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30.01.2015
Dirk Nowitzki

„Der perfekte Wurf“ ist sein Markenzeichen. Im Rückwärtsfallen den Ball in Richtung Korb werfen. Einen Moment lang dem Ball nachschauen, mit den Augen der Flugbahn folgen und sehen wie der Ball einschlägt.

Dirk Nowitzki ist momentan mit Abstand der beste deutsche Basketballer, vielleicht sogar der beste deutsche Spieler aller Zeiten. Der mittlerweile 36 Jahre alte Power Forward der Dallas Mavericks gilt außerdem als absolutes Idol, nicht nur hier in Deutschland, sondern vor allem auch in seinem Team und in den USA.

Nun kommt „Nowitzki. Der perfekte Wurf“, eine Dokumentation über sein Leben, in die deutschen Kinos. Sie zeigt den deutschen Ausnahme-Basketballer privat und skizziert seinen sportlichen Werdegang noch einmal zusammengefasst in 105 Minuten.

In dem Film werden nicht nur seine Familienangehörigen und Freunde aus Würzburg interviewt, sondern auch amerikanische Sportjournalisten, die eine andere Perspektive auf ihn richten. Sie schildern seine Entwicklung in Amerika genauer. Auch der Besitzer der Dallas Mavericks, Mark Cuban, berichtet von Nowitzkis Anfängen in der NBA.

Der Film zeigt auch die besondere Beziehung zwischen Nowitzki und seinem persönlichen Trainer Holger Geschwindner. Dieser entdeckte den jungen Ausnahmesportler und trainierte ihn. Er hat Dirk zu dem gemacht, was er heute ist. Die Beziehung zwischen den beiden wird bildlich als „der verrückte Professor und Frankenstein“ beschrieben. Geschwindner war es auch, der für Dirk die ersten Kontakte nach Amerika aufbaute und ihn für den „Nike SummitHoop“ 1998 anmeldete. Diesen schloss er mit einer herausragenden Leistung ab und sein Punkterekord hielt sogar bis vor ein paar Jahren. Nachdem er dann auch in der U-22 Europameisterschaft für Deutschland herausragend spielte, wurde er als erster Deutscher unmittelbar, also ohne vorher auf einem amerikanischen College gespielt zu haben, 1998 an 9. Stelle im NBA-Draft gepickt.

Er kam zu dem damals mittelmäßigen Team der Dallas Mavericks. In seinem ersten Jahr tat sich Nowitzki unglaublich schwer und litt unter einem hohen Erwartungsdruck. Doch schon in der zweiten Saison verbesserte er sich enorm und wurde zu einem Führungsspieler seines Teams. Er hatte damals auch einen großen Anteil daran, dass die Mavericks nach 11 Jahren wieder einmal in die Playoffs einzogen.

In den nächsten Jahren zeigte Nowitzki weiter hervorragende Leistungen und schaffte es 2006 mit Dallas in die NBA Finals. Dort scheiterte er jedoch an den Miami Heat.

In der folgenden Saison spielte er als erster Europäer im NBA-All-Star-Team des Westens und wurde am Ende der Saison sogar zum wertvollsten Spieler der regulären Saison (MVP) gewählt.

Die darauffolgenden  Jahre verliefen eher durchwachsen bis zu der Erfolgssaison 2010/11. Nach der bitteren Niederlage 2006 kamen die Mavericks erneut in die NBA Finals, erneut gegen die Miami Heat. Nachdem Miami das erste Spiel recht deutlich gewinnen konnte, schaffte es das Team mit einer unglaublichen Aufholjagd das zweite Spiel zu gewinnen und die Serie auszugleichen. Diese Finalspiele wurden auch in vielen Kneipen in Deutschland verfolgt, unter anderem in Würzburg, Dirks Heimatstadt. Das dritte Spiel dann ging erneut an Miami und so lag Dallas mit Nowitzki erneut hinten. In den nächsten beiden Spielen aber gelang es seinem Team die Serie an sich zu reißen und so flogen sie mit einer 3:2 Führung nach Miami, wo sie die erste Chance hatten die NBA Finals zu gewinnen. Diese konnten die Mavericks auch direkt nutzen und Nowitzki gewann als erster Deutscher den NBA-Titel und wurde darüber hinaus auch zum besten Spieler der Finalserie gewählt (Finals MVP).

Nowitzki spielt heute immer noch für die Dallas Mavericks und hat dort noch einen Dreijahresvertrag. Nach der Erfüllung dieses Vertrages wird er vermutlich seine Karriere beenden und aller Voraussicht nach in die Hall-of-Fame eintreten.

Wer mehr über unseren besten Basketballer erfahren möchte, der sollte sich den Film „Nowitzki. Der perfekt Wurf“ ansehen und erfährt dort nicht nur mehr über seine Karriere, sondern sieht auch seinen beeindruckenden Charakter und seine bemerkenswerte Einstellung, die ihm dabei geholfen hat das zu werden, was er heute ist.

Der Film zeigt nicht nur die Magie des Sportes Basketball. Er zeigt auch einen herausragenden Menschen mit einer Lebenseinstellung, die heute bei vielen vergeblich gesucht wird.

Ein Artikel von Jan Kronauer

Bild: Keith Allison