Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

03.10.2015

Brandenburger_Tor_abendsAm 31. August 1990 wurde im Ost-Berliner Kronprinzenpalais deutsche Geschichte geschrieben: Bundesminister Schäuble und DDR-Staatssekretär Krause unterzeichneten den rund 1.000 Seiten langen Vertrag über die Herstellung der Einheit Deutschlands. Es war ein Erfolg für die Demokratie und beendete den als Folge des Zweiten Weltkrieges währenden Zustand der deutschen Teilung. Dieses mit Abstand wichtigste Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte jährt sich heute am 03. Oktober 2015 zum 25. Mal.

Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung war das Einverständnis der vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, die immer noch die Verantwortung für Deutschland als Ganzes hatten. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der DDR sowie Frankreich, der Sowjetunion, Großbritannien und den USA, machte schließlich den Weg für die Wiedervereinigung frei, da Deutschland infolgedessen von besatzungsrechtlichen Beschränkungen befreit war.

Nachdem Schäuble und Krause den Vertrag zur Herstellung der Einheit Deutschlands unterzeichneten, galt nun das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland auch im bisherigen Gebiet der DDR. Aus den 14 Bezirken der DDR entstanden die fünf Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Bezirke in Berlin wurden zum Land Berlin zusammengelegt, welches gleichzeitig Hauptstadt des nun vereinten Deutschland wurde. Die Volkskammerwahl am 18. März 1990, bei der die Wahlbeteiligung bei 93,4 % lag, war ein maßgeblicher Zwischenschritt auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Als Sieger ging das Wahlbündnis Allianz für Deutschland hervor, welches aus der Blockpartei CDU, der Deutschen Sozialen Union und dem Demokratischen Aufbruch (DA) bestand. An diesem Tag durften die Menschen in der DDR zum ersten Mal die Abgeordneten der Volkskammer frei wählen. Die Volkskammerwahl markierte das Ende der SED-Herrschaft. Auch der Staatsvertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der BRD und der DDR stellt einen wichtigen Zwischenschritt zur Wiedervereinigung dar. Der Vertrag trat am 1. Juli 1990 in Kraft und große Teile der Wirtschafts- und Rechtsordnung wurden damit auch in der DDR wirksam. Mit der Währungsunion wurde die D-Mark zum einzigen Zahlungsmittel.

Heute feiert Deutschland ein Vierteljahrhundert Einheit und steht vor einer neuen historischen Herausforderung: Die Integration der hunderttausenden Flüchtlinge, die, so Bundespräsident Gauck, eine ähnlich große Aufgabe sei. „Wie 1990 erwartet uns eine Herausforderung, die Generationen beschäftigen wird. Doch anders als damals soll nun zusammenwachsen, was bisher nicht zusammen gehörte“.

 

Foto: Thomas Wolf / wikipedia.de