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31.01.2019
Und was habe ich damit zutun?

Von Hannah Katharina Meiser

Süßigkeiten-Verpackungen, Schlagsahne-, Crème-fraîche-, Schmand-Verpackungen, Käse-/Fleisch-Verpackungen, Plastiktaschen, Spielzeug… Was haben alle diese Dinge gemeinsam? Diese ALLTAGSGEGENSTÄNDE sind nur ein winziger Bruchteil des Problems Umweltverschmutzung. Sie sind alle aus Plastik, was bedeutet, dass die meisten nicht recyclebar sind und damit FÜR IMMER existieren werden.

Welches Problem stellen sie dar?
Das Problem, das immer größer wird und uns droht über den Kopf zu wachsen, ist ganz einfach zu erklären. Plastikmüll, der nicht recycelt wird, landet im Meer. Dort sterben jährlich eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch den Kontakt mit dem Plastikmüll, den wir produzieren (2016). Durch unseren hohen Plastikverbrauch gelangt also auch viel Plastik ins Meer. In vielen Teilen des Meeres gibt es 6 Mal mehr Plastik als Plankton, außerdem gibt es weltweit 5 riesige Plastikstrudel. Im Jahre 1950 wurde das erste Plastik-Produkt auf den Markt gebracht. In dieser Zeit wurden weltweit ungefähr 1,5 Millionen Tonnen Plastik produziert, 2016 waren es 300 Millionen Tonnen. Was bedeutet dass sich die Plastik-Produktion innerhalb von 66 Jahren um das 200fache vergrößert hat.

Was hab ich überhaupt damit zu tun? Warum soll ich mich überhaupt dafür interessieren?
In Deutschland verbraucht jeder Bürger rund 611kg Müll pro Jahr (2012), was insgesamt 11,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in Deutschland macht. Damit ist Deutschland ganz vorne an der Spitze der Plastikverschmutzung in Europa (2016). Dazu kommt, dass nur 42% von den 11,7 Millionen Tonnen in Deutschland recycelt werden (2016). Des Weiteren werden in Deutschland 6 Milliarden Plastiktüten im Jahr verbraucht, die im Durchschnitt nicht länger als 25 Minuten im Gebrauch sind (2016). Ein weiteres Beispiel: Plastikflaschen. Diese brauchen, wenn sie nicht recycelt werden und im Meer landen, 450 Jahre bis sie sich in kleinere Bestandteile auflösen (2016). Diese nennt man Mikroplastik. Mikroplastik zieht aufgrund seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften des Kunststoffes giftige Schadstoffe aus dem Meer an. Dazu kommt, dass die meisten Kunststoffpartikel schon Chemikalien aus der Produktion besitzen. Insgesamt ist die Konzentration an giftigen Schadstoffen an Mikroplastik oft 100mal höher als im Meer selbst.
Durch all das entsteht ein Kreislauf, der sich immerwährend fortsetzt. Das Plastik, das in den Ozean gelangt, wird irgendwann zu Mikroplastik. Dieses fressen Kleinstlebewesen mit, weil sie es für Fressen halten. Sie selbst sind wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Fische und Muscheln. Und von Fischen und Muscheln ernähren sich dann schließlich Vögel, Meeressäuger und WIR:
Genau gesehen essen wir damit unseren eigenen Müll. Außerdem sterben von den „vergifteten Kleinstlebewesen“ die Meeressäuger aus.

Was kann ich dagegen unternehmen?
Es gibt viele Organisationen, die sich für „Plastikmüll-freie Meere“ einsetzen. Unter anderem gibt es die Organisation 4Ocean. Diese Organisation setzt sich für ein plastikfreies Meer ein. Die Organisation fährt mit Booten auf den Ozean raus und fischt den Müll aus dem Wasser. Aus dem Müll machen Sie recyclebare Armbänder, die dann im Internet für 20 Dollar verkauft werden. Außerdem gibt es jeden Monat ein sogenanntes Motto mit dem sie auf eine Tierart aufmerksam machen, die in Gefahr ist. So waren es zum Beispiel im Juni 2018 die Wasserschildkröten. Passend hierzu stellten sie ihre Armbänder in Grün her. Außerdem informiert die Organisation über soziale Netzwerke wie zum Beispiel Instagram seine Follower über die Tierart.
Gegründet wurde die Organisation von zwei Surfern, die einen Surf-Trip nach Bali/Indonesien gemacht haben. Genervt von dem vielen Plastik im Wasser und an der Küste versuchten sie herauszufinden warum niemand etwas gegen das viele Plastik macht. Als sie ein Fischerdorf erreichten, sahen sie, dass die Fischerboote in Plastik schwammen. Plastik soweit das Auge reichte. Die beiden Surfer realisierten, dass sich das viele Plastik weder gut auf die Umwelt noch auf die Marktwirtschaft der Fischer auswirkt. Sie wollten den Menschen dort helfen und konnten nicht mehr aufhören darüber nachzudenken, ob man mit den Fischernetzen das Plastik aus dem Wasser ziehen könnte. Schließlich entstand die Idee ihrer Organisation. In weniger als 2 Jahren haben sie mit der Organisation, die expandierte und bis heute 150 Mitarbeiter zählt, 1.119.238 Pfund Plastikmüll aus dem Ozean und den umliegenden Küsten gefischt.
Wenn ihr mehr über die Organisation erfahren wollt könnte ihr ihre Internetseite unter https://4ocean.com/ besuchen oder ihnen in den sozialen Netzwerken Twitter, Facebook, Instagram, Pinterrest und Youtube, unter dem Namen 4Ocean folgen.