Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

07.01.2015
Satiremagazin Charlie Hebdo wird zur Zielscheibe islamistischer Gruppen

Bei einem Terroranschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ kamen heute in Paris mindestens zwölf Menschen ums Leben. Mit Kalaschnikows und Raketenwerfern bewaffnet, stürmten zwei Männer die Redaktion im 11. Arrondissement, die französische Regierung rief infolge dessen die höchste Terrorwarnstufe aus. Die Gegend wird weiträumig von der Polizei gesperrt, Bewohner des Arrondissements müssen sich ausweisen bevor sie in ihre Wohnungen dürfen und der Metroverkehr ist ebenso gestoppt. Französische Medien berichten, dass auch der Herausgeber Stéphane Charbonnier getötet wurde.

„Charlie Hebdo“ ist eine islamkritische Satirezeitschrift, die seit 1992 wöchentlich in einer Auflage von 140.000 Exemplaren erscheint. Einer der Gründer war der französische Schriftsteller und Journalist François Cavanna, der Anfang des Jahres 2014 verstarb. Der Name „Charlie“ bezieht sich auf die weltbekannte Comicfigur Charlie Brown von den „Peanuts“. „Hebdo“ ist die Abkürzung für das französische Wort „hebdomadaire“, was „wöchentlich“ oder „Wochenblatt“ bedeutet.

Bereits in den Jahren zuvor ist das Magazin zur Zielscheibe islamistischer Gruppen geworden, denn sie akzeptieren es nicht, dass die Thematik Islam und Mohammed zensiert werden sollten. So wurde auch im Jahr 2011 in den neu bezogenen Räumen am Boulevard Davout ein Brandanschlag verübt, der damals in Verbindung mit dem Abdruck einer Karikatur Mohammeds auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe gebracht wurde. Der Dachverband französischer Muslime (CFCM) klagte dagegen, vor Gericht jedoch wurde das Magazin frei gesprochen. Des Weiteren wurde die Homepage gehackt und einige Stunden lang ein Bild einer Moschee aufgezeigt mit der Botschaft: „Unter dem Deckmantel der Pressefreiheit greift ihr mit euren gehässigen Karikaturen den großen Propheten des Islam an. Der Fluch Gottes soll euch treffen. Wir werden in der virtuellen Welt euer Fluch sein. Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet.“ Augenzeugen berichten während der Flucht der Angreifer gehört zu haben, dass diese „Wir haben den Propheten gerächt“ und „Allah ist groß“ riefen. Währenddessen wurden zwei Polizisten getötet und am Porte de Pantin kam es zu einer erneuten Schießerei. „Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs. Sie stellt auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, der durch nichts zu rechtfertigen ist“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Kondolenzschreiben an den Präsidenten der Fünften Republik. Auch der Präsident des EU-Parlament, Martin Schulz, drückte via Twitter seine Anteilnahme aus.

Bild:LPLT/ wikipedia.de / Rathaus des 11. Arrondissements in Paris