Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

08.01.2018
Reisebericht Italien

Von Hannah Katharina Meiser

Geplant waren neun Stunden Fahrt, mit Pause vielleicht zehn, aber, naja, was soll ich sagen, im Leben kommt es oft nicht so, wie man es geplant hat.
Also von vorne: Mein Name ist Hannah, ich bin 16 ¾ Jahre alt und habe einen kleinen Bruder. Zusammengefasst wollten wir also zu fünft – Mutter, Vater, zwei Kinder inklusive Hund – nach Italien fahren. Aber, weil es, wie am Anfang schon erwähnt, im Leben nicht immer wie geplant kommt, kam noch jemand dazu: der beste Freund meines drei Jahre jüngeren Bruders.
Super, ein pubertierender Volltrottel mehr!!!

Der Tag vor der Fahrt verlief ziemlich stressig oder eher explosiv. Um zwei Uhr morgens sind wir dann losgefahren, geplant war um drei…
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass unser Hund Autofahren, vor allem Autofahren in der Nacht, nicht so toll findet. Jedes Mal, wenn er in seinem Käfig sitzt, fängt er an zu heulen und ihr wollt nicht wissen, in welch hohen Tönen, da könnte er einer Opernsängerin Konkurrenz machen.
Und wenn du dann um 2 Uhr nachts im Auto zu dritt hinten eingequetscht auf der Rückbank sitzst und einfach nur schlafen willst, ist es echt mehr als nervig.
Nach den ersten sieben Stunden Fahrt war ich dann endgültig wach und genervt, weil ich nicht wirklich schlafen konnte. Um 08:00 Uhr machten wir unsere erste große Pause, um zu frühstücken. Danach ging es bis auf eine weitere kleine Pause weiter nach Italien an den Lago di Ledro, ein See im Gebirge. Um 14:30 Uhr kamen wir dann endlich in der Ferienwohnung in einem Haus mit drei anderen Ferienwohnungen, die alle drei von Italienern und eine von Dänen besetzt waren, an. Was im Grunde nicht weiter schlimm war, da ich dadurch ohne Probleme auf dem Balkon mit meiner besten Freundin telefonieren konnte, es verstand mich ja eh keiner.

Seit wir 2015 nach Italien gefahren waren, gibt es bei uns irgendwie die Tradition, dass ich, wenn wir in der Ferienwohnung ankommen, erstmal Pfannkuchen backe. Das hatte ich gemacht, weil meine Eltern nach zehn Stunden Fahrt immer so fertig waren und mir das nichts ausgemacht hat. Außerdem war mir langweilig. Dieses Jahr war mir nach der ewig langen Fahrt aber auch nicht so gut. Trotzdem hab dann noch eine akzeptable Lösung gefunden: Da die zwei pubertierenden Volltrottel unbedingt Pfannkuchen haben wollten, setzte ich mich einfach auf die Couch und diktierte ihnen, was sie zu tun hatten und siehe da, sie machten es, und die Pfannkuchen waren noch nicht mal schlecht. Seit dem Abend waren es nicht die letzten, die sie gemacht hatten, irgendwie fanden sie Spaß daran. Ich glaube, wir haben jeden zweiten Tag Pfannkuchen gegessen, obwohl sie sie einmal ruiniert hatten, weil sie nur ein paar für sich machen wollten und dann einfach mal zwei Eier, ein bisschen Mehl, kein Öl und viel zu viel Zucker zusammenmischten.

Die Ferienwohnung war jedenfalls sehr sauber und auch sonst ziemlich gut. Wenn man davon absieht, dass ich auf der Schlafcouch schlafen musste, die in der Küche stand, wodurch ich jeden morgen um sieben wach gemacht wurde, da mein Vater ja unbedingt laufen gehen musste :/

An demselben Tag gingen wir abends noch an den Strand und was soll ich sagen, der See war einfach WOW.
Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht wirklich ein Fan von Bergen und Wandern und Mini-Gebirgsseen, aber dieser See war traumhaft. Das Wasser so türkisblau wie in der Karibik, zumindest hab ich es mir so immer vorgestellt. Italien hat aus irgendeinem Grund immer eine magische Wirkung auf mich, ich habe keine Ahnung wieso. Vielleicht ist es das italienische Flair oder deren Traditionen.
Zwei Beispiele: Ich weiß noch ganz genau, dass dort, als ich 2015 das erste Mal in Italien am Meer war, ein Restaurant nicht genug Sitzplätze auf der Terasse hatte. Also hatten die Leute vom Restaurant einfach ein paar Tische auf die Straße gestellt und somit eine Fahrbahn behindert.
Als ich dieses Jahr das zweite Mal in Italien war, ist mir etwas aufgefallen: Wir waren an dem Tag wandern, aber abends sind wir dann doch noch an den Strand und dort fand eine kleine Strandparty statt. Aber es war irgendwie nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, als ich die Musik von unserem Haus aus gehört hatte, nämlich viele Jugendliche in meinem Alter. Nein, dort waren viel mehr Erwachsene, zum Teil auch mit ihren kleinen Kindern, und die haben bei den Jugendlichen gestanden. Es war verrückt…

Die zehn Tage mit den 13-jährigen pubertierenden Volltrottel wurden dann doch noch ganz lustig. Im Grunde war es einfach deren wirklich grenzenlose Verpeiltheit und Vergesslichkeit, die das alles einerseits sehr amüsant, anderseits aber auch sehr nervig machte.
An einem Abend wollten wir z.B. ein bisschen am See entlang spazieren und Volleyball auf einem Volleyball-Feld direkt am Strand spielen. Wir waren vorher noch Eis essen und hatten den Volleyball den zwei Pubertierenden in die Hand gedrückt. Als wir dann eine gute halbe Stunde später am Volleyball-Feld standen, fiel den beiden auf, dass sie den Volleyball an der Eisdiele vergessen hatten. Typisch…
Natürlich fiel an dem Abend auch der Ball ins Wasser und er trieb so weit raus, dass ich mich opferte und ins Wasser sprang.

Zusammengefasst war der Familienurlaub inklusive pubertierender Volltrottel, Frühaufsteher-Eltern und einem heulenden Hund dann aber doch ein sehr schöner Urlaub.
Familie nervt, das ist normal, aber obwohl ich schon fast 17 bin, könnte ich mir Ferien ohne sie nicht vorstellen, weil es ja irgendwie schon ein bisschen dazu gehört.