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02.09.2017
Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute

„Patrick Salmen“ ist am Freitag, dem 1. Dezember um 20 Uhr zu Gast in der Blieskasteler Bliesgau-Festhalle. Humboldt sagte einst: „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“. Klingt schön. Ist aber schlichtweg falsch. Humboldt, der alte Hippie, scheint in einer sonderbaren Zeit und außerdem nicht im Ruhrgebiet gelebt zu haben. Sonst wüsste er: Das Leben an sich ist großartig, Menschen hingegen eher eine unschöne Begleiterscheinung. Aber Schönheit ist Ansichtssache und Würde ein dehnbarer Begriff. Und was soll man auch tun? Die einzigen Optionen sind bedingungslose Anpassung oder ein isoliertes Leben auf dem eigenen Balkon. Denn draußen lauern sie – ob in Museen, Straßencafés oder unmittelbar vor der eigenen Haustüre – das humane Treiben ist ein einziger Marktplatz der Merkwürdigkeiten. In Kurzgeschichten und Dialogsequenzen beschreibt Patrick Salmen die Widersinnigkeit von Jochen Schweizer-Erlebnisgutscheinen und selbstgebastelten Fotokollagen. Wir begegnen sarkastischen Rentner, schlagfertigen Kellnern, zynischen Postboten, dem Spülmonster und jeder Menge skurriler Gestalten. Es geht um die Ästhetik der Farbe Beige, die Zukunft des deutschen Eierkochers, kleine Prinzen in Körpern von dicken Truckern, Qualen des Nikotinentzugs und um die alles entscheidende Frage – Wo ist die Nase? Und obwohl der allgemeine Zweifel an der Menschheit oftmals überwiegt, offenbart sich oftmals zwischen Idiotie und Wahnsinn eine wundervolle Komik. Letztlich sind Menschen ja doch ganz ulkige Geschöpfe. (mehr …)

25.08.2017
Teil III

©Filmfest München/Kurt Krieger

Chilly: Du bist ja auch schon mal selbst drei Jahre Juror gewesen beim Jugendvideopreis. Warum sind solche Preise für den Filmnachwuchs so wichtig?
Nico: Das Tolle ist, dass sich dort alle Altersgruppen bewerben können, auch Kinder und die Arbeit beim Deutschen Jugendvideopreis war eine wirklich tolle Erfahrung für mich. Es ist sehr interessant, wie die Kids noch ganz unverblümt Sachen probieren, z.B. Animationsfilme. Das ist einfach wahnsinnig bunt und ich fand es toll, welcher Nachwuchs da heranwächst! Da merkt man auch, dass es wichtig ist, dass junge Leute Bestätigung bekommen, auch wenn sie keine guten Filme machen, aber wenn sie etwas gemacht haben, wo man sagen kann: „Das ist noch kein perfekter Film, aber in der Sache hast du Talent!“ Das muss man diesen jungen Leuten mitteilen und sie zum Weitermachen motivieren, weil man diesen Mut braucht als junger heranwachsender Künstler. Da tut es gut von außen, von einer Jury, zu hören, dass man auf einem guten Weg ist. Es ist immer sehr schade, wenn Talente es nicht schaffen, weil sie nicht entdeckt wurden und das Pech hatten, dass sie keine Jury mal irgendwo lobend erwähnt hat. In meinen Fall war das auch so, dass meine Filme erstmal keine Preise gewonnen haben, was ich sehr blöd fand, aber definitiv berechtigt war. (lacht) Aber als es dann anfing mit der ersten lobenden Erwähnung, hat mir das wahnsinnig Mut gegeben weiterzumachen. Das ist total wichtig. Das Weitermachen! Mit diesem Ansatz habe ich eben gerne mitgemacht in dieser Jury und kann das nur empfehlen. (mehr …)

24.08.2017
Teil II

©Filmfest München/Kurt Krieger

Chilly: Wie kam es dazu, dass du bereits 2003, vor deinem Studium, eine eigene Produktionsfirma „süsssauer Film“ gegründet hast?

Nico: Ich hatte ja vor dem Studium schon Filme gemacht und hielt es für nötig die unter einem Dach zu produzieren. Wenn man Filme macht hat man eigentlich automatisch eine Firma, steuerlich betrachtet und dann kann man der Sache gleich auch einen Namen geben. Das habe ich getan, weil ich den Namen auch so schön fand. Dieses „süß“ und dieses „sauer“ spiegelt genau das wieder, was Mockumentaries wiederspiegeln, diese zwei Seiten, dieses polarisierende zwischen zwei Polen stehen, auch das, was normale, konventionelle Filme haben, Drama und Komödie, Süßes und Saures. Deswegen fand ich den Namen perfekt und war glücklich, dass den in Deutschland noch niemand hatte.

Chilly: Wie schwer ist es denn als junger Filmemacher unabhängig zu produzieren?

Nico: Das ist nicht so einfach. Ich mag die Unabhängigkeit, möchte quasi nicht in Abhängigkeiten kommen, aber gleichzeitig weiß ich, dass man Filme nicht ohne Geld produzieren kann. Aber ich habe mich schon in meinem Studium damit auseinandergesetzt, dass man auch günstig Filme drehen kann, (mehr …)

23.08.2017
Teil I

Chilly: Für uns als Jugendmagazin wäre es interessant zu erfahren wie du im Jugendalter zum Filmemachen gekommen bist. In welchem Alter hast du damit angefangen?

Nico:  Ohne daran zu denken, habe ich mit 15 immer die Urlaubsvideos gedreht und daran Spaß gefunden, ohne zu wissen, was da sozusagen passiert. Das hat mich fasziniert und bereichert, ich habe das Material auch geschnitten, obwohl ich gar keinen Schnittrechner hatte, also mit dem Videorecorder, den es damals noch gab. Und dann wuchs diese Neugierde, was Film alles sein kann. Mit 16 habe ich dann begonnen Filme zu machen.

Chilly: Als es dann an die Filmhochschule ging, war für dich sofort klar, dass du Regie studieren willst oder kamen auch andere Bereiche wie Kamera in Frage?Nico: Mit 19, nach dem Abitur stand für mich fest, dass ich Filmemacher werden will. Natürlich überlegt man dann, was einem liegt, Kamera, Schnitt, Regie usw. Aber ich war immer an der Gesamtgestaltung eines Films interessiert und das ist nun mal die Regie. (mehr …)