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02.01.2015
London: Ein Bericht über Geheimtipps, Vorurteile und Großstadtwahnsinn

Weltmetropole, zu Hause der Queen und eigentlich nur einen Katzensprung von uns entfernt. London ist eine der gefragtesten Städte der Welt und alles andere als billig. Doch diese Stadt hat viel mehr zu bieten als Monarchie, rote Busse und Fish and Chips.

Fast jede Schulklasse fährt während ihrer Schulzeit in diese wunderschöne Stadt, besucht Big Ben und Madame Tussaud‘s Wachsfigurenkabinett, isst Fish and Chips und stellt fest: Das Wetter in London ist wirklich genauso miserabel wie die Kochkünste der Briten. Alle Vorurteile sind bestätigt!

Am Ende fahren sie nach Hause – hat immerhin ein Foto vor allen wichtigen Gebäuden geschossen, die man so kennt – und in den meisten Fällen ist man sich sicher, dass es viel schönere Ziele gibt als diese Stadt. So schnell wird man wohl nicht mehr herkommen.

Stopp! – London, das ist doch viel mehr als frittierte Fischstäbchen und Pommes. Wachsfiguren sind langweilig, ganz egal wo man sie sich ansieht und Big Ben eben auch nur ein Gebäude. Diese Stadt hat viel mehr zu bieten.

London ist groß. Manchmal zu groß. Großstädte wirken einfach immer unübersichtlich, doch das Schöne an ihnen sind die vielen Stadtviertel, die alle ihren ganz eigenen Charme und Charakter besitzen. Viele von ihnen sind bekannt für ihre Märkte, welche jeden Herzenswunsch erfüllen: egal ob in Camden Town, Brick Lane oder der fantastische „Borough Market“. Spätestens nach einem Besuch dieser Märkte dürfte jeder Hunger gestillt und Inspiration für die heimischen Kochkünste gesammelt worden sein. Denn egal ob brasilianisch, äthiopisch, indonesisch, polnisch, oder eben englisch – hier kommen Gerichte, Kulturen und Geschmäcker aus der ganzen Welt zusammen – und das für kleines Geld. Die so oft erwähnten Fish and Chips sind gegenüber diesen Köstlichkeiten maßlos überteuert, geschmacklich völlig uninteressant und typisches Touristenfutter eben.

Dabei geht typisch englisch viel einfacher: Tea-Time.

Die wohl schönste Zeit in England ist ganz klar täglich um 16 Uhr. Schwarzer Tee mit Milch und Zucker, dazu Scones mit Clotted-Cream und Marmelade. Dafür würde ich jede Torte dieser Welt stehen lassen. Denn wenn die Briten eins wirklich können, dann ist es die Teezubereitung. Eigentlich keine große Hexerei könnte man wohl behaupten, aber Tee ist nicht gleich Tee. Hier bei uns geht Tee kochen ganz einfach: Teebeutel in eine Tasse, heißes Wasser darüber, ziehen lassen. Fertig.

Bei den Briten ist Teekochen jedoch ein Kunstwerk für sich. Und wirklich jeder trinkt seinen Tee ganz anders. Da kann es wohl nicht so viele Varianten geben? Oh doch!

Meine Lieblingsvariante gehört wohl noch zu den einfachsten: Teebeutel in die Tasse, Wasser erst darüber schütten, wenn es wirklich blubbert, dann genau 10 Mal umrühren, danach den Teebeutel sofort herausnehmen, ein Stückchen Zucker und ein Schuss Milch – fertig ist der perfekte schwarze Tee!

Und man schmeckt den Unterschied! Auch wenn ich am Anfang dachte, unsere Freunde der Insel wären jetzt völlig übergeschnappt. Allein schon die vielen Teesorten und ihre Qualität sind ein Geheimnis für sich. Also nein, Tee ist eben nicht gleich Tee

Hat man irgendwann dann den Dreh raus mit dem Nationalgetränk schlechthin und weiß, wo man hingehen muss, um richtig lecker zu Essen, werden die Touristenbuden und Anlaufstellen völlig uninteressant. Das London Eye wird wohl in jedem Reiseführer erwähnt und gilt als „must-do“ schlechthin. Doch kann man sich diese 20 Pfund wirklich sparen – so spektakulär sind die riesigen Gondeln nicht. Riesenradfeeling: Fehlanzeige.

Viel schöner ist da ein kostenloser Spaziergang entlang der Themse in Southbank. Millenium Bridge, Houses of Parliament und Big Ben inklusive. Am besten natürlich bei schönem Wetter oder bei Sonnenuntergang. Also nicht in die lange Schlange vorm London Eye stellen, sondern einfach gerade aus weiterlaufen, alles was man von da oben sieht, ist zu Fuß noch viel schöner. Straßenmusiker und -tänzer gibt’s auch noch dazu. Und das alles für lau. Was will man mehr? 

Das London teuer ist, steht wohl außer Frage. Jeder der schon einmal 120 Pfund für eine Monatskarte der U-Bahn Zone 1+2 gezahlt hat, weiß wohl, wovon ich rede. Doch neben den Märkten und Southbank gibt es noch weitere günstige Möglichkeiten, um London zu entdecken. Ganz ohne großes Geld.

Da wären zum einen die Parks, die einfach traumhaft sind. Egal ob Hyde Park oder Green Park. Wunderschöne Anlagen mitten in der Stadt. Und dafür zahlt man keinen Cent – ähm Pound. Außerdem gibt es im Hard Rock Cafe am Hyde Park neben überteuerten T-Shirts auch das Beste Hot-Brownie-Vanilleeis-Dessert der Welt. Riesig, für 2 Personen und mit 7.25 Pfund absolut ok.

 

Apropos Nachtisch:

Alle Zuckersüchtigen und Dessertliebhaber aufgepasst: Absoluter Geheimtipp sind für mich die grandiosen Cookies von „Ben Cookies“. Die kleinen, unauffälligen, roten Läden findet man zum Beispiel mehrmals in der Oxford Street. Wobei „Läden“ wohl der falsche Ausdruck ist. Die kleinen Geschäftchen sind gerade mal 2qm groß und bestehen einzig und allein aus einer Theke, voll mit den besten Cookies der Welt – für je 1.30 Pfund. Und das Geld sind sie definitiv wert!

Alle Sparfüchse, die lieber herzhaft anstatt süß mögen, sollten dringen mal bei „Wasabi“ vorbeischauen. Dort bekommt man für nur 5 Pfund ein super leckeres warmes Essen. Japanische Küche vom Feinsten.

Auch das HALA Restaurant in Green Lanes ist absolut einen Besuch wert. Türkische Spezialitäten wie dort, findet man an unseren Kebap-Buden nicht. Leider. Ein Tisch voll Essen zu so günstigen Preisen: der Beweis, dass London auch nicht immer überteuert sein muss.

Das Fazit also nach meiner Zeit in London: Tee ist nicht gleich Tee, London ist teuer – und günstig zugleich, Touristenattraktionen so gar nicht typisch englisch und die Engländer selbst, überhaupt nicht so verschlossen, rothaarig und still wie man sie sich vorstellt.
Ganz im Gegenteil! Die Menschen in London sind großartig, hilfsbereit, offen und sehr gerne am Feiern. Idioten findet man überall auf der Welt, ebenso wie schlechtes Essen.

Und das Vorurteil mit dem Wetter?

Ja, das ist so eine Sache für sich. Es regnet wirklich täglich. Aber nicht Stunden. Meistens nur 10 Minuten. Aber das gehört eben genauso zu dieser Insel, wie die Queen zum Buckingham Palace.

01.01.2015
VII: Der formale Aufbau des Grundgesetzes

Formal gesehen gliedert sich das Grundgesetz in elf Abschnitte, denen die Präambel vorangestellt ist. Diese unterstreicht die Legitimation des Grundgesetz es durch „das Deutsche Volk, kraft seiner Verfassung sgebenden Gewalt“ (Präambel des Grundgesetz es). Der erste Teil, Artikel 1 – 19, widmet sich den Grundrechte n aller Menschen. Bewusst wurde dieser Grundrechtsteil, im Gegensatz zur Weimarer Reichs Verfassung , an den Anfang gestellt um den Stellenwert zu betonen, denn besonders in den Jahren der nationalsozialistischen Barbarei waren diese Normen nicht selbstverständlich und bedürfen deshalb einer besonderen Hervorhebung. Art. 1 GG, „[d]ie Würde des Menschen ist unantastbar“ konstatiert im Hintergrund der NS-Diktatur den Schutz der Menschen vor erneuten Erniedrigungen, Verfolgungen oder gar Ermordungen. Diese Grundrechte wurden von der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrecht e“, die 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet wurde, übernommen. Sie können als „Abwehrrechte“ oder „Schutzzäune“ deklariert werden, die sich entweder auf die Person selbst oder ihre Privatsphäre beziehen. Des Weiteren postuliert das Grundgesetz die „freie Entfaltung [der] Persönlichkeit“ (Art. 2 Abs. 1 GG) sowie das damit einhergehende „Recht auf Leben“ und die „Freiheit der Person“ (Art. 2 Abs. 2 GG). Diese Freiheiten sind jedoch stets begrenzt, denn sie müssen mit der „ Verfassung smäßige[n] Ordnung oder [dem] Sittengesetz“ (Art. 2 Abs. 1 GG) konform sein. Um die Persönlichkeitsentfaltung zu gewährleisten, muss zwangsläufig auch eine Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie eine „ungestörte Religionsausübung“, die in Art. 4 Abs. 1 und 2 GG thematisiert werden, garantiert werden. Art. 5 Abs. 1 gewährt die freie Meinungsäußerung und -verbreitung „in Wort, Schrift und Bild“. In diesem Zusammenhang wird auch die Pressefreiheit zum Ausdruck gebracht, die für die Meinungsbildung der Bevölkerung unabdingbar ist. Nichtsdestotrotz sind auch diesen Freiheiten Schranken in den „Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre“ auferlegt. Weitere Freiheitsgarantien sind unter anderem das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG), die „Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet“ (Art. 11 GG), die freie Berufswahl (Art. 12 GG), das Recht auf Eigentum (Art. 14 GG) sowie die sogenannten „Partizipationsrechte“ . Diese Rechte erlauben eine aktive Beteiligung und Mitgestaltung des öffentlichen Lebens. Hierzu zählen das in Art. 8 thematisierte Recht auf Versammlung, das „Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden“ (Art. 9 GG) und das Petitionsrecht gemäß Art. 17 GG, welches jeder Person das Recht zuteilt, „sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden.“ (Art. 17 GG)

Die restlichen zehn Abschnitte konstituieren den sogenannten „Organisationsteil“, der nicht nur die erforderlichen Einrichtungen und Institutionen sowie die demokratischen Prozesse zur Gestaltung der Politik enthält, sondern auch die bereits erläuterten grundlegenden Verfassung sprinzipien aufführt. An erster Stelle der fünf Staatsorgane wird der Bundestag aufgeführt. In den Artikeln 38 bis 49 wird Wesentliches zum Wahlverfahren („allgemeine, unmittelbare, freie, gleiche und geheime Wahl“ (Art. 38 Abs. 1)), zur Wahlperiode (vier Jahre) und zur Stellung der Abgeordneten, den Vertretern des ganzen Volkes, gesagt. Erwähnung finden zudem der Bundestag spräsident (Art. 40 GG), Bedingungen zur Öffentlichkeit von Verhandlungen (Art. 42 GG), die Untersuchungsausschüsse (Art. 44 GG), Ausschüsse für Auswärtiges und Verteidigung (Art. 45a), Petitionsausschuss (Art. 45c) sowie der EU-Ausschuss. Die Arbeitsweise und Organisation des Bundestag es wird von „ungeschriebenen Gesetzen“, also informellen, nicht verschriftlichten Gesetzen, geregelt. Man spricht vom sogenannten „Gewohnheitsrecht“.

Bild: Bundeszentrale für Politische Bildung /bpb

31.12.2014
Teil VI: Die Prinzipien des Grundgesetzes

Ein weiteres Grundprinzip der deutschen Demokratie ist das sozialstaatliche Prinzip. Was einen „Sozialstaat“ ausmacht, lässt sich auf Grundlage des Grundgesetzes nicht ohne weiteres definieren. Evident ist jedoch, dass der Staat eine „leistende“ Rolle einnimmt und zur sogenannten „Daseinsvorsorge“ verpflichtet ist.  Welches „Angebot“ der Staat nun bietet, ist jedoch nicht im Grundgesetz verankert. Einige wenige soziale Grundrechte sind in Artikeln, wie etwa Art. 1 GG (Achtung und Schutz der Menschenwürde), Art. 3 GG (Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot), Art. 6 GG (Schutz der Familie und der Ehe), Art. 9 GG (Recht auf Bildung von Vereinen, Gesellschaften und Vereinigungen) und Art. 14 GG (Sozialpflichtigkeit des Eigentums) niedergeschrieben.  Des Weiteren gilt das Prinzip des Rechtsstaates. Art. 20 Abs. 3 GG besagt, dass die „vollziehende Gewalt und Rechtsprechung an Gesetz und Recht gebunden [sind]“, dies bedeutet also, dass das Recht immer „über der Macht“  steht und es „keine Willkür der Herrschenden“  geben darf. Man spricht in diesem Kontext von dem sogenannten „Vorrang des Gesetzes“ , der alle drei Gewalten an Gesetz und Recht gemäß Art. 20 Abs. 3 GG bindet. Der „Vorbehalt des Gesetzes“ ist ebenso zentraler Bestandteil des Rechtstaates. So bedarf jedes staatliche Eingreifen der gesetzlichen Autorisierung. In Art. 2 Abs. 2 GG heißt es beispielsweise: „In diese Rechte darf nur aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden.“  Ferner gehört zur Rechtstaatlichkeit der Grundsatz der Gewaltenteilung. So lautet es in Art. 20 Abs. 2 GG: „[…] Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung.“ Ein weiterer Bestandteil des rechtstaatlichen Prinzips ist die Gleichheit aller vor dem Gesetz. Im Grundgesetz findet sie Erwähnung in Art. 3 Abs. 1 GG. Zuletzt muss aufgrund der umfangreichen und vor allem komplizierten Rechtsnormen den Bürgerinnen und Bürgern stets eine Rechtssicherheit garantiert werden.  Schließlich handelt es sich bei der Bundesrepublik Deutschland um einen Bundesstaat. In dieser föderalistischen Struktur spiegeln sich die bereits erwähnten Interessen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder, „keine zu starke nationalstaatliche Ebene“  zu schaffen. Geregelt wird das bundesstaatliche Prinzip und die Beziehungen zwischen Bund und Ländern in Abschnitt II („Der Bund und die Länder“) Art. 20 – 37 des Grundgesetzes. Die Bundesstaatlichkeit ist doppelt geschützt. In Art. 79 Abs. 3 GG, der sogenannten „Ewigkeitsklausel“, wird folgendes festgelegt:

(3) Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in Artikel 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.

Es dürfen also die Grundprinzipien aus Art. 20, nämlich Demokratie, Republik, Sozialstaat, Bundesstaat, Rechtstaat, nicht angetastet werden. Folglich ist die bundesstaatliche Struktur vom Grundgesetz doppelt geschützt.

Bild: Bundeszentrale für Politische Bildung /bpb

30.12.2014
Maschinen landen in Saarbrücken

Die Zeitung „L´Est Républicain“ hat heute berichtet, dass der Flughafen Metz-Nancy in Lothringen am Montag morgen geschlossen werden musste. Eine vereiste Start- und Landebahn hatte den Betrieb vorübergehend unmöglich gemacht. Die Flugzeuge, die nach Metz unterwegs waren wurden nach Saarbrücken umgeleitet. Von dort aus wurden die Passagiere dann mit Bussen nach Metz gefahren.

Damit die Maschine auch planmäßig weiterfliegen kann, wurden anschließend auch die Fluggäste von Metz, die von dort aus abfliegen wollten, nach Saarbrücken gebracht. Von Ensheim aus startete das Flugzeug dann nach Lyon.

Der Saarbrücker Flughafen hatte bisher keine witterungsbedingten Probleme. Die Maschinen werden lediglich mit Enteisungsflüssigkeit behandelt, Beeinträchtigungen des Flugverkehrs gibt es jedoch keine.