Neue "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

05.07.2015
Wirtschaft gegen Bildung

1024px-Newport_Beach_AbendJährlich ändern sich in den Bundesländern Start und Ende der sechswöchigen Sommerferien. Gerade bei der momentanen Hitzewelle stellt sich die Frage, warum nicht eigentlich jetzt schon Ferien sind?!
Aber wie so vieles ist auch die komplizierte Sommerferienregelung in Deutschland ganz genau durchdacht – natürlich nur zum Wohl der Schüler/innen bzw. der Familien!

Demnach scheint auch der Beschluss der 16 Ministerpräsidenten, die Zeitspanne der Ferien von bisher 70 auf 90 Tage zu erweitern, zunächst durchaus positiv: Die ersten Bundesländer können in den Jahren von 2018 – 2024 schon ab Anfang/ Mitte Juni mit den Ferien starten statt ab dem 29. Juni, wie Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr!

Aber bei näherem Hinsehen hat diese Entscheidung auch weitreichende Folgen. Zu den Vorteilen gehört natürlich, dass die verstärkte Staffelung der Sommerferien die Gefahr von Staus auf den Autobahnen weiter reduziert sowie Engpässe bei der Belegung der Ferienquatiere gemindert werden können. Zudem werden die Termine immer drei Jahre im Voraus festgelegt, was die Lage für die Familien bei der Urlaubsplanung deutlich entspannt.

Aus der Sicht der Schulminister bzw. der Kultusministerkonferenz, die sich erfolglos gegen diesen Vorschlag der Wirtschaftsminister stellten, überwiegen allerdings die Nachteile für den Schulalltag: In erster Linie brauchen die Schüler/innen kontinuierliche Lernzeiträume. Hinzu kommt, dass Prüfungsabläufe gesichert und Schulveranstaltungen wie Klassenfahrten oder Sportfeste auf das Jahr verteilt werden müssen. Mit dieser Problematik kämpfen Schulen, Lehrer und Schüler Jahr für Jahr, da die Schulhalbjahre hinsichtlich ihrer Länge eigentlich vergleichbar sein müssten, was sie natürlich nicht sind, wenn man nur die Ferientermine der vergangenen und des kommenden Schuljahrs im Saarland anschaut. Und nicht zu vergessen: Zwischen den Ferien müssen noch mindestens sechswöchige Unterrichtsphasen liegen!

Darüber freuen wird sich vor allem die Tourismus-Industrie, die Dank der Wirtschaftsminister und Regierungschefs mit einem zusätzlichen Umsatz von etwa 15 Milliarden Euro rechnen darf. Wie eine Emind-Umfrage zeigt, sind 78% der Deutschen dennoch für die Staffelung der Sommerferien, statt eines bundesweit einheitlichen Termins.

Im  Netz: www.schulferien.org/Schulferien_nach_Ferien/Sommerferien/sommerferien.html

Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/Newport_Beach#/media/File:Newport_Beach_Abend.jpg