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Ratgeber

Wege in den Profi-Journalismus

„Ich will später mal was mit Medien machen“

Für eine Zeitung schreiben, hinter einem Radiomikrofon sitzen oder vor laufenden Kameras aus dem Bundestag Berichten steht bei vielen Jugendlichen als Berufsziel hoch im Kurs. Anders als in der Medizin oder der Architektur gibt es im Journalismus jedoch keinen Königsweg im Sinne eines allgemein anerkannten Studiengangs, der einen automatisch in die Sendezentrale des ZDF oder in die Chefredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung katapultiert. Das macht den Einstieg für viele Nachwuchs-Journalisten oftmals schwierig.

Die Praxis hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sich unter den vielen verschiedenen Herangehensweisen zwei als sehr beliebt und auch als relativ erfolgsversprechend herausgestellt haben. Das ist zum einen das Studium eines normalen, klassischen Fachs, wie zum Beispiel BWL oder Jura und im Anschluss ein Volontariat oder als zweite Variante ein Journalistik-Studium.

Bei der ersten Möglichkeit geht es vor allem darum, sich auf ein Themengebiet zu spezialisieren und sich Fachwissen anzueignen. Denn wer später journalistisch arbeiten will, muss zwar auch wissen, wie er schreibt, aber vor allem auch was er schreibt. Viele angehende Journalisten studieren oft Geisteswissenschaften, wie Geschichte oder Politik. Entsprechend viele auf Politik oder Geschichte spezialisierte Journalisten gibt es damit auch später auf dem Arbeitsmarkt. Wer sich dagegen für ein naturwissenschaftliches oder ein medizinisches Studium entscheidet und damit später journalistisch arbeiten will, hat nach Expertenmeinung gute Chancen. Themen wie Gesundheit und Forschung werden immer wichtiger. Ein Chefredakteur braucht allerdings auch Mitarbeiter, die sich in diesen Bereichen auskennen, um darüber recherchieren zu können.

Nach einem fachlichen Studium folgt für viele auf dem Weg zum Journalisten das Volontariat, eine meist zweijährige Ausbildung in einer Print-, Fernseh- oder Radioredaktion. Einige absolvieren ihr Volontariat auch vor dem Studium. Hier lernt man vor allem das Wie: Wie recherchiere ich, wie verfasse ich einen Kommentar oder wie produziere ich einen Radiobeitrag? Das Volontariat schließt mit einer Ausbildung zum Redakteur ab.

Eine andere Möglichkeit nach dem Studium ist der Besuch einer Journalistenschule. Viele große Verlage wie der Axel-Springer-Verlag haben ihre eigene Journalistenschule, in denen sie in kleinen Klassen ihren Nachwuchs ausbilden. Die Aufnahme an einer solchen Schule ist jedoch sehr schwierig. Auf die wenigen Plätze kommen Hunderte, wenn nicht Tausende an Bewerbungen. Die Auswahl erfolgt nach eingereichten Arbeitsproben, Bilder- und Allgemeinwissenstests und bisherigen Erfahrungen. Denn wie beim Volontariat hat auch bei der Bewerbung an einer Journalistenschule derjenige einen Vorteil, der bereits praktische Erfahrung gesammelt hat. Deswegen ist es wichtig, bereits während des Studiums parallel in der Praxis Erfahrungen zu sammeln. Das kann ein Praktikum in den Semesterferien, besser aber noch die regelmäßige freie Mitarbeit bei einer lokalen Zeitung oder einem lokalen Sender sein. Gerade kleinere Redaktionen suchen oft Studenten, die als freie Mitarbeiter für sie arbeiten.

Neben der Ausbildung an einer Journalistenschule oder einem Redaktionsvolontariat hat sich in den vergangenen Jahren eine zweite Ausbildungsvariante etabliert: das Journalistik-Studium. Anerkannt sind vor allem die Bachelor-Studiengänge an den Universitäten in Dortmund und Leipzig. Hier lernt man während des Studiums das Handwerk eines Journalisten, das richtige Recherchieren und Texten, in eigenen Lehrredaktionen der Universitäten. Außerdem sind Hospitanzen und Praktika während des Studiums Pflicht. Fachwissen zu einem bestimmten Themengebiet eignen sich die Journalistik-Studenten in einem zweiten Hauptfach oder in einem Nebenfach an. Das Journalisitik-Studium bietet also die Möglichkeit journalistischem Praxiswissen mit Fachwissen in einem Studiengang zu kombinieren. Auch wenn diese Variante immer wieder von manchen Experten kritisiert wird, zeigt die Erfahrung, dass sich die Absolventen der Journalistik-Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt sehr wohl durchsetzen können.

Studium, Volontariat und Journalistenschule geben zwar keine Jobgarantie, sind auf dem Weg zum Journalisten allerdings schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Dass es im Journalismus keine klassische, einzig gültige Ausbildung gibt, muss nämlich nicht unbedingt ein Nachteil sein. Denn so kann jeder die für sich passende Ausbildung wählen.

Chilly-Link-Tipps:

www.medienstudienfuehrer.de Bietet eine Übersicht über alle Medien-Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten

www.jugendpresse.de/ausbildung Die Jugendpresse Deutschland informiert auf ihrer Seite in einer Rubrik über Wege und Ausbildungsmöglichkeiten im Journalismus

www.jugendpresse.de/mentorenprogramm Profis begleiten Dich bei Deiner Ausbildung

Chilly-Buchtipp:

„Fuß fassen im Journalismus“, ISBN Nummer ISBN 978-3-86764-009-1, uvk-Verlag,
9,90 Euro