grundbedürfnis, den Hunger, stillen wollen, sondern dass das Essen eng mit Emotionen verbunden ist. Wenn jedoch mit der Zeit Nahrung zum essentiellen Mittel wird, um Kummer und Stress zu bewältigen, dann verfallen wir in ein gestörtes Essverhalten. Dies ist natürlich nicht gleichzusetzen mit Essstörungen, doch der Übergang von auffälligem zu krankhaftem Essverhalten ist fließend und geschieht manchmal unbewusst. Gründe für diesen Übergang sind tief in der Seele verankert. Es sind Lösungsversuche für tiefer liegende Probleme oder Ausweg, Flucht oder Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse. Aber auch stummer Protest oder Ablehnung können sich in Essstörungen äußern. Sie signalisieren Verweigerung und stehen doch zugleich für Resignation oder Anpassung, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung definiert.
Im familiären Umfeld kann die Ablehnung von Mahlzeiten von Jugendlichen als Mittel eingesetzt werden, um den Eltern ihre Grenzen aufzuzeigen. Junge Menschen versuchen sich von den Eltern zu lösen und ihre eigene Persönlichkeit zu finden, was sich eben in verändertem Essverhalten wiederspiegeln kann. Auffällige Verhaltensweisen sollten von Familie, Lehrern, und Freunden nicht einfach ignoriert werden. Wenn ein Mädchen oder ein Junge sich stark und ständig mit dem Thema Gewicht und Figur beschäftigt, wenn Diät zum Dauergespräch wird, wenn Essen nicht mehr genussvoll erlebt werden kann, spätestens dann sollte man eingreifen.
Das Problem des „schlank-sein-Wollens“ geht einher mit Idolen wie Stars und Models, in dessen Welt eine schlanke Figur als Ideal gilt. Dieser unrealistische Maßstab für Schönheit sorgt vor allem bei Mädchen dafür, dass diese sich schnell dick und hässlich fühlen. Besonders in der Pubertät sind Jugendliche anfällig dafür und lassen sich schnell beeinflussen. Zudem machen Medien glaubhaft, dass schlanke Menschen nicht nur schön sind, sondern auch erfolgreicher im beruflichen und sozialen Leben.
Doch auch die Clique kann als „Idol“ fungieren. Das bedeutet, man orientiert sich an der Meinung der Peergroup, die ebenso vorgibt, was „in“ ist und was nicht. Besonders sensible und zurückhaltende Personen lassen sich davon stark beeinflussen. Gilt in einer Clique also das Bild „schlank“ als „in“, so entsteht ein großer Druck auf die einzelnen Personen.
Medien und Werbungen verschlimmern oftmals das Problem. Wunderdiäten, die eine Bikinifigur oder einen Sixpack innerhalb von kürzester Zeit versprechen, verschweigen das Problem des Jojoeffekts. In den meisten Fällen wiegt man nach der Diät mehr als davor. Also: nächste Diät und nochmal alles von vorne. Ein ewiger Teufelskreis, der nicht nur gesundheitliche Problem zur Folge haben kann, sondern zudem auch noch den Geldbeutel belastet. Noch schlimmer als diese unrealistischen Wunderdiäten: Medikamente. Hierfür gilt eine goldene Regel: Finger weg von Medikamenten! Medikamente, die beispielsweise entwässern oder abführen, können zu Kaliummangel führen. Man wird schlapp und bekommt Kopfschmerzen, nicht selten resultieren daraus Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden.
Dies sind alles Faktoren, die nicht selten in einem Schlankheitswahn enden, der nur schwer wieder unter Kontrolle zu bringen ist.

Bild: Rainer Sturm pixelio