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05.05.2015
Eine Rundreise durch den Osten Floridas

Ausgestiegen aus dem Flugzeug in Miami haute mich die feuchte Hitze fast aus meinen viel zu warm gefütterten Schuhen. Waren es in Deutschland gerade mal 15 °C, wurden hier auf dem Thermometer 77 °F, also 27 °C, angezeigt. Nachdem das Auto organisiert war, hatte ich ein klares Ziel: Schnell zum Hotel und umziehen! Doch angekommen in Fort Lauderdale hatte sich eine dicke Wolke vor die Sonne geschoben.

Nach einem kurzen Erkundungsspaziergang mit Standbesuch fiel die Entscheidung auf Shoppen. Das ist in Amerika auch sonntags zum Glück kein Problem. Also rein ins Auto und auf zur Sawgrass Mills (12801 W Sunrise Blvd, Sunrise, FL 33323-4020), der gefühlt größten Mall der Welt. Zunächst fiel die Orientierung etwas schwieriger aus, besonders der rieeeesige Parkplatz bereitet mir Sorgen, dass ich nach dem Shopping-Rausch das Auto nicht wieder finden könnte. Aber eins vorweg: Lang lebe das Smart-Phone! Dank neuster Technik fand ich das Auto auch mit meinem nicht vorhandenen Orientierungssinn wieder.

Zurück zur Mall: Hier findet sich alles, was das Herz begehrt, zu Outlet-Preisen, von Kleidern, über Accessoires, Makeup und, und, und … Nach sechs Stunden Marathon-Einkaufen taten mir die Füße richtig weh! Nur die Füße? Meine Hände zum Glück nicht, denn Mädels, wenn man bzw. Frau sich auf solch eine Tour macht, sollte sie schon alleine um ihre Arme zu schonen, an den männlichen Begleiter zum Tüten tragen denken.

Ausgeschlafen und ausgestattet mit neuen Kleidern konnte die nächste Tour beginnen: Nach sechs Stunden Fahrt kamen wir endlich am Kennedy Space Center an. Hielt sich meine Begeisterung schon bei der Planung der Reise für diese Station in Grenzen, fühlte ich mich angekommen in meiner Vorahnung bestätigt. Zu sehen gab es ein paar Raketen und riesige Hallen, gefüllt mit der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt. Wer an der Stelle denkt „Riesige Hallen? Schon der Zeitraum der Luftfahrt ist doch übersichtlich?!“, dem sei an dieser Stelle versichert: Die Amerikaner sind wahre Experten in der Inszenierung ihrer kurzen Geschichte in großen Gebäuden mit viiiieeelen Bildern.

Ein Highlight fand ich dann aber doch noch und es waren nicht die Alligatoren, die sich in den Straßengräben tummelten: In einem weiteren riesigen Gebäude konnte ich die „Atlantis“ bestaunen. Das war doch mal was! Ein Raumschiff, das schon im Weltall war zum Greifen nah. Natürlich nur bildlich zu verstehen, denn wer nur den Versuch unternahm sie anzufassen, wurde sofort von der Security auf unfreundliche Art und Weise zurückgerufen. Nach einer halbstündigen Bustour über das KSC-Gelände mit Blick zur Start- und Transportrampen, fuhren wir dann zurück zum Hotel. So langsam meldete sich auch unser Magen, denn was für wirklich alle Parks in Amerika gilt, sei es Freizeitpark oder eben KSC, das Essen ist verhältnismäßig teuer. Daher kamen wir unserem Ziel näher alle amerikanischen Fastfood-Ketten auszuprobieren. Hier sei kurz erwähnt: Dieses Vorhaben schlossen wir am Ende unserer Reise auch mit Erfolg ab. Von Wendy’s, über Mc Donalds, Burgerking, Tacco Bells, Dunkin Donuts bis zu Subway wir probierten alles aus.

Der dritte Tag stand unter dem Motto „Beach“! Es sollte aber nicht irgendein x-beliebiger Touri-Strand sein. Unsere Wahl fiel auf den abgelegenen „Bahia Honda Beach“. Also fuhren wir Richtung „Florida Keys“. Über den Overseas Highway erreicht man den südlichsten Zipfel Floridas. Man fährt eine wunderschöne Strecke über mit Brücken verbundene Inseln immer das Meer vor Augen.

Im Bahia Honda State Park angekommen erwartete uns klares, blaues Wasser und weißer Sand. Darüber hinaus war das Wasser badewannenwarm. Ein Traum! Nach einem kurzen Zwischenfall mit einer Deutschen, die, typisch deutsch, ihren Strandplatz und die Umgebung in einem Umkreis von 500 m mit ihrem Handtuch reserviert hatte, fanden wir ein schönes Plätzchen halb Schatten halb Sonne. Hier kann man mal einen ganzen Tag verbringen und Sonne tanken!

Aber was wäre ein Florida-Aufenthalt ohne einen Besuch der Everglades, die vom Lake Okeechobee im Norden bis an die äußerste Südspitze der Florida-Halbinsel reichen und zum UNESCO Welterbe zählen. Wer den Everglades Nationalpark besuchen will und jetzt glaubt, man trifft hier auf eine Art ungebändigte Wildnis, der irrt. Der Park ist in verschiedene Bereiche unterteilt, die man, wie sollte es in Amerika anders sein, am besten mit dem Auto erreicht. Die einzelnen Bereiche zeigen dann aber die Natur mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt von ihrer eindrucksvollen Seite. Wer hier die Augen aufhält entdeckt zahlreiche exotische Tiere. Insgesamt sind 350 verschiedene Vogel-, 300 Süß- und Salzwasserfisch-, 40 Säugetier- und 50 Reptilienarten nachgewiesen. Auch wenn er zu den bedrohten Tierarten zählt, so sahen wir den Alligator doch am häufigsten im Park. Die Tierart, mit der ich danach am häufigsten Bekanntschaft machte, war der Moskito. Denn trotz des Anti-Mücken-Sprays (an dieser Stelle soll kurz erwähnt sein, dass „Anti-Brumm“ trotz seiner Wirksamkeit in Tropen in diesem Gebiet völlig versagte) konnte ich mich noch Tage später an geschwollenen, juckenden Stichen erfreuen. Aber auch die konnten uns nicht wirklich vertreiben und so beendeten wir den Tag mit einer Boots-Tour. Nicht nur dass das Wetter super mit viel Sonnenschein war, am Ende konnten wir noch einer ganzen Schaar Delphine zusehen, die auf Fischfang waren.

Das Fazit: Florida zählt für mich zu den schönsten Staaten der USA und ist sowohl für Naturliebhaber als auch für Technik- und Shoppingfans eine Reise bzw. einen Flug wert. Mein nächstes Ziel lautet definitiv: Florida, vielleicht dann mal der Westen.