Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

13.02.2016
Hilfe vom Saarland nach Uganda

Von Viktoria Schäfer Kisoboka1

10.000 Kilometer trennen das Saarland und die ugandische Stadt Entebbe: Eine Reise, die für die Geschwister Sophie und Lukas Schäfer aus Tholey im letzten Sommer vieles verändern sollte…Entebbe liegt auf einer Halbinsel im Viktoriasee (35km von der Hauptstadt Kampala entfernt) und zählt um die 60.000 Einwohner. Dieser größte See Afrikas ist der zweitgrößte Süßwassersee der Welt und grenzt auch an Tansania und Kenia.

Im Stadtteil Nakiwogo beginnt ihre ehrenamtliche Arbeit im Waisenhaus Good Samaritan Orphanage Center, das auch als private Grundschule (Klasse 1-7) fungiert sowie Kinder im Kindergartenalter betreut, aber keine finanzielle Hilfe vom Staat bekommt. Die Kinder dort sind von zwei bis 17 Jahre alt und sprechen teilweise nur Luganda (die ganz Kleinen) sowie ab höheren Klassen auch Englisch. Die Schüleranzahl variiert von Term zu Term und ist nicht exakt zu definieren, wobei etwa 100 bis 120 Schülerinnen und Schüler die Schule besuchen. 35 Waisenkinder leben zusammen mit der Direktorin Frau Namakula permanent in der Schule, während die restlichen Kinder (Waisen sowie schutzbedürftige Kinder) bei Pflegeeltern oder entfernten Verwandten untergebracht sind, die selbst täglich um ihr Überleben kämpfen müssen. Armut und Hunger, nahezu keinerlei Hygiene sowie Krankheiten werden vom ersten Tag an für Sophie und Lukas greifbar. Die Schicksale der Kinder sind zwar nicht leicht zu verarbeiten, aber die beiden finden sich trotz der widrigen und oftmals harten Umstände damit ab, dass diese Kinder doch schließlich auch nur Kinder sind: wild, laut, ausgelassen, wissbegierig und vor allem liebesbedürftig! Ihre Mitarbeit in der Schule – sei es das Unterrichten jeglicher denkbarer Fächer, die Betreuung der Kleinsten oder Einführen von sportlichen Aktivitäten – bestärkt sie von Tag zu Tag darin, dass sie hier das Richtige tun. Die „Muzungus“ (damit werden in der Regionalsprache Luganda weiße Personen bezeichnet) werden sehr schnell zu Bezugspersonen und so verlieren auch die beiden Geschwister ihr Herz mehr und mehr an diese Kinder.
Vier Wochen für Sophie und acht Wochen für Lukas heißt es jeden Morgen „you are most welcome“ im Good Samaritan Orphanage Center. Wochen, die das Band zwischen ihnen und den Kindern, aber auch den Mitarbeitern der Schule stärker werden lassen und so stellt sich sehr schnell ein Verantwortungsgefühl für diese Kinder ein. Zurück in Deutschland steht fest, dass sie diese Erlebnisse und Kinder nicht einfach vergessen können! Deswegen wird beschlossen, einen Verein zu gründen, um die Schule und diese Waisenkinder weiterhin zu unterstützen.

Am 23. November 2014 wird der gemeinnützige Verein „Kisoboka e.V.“ mit der Gründungsversammlung ins Leben gerufen. Kisoboka bedeutet in Luganda „es ist möglich“. Dieser Ausdruck steht einerseits für den Auftrag als Verein, als auch für deren innere Überzeugung, dass vieles möglich ist, wenn es nur versucht wird und an die Chancen ihres noch jungen Vereins geglaubt wird.
Was hat Kisoboka e.V. genau vor und wie helfen sie in Uganda? Gemäß ihrer Satzung richtet sich der Verein auf die langfristige und ganzheitliche Förderung, Bildung und Betreuung von Waisenkindern in Uganda. Im Vordergrund stehen dabei die Verbesserung ihrer Lebensqualität und -situation sowie ihrer schulischen Ausbildung (kurze Info: zwei Millionen Waisen gibt es in dem Land und das Durchschnittsalter in Uganda liegt bei 15 Jahren). Durch die finanzielle Unterstützung von Kisoboka e.V. kann den Kindern seit Februar 2015 ein Mittagessen und den kleinsten Kindern ihr Frühstücksbrei gekocht werden – sie müssen nicht mehr hungrig bleiben. Die Bezahlung von nunmehr vier qualifizierten LehrerInnen an der Schule sorgt dafür, dass sich mehr Kontinuität und bessere Bildungschancen entwickeln können. Im März/ April 2015 waren Sophie und Lukas wieder vor Ort in Uganda, um die Vereinsziele durchzusetzen, viele Spenden zu übergeben und um die weitere Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein zu organisieren. In dieser Zeit ist es gelungen, einen Zaun um das offene Schulgelände zu bauen, der nun vor Eindringlingen und Dieben schützt, aber vor allem verhindert, dass die Kinder unmittelbar auf die vielbefahrene Straße gelangen, die an der Schule vorbeiführt.

Der Verein freut sich über neue Mitglieder (eine Mitgliedschaft ist schon ab 12,- € pro Jahr möglich), Spender oder Sponsoren. Alle weiterführenden Informationen sind auf www.kisoboka.de gebündelt. Kisoboka e.V. findet ihr auch auf Facebook (www.facebook.com/kisoboka.verein) sowie der Spendenplattform betterplace (www.betterplace.org/p24694).Der Kontakt per E-Mail ist jederzeit willkommen! (kisoboka [dot] verein [at] gmail [dot] com).

Weitere Informationen findet ihr unter www.kisoboka.de