Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

27.11.2018
Eine Mission für Demokratie und Meinungsfreiheit und gegen Hass und Hetze

Immer wieder kommt es zu Ereignissen, die uns schmerzhaft vor Augen führen: Der „Rechtsruck“ in Deutschland und in Europa ist real. Für die bevorstehenden Europawahlen im Mai 2019 wird sich nicht die Frage stellen ob, sondern wie stark populistische Parteien demokratie- und europabefürwortenden Parteien zusetzen werden. Die Stimmung ist vergiftet. Besonders im Netz, wo sich Hate Speech wie ein Lauffeuer ausbreitet, wo gegen Gruppen gehetzt wird und Menschen- und Grundrechte missachtet werden.
Gründe für diese Entwicklung liegen in internationalen Konflikten, die teilweise auch tatsächliche Auswirkungen auf die inneren Angelegenheiten haben. An erster Stelle sind hier Konflikte zu nennen, die zu erheblichen Fluchtbewegungen geführt haben. Bei Teilen der Bevölkerung war die Berichterstattung in den klassischen Medien in mehrfacher Hinsicht einem Vertrauensverlust unterworfen. Die Berichterstattung in Medien über die Flüchtlingsbewegung wurde oftmals als einseitig bzw. tendenziös wahrgenommen. Gerade die Flüchtlingskrise führte zu einem Erstarken des Rechtsextremismus in Deutschland.
Es gilt also verstärkt Präventions- und medienpädagogische Arbeit zu leisten. Genau das ist das Kernziel der Kampagne #DoppelEinhorn. Mit den sogenannten „#DoppelEinhornPausen“, bei denen Workshops für Schulen angeboten werden, wird versucht eben diese medienpädagogische Präventionsarbeit zu leisten und Schülerinnen und Schüler für das Phänomen „Hate Speech“ und das damit verbundene Thema „(Cyber)mobbing“ zu sensibilisieren. Da diese Thematik nur teilweise und oberflächlich in den saarländischen Kernlehrplänen verankert ist, bedarf es Aufklärung von außerhalb. Mit dem Projekt kann ein Beitrag dazu geleistet werden. In Zusammenhang mit diesen Phänomenen der digitalen Welt ist auch das Thema „Menschen- und Grundrechte“ verbunden. Ebenso ist es eine Kernaufgabe, das profunde Wissen darüber zu vermitteln. Denn politische Bildung und Förderung sozialer Kompetenzen ist ein effektives Mittel, um Phänomenen wie Hate Speech entgegenzuwirken.
Um unsere Zielgruppe effektiver anzusprechen, setzt die Kampagne als Referenten sogenannte Influencerinnen und Influencer ein. Diese sind aufgrund ihrer Beliebtheit auf Social Media-Kanälen und ihrer Nähe zur Zielgruppe optimal geeignet, um Inhalte zu vermitteln. Obgleich es sich bei Influencern nicht um ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen handelt, sind die vermittelten Inhalte pädagogisch wertvoll. Um dies zu garantieren, werden hierfür Unterrichtsmaterialien erstellt, die von den Referenten umgesetzt werden können und die an die Kernlehrpläne des Saarlandes angelehnt sind. Mit jeder Veranstaltung können etwa 800 Lernende erreicht werden. Da bisherige, eher konventionelle Maßnahmen, nicht den gewünschten Erfolg erzielten, greift die Kampagne an dieser Stelle ein und unterstützt Schulen bei ihrer Arbeit.
Die Idee des Einsatzes von Influencern, sprich Persönlichkeiten aus der Region, wie etwa YouTuber, Instagrammer oder Musiker, basiert auf der Theorie des sogenannten Modelllernens von dem kanadischen Psychologen Albert Bandura. Demnach findet Lernen aufgrund von Beobachtung statt. Damit eine Person als Modell geeignet ist, müssen bestimmte Eigenschaften auf sie zutreffen. In diesem Fall ist der relevante Aspekt die Attraktivität des Modells im Sinne von Status (Beliebtheit).
Die Schulbesuche, die ergänzt werden durch kleine Schulhofkonzerte, sollen im nächsten Jahr einen Schwerpunkt des Projektes darstellen. Während der Schulhofkonzerte performen der Rapper EstA, Musiker und Produzent Eric Philippi sowie Musiker Georg Maier unter anderem den Song „Nicht perfekt“, der eigens für das Projekt geschrieben wurde.
Weiterhin wird es Postkarten- und Plakataktionen geben. Mit eingebunden wird wie auch in diesem Jahr die Community in den sozialen Netzwerken. So entstand etwa die Postkarte mit der neuen Botschaft, die von unserer Unterstützerin Änni Hepermann kam, „Hört doch ma alle auf zu hassen, ey!“.

Bei seiner Mission braucht das DoppelEinhorn jedoch weiterhin viel Unterstützung, EURE Unterstützung. Wenn ihr im Netz Hasskommentare oder respektlose Diskussionen lest und euch nicht traut zu kontern, dann setzt einfach den Hashtag #DoppelEinhorn. Ihr könnt das DoppelEinhorn auch einfach bei Facebook, Twitter und Instagram begleiten und es bei seiner Mission unterstützen. Solltet ihr das DoppelEinhorn im Saarland auf Postkarten, Plakaten oder Aufklebern sehen, dann könnt ihr ein Foto von euch damit posten und es mit dem Hashtag #DoppelEinhorn versehen und in den sozialen Netzwerken hochladen.
Das DoppelEinhorn möchte uns nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, sondern uns auf eine manchmal freudige, manchmal freche, vollmotivierte oder traurige Art und Weise daran erinnern, wie wichtig unsere Grundrechte, insbesondere die Meinungsfreiheit sind. Sie ist die Mutter aller Grundrechte und ohne sie könnten wir unsere anderen Grundrechte gar nicht wahrnehmen. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern wir sie immer verteidigen müssen.

Das #DoppelEinhorn wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Träger des Projektes ist der Verein MedienNetzwerk SaarLorLux.

Begleitet das DoppelEinhorn und unterstützt seine Mission!
www.doppeleinhorn.org