Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

20.11.2014
Über die gefährliche Wirkung der Modedroge

Nach dem Rekordfund von 2,3 Tonnen der Chemikalie Chlorephedrin zur Herstellung von Crystal Meth, schlägt der Suchtexperte Roland Härtel-Petri Alarm. Er ist einer der führenden Suchtmediziner Deutschlands, sein Spezialgebiet: Crystal Meth. In einem Interview mit Die Welt und Spiegel Online erklärt er, wie gefährlich diese Droge wirklich ist.

Zunächst einmal gilt es zu klären, was Crystal Meth überhaupt ist. Crystal Meth ist die Kurzform für das englische „Crystal Methamphetamine“. Es handelt sich hierbei um eine weiße, kristalline Droge, die geschnieft (durch die Nase inhaliert), geraucht oder gespritzt wird. Doch auf welche Weise auch immer sie konsumiert wird, der Handel und Besitz von Methamphetamin ohne Erlaubnis ist in Deutschland und den meisten europäischen Ländern strafbar. Die Droge gilt heute unter Modenamen wie Crystal Meth, Meth, Crystal, Yaba, Shabu, Crank oder Ice als preisgünstige Droge mit aufputschender Wirkung. Sie wird hauptsächlich als „Disko Droge“ in der Club-Szene oder bei Rave-Partys konsumiert, wo es auch als Ice oder Glass bekannt ist. Der Rausch kann bis zu 48 Stunden anhalten und danach fühlt man sich verkatert. Konsumenten sprechen sehr häufig von einem unheimlichen „Glücksgefühl“, das sie unbedingt wieder verspüren wollen.

Crystal Meth-Experte Roland Härtel-Petri warnt ausdrücklich vor dem Konsum. „Es ist gefährlicher als andere Stimulanzien wie Kokain, Speed oder Ecstasy, weil es so schnell abhängig macht. Es geht direkt ins Gehirn, wo es im Unterschied zu anderen Drogen sofort maximale Wirkung erzielt“, berichtet er in einem Interview mit Spiegel Online. Zunächst einmal verhalten sich Menschen nach Einnahme der Droge ganz normal, doch dann treten nach und nach verheerende Folgen auf: „Es können heftige Depressionen und Psychosen folgen“, so Härtel-Petri bei Die Welt.  „Die Leute sind völlig gefühllos, reizbar, unmotiviert, zappelig und ablenkbar. Sie entwickeln gewalttätige Psychosen, fühlen sich verfolgt und wehren sich gegen eigentlich freundliche Helfer. Manche haben Suizidgedanken“, fügt der Suchtexperte hinzu.

Man darf nicht davon ausgehen, dass die Droge nur an der tschechischen Grenze verkauft und konsumiert wird, auch in Saarbrücken ist die Substanz bereits angekommen. In Deutschland sind sogar einige Schulen betroffen, wo mit der Droge gedealt wird. Besonders betroffen sind sozial schwächere Gebiete. Es ist nun wichtig, mit Präventionsmaßnahmen an Schulen, aber auch vor allem in homosexuellen Szenen, dem Konsum entgegenzuwirken und das Mittel nicht zu verharmlosen. Zudem muss die Einnahme und der Verkauf intensiver verfolgt und härter bestraft werden. 

 

Foto: Crystal methamphetamine / United States Federal Government; United States Department of Justice / wikipedia.de