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13.07.2017
Interview mit Deutschlands Nummer 1

Von Laura Meyer und Sandra Cavallaro

 

Chilly: Erstmal herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichsten Musiker in den deutschen Charts gleich nach Justin Bieber, so steht es auf deiner Wikipedia-Seite.

Mark: Wirklich?

Chilly: Liest du die nicht selber?

Mark: Nein, ich weiß gar nicht, wer das schreibt und immer aktualisiert. Steht das da wirklich? Cool!

Chilly: Du bist ja in relativ kurzer Zeit sehr erfolgreich geworden. Dein erstes Album ist 2012 erschienen und seitdem haben es immer wieder Lieder wie „Au revoir“, „Wir sind groß“ und jetzt zuletzt „Chöre“ unter die Top 10 der deutschen Charts geschafft. Wie lange machst du denn schon Musik?

Mark: Als Kind hat mich meine Mutter gezwungen Klavierunterricht zu nehmen. Ich war immer zu faul zum Üben, ich habe dann eher so meine eigenen Melodien vor mich hin geklimpert und das mache ich heute immer noch genauso.

Chilly: Spielst du auch noch weitere Instrumente?

Mark: Ich spiele nur ein bisschen Klavier und sehr, sehr schlecht Gitarre. Ich kann fast vier Akkorde, aber ich habe gehört, das reicht auch schon für Hits.

Chilly: Komponierst du deine Songs alle selbst?

Mark: Die Texte schreibe ich alle selber und die Songs habe ich für mein erstes Album auch noch alle selber geschrieben, aber seit meinem zweiten Album schreibe ich auch gerne mit Freunden zusammen, z.B. mit meinem Keyboarder, der hier mit uns auch immer auf Tour unterwegs ist.
Es ist schöner, wenn noch jemand im Raum ist und man so ein bisschen Pingpong spielen kann, aber die Texte und die Melodien, die mache ich dann schon selber.

Chilly: Komponierst du zuerst die Melodien oder schreibst du zuerst die Texte?

Mark: Das passiert irgendwie gleichzeitig. Ich habe in meinem Handy eine Liste mit Notizen und ich laufe immer mit offenen Augen durch die Welt und notiere mir alles Mögliche. Wenn jetzt irgendjemand ganz oft „Flash“ oder „geflasht“ sagt, schreibe ich mir das auf und irgendwann im Studio entsteht dazu ein Lied wie „Flash mich“.

Chilly: Hast du irgendeinen bestimmten Lieblingsplatz zum Komponieren?

Mark: Irgendwo, wo es ruhig und schön ist. Ich fahre gerne weg, miete mir zum Beispiel eine Hütte irgendwo am See oder fahre in wärmere Gebiete. Hauptsache irgendwohin, wo viel Ruhe ist und wenig Trubel.

Chilly: Was ist dein Lieblingsreiseort bzw. -ziel?

Mark: Das kann ich gar nicht so genau sagen, weil ich immer irgendwo hinfahren möchte, wo ich noch nicht war. Ich war jetzt gerade kürzlich in Sizilien, das war toll, da kann man gut essen.
Und davor war ich in Costa Rica, da ist es auch total schön!

Chilly: Jetzt bist du ja auch beruflich viel gereist, um mit verschiedenen Chören deinen Song „Chöre“ aufzunehmen, auch im Radio. Wie kam es dazu?

Mark: Wenn ein neues Lied rauskommt, dann fragen mich verschieden Radiosender oft, ob ich eine Unplugged-Session spielen möchte und das habe ich in den letzten Jahren häufig gemacht. Dieses Mal bei „Chöre“ dachte ich, es würde doch super passen, wenn ich auch wirklich Chöre einlade. Und dann habe ich es tatsächlich mit dem besten Gospelchor der Welt aufgenommen, mit den „Harlem Gospel Singers“. Ich kannte die auch nicht vorher, ich habe einfach gegoogelt, was der beste Gospelchor der Welt ist. Also bin ich auf ihre Homepage gegangen, habe auf Kontakt geklickt und ihnen einfach eine E-Mail geschrieben und das hat dann geklappt.

Chilly: Wie sieht es denn in der Öffentlichkeit aus, wirst du oft von Fans angesprochen, die Selfies machen wollen oder Autogramme haben möchten?

Mark: Ja, das ist in den letzten Jahren natürlich immer mehr geworden. Wenn ich unterwegs bin, werde ich schon oft mal angequatscht. Es gibt natürlich auch Situationen, in denen das total unpassend ist und ich dann auch mal sage: „Jetzt ist nicht der richtige Moment.“ Aber meistens werde ich dann in solchen Momenten auch nicht angesprochen, weil die Leute ja auch Augen und Ohren im Kopf haben. Aber wenn ich irgendwo herumstehe und mich jemand anspricht, dann mache ich das natürlich gerne.

Chilly: Wie stehst du zu Social Media, nutzt du zum Beispiel Facebook und Instagram?

Mark: Ja voll, fast ein bisschen zu viel. Ich habe immer mein Handy in der Hand und gucke, was so los ist. Es passiert ja immer irgendwas und daran bin ich natürlich interessiert und poste dann auch häufig selbst etwas. Aber ich habe vor, demnächst mal eine Pause davon zu machen, wenn es mal ein bisschen ruhiger wird bei mir, damit ich selbst mal eine Pause habe. Ich glaube, das ist ganz gesund.

Chilly: Du hast ja auf Instagram einen Aufruf gestartet, dass man Selfies schicken soll. Was wird denn daraus gemacht?

Mark: Ja, diesen Aufruf habe ich für meine Tour gestartet. Unter die geschickten Selfies sollte man schreiben, aus welcher Stadt man kommt, denn beim jeweils passenden Tour-Termin spielen sie eine Rolle. Mehr möchte ich jetzt nicht verraten, dafür muss man sich schon ein Konzert angucken. Das Lied „Selfie“ sagt ja alles – lach.

Chilly: Hast du eigentlich schon mal deinen Promibonus eingesetzt?

Mark: In Hotels merke ich zum Beispiel öfters Unterschiede zwischen mir und meiner Band. Manchmal steht dann bei mir ein Teller mit Obst oder Ferrero Küsschen liegen da herum. Das ist dann schon ein Vorteil. Und erkannt werde ich oft, wenn ich mit dem Auto an der Ampel stehe, dann wird mir nett vom Fahrer nebenan gewunken. Aber im Straßenverkehr merke ich noch keine Vorteile, an der roten Ampel muss ich auch immer noch halten. Ich wurde auch nicht angehalten seit ich Promi bin, aber das ist ja auch noch nicht so lange. Mal gucken was passiert.

Chilly: Noch einmal zurück zum Song „Chöre“. Wie war es für dich, den im Kino bei „Willkommen bei den Hartmanns“ zu hören?

Mark: Das ist total verrückt. Ich habe das diesen Herbst zweimal erlebt, auch bei „Trolls“, als ich die Figur Branch synchronisiert und auch ein Lied gesungen habe. Und bei „Willkommen bei den Hartmanns“ läuft mein Song ja im Abspann. Ich glaube, beide Filme laufen sogar noch im Kino, ich bin jetzt scheinbar voll drin im Kino-Business.
Mein Lied „Chöre“ gab es ja vorher schon und Simon Verhoeven, der Regisseur von „Willkommen bei den Hartmanns“, hat sich das Lied ausgesucht und mich gefragt, ob ich das für diesen Film hergeben würde. Den durfte ich mir dann auch vorher anschauen und ich finde den Film echt toll. Das ist ein rührender, zugleich lustiger und sehr schlauer Film, der zu einer sehr aktuellen Thematik alle Meinungen widerspiegelt. Jeder dürfte sich darin selbst finden und der Film macht Lust, sich danach darüber zu unterhalten. Und dann ist es auch noch der erfolgreichste Kinofilm des Jahres, ich bin wirklich stolz, dass mein Lied als Titelsong ausgesucht wurde.

Chilly: Durftest du auch das Set besuchen?

Mark: Nein, der Film war schon komplett fertig, bevor die mich überhaupt gefragt haben. Aber ich war bei den Premieren dabei – bei besonders großen Filmen gibt es jeweils eine Premiere in Berlin und München – und dort konnte ich mit den Schauspielern abhängen. Zur Zeit des Drehs wusste ich noch gar nicht, dass ich jemals etwas mit diesem Projekt zu tun haben werde.

Chilly: Wie war denn für dich die Synchronarbeit bei „Trolls“ im Vergleich zu Studioaufnahmen von deinen Liedern?

Mark: Bei „Trolls“ habe ich zwar auch Lieder gesungen, aber die meiste Zeit musste ich sprechen. Das war eigentlich nicht so schwer wie ich dachte, aber es gibt so einen Moment im Film, da wird mein Charakter Branch sehr emotional und das ist gar nicht so einfach, diese Gefühle auszudrücken. Beim Singen ist das kein Problem für mich, aber wenn ich dann wirklich so gefühlvoll sprechen soll, ist das nicht so einfach, da habe ich ein paar Versuche gebraucht.

Chilly: Wurden dir dann auch ein paar Schauspiel-Basics beigebracht? Mimik spielt beim Synchronisieren doch bestimmt auch eine Rolle.

Mark: Das ist lustigerweise auch nicht so schwer, weil man beim Synchronisieren wirklich Satz für Satz durchgeht. Aber man muss auf ziemlich viele Sachen achten. Als Erstes zählt der Ausdruck, dann muss alles klar ausgesprochen werden. Ich bin ja aus der Pfalz, das heißt es darf kein pfälzischer Dialekt mit reinkommen. Dann müssen die Lippenbewegungen auf die von Justin Timberlake angepasst werden, der das Ganze ja im englischen Original eingesprochen hat. Man muss auf voll viele technische Sachen gleichzeitig achten. Das Original bekomme ich zum Glück zwei- bis dreimal gezeigt, dann kann ich üben, aber beim Aufnehmen höre ich mich dann nur noch selber.

Chilly: „Wie lange dauert es einen solchen Filmen einzusprechen?

Mark: Eine Woche hat das gedauert, also eine Woche lang jeden Tag.

Chilly: Erzählst du uns zum Abschluss noch von kommenden Projekten, die in 2017 geplant sind?

Mark: Dieses Jahr passiert total viel, erstmal geht’s mit ganz viel Fernsehen los. Im Januar kam die neue Staffel „The Voice Kids“, da bin ich jetzt zum dritten Mal dabei und bin jetzt Titelverteidiger, die Mission zweiter Stern beginnt! Es war eine sehr, sehr gute Staffel! Und dann geht’s weiter mit „Sing meinen Song“, dafür fliege ich nach Südafrika und suche momentan die Lieder aus. Ich höre mich gerade durch das Gesamtwerk der Kelly Family und BossHoss und so, was nicht immer einfach ist. Aber bei BossHoss ist mir aufgefallen, dass da teilweise sogar richtige Lieder dabei sind.

Chilly: Vielen Dank, Mark Forster.