Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

09.04.2016
Goodbye Flexibilität und Loyalität?

Viele Unternehmen habenGeneration Z sich verstärkt auf die Arbeitnehmer der Generation Y eingestellt, die zwischen 1980 und 1995 geboren sind. Y steht für das englische „why“, also „warum“ und kennzeichnet die sinnsuchende, stets fragende Generation. Die 20- bis Mitte 30-Jährigen stehen für Freiräume im Job, gleichzeitig sind sie bereit, Beruf und Freizeit immer mehr verschmelzen zu lassen: Mehr Flexibilität und Arbeiten nach Feierabend gehören zu ihrem Alltag. Aber die Jugend von heute tickt anders: Wer jünger ist als 20 Jahre, gehört zur Generation Z, von denen die ersten gerade auf den Arbeitsmarkt kommen. Die anspruchsvolle Jugend weiß genau, was sie will, aber flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Facebook am Arbeitsplatz scheint die digitale Generation allerdings eher abzulehnen statt noch stärker zu fordern.

Doch wer sind die Z-ler überhaupt? Und vor welchen Problemen stehen die Personalchefs der Unternehmen in Zukunft? 

Es sind grob gesagt die nach 1995 geborenen Jugendlichen; etwa drei Millionen tummeln sich nach Berechnungen des Arbeitsweltexperten Christian Scholz von der Universität des Saarlandes in diesem Jahr bereits auf dem Arbeitsmarkt. Zum Vergleich: Bei der Vorgängergeneration Y sind es rund acht Millionen Mitglieder. Der Professor für Betriebswirtschaftslehre befragte seine Studenten, ließ sie Tagebuch schreiben oder ihr Leben als Z-ler szenisch umsetzen. Dabei beobachtete er, dass sich die Denkrichtung und Merkmale dieser Jugendlichen geändert hat und so ein ganz neues Selbstverständnis in Bezug auf die Arbeitswelt entstanden ist. Sie stehen zunehmend für geregelte Arbeitszeiten, unbefristete Verträge und klar definierte Strukturen im Job. Die Vermischung von Beruf und Privatleben findet kaum noch Anklang, da sie sehr genau beobachtet haben, wie die Generation Y oftmals die Arbeit mit nach Hause nimmt und nicht vom Laptop wegkommt.

Allerdings hält der Jugendforscher Klaus Hurrelmann Vorhersagen darüber, wie diese neue Generation der Berufstätigen das Arbeitsleben verändern wird, noch für „voreilig und spekulativ“. Aber auch er stimmt zu, dass die Generation Z nicht mehr an eine gerechte Vereinbarung von Job und Privatleben glaubt. Sie möchte eine feste Grundlage haben, beispielsweise feste Arbeitszeitkontingente, die sie dann aber eigenverantwortlich erfüllen wollen.
Je mehr Mitbestimmung und je mehr Eigenbeteiligung, desto stärker kommt diese junge Generation zum Zuge, so der Jugendforscher. Unternehmer seien am besten beraten, solche flexiblen Arbeitszeitpakete zu schnüren. Homeoffice-Tage seien zwar erwünscht, sollen aber nicht vom Arbeitgeber auferlegt bzw. verordnet werden. Sonst heißt es vermutlich schnell: Goodbye! Loyalität zum Unternehmen wird es immer seltener unter den Z-lern geben, so Arbeitsmarktforscher Scholz. Diese Tendenzen werden die Personalwirtschaft in den nächsten Jahren vor große Probleme stellen, wenn sie ihre Strategien nicht überdenken, warnt er. Denn rosige Karriereversprechen stoßen bei der Generation Z wahrscheinlich nur auf taube Ohren.

Aber warum legen die Jugendlichen ein so konventionelles Denken an den Tag?

Laut Christian Schuldt vom Zukunftsinstitut in Frankfurt ist diese neue Fokussierung auf Lebensqualität und Gesundheit das Ergebnis des gesellschaftlichen Wandels. Die Zeiten, in denen man als Akademiker lebenslang einen guten Job sicher hatte, seien lange passé. Außerdem seien das Erkämpfen von Freiheiten oder die Überschreitung von Grenzen für die Generation Z sowieso nicht mehr möglich.
Zudem hats sich auch die Mediennutzung geändert. Im Gegensatz zur Generation Y gilt für die Z-ler nicht mehr ‚mobile-first‘, sondern ‚mobile-only‘! Das Handy stets griffbereit, Youtube und Snapchat sind begehrter als Facebook, so der Zukunftsforscher. Fragwürdig bleibt jedoch die digitale Kompetenz der jungen Generation. Inwiefern reflektieren sie überhauot noch die Nutung von Smartphone und Internet, die für die meisten zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen geworden sind? Auch Hurrelmann sieht dies ähnlich und beschreibt die Generation Z als hochsensible, extrem multitaskingfähige junge Menschen, die Inhalte blitzschnell erfassen, allerdings auch leicht ablenkbar sind und ein kurzes Durchhaltevermögen besäßen. Darauf müssen sich die Unternehmen schon heute einstellen!

Foto: Chilly