Mitmachen bei Chilly!

Mach mit bei Chilly – dem jungen Magazin im Saarland. Alle Interessierten, auch ohne journalistische Kenntnisse, sind ganz herzlich willkommen. Ruf uns an (Tel. 0681/9681487) oder schreib uns eine Mail an post@chilly-magazin.de

11.06.2018
Wie die Karriere des Regisseurs in St. Ingbert begann| TEIL IV

Von Sandra Cavallaro

Chilly: Marleens Geschichte basiert ja auf einem Abenteuer, was sie einige Überwindung kostet. Bist du selbst ein abenteuerfreudiger Mensch, würdest du so eine ungeplante Reise wie Marleen antreten?
Florian: Ja, ich denke schon. Ich habe zwar so einen Roadtrip alleine noch nicht gemacht, aber bin mit 20, einfach so mit Freunden, mit zwei Autos an die französische Küste gefahren und habe dann dort Urlaub gemacht, mehr oder weniger ungeplant. Ich reise auch weiterhin viel um die Welt, bin mit meiner Frau auch viel unterwegs. Wir reisen auch sehr gerne individuell und nicht so durchgeplant, sondern versuchen uns manchmal einfach treiben zu lassen und ein Abenteuer zu erleben.

Chilly: Wie sehr kommst du durch deinen Beruf um die Welt? Hast du schon in verschiedenen Kontinenten gedreht?
Florian: Die 6 Wochen Afrika mit „Der geilste Tag“ waren auf jeden Fall ein richtiges Erlebnis, weil wir das ganze Land entdeckt haben, obwohl wir zum Arbeiten dort waren konnten wir sehr viel sehen. Die Zeit dort fand ich total beeindruckend. Ansonsten war ich aber auch schon im Studium 6 Wochen in Korea, habe dort ein Auslandssemester gemacht. Da war es auch total spannend, eine fremde Kultur zu erleben. Dann wurde ich mal nach China zu einem Kurzfilmfestival eingeladen. Auch dort habe ich wieder eine ganz andere Kultur kennengelernt, völlig alleine in China zu sein ist auch schon ein Abenteuer für sich. Ich bin sowohl im Studium, als auch bei Pantaleon viel rumgekommen. Vor zwei Jahren war ich in Litauen, da wurde ein Film gedreht. Was Dreharbeiten angeht ist es auch interessant verschiedene Kulturen kennenzulernen, dass die Südafrikaner z.B. nochmal ganz anders drehen und die Strukturen anders sind als in Deutschland. Das ist auch ganz spannend zu sehen, wie das dort läuft.

Chilly: Steht für dich jetzt schon ein neues Projekt als Regisseur an?
Florian: Ja, es ist eins in Planung, eigentlich in der gleichen Konstellation, mit Finn als Autor, mit dem ich schon seit dem Studium zusammenarbeite und mit dem Produzenten von Pantaleon, dem Daniel Sonnabend. Wir drei starten jetzt gerade das nächste Projekt, fangen gerade an das Drehbuch zu schreiben. Da kann ich jetzt nur noch nicht viel verraten.

Chilly: Zu Pantaleon bist du ja gemeinsam mit Finn Christoph Stroeks gekommen, da die Firma euch auf euren Abschlussfilm „Das Gewehr“ angesprochen hat. Kannst du dessen Inhalt beschreiben und was die Produktionsfirma deiner Meinung nach so angesprochen hat?
Florian: Es ist eine ähnliche Art von Film wie „Vielmachglas“ würde ich sagen, auch eine Tragikomödie. Es geht eigentlich um ein ernstes Thema, die Hauptperson, gespielt von Edin Hasanovic, ist Suizid gefährdet, verbringt mit seinen Freunden ein Wochenende im Wald und die wissen nicht genau wie sie mit der Situation umgehen sollen. Die ganze Situation eskaliert dann irgendwie, es hat aber auch trotzdem eine Leichtigkeit, die Jungs haben Spaß miteinander. Man kann bei dem Film lachen, ist aber auch berührt von der Geschichte und das ist genau diese Art von Film, die Pantaleon auch von uns wollte, dass wir einen Film mit ernstem Thema machen, das aber trotzdem leicht erzählt ist. Das hat beim „Gewehr“ funtioniert und bei „Vielmachglas“ hoffentlich auch.

Chilly: Wie groß ist denn das Team und der Dreh bei einem Film an der Hochschule?
Florian: Dort ist alles auch ganz klar reguliert, für den Abschlussfilm hat man 8 Drehtage zu Verfügung gestellt und das wird dann meistens fast von den ganzen Leuten an der Filmhochschule gestemmt, man wird also unterstützt von Kommilitonen, holt sich dann noch Leute dazu, die Erfahrungen am Set sammeln wollen. Bezahlen kann man eigentlich niemanden, das ist bei Studentenfilmen eigentlich immer so, auch die Schauspieler kriegen keine Gage, das ist Gesetz in der Branche und allen Schauspielern bekannt. Um welche zu bekommen, muss man dann auch über das Buch überzeugen. Edin haben wir damals glücklicherweise bekommen, der Lust hatte mitzumachen, genauso wie Mirko Kreibig und Franz Dinda, das sind ja alles gestandene Schauspieler. Es ist natürlich eine andere Arbeit als beim großen Film, es ist natürlich alles unterbesetzt, man hat nur einen Produzenten, der eigentlich alles machen muss. Diese Position ist bei einem großen Film mit sechs Leuten besetzt. Das teilt sich dann natürlich ganz anders auf und an Personal ist man ganz anders aufgestellt. Spielfilme kosten einfach wahnsinnig viel Geld und sind viel teurer.

Chilly: Vor deinem Studium hast du ja bei deiner Ausbildung zum Mediengestalter sicher auch an Projekten gearbeitet. Lässt sich die dortige Arbeit mit der an der Hochschule vergleichen?
Florian: Nein, die Arbeit dort war wirklich komplett alleine, ähnlich wie bei „Ahnungslos“. Da hatte ich einen Freund der den Ton gemacht hat, aber ansonsten habe ich alles alleine gemacht, höchstens mal mit 2-3 Leuten. Das ist nochmal ein komplett anderes Arbeiten und deshalb war es auch wichtig den Schritt zur Filmhochschule zu machen, weil man dort die professionellen Strukturen kennenlernt. Allein diese Logistik, die Leute zu koordinieren und dass man die einzelnen Abteilungen mit Leuten besetzt hat. Der Ablauf an Filmhochschulen ist wirklich ein Schritt weiter zum Kinofilm, auch was man dort für technische Möglichkeiten bekommt, wobei ein Kinofilm da nochmal eine andere Vision hat.

Chilly: War es von Beginn an dein Ziel eine Filmhochschule zu besuchen?… Teil V des Interviews folgt morgen.

Foto: Warner Bros