Neue "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

26.06.2015
Grexit ja oder nein?

EU Griechenland-Gipfel die Zwanzigste. Die Griechische Wirtschaft liegt am Boden. Fünf vor zwölf. Der Staatsbankrott steht vor der Tür. Doch seit Monaten kein Fortschritt. Gläubiger sind genervt. Und eine Einigung ist nicht in Sicht. Das Vertrauen jedenfalls ist dahin. Politik oder eher Theater? Lässt sich das Schlimmste noch abwenden? Kredit, Schuldenschnitt und Grexit. Das sind Begriffe, die sich durch die griechische Tragödie ziehen wie ein roter Faden, wohingegen sich die Verhandlungen wie Kaugummi ziehen.

Diese Woche haben sich die Staats- und Regierungschefs der europäischen Staaten versammelt um mit den griechischen Verantwortlichen über die Zukunft des vor dem Bankrott stehenden Staates zu diskutieren. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren und die Zeit läuft davon. Die Gespräche ziehen sich mittlerweile bis in das Wochenende hinein. Ein Kompromiss hinsichtlich des Schuldenstreits konnte bisher nicht getroffen werden. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ist jedoch zuversichtlich. Er ist sich sicher, dass eine Einigung zwischen den Beteiligten getroffen werden kann, um die Krise beizulegen. Der polnische EU-Ratspräsident Donald Tusk ist auch positiv eingestellt. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass die Griechenland-Geschichte ein Happy-End haben wird.“ Die Bundeskanzlerin Merkel war vor dem EU-Gipfel skeptisch, was eine rasche Einigung im Schuldenstreit angeht. Es gäbe zu wenige Fortschritte.

Morgen nun soll es soweit sein. Der Tag der Entscheidung. Die Euro-Finanzminister sollen zu einer entscheidenden Sitzung zusammenfinden. „Morgen muss es echt geschehen“, so Dijsselbloem. Morgen um 17 Uhr muss Griechenland ein Reformpaket vorlegen, damit es zu einer Einigung zwischen dem internationalem Währungsfond (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB), der Europäischen Kommission und der griechischen Regierung kommt. Es ist eins vor zwölf. Sollte es bis dahin noch zu einer Einigung zwischen den Parteien kommen, so kann das Hilfspaket verlängert werden und das Geld fließt wieder. Griechenland muss allerdings vorlegen. Die Geldgeber sind am Ende ihrer Geduld. Deadline ist der 30. Juli. Sollte es bis dahin zu keinem Konsens kommen, so verfällt die letzte Rate in Höhe von 7,2 Milliarden Euro aus dem zweiten Hilfspaket, auf die Griechenland in Anbetracht der Situation mehr als angewiesen ist. Die Geldgeber jedoch haben Forderungen. Sie wollen, dass Griechenland wieder zu „tragfähigen Staatsfinanzen“ gelangt und sich somit wieder selbst Geld an den Märkten beschaffen kann. Sie sind mit der Gesamtsituation unzufrieden. Gestritten wird auch darüber, wie die Griechen diesen Forderungen nachkommen sollen. Der Druck auf Griechenland wächst. Immer häufiger ist von einem „Grexit“ die Rede. Ist der Euro wohlmöglich zu stark für Griechenland? Ginge es den Griechen ohne den Euro besser? Die Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone jedoch sind nicht genau abzusehen. Ohne Hilfsgelder jedoch droht dem EU-Mitgliedsstaat der Staatsbankrott. Und die Zeit läuft und läuft. Die bisherigen Reformvorschläge von griechischer Seite sind den Gläubigern bisher nicht ausreichend genug. Ein abgeänderter Reformvorschlag müsste zudem noch von den nationalen Parlamenten abgesegnet werden. Am Montag etwa könnte der Deutsche Bundestag über das Hilfspaket abstimmen. Am 30. Juni läuft das derzeitige Hilfspaket aus.

Man darf also gespannt auf die morgige Sitzung der Finanzgruppe warten. Vielleicht lässt sich dann ein Fortschritt abzeichnen und abschätzen wie es mit den Griechen weiter geht. Happy End oder griechische Tragödie? Kredit oder Grexit? Zeit jedenfalls bleibt keine mehr.

Bild: Christoph F. Siekermann, Wikipedia