Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

25.04.2016
Ein magischer Abend

Von Sandra Cavallaro

Der kleine PrinzSeit Dezember 2015 sind die Künstler des neuen deutschsprachigen Musicals auf Europa-Tournee.

Am Freitag, den 19. Februar 2016 wurde „Der kleine Prinz“ in der Congresshalle Saarbrücken aufgeführt.

Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit an der Neuinszenierung des Musicals „Phantom der Oper“ haben sich Deborah Sasson und Jochen Sautter erneut zusammengefunden, um die wunderbare Geschichte des kleinen Prinzen in ein Musical zu verwandeln.

Dabei sind sie nah am philosophischen Inhalt des weltbekannten Buches von Saint-Exupéry geblieben.

Der Musikstil wechselt zwischen klassisch und rockig. Namhafte Musical-Darsteller aus Hamburg, Berlin, Wien und Zürich haben die Hauptrollen besetzt.

Der in Montréal geborene Opernsänger Benoit Pitre verleiht mit seinem unbestritten charmanten französischen Akzent dem Piloten die nötige Pariser Note.

Große sprachliche Virtuosität wurde Ari Gosh abverlangt, der den langen Text des Königs wie ein Maschinengewehr meistert. Eine Anspielung auf Angela Merkel und Dieter Bohlen sorgte für einige Lacher. Gesanglich als auch akrobatisch bestens disponiert verleiht Nicole Ciroth der Schlange eine dämonische Ausstrahlung.

Am meisten hat mich Moritz Bierbaum als kleiner Prinz überwältigt. Der junge Musical-Darsteller, der gerade erst seine Ausbildung abgeschlossen hat, überrascht mit seinem hohen Tenor. Er spielt die Hauptrolle mit solch einer kindlichen Frische, dass ihn keiner auf Anfang zwanzig schätzen würde.

Neben der gesanglichen Komponente wurden erzählerische Figuren wie die Rose, die Schlange und der Fuchs tänzerisch umgesetzt. Viele Bewegungen auf der Bühne führten interaktive Videos weiter. Der dafür verantwortliche Daniel Stryjecki bindet die agierenden Darsteller in die stimmungsvollen Videoprojektionen ein. Ein besonderer Effekt erzeugten Vögel, die sich für den kleinen Prinzen zu einem riesigen Paar Flügel formierten.

Ein hübsches Detail war auch, als zu Beginn die berühmte Zeichnung von der Schlange, welche einen Elefanten verdaut, auf der Leinwand entstand.

Als Video animierter Hammer muss ich die Szene im Rosengarten bezeichnen – zauberhaft!

Mit 3D Projektionen auf eine transparente Leinwand wurde auf der einfachen Bühne der Congresshalle eine große Tiefenwirkung erzeugt. Die liebevolle optische Gestaltung geben die Stimmung des Buches sehr schön wider, wie ich finde.

Der Abschied zwischen dem Prinzen und dem Piloten am Ende erweckt die meisten Emotionen.

Während Antoine de Saint-Exupéry nicht genau beschrieben hat wie der Prinz verschwindet,

haben sich die Regisseure des Musicals für den tödlichen Biss der Schlange entschieden.

Die Leistung der Künstler und des Orchesters (auch wenn man es nicht sehen konnte) kombiniert mit beeindruckender Projektionstechnik haben meine Erwartungen, die ich von einem Musical über den kleinen Prinzen erwartet habe mehr als erfüllt – ein Stück, das verzaubert!

 

Foto: © 2016 susannah v. vergau / photos4dreams