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11.11.2016
Jungfilmer können Projekte realisieren

kinoMit insgesamt 84.681 Euro fördert die Saarland Medien im Rahmen der Förderausschreibung 2016 zwölf Projekte. Dabei war die Resonanz auf die Förderausschreibung mit 38 Anträgen so hoch wie noch nie zuvor und lockte auch erneut Filmschaffende aus dem ganzen Bundesgebiet in das Saarland. „Die saarländische Filmförderung hat sich als ein kleines aber feines Förderinstrument etabliert, wie die Rekordzahl der Bewerbungen belegt. Und wir hoffen, dass sich auch in diesem Jahr aus den Projekten wieder große Filme realisieren lassen“, so der Geschäftsführer der Saarland Medien Uwe Conradt.

Im Rahmen einer Abendveranstaltung, durch die Radiomoderator Rolf Vogl führte, wurden die geförderten Projekte der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Anschluss traf sich die Filmszene zum Austausch über aktuelle und künftige Projekte.

 

Die geförderten Projektträger im Überblick:

Festivalförderung

Prof. Dr. Klaus Huckert: Filmfestival „Jazz im Film und Live-Jazz“
(3.000 Euro)

Das Festival beleuchtet intensiv das Verhältnis von Jazz und Film. Sei es, dass Jazz selbst in einem Film thematisiert wird oder dass der Jazz maßgeblich die Filmmusik prägt. Umrahmt wird das Programm von jeweiligen Live-Auftritten unterschiedlicher Jazz-Musiker. Infos: www.jazzimfilm.de

Stoffentwicklungsförderung

Alison Kuhn: Das Schwindelgefühl beim Betrachten der Sterne (7.500 Euro)

Den Berliner Theaterregisseur Roberto verschlägt es in das fiktive saarländische Dörfchen Winterweiler, in dem er eine Laientheatergruppe, bestehend aus skurrilen und gleichzeitig doch liebenswerten Personen, leiten soll. Urbane Überheblichkeit trifft auf ländliche Ehrlichkeit und den saarländischen Dialekt.

Projektentwicklungsförderung

Christian Klees: Das arglose Mädchen (Medea). Ein intermediales Theaterprojekt. (2.300 Euro)

Medea und ihr Geliebter, der griechische Held Jason, müssen ihre Heimat Kolchis verlassen und fliehen nach Korinth. Aber auch dort ist ihnen das Glück nicht vergönnt, bleibt Medea doch immer nur die fremde Nicht-Griechin. Medeas Unglück wird zur privaten Tragödie und mündet im Mord an den eigenen Kindern. Das Stück wird als zeitgenössische Fassung an der Schnittstelle zwischen Theater und Film inszeniert und feiert am 14. März 2017 Premiere in der Alten Feuerwache in Saarbrücken.

Marah Schneider: Jacob‘s Schwestern (3.571 Euro)

Das Jahr 1930. Auf einem Hof in den Voralpen lebt der verwitwete Großbauer Mayrhofer mit seinen beiden Töchtern Martha und Lisa sowie mit dem schweigsamen Sohn Jacob. Martha ist die eigentliche Triebkraft, die den Hof am Leben erhält, während Lisa wenig mit der rauen Wirklichkeit der Kuhstallungen zu tun hat. Mit ihrer Zierde und musikalischen Begabung ähnelt sie eher der verstorbenen Mutter und wird deswegen vom Vater missbraucht, der sie im Gegenzug von der harten Arbeit am Hof in Schutz nimmt, ihr sogar Ausflüge ins Dorf gewährt. Als sie dort glaubt, Anstellung und Liebe gefunden zu haben, spitzt sich die Tragödie zu.

Produktionsförderung

Max Grummel: Gleichgewicht (5.000 Euro)

Ina Wolkow ist Ballett-Tänzerin. Sie bekommt von ihrer tyrannischen Mutter Medikamente in einer gefährlich hohen Dosis verabreicht, damit sie eine schwierige Aufnahmeprüfung bestehen kann. Doch Ina hat ihren eigenen, grausamen Plan, um sich aus der Opferrolle zu befreien.

Frederic Zenner: Containern – Wühlen nach Werten (5.000 Euro)

Drei Freunde bergen nachts das noch verwertbare Essen aus den Mülltonnen diverser Supermärkte. Der Film hinterfragt die Sinnhaftigkeit des Containerns als sozialkritisches Phänomen und zeigt legale Alternativen zum Containern auf, die geeignet sind, ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen.

Jörn Michaely: Ellen und Alan (6.100 Euro)

Ellen und Alan, 16 Jahre alt und Zwillinge, sind lange von ihrer arbeitsbesessenen Mutter, die nie hinter der Tür zu ihrem Arbeitszimmer hervorkommt, vernachlässigt worden. Zu lange. Für Alan gibt es nur noch einen Weg, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Er droht damit, sich umzubringen. Ellen wendet sich in ihrer Hilflosigkeit an die Mutter.

Jörn Michaely: Die Formel (6.710 Euro)

Eine Frau findet eines Abends in ihrem Haus einen fremden Mann vor. Es ist ein Polizist, der vor einiger Zeit vom Verkehrs- in das Einbruchdezernat versetzt werden wollte. Da durch die niedrige Kriminalitätsrate dort allerdings kein Personalbedarf herrschte, beschloss der Fremde, selbst Hand anzulegen und Einbrüche zu verüben. Nun möchte er ins Morddezernat…

Die Kurzgeschichte vom Saarbrücker Autor Peter Loibl wird von saarländischen Studenten verfilmt.

Dr. Heribert Leonardy: Aisha (7.500 Euro)

Auf mehreren Zeitebenen erzählt der Regisseur die Geschichte von Hugues, der 1265 seine Geliebte Blanche zurück lässt, um mit zwei Freunden in einen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems zu ziehen. Dort wird er nach einer Schlacht von der einheimischen Aischa gerettet, woraufhin er sich vom Krieger zum bittenden Bruder wandelt. Als 1292 Jerusalem endgültig für die Christen verloren ist, begibt er sich auf den Heimweg zu seiner geliebten Blanche, die in der Zwischenzeit als Nonne für seine Rückkehr betete.

Lorenzberger Film: Chained (8.000 Euro)

Nachdem ein Bürgerkrieg weite Teile eines Landes verwüstet hat, versuchen Rebellen und ausländisches Militär die Macht im Staat an sich zu reißen. Inmitten des Chaos verschanzen sich die beiden Freunde Ari und Cato in einem verlassenen Gebäude und träumen von besseren Zeiten.

In einer Nacht stürmen Rebellen das Gebäude. Die Ankunft der Kampftruppe zwingt die Freunde dazu, sich zwischen Sog der Macht und ihrer Freundschaft zu entscheiden. Während Cato im Kampf die Gräuel des Krieges erlebt, erfährt Ari vom Anführer der Rebellen Anerkennung und beginnt sich mit der Ideologie der Kampftruppe zu identifizieren. Die Freundschaft droht zu zerbrechen, was Ari in eine Situation bringt, in der sie eine tödliche Wahl treffen muss.

Lydia Kaminski: Römerkastell (10.000 Euro)

Eine Gruppe junger Menschen hatte das Römerkastell zum Zentrum ihres Schaffens gemacht. Sie haben schlaflose Nächte und Jahre voller Arbeit investiert, um dort ihre Visionen zu verwirklichen. Sie organisieren Veranstaltungen mit dem Namen „Sektor Heimat“, „Atelier Bizarre“ oder “Bon Voyage“, zu denen tausende junge Menschen kommen, um sich von der Magie des Ortes berauschen zu lassen. Durch den Verkauf des Geländes scheint der Traum auf seinem Höhepunkt zu zerplatzen.

WirFILM Bertolone und Ehlayil: Luft (20.000 Euro)

Die 15-jährige Manja ist das „Engelchen“ ihrer Familie. Als gute Seele kümmert sie sich um ihre Mutter, ihre Großmutter und um Nachbarn. Ihr Glaube an das Gute und ihr aufopfernde Art hält das kleine Universum in der Hochhaussiedlung zusammen. Ihre Welt gerät aus den Fugen, als sie auf die 16-jährige Louk trifft, die einige Rehe vor Jägern rettet. Manja versteckt Louk vor den Jägern, die ihr zum Dank dafür einen Kuss gibt. Manja verliebt sich in die „wilde und unbändige“ Louk, unterstützt sie dabei weitere Tiere zu retten und lügt sogar für sie, als diese bei einer Aktion erwischt wird. Dennoch werden ihre Gefühle von Louk nicht erwidert.