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Medienkompetenz

Licht aus, Beamer an

Tipps für eine gelungene Präsentation im Schulunterricht

 

Ein Referat vor dem Lehrer und der ganzen Klasse – schon allein bei der Vorstellung läuft es vielen eiskalt den Rücken hinunter. Mit einer guten Vorbereitung und Planung muss ein Referat jedoch nicht zur Zitterpartie werden, sondern – ganz im Gegenteil – ein voller Erfolg.
Wer ein Referat in der Schule halten muss, kann, je nach Ausstattung der Räume, zwischen drei Präsentationsmöglichkeiten wählen: der Power-Point-Präsentation, der Präsentation mit Folien und einem Overhead-Projektor oder dem freien Vortrag, bei dem nur gesprochen wird und es keine visuellen Hilfsmittel gibt. Gerade die letzte Variante ist jedoch nur echten Vortragsprofis zu empfehlen, da die Aufmerksamkeit des Publikums dabei ausschließlich auf den Referenten gerichtet ist. Um ohne jegliche Hilfsmittel ein Thema vermitteln zu können bedarf es einer besonders guten sprachlichen Ausarbeitung, Körpersprache und Selbstbewusstsein. Für Anfänger sind die Power-Point-Präsentation und die Overhead-Präsentation deswegen eher geeignet.

Der Vorteil einer Power-Point-Präsentation ist die relativ einfache Gestaltung, wenn man mit dem entsprechenden Computer-Programm vertraut ist. Am PC lassen sich Bilder mühelos in die Präsentation einfügen, verkleinern oder vergrößern. Wer sein Referat mit Power-Point gestaltet, sollte allerdings darauf achten, seine Präsentation nicht mit Animationen, bunten Schriftzüge oder eingeblendeten Geräuschen zu überfrachten. Das lenkt das Publikum zu sehr vom Inhalt der Präsentation ab. Besser ist es, stattdessen die einzelnen Punkte nacheinander einzublenden und einen möglichst neutralen Hintergrund zu wählen oder ein dezentes Muster, das zum Thema passt. Bei einem Power-Point-Referat ist es außerdem ratsam, die Präsentation ein Tag vor dem eigentlichen Referat am Beamer im entsprechenden Raum in der Schule auszuprobieren. Gibt es Verschiebungen der Schrift oder der Bilder, kann dann zuhause am eigenen Computer noch einmal nachgebessert werden. Am Tag der Präsentation ist es dafür zu spät. Wichtig ist es dann nämlich, sich nicht mehr zu sehr auf die Technik konzentrieren zu müssen. Die Gefahr, während der Präsentation die ganze Zeit auf den Laptop zu starren oder an den Tasten rumzuspielen, ist bei Power-Pont groß. Deswegen: Vorher alle möglichen technischen Pannen ausschließen, damit man sich während des Vortrags komplett auf den Inhalt und das Publikum konzentrieren kann.

Das ist auch bei einem Referat mit Overhead-Projektor und Folien wichtig. Anders als beim Power-Point-Referat können hier die einzelnen Themenpunkte nicht nacheinander eingeblendet werden. Stichworte, die erst später verwendet werden, sollten deswegen immer mit einem Blatt abgedeckt und erst nach und nach aufgedeckt werden. Dadurch konzentriert sich das Publikum wirklich auf das, was gerade besprochen wird und liest nicht schon weiter. Vorteil einer Folien-Präsentation ist, dass technische Pannen ausgeschlossen eigentlich werden können. Wer die Folien ausgedruckt und seine Notizen fertig hat, hat eigentlich alles Notwendige zusammen.
Nicht nur bei Folien für den Overhead-Projektor, sondern auch bei denen einer Power-Point-Präsentation ist es wichtig, ein durchgängiges Layout zu nutzen. Überschriften und Unterpunkte sollten immer in der gleichen Größe geschrieben sein. Maximal erlaubt sind zwei unterschiedliche Schriftarten, um beispielweise Zitate von den eigenen Zusammenfassungen zu unterscheiden. Ein wildes Durcheinander an Schriftarten, – größen und Gliederungen erschwert dem Publikum den Zugang zum Referat und lenkt ab.

Die Gliederung und ein klares Konzept sind bei einem Referat das Maß aller Dinge. Wer einen roten Faden hat, der sich durch das ganze Referat zieht, macht es nicht nur seinem Publikum, sondern auch sich selbst leichter. Eine Frage zum Einstieg, ein Zitat oder eine provokante These erzeugt Aufmerksamkeit beim Publikum. Danach folgt am besten ein kurzer Überblick über den Inhalt, also das was jetzt folgen wird. Dadurch weiß das Publikum, was auf es zukommt und kann die darauffolgende Präsentation besser aufnehmen. Wer sein Referat abrunden möchte, kommt nach dem inhaltlichen Teil wieder auf den Einstieg zurück, beantwortet die Anfangsphase oder kommentiert das genannte Zitat. Dadurch wirkt die Präsentation in sich geschlossen und durchdacht.
Um zu einem solchen runden Konzept zu gelangen bedarf es allerdings einer eingehenden Vorbereitung. Nachdem der Lehrer die Referatsthemen verteilt hat, kommt es zunächst darauf an, sich umfangreich zu informieren, in Büchern oder im Internet. Die gesammelten Informationen muss man danach ordnen und aufbereiten, je nach Themen zum Beispiel in Thesen unterteilen oder chronologisch ordnen. Erst dann folgt die Gestaltung der Folien oder der Power-Point-Präsentation. Parallel dazu kann man sich Karteikarten mit Notizen machen, die man während es Vortrags als Gedankestütze nutzen will. Faustregel hier: Auf den Folien stehen nur die wichtigsten Stichpunkte, auf den eigenen Karteikarten Ergänzungen und nur die vorher gesammelten Informationen gehen noch mehr ins Detail. Auch wenn es einfach ist, den eigenen Vortrag komplett auf Karteikarten zu schreiben, läuft man damit Gefahr, während des gesamten Referats nur abzulesen. Karteikarten deshalb, weil bei vor Aufregung zitternden Händen dünnes Papier schnell flattert, bei festen Pappkarten diese Gefahr aber nicht besteht. Die eigenen Notizen sollten gut leserlich sein und mit Absätzen an den Stellen untergliedert sein, an denen man auch beim Vortrag eine kurze Pause machen will.

Noch kurz einige Anmerkungen zur Vortragstechnik: Klar ist das Lampenfieber vor einem Referat immer groß. Trotzdem sollte sich der Redner bemühen, laut und deutlich zu reden und Blickkontakt zum Publikum zu halten. Dabei muss er nicht stur eine Person anstarren, sondern kann den Blick schweifen lassen, von einer Person zu anderen, dann wieder kurz auf den Zettel und dann wieder ins Publikum. Außerdem sollte man sich immer darüber bewusst sein, dass man sich selbst zwar schon seit Wochen mit dem Thema befasst und einige Formulierungen in und auswendig kennt. Die Klassenkameraden haben von einzelnen Begriffen aber vielleicht noch nie etwas gehört. Deswegen ist es wichtig, langsam zu sprechen, kurze Sätze und nach komplizierten Erklärungen auch Pausen zu machen. Um anfängliche Unsicherheit zu überbrücken, kann es hilfreich sein, die ersten fünf Sätze, die man sagen möchte, auswendig zu lernen und dann alles weitere mit Hilfe der Notizen auf den Karten zu formulieren. Wer vom Lehrer eine zeitliche Begrenzung bekommen hat sollte die auch dringend einhalten, andererseits aber auch bei einem 15-minütigen Referat nicht schon nach 10 Minuten fertig sein. Nicht nur um das richtige Timing zu finden, sondern auch, um sicher ins Referat zu gehen, ist es deswegen wichtig, den Vortrag zuhause mehrmals zu proben. Gut vorbereitet, ist dann auch das Lampenfieber vor dem Referat umso kleiner.

 

Chilly-Linktipps

http://weberberg.de/skool/presentation.html
Zeigt die richtige Körpersprache und Vortragstechnik bei einem Referat