Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

06.11.2014
EU ermittelt gegen Luxemburg

Jean- Claude Juncker, ehemaliger Premierminister des Großherzogtums Luxemburg wurde zum Präsidenten der europäischen Kommission gewählt und muss nun gegen sein Heimatland ermitteln. Im Fokus steht die Steuerpolitik des EU-Mitgliedsstaates. Möglicherweise verstößt sie gegen geltendes  Europarecht. Nach den USA gilt das Großherzogtum Luxemburg mit nur 500.000 Einwohnern als zweitbeliebtestes Ziel für Investmentfonds. Durch geschickte Steuertricks von Buchhaltern lassen sich hier Millionen an Steuergeldern einsparen.  Zunächst scheint das luxemburgische Steuersystem rechtlich unbedenklich zu sein. So müssen Firmen ihren Gewinn mit 29% versteuern. An dieser Stelle jedoch kommen die Steuerberater der großen Konzerne ins Spiel. Diese schmieden mit der Regierung  geheime Steuerpläne. Solch private Steuerabkommen werden in Luxemburg zugelassen. Deshalb kommt es schon mal vor, dass nahezu 0% des Gewinns versteuert werden, anstatt der vorgesehenen 29%. Aus diesem Grund haben unzählige weltweit bekannte Konzerne niedergelassene Firmen in Luxemburg, wie etwa Apple, Amazon, Coca-Cola oder Ikea.

Die Europäische Union verlangt nun, dass das Großherzogtum geheime Steuerdeals offenlegt.  Juncker muss sich nun als frischgewählter Kommissions-Präsident der Frage stellen, ob er als ehemaliger Finanzminister und Premierminister Luxemburgs gegen das Großherzogtum ermitteln kann. Juncker gegen Juncker? Ist das tragbar? Als Juncker 1988 das Ressort des Finanzministers übernimmt , verwaltet er ein Fonds von 53 Milliarden Nettovermögen. Heute sind es etwa 3000 Milliarden. Juncker hat Luxemburg zu einem der größten Finanzplätze weltweit gemacht. Wie steht Juncker also  zu den Vorwürfen? „Wenn es um Luxemburg geht…werde ich keinen Einfluss auf die Geschehnisse nehmen. Ich werde nicht meine Macht missbrauchen, um in Sachen Luxemburg die Kommissare anders entscheiden zu lassen…“ so der Kommissions-Präsident. Bleibt abzuwarten, ob Luxemburg seine Steuerpolitik tatsächlich ändert. Eins scheint klar: wird ein Steuerschlupfloch geschlossen, so lassen sich andere finden. Den Steuerexperten, Fondsmanagern, Bankern und Rechtsanwälten sei Dank.

 

Bildquelle: wikipedia.org