Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

09.12.2015
Psychische Krankheiten bei jungen Menschen

„Eine psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen liegt vor, wenn das Verhalten und/oder Erleben bei Berücksichtigung des Entwicklungsalters abnorm ist und/oder zu einer Beeinträchtigung führt.“ Dies ist die Definition psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen von Dr. med. Nawid Peseschkian, einem Sozialpsychiater aus Wiesbaden. Studien zufolge weisen knapp 20% aller unter 18-Jährigen in Deutschland psychische Auffälligkeiten auf, deutlich mehr als noch vor 20 Jahren. Doch woran liegt dies und wieso treten solche Probleme bei immer jüngeren Kindern auf? Im Internet habe ich mich auf die Suche nach Antworten begeben.

Zuerst einmal habe ich mich mit den am meisten verbreiteten psychischen Krankheiten beschäftigt, welche überwiegend Essstörungen wie Anorexia Nervosa (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating (Essen von übermäßigen Massen, welches meist zu starker Zunahme an Körpergewicht führt) sind, dazu kommt selbstverletzendes Verhalten und Depressionen, wobei diese Krankheiten häufig miteinander verstrickt sind. Außerdem ist klarzustellen, dass vor allem Essstörungen nicht bloß bei Mädchen oder Frauen auftreten können, wie uns so oft von den Medien vermittelt wird. Auch Jungs und Männer leiden häufig an dem Drang, einen perfekten Körper zu haben und geraten so in die Magersucht oder Bulimie. Bei Männern bezeichnet man diese Art Essstörung auch als Adonis Komplex, dem Streben nach einem durchtrainierten Körper.

Grund für derartige Probleme ist nicht wie so oft gedacht der oberflächliche Wille, einen perfekten Körper zu haben, sondern die Auslöser liegen meist viel tiefer und können häufig nicht an einem bestimmten Tag oder Grund festgelegt werden. Außerdem ist die Tendenz für Depressionen und psychische Probleme vererbbar, was auch mit einer besonders ausgeprägten Sensibilität zu tun hat. Und auch der Irrglaube, Magersucht sei die Krankheit der Models, ist bloß die halbe Wahrheit. Besonders viele intelligente, strebsame, junge Mädchen leiden an Magersucht, die stets auf gute Leistungen in allen Bereichen des Lebens achten und dabei eben auch besonders die Kontrolle über ihren Körper besitzen wollen.

Während meiner Recherche im Internet bin ich sowohl auf sogenannte „Pro Ana“-Seiten geraten, also Internetseiten, welche Magersucht und Bulimie anpreisen und vor allem junge Mädchen durch Bilder von extrem abgemagerten Frauen in die Magersucht treiben. Jedoch stieß ich auch auf die Seite einer 18-Jährigen, welche über ihre Erfahrungen mit ihrer Essstörung berichtet und jeden Tag ihre Follower über ihre Erfolge beim „Recovern“, also dem Genesen von der Magersucht und Bulimie, informiert. Bei ihr sei es so, dass sie gegen die Kombination aus Magersucht und Bulimie zu kämpfen habe, was eine besonders schlimme Mischung sei. Neben ihren Rückfällen erzählt sie auch von positiven Wendungen, sie macht sogenannte „Food Diaries“, in denen sie aufzählt, was sie am Tag gegessen hat und hilft anderen Betroffenen einer Essstörung mit ihren Tipps, lieben Worte und Mut-Zusprechungen, sich auch von ihren Essstörungen zu genesen. Sie selbst kann keinen genauen Auslöser für ihre psychischen Probleme sehen, doch mittlerweile weiß sie, mit ihren Problemen umzugehen und wenn sie einmal einen schlechten Tag hat, versucht sie, ihre Gefühle nicht auf ihr Essverhalten zu übertragen.

Sie erklärt mir, dass es für Essstörungen auch Symptome gäbe, woran das Umfeld einer betroffenen Person erkennen kann, dass die Person an einer Essstörung leidet. Bei Magersucht sei dies am leichtesten zu merken: Starke Gewichtsabnahme, brüchiges Haar, trockene Haut, Zurückziehen und Vereinsamen der Person und geringe Nahrungsaufnahme seien nur wenige der Symptome, die leicht für die Außenstehenden zu erkennen sind. Bei Bulimie sei dies schon schwerer zu erkennen, da die Betroffenen hierbei meist ihr Gewicht halten. Es ist jedoch daran zu erkennen, dass die Person übermäßig viel Nahrung, besonders auch ungesundes Essen, kauft und dieses nach kurzer Zeit wieder aufgebraucht ist. Außerdem können schlechter Atem, trockene Haut an den Händen durch das Übergeben und gelbliche Zähne nach außen hin erkennbar werden.

Wenn Freunden oder der Familie auffällt, dass die betroffene Person diese Merkmale aufweist, gibt es viele Möglichkeiten, der/dem Betroffenen zu helfen. Die erste Wahl wäre, einen Arzt aufzusuchen, der die Person untersucht und schaut, ob schon schwerwiegende Schäden aufgetaucht sind. Oftmals ist auch eine psychologische Hilfe nötig und in den schlimmsten Fällen, was jedoch ziemlich häufig ist, muss eine von einer psychischen Krankheit betroffene Person in eine Spezialklinik eingewiesen werden. Es gibt spezielle Kliniken für Essstörungen, wie beispielsweise die Schön Klinik am Bodensee. Dort wird den Betroffenen geholfen, wieder ein normales Essverhalten zu erlernen und es werden individuell die Gründe für das gestörte Essverhalten ermittelt, um so die Person komplett heilen zu können.

Wenn ihr Fragen zu dem Thema Essstörungen habt oder euch informieren wollt, geht auf

www.bzga-essstoerungen.de