Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

26.01.2016
Asyl und Migration

von Laura Meyer

Laut Artikel 1A der Genfer Flüchtlingskonvention ist ein Flüchtling eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will.“(Art. 1A Abs. 2 der Genfer Flüchtlingskonvention)

Gerade in unserer Zeit sind Millionen von Menschen in allen Teilen unserer Welt diesen Ängsten ausgesetzt.

In Syrien herrscht brutaler Bürgerkrieg, in Afghanistan ebenso, in vielen Staaten Afrikas leiden die Menschen unter Hunger und am Balkan herrscht Perspektivlosigkeit.

Die Menschen dieser Länder sehen meist keine andere Möglichkeit – oft gibt es auch keine -als zu fliehen. Meist ist Europa das Ziel, insbesondere Deutschland.

Nach Europa gelangen die Menschen mit Hilfe von Schlepperbanden, die dadurch illegal Geld verdienen. Oft werden die Flüchtlinge in menschenunwürdigen Transportern an die Küste gebracht und treten von dort aus ihre Reise auf überfüllten Booten nach Europa an. Tausende Menschen haben diese Fahrt nicht überlebt;Auch wenn sie die sichere Küste Europaserreicht haben, ist die Odyssee noch lange nicht zu Ende.

Denn es gilt die sogenannte Dublin III Verordnung, die besagt, dass Flüchtlinge in dem europäischen Land, das sie als erstes betreten ein Asylgesuch stellen müssen. Da aber die Randländer Europas meist überfordert sind mit den Massen an Menschen, müssen viele Menschen weiterziehen, um die nötige Hilfe zu bekommen.

Jeden Tag kommen somit hunderte Flüchtlinge in Deutschland an, die rein von der Gesetzeslage her in ihrem Ersteintrittsland hätten versorgt und registriert werden müssen.

Nach Einreise in die Bundesrepublik werden die Flüchtlinge nach dem sogenannten Königsteinerschlüssel in die einzelnen Bundesländer und deren Aufnahmestellen verteilt. Im Landesaufnahmezentrum des Saarlandes in Lebach wurden allein 2014 etwa 3000 Flüchtlinge versorgt. Dort angekommen müssen sich die Flüchtlinge registrieren und einen Asylantrag stellen. Das Asylverfahren wird von einer Bundesbehörde, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), durchgeführt, das in den einzelnen Aufnahmestellen Zweigstellen hat.

Während dieses Verfahrens erhalten die Asylsuchenden ein vorläufiges Bleiberecht. Anschließend wird der oder die Antragsstellende mit Hilfe eines Dolmetschers von einem Mitarbeiter der BAMF über den Reiseweg und die Fluchtgründe angehört. Aufgrund dieses Gesprächs wird der Asylantrag gewährt oder nicht.

Der Flüchtling erhält die Entscheidung anschließend schriftlich mit einer Rechtsbelehrung; dabei können Asylsuchende aus einem sicheren Herkunftsland schneller abgeschoben werden.

Wenn der Asylantrag positiv ausfällt, erhält der Antragsstellende eine befristete Aufenthaltsgenehmigung. Diese stellt den Flüchtling bei der Sozialversicherung einem deutschen Staatsbürger gleich und er hat dadurch unter anderem Anspruch auf Kindergeld und Sozialhilfe.

Falls kein Asylantrag gewährt werden kann, prüft das BAMF noch einmal alle Hintergründe. Sollte der Asylantrag auch nach weiterer Prüfung negativ ausfallen, ist der Flüchtling dazu verpflichtet Deutschland zu verlassen.

Nach Genehmigung des Asyls ist der Flüchtling jedoch zum Nichtstun gezwungen. Erst nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland darf er anfangen zu arbeiten- und das auch nur, wenn sich kein deutscher oder EU-Bürger auf die Stelle beworben hat. Diese sogenannte Vorrangprüfung entfällt erst nach 15 Monaten genehmigten Aufenthaltes in Deutschland. Da viele der Flüchtlinge einen akademischen oder beruflichen Abschluss besitzen und in Deutschland viele Stellen unbesetzt sind, fordert vor allem die Wirtschaft eine Änderung dieser Regelung.

Auch bezahlt der Staat erst nach Genehmigung des Asyls einen Deutschkurs, davor sind die Flüchtlinge auf Ehrenamtler angewiesen oder müssen den Kurs selbst bezahlen.

 

Gut zu wissen:

„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ heißt es in Artikel 16a Absatz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

Damit wird das Asylrecht in Deutschland nicht nur – wie in vielen anderen Staaten – auf Grund der völkerrechtlichen Verpflichtung aus der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 gewährt, sondern hat als Grundrecht Verfassungsrang. Es ist das einzige Grundrecht, das nur Ausländern zusteht.

Was ist ein sicheres Herkunftsland?

Als sicheres Herkunftsland wird ein Land bezeichnet, in dem die Menschenrechte geachtet und ausgeführt werden, in dem weder religiöse noch politische Verfolgung Menschen gefährden und dauerhafter Frieden gewährleistet ist.

Was ist ein Migrant?

Ein Migrant ist eine Person, die ausländische Wurzeln hat, aber in Deutschland lebt und meist auch deutscher Staatsbürger ist. Als Migranten werden auch europäische Staatsbürger bezeichnet, die nach Deutschland kommen.