Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

03.09.2015
Gefahr für Deutschland?

koranSeit einigen Jahren ist Salafismus in aller Munde. Er gilt als die am schnellsten wachsende und dynamischste Form des Islamismus. Diese Entwicklung ist in Deutschland als auch international zu beobachten. So machten etwa deutsche Salafisten mit ihrer im Jahr 2011 gestarteten Koranverteilungskampagne auf sich aufmerksam, die in der Politik und den Medien große Kontroversen auslöste. Berühmte Prediger wie Pierre Vogel erfreuen sich eines großen Zulaufs junger Menschen. Ferner gewinnen salafistische Gruppen in der arabischen Welt seit dem arabischen Frühling immer mehr an Bedeutung und Einfluss. Wer aber sind die Salafisten?

 Ziele und Ideologie

Ziel der Salafisten ist es, die ursprüngliche Form des Islam und die Kultur, wie sie im 7. und 8. Jahrhundert in den Städten Medina und Mekka praktiziert wurde, wieder einzuführen. Die Anhänger dieser Strömung sind sunnitische Muslime, die sich selbst, als die Vertreter des einzig wahren und unverfälschten Islams sehen. Sie praktizieren den Islam in seiner Urform und legen hierzu den Koran wörtlich aus. Nach Auffassung der Salafisten ist jeder als Teil der Gesellschaft dazu verpflichtet nach den Geboten und Verboten des Korans und der Sunna(Prophetentradition) zu leben. Deshalb unterscheiden die salafistischen Anhänger streng zwischen Gläubigen und Ungläubigen. Hierbei unterscheiden sie nicht nur zwischen den anderen Religionen, sondern grenzen sich auch von anderen „nichtgläubigen“ Muslimen ab. So wenden sich die Salafisten etwa von Islamisten ab, die an Wahlen teilnehmen um dadurch Einfluss auf politische Prozesse zu bekommen. Dies würde der ursprünglichen Lehre des Islams widersprechen.

Bei ihren Missionierungsbestrebungen orientieren sich die Salafisten an den „frommen Altvorderen“ (as-salaf as-salih), den Gefolgsleuten des Propheten Mohammed und deren Nachfahren. Umfasst sind hier die ersten drei Generationen nach Mohammed. Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe zum Propheten lebten sie ein Leben, das in besonderem Maße den gottgegebenen Vorstellungen entspricht. Sie praktizierten den Islam in seiner reinsten Form.

Die salafistische Ideologie stellt eine Gefahr für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung dar, da sie unsere wichtigsten Werteprinzipien der Demokratie, wie etwa die im Grundgesetz normierten Menschenrechte, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Recht auf Wahlen, das Verbot von Gewalt- und Willkürherrschaft zu umgehen versucht. Diese Werte gilt es mit den Mitteln der Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Zwar sind nicht alle Salafisten Gewaltbereit, aber der Salafismus kann Anreiz für Gewalttaten sein. So gehören viele Syrien-Rückkehrer der salafistischen Szene an. Dementsprechend hoch ist die Radikalisierungsgefahr in diesem Milieu.

Foto: Wikipedia/