Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

03.07.2016
Mehr als 1500 Obdachlose

Von Johnathan Missal

TotholzTotholz: tot – ist das der richtige Name? Nein, denn eigentlich ist es ein „Artenerhalter“. Im Totholz ist viel Leben, viele Lebewesen: Pilze, Tiere und auch manchmal Pflanzen. Zu diesem Thema habe ich durch ein Interview mit dem NABU (Monika Priesnitz) viel Interessantes erfahren!

 Die Leute beim NABU arbeiten daran, mehr Bäume alt werden zu lassen und kommunizieren mit dem SaarForst, Privatwaldbesitzern und saarländischen Gemeinden.

Wie schon oben erwähnt „lebt“ Totholz, denn Pilze und andere Lebewesen ernähren sich davon, bis es vollständig zersetzt ist. Das ist wie eine Masse von Menschen: Die einen pflanzen Gemüse an und die anderen essen es auf.

Folgendes habe auch ich nicht gewusst und da wird so mancher staunen: 10% des saarländischen Staatswaldes werden nicht genutzt und entwickeln sich natürlich. Dafür gab es 2014 eine Auszeichnung für naturnahe Waldbewirtschaftung.

Buchen können 300 Jahre alt werden oder sogar noch älter, wow! Allerdings wird ein Baum wie die Buche normalerweise nach nur (und was heißt da schon nur – ich glaube, da liege ich schon längst im Grab!)  130 Jahren gefällt. Dann ist das wirtschaftliche Optimum erreicht.

Ein Grund dafür ist, dass wir jeden Tag Holz brauchen z.B. für (Toiletten-) Papier. Kaum zu glauben ist, dass ein Baum erst mit 150 bis 160 Jahren überhaupt Totholz entwickeln kann! Das Problem: Kaum ein Baum wird so alt.

Leben im Totholz hört sich komisch an, ist aber eine Tatsache, sogar für eine ganze Menge Wesen, die ihr vielleicht auch kennt: Pilze wie z. B. Zunderschwämme, Schwarzspechte, Fledermäuse und Käfer, die oft nicht beachtet werden.

Da gibt es zudem einen, den man auch hier bei uns erhofft und deshalb um besondere Rücksicht bittet. Der Juchtenkäfer, ein etwa ein Finger breiter und doppelt so langer Käfer, der fast ausgestorben ist.

Nadelwälder wurden und werden oft von Menschen gestaltet. Deshalb sind dies meist große Monokulturen. Wenn dann Borkenkäfer einfallen, werden in der Regel alle Bäume gefällt. So wird kein Baum besonders alt.

Aber es gibt tatsächlich Tiere, die bestimmtes Totholz bevorzugen, wie z. B. der Eichenwidderbock. Der wohnt im Eichenholz, ist ja klar, und wir denken immer, Tiere wissen nicht, was sie wollen!

Ich habe auch mal nachgeforscht, wieso so viele Bäume an den Straßen gefällt werden. Das liegt daran, dass wir sicher Auto fahren wollen. Kritisch wird es, wenn Bäume nach dem 1. März gefällt werden, da dann die Vögel darin nisten! Wenn ein Baum gefällt wird, bedeutet das allerdings für viele Arten den Tod: Ein Vogel kann wegfliegen, ein Käfer nicht!

Was kann man im eigenen Garten tun? Jeder kann einen Totholzhaufen errichten und einfach mal abwarten, was sich aus ihm entwickelt. Oder keine Pflanzenschutzmittel benutzen, torffreie Blumenerde kaufen, weniger Rasen mähen, grüne statt graue Gärten anlegen, Schwalbennester schützen und möglichst viele einheimische Blumen pflanzen.

Und zuletzt: Was kann man für unseren wertvollen Wald tun? Das wichtigste ist darüber Reden z. B. mit Freunden oder Bekannten, denn das Projekt >Wertvoller Wald< freut sich über jede Spende für die Baumrettung. Öl verunreinigt den Boden und es gibt sogenannte „Picobello-Aktionen“, bei denen auch Schulen mitmachen können. Müll gibt es überall! Durch Müll verletzen sich dauernd Tiere und Müll verursacht oft Waldbrände und, bitte nicht vergessen: Totholz verbrennt zuerst!

 

Bildnachweis: