Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

20.02.2019
Netflix erst ab 18? Niemals! Oder doch?

Von Hannah Katharina Meiser

1.14 Millionen Jugendliche (12-19 Jahren) sind User bei Netflix und Co. Die meisten schauen jedoch illegal, denn Netflix ist erst ab 18.

So steht es jedenfalls in den Nutzungsbedingungen. Wer noch nicht volljährig ist, sprich 18 Jahre, darf Netflix nur unter Aufsicht eines Erziehungsberichtigen nutzen. Was bedeutet, dass Mama und Papa neben dran sitzen müssten, wenn Netflix geschaut wird.
Aber warum? Ist Netflix gefährlich? Besteht Suchtpotential?

Studien belegen, dass Netflix größte Reichweite bei Jugendlichen zwischen 14-25 Jahren liegt. Was durchaus vorstellbar ist. Wer kennt es nicht: Wir schauen ein oder zwei Folgen von unserer Lieblingsserie und schnell werden daraus sehr viel mehr Folgen. Unter dem Motto: „Eine geht ja noch!“ Und auf einmal ist es drei Uhr am Morgen und am nächsten Tag ist Schule.

Genau das nennt man Bingewatching (auf Deutsch Serienmarathon), was vom Bingedrinking kommt und so viel bedeutet wie, ein Shot, in diesem Fall aber, eine Folge nach der anderen.
Laut einer Statistik liegen die weltweit bekannten Jugendserien „13 Reasons Why“ und „Stranger Things“ unter den Top 10 Serien des Bingewatchings. „13 Reasons Why“ belegt Platz 8, während „Stranger Things“ Platz 4 belegt. Was die Statistik außerdem noch zeigt ist, dass 90% der Abonnenten, die ein Jahr User bei Netflix sind, ihren ersten Serienmarathon schon hinter sich haben und dass es im Durchschnitt 12 Tage dauert, einen Serienmarathon als Neu-Abonnent zu starten. Was eindeutig beweist, dass Netflix und Co. von wesentlichen Freizeitaktivitäten wie Hobbys nachgehen, Freunde treffen, Spieleabend mit der Familie und auch Hausaufgaben und Lernen, ablenken kann. Durch Bingewatching entsteht ein gewisses Suchtpotential in Bezug auf Netflix, das vor allem Kinder und Jugendliche nicht richtig einschätzen können. Ein Punkt, der Definitiv dafürspricht, ist, dass eine Altersbeschränkung für Netflix notwendig ist.

Aber warum gerade ab 18 Jahren? Wenn man mal vergleicht: Begleitendes Autofahren ist in Deutschland schon mit 17 Jahren erlaubt, Alkohol kann mit 16 Jahren gekauft werden und Netflix darf man nun also erst ab 18 Jahren allein schauen – Was nicht wirklich ins Bild passt. Auf der einen Seite drückt dieser Vergleich also aus, dass irgendwas an Netflix gefährlicher sein muss als Autofahren und Alkohol. Und das obwohl gerade bei Alkohol auch ein gewisses Suchtpotential besteht. Die Gesellschaft traut uns Jugendlichen demzufolge zu, mit 16 Jahren den Konsum von Alkohol kontrollieren zu können, nicht aber den von Netflix.

Auf der anderen Seite kann man jedoch auch von Netflix Serien / Filmen lernen. „13 Reasons Why“ ist ein klassisches Beispiel für Mobbing, und außerdem eine Serie die ungeschönt veranschaulicht, was Mobbing anrichten kann und zeitgleich die Message „Gib dich nicht auf und Kämpfe für dich und die Gerechtigkeit“ ausstrahlt. Aber auch „Pretty little liars“, eine Serie, die den Verlust eines Menschen widerspiegelt und gleichzeitig zeigt, wie stark das Band der Freundschaft sein kann. Außerdem muss Netflix nicht unbedingt eine Allein-Beschäftigung sein, ein Film-/ Serienabend mit den besten Freunden und der Familie ist auch etwas sehr Schönes und bringt oft wieder alle in einen Raum zusammen.

Mit Netflix ist es im Endeffekt genauso wie mit vielem, was irgendwie gefährlich für die Gesundheit sein könnte. Ganz simpel könnte es auch mit Schokolade verglichen werden. In Maßen ist es okay, zuviel davon ist jedoch schädlich. Eine Altersbegrenzung ist in jedem Fall nachvollziehbar, aber ab 18 Jahren ist etwas hoch gegriffen.