Nächste Redaktionssitzung 05. Mai

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12.01.2018
Der Traum von Tokio 2020

Von Alisa Sterkel

Den Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland in Saarbrücken kennt wohl jeder Saarländer. Viele wissen jedoch nicht, dass hier und andernorts im Saarland nicht nur für Olympia, sondern auch für die Paralympics trainiert wird. Bei der Arbeit von und mit behinderten und nicht behinderten Sportlern macht es jedoch keinen Unterschied, ob um olympische oder paralympische Medaillen gekämpft wird, denn: „Leistungssport ist Leistungssport“, so Edmund Minas, Vizepräsident des BRS Saarland (Behinderten- und Rehabilitationssportverband Saarland e.V.).

Für Minas war Sport schon von klein auf ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Seit seinem 6. Lebensjahr leidet er an einer ausgeprägten Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose), die seiner Begeisterung für den Sport allerdings keinen Abbruch tun konnte: „Am Anfang habe ich Volleyball gespielt, dann Sitzball, Tischtennis, ich habe eigentlich fast alles mitgemacht, was der Verein so angeboten hat.“

1981 führte ihn sein Weg zum BRS Saarland, wo Minas seinen sportlichen Werdegang auf der Funktionärsebene fortsetzte. In mehreren Ämtern auf verschiedenen Ebenen, vom Schriftführer und 2. Vorsitzenden im Verein über das Amt des Bezirkswarts bis zum Landessportwart, sammelte Minas wertvolle Erfahrungen. Seit 2002 bekleidet er nun schon mit viel Engagement das Ehrenamt des Vize¬präsidenten des BRS. Inklusionsprojekte liegen ihm dabei besonders am Herzen. Im Jahr 2014 erst begleitete er den Bau einer behinderten¬gerechten Bogenschießanlage in Gersweiler inklusive eines barrierefreien Gemeinschaftsraumes, auf der behinderte und nicht behinderte Sportler gemeinsam trainieren können. Unter anderem trainiert hier die Paralympics-Teilnehmerin von 2008 und 2012 Katharina Schett. Für die Zukunft wünscht sich Minas einen weiteren Ausbau der barrierefreien Trainingsmöglichkeiten sowie behinderten¬gerechte Unterkünfte im Saarland und die Möglichkeit, die Professionalität im Trainerbereich zu verbessern.

Daneben hat der 65-Jährige aber noch eine weitere Leidenschaft: das Boccia, eine Variante des Boule-Spiels. Als Trainer und Betreuer der beiden Athleten Boris Nicolai und der Neueinsteigerin Anita Raguwaran im paralympischen Boccia hat Minas nicht nur allerhand zu tun, er reist auch viel in der Weltgeschichte herum. Denn gemeinsam haben sie ein Ziel: die Teilnahme an den Paralympics 2020 in Tokio. Um das zu erreichen, gilt es, sich in der Weltrangliste einen Platz unter den ersten 16 zu sichern. Dies gelingt nur, wenn man in den vorausgehenden Turnieren genügend Punkte erzielt hat. Nachdem sie dafür in diesem Sommer bereits nach Polen, Spanien und sogar Amerika gereist waren, wird ihre nächste Etappe auf dem Weg nach Tokio das „European Para-Boccia“-Turnier in Portugal vom 25. Oktober bis zum 2. November sein. Minas rechnet seinen Schützlingen durchaus gute Chancen aus. Nicolai belegte im September im Einzel Platz 29 der Weltrangliste. Mit seinem Partner Bastian Keller, der im baden-württembergischen Markgröningen trainiert, belegt er sogar schon Platz 17 im Doppel. Auch für Minas würde nach der passiven Teilnahme an den Paralympics in London 2012 als Besucher mit der aktiven Teilnahme als Trainer und Betreuer 2020 ein großer Traum in Erfüllung gehen.