Letzte "Chilly" erschienen!

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ Mit diesen Worten des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez möchten wir uns verabschieden und euch für die langjährige Treue danken. Ab sofort findet ihr die neue Ausgabe des Chilly Magazins an vielen weiterführenden Schulen sowie an ausgewählten Orten im Saarland!

01.12.2015
Eine Reise in die sommerliche Hauptstadt
Bild: Alena Gerlach

Bild: Alena Gerlach

Berlin ist seit 1990 die Bundeshauptstadt und der Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland. Die 3,6 Millionen Einwohner verteilen sich auf 12 Bezirke, wobei Friedrichshain-Kreuzberg der bevölkerungsreichste ist. Allein in diesem Stadtteil zählt das Einwohnermeldeamt 13.676 Einwohner pro Quadratmeter.

Auch der Tourismus boomt; Berlin sei komplett ausgebucht, berichtete der Berliner Tagesspiegel, 26 Millionen Touristen kämen jedes Jahr in die Hauptstadt, mit steigender Tendenz. Berlin gilt im Moment als Welthauptstadt der Kultur, Kunst, Wirtschaft und Forschung, noch nie konnte Berlin so viele Sympathien für sich gewinnen wie zurzeit.

Doch welches ist dieses Berlin, das im Moment ganz Europa in seinen Bann zieht?

Diesen Sommer habe ich mich auf die Suche nach dem Berlin der Vielfältigkeit, der Toleranz und der Spannung begeben.

Bewegung: Das weitläufige Berlin

Manch einen wird es vielleicht überraschen, wie weitläufig die Bundeshauptstadt sein kann und wie erschreckend es erscheint, die Entfernungen hinter sich zu bringen. Das Auto sollte man in Berlin besser stehen lassen, wenn man nicht ewig zwischen Baustellen und verstopften Straßen nach einem oft teuren Parkplatz suchen möchte.

Eine Alternative bietet die BVG mit Angeboten speziell für Touristen, wie zum Beispiel die Berlin Welcome Card oder die Berlin City Tour Card. Hiermit kann man das ausgebaute Liniennetz des öffentlichen Nahverkehrs bis zu höchstens fünf Tagen nutzen.

Mit der Buslinie 100 lässt sich Berlin in einem doppelstöckigen Bus mit Panoramablick günstig und praktisch entdecken. Der Bus startet am Alexanderplatz und fährt an fast allen Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen Berlins, wie der Museumsinsel, dem Reichstag, dem Schloss Bellevue, der Siegessäule, dem Kurfürstendamm und dem KaDeWe vorbei und beendet seine Fahrt schließlich am Zoologischen Garten.

 

Der Funkturm: West-Berlin von oben

Eine Alternative zum im Berliner Volksmund getauften Telespargel, dem Fernsehturm, bietet der im Jahr 1925 eröffnete und 146 Meter hohe Funkturm im Westen Berlins. Auch wenn er zu den niedrigeren Funktürmen gehört, ist er doch kostengünstiger, bietet einen neuen Blick auf Berlin und überzeugt mit kurzen bis gar keinen Wartezeiten. In einem tieferen Stockwerk des Funkturms befindet sich außerdem ein Restaurant, in dem es sich mit Aussicht auf Berlin gut essen lässt. Bei einem Besuch empfiehlt es sich ebenfalls, an einer Führung durch den RBB, der direkt an den Funkturm grenzt, teilzunehmen.

 

Der Bundestag: Das politische Berlin

Die Architektur des beeindruckenden Gebäudes betrachten, eine Parlamentssitzung besuchen, auf dem grünen Außenbereich ein Picknick machen – all dies wird jedem Interessierten inner- und außerhalb des Bundestags kostenlos angeboten.

Wer sich allerdings über die Aussicht auf das Zentrum Berlins erfreuen will, entscheidet sich am besten für einen Besuch der Kuppel und der Terrasse.

Zu empfehlen ist, sich ein paar Tage im Voraus im Internet einen Termin reservieren zu lassen, um unter Umständen lange Wartezeiten zu vermeiden.

Der Besuch beginnt mit Sicherheitskontrollen in weißen Containern, die direkt vor dem Bundestag platziert sind. Danach wird man über eine breite Treppe in den Eingangsbereich des Bundestages begleitet und gelangt über einen Fahrstuhl auf das Dach. Hier werden kostenlose und elektronische Guides angeboten, die die Übersicht über die Stadt erleichtern. Nun können sich die Besucher auf dem Dach und in der geräumigen Glaskugel, die auch einen Blick auf den Plenarsaal ermöglicht, frei bewegen.

Der Besuch lässt sich noch spannender gestalten, in dem man das Gebäude abends besucht, was bis 22 Uhr möglich ist und den Blick auf das nächtliche Berlin genießt.

 

Kulinarisches aus dem multikulturellen Berlin

Es ist 15:48 Uhr mitten im Hochsommer. Ich befinde mich in einem Meer aus bunten Plastikschirmen, etwas weiter ist der Rasen unter den unzähligen Picknickdecken nicht mehr zu erkennen. Mir steigt der Geruch von Kokosnüssen, Curry und nicht zuzuordnenden Gewürzen in die Nase. Überall sitzen thailändische Frauen und Männer auf bunten Kissen vor kleinen Campingkochern, Plastikschalen und Kühlboxen und schneiden, rühren und unterhalten sich lautstark mit ihren Nachbarn.

Was scheint, als wäre es ein Lebensmittel Markt mitten in Thailand, befindet sich aber eigentlich in Berlin, genauer gesagt im Preußenpark.

Jeden Samstag und Sonntag bietet die Thaiwiese seinen buntgemischten Besuchern thailändische, hausgemachte und günstige Köstlichkeiten und Spezialitäten an.

Wer keine Angst vor scharfen Gewürzen hat und sein Wochenende in entspannter Atmosphäre verbringen möchte, sollte ein Picknick auf der Thaiwiese auf keinen Fall verpassen.

 

Freiheit im grünen Berlin

Während meines Aufenthaltes in Berlin habe ich zeitweise das Gefühl, die Stadt würde mich überrollen. Rund um die Uhr wird das tägliche Leben von Polizei- und Krankenwagensirenen begleitet. Der Wind aus den U-Bahnschächten weht dauernd Staub auf, der mir ins Gesicht fliegt. Überall sind Häuser, Mauern, Geschäfte, Autos und Menschen.

Zu einer willkommenen Abwechslung wird das Gelände des Flughafens Berlin- Tempelhof im gleichnamigen Stadtteil. Der am 30. Oktober im Jahr 2008 geschlossene Flughafen wird heute für Führungen genutzt. Der Flugplatz allerdings wurde zu einer riesigen und begrünten Parkanlage mitten in der Stadt umfunktioniert. Im Sommer kann man auf den ausgedehnten Grünflächen picknicken oder grillen, im Herbst Drachen steigen lassen, im Winter mit dem Fahrrad oder zu Fuß eine Runde drehen und im Frühling entstehen ganze Schrebergartenanlagen auf dem Flugplatz.

Plötzlich habe ich das Gefühl mitten auf dem Land zu sein, die Stadt und die Zeit scheinen zwischen den Bäumen ganz fern. Die 386 ha Flugplatz bieten zu jeder Jahreszeit einen weiten Blick, den man in der Großstadt zwischen Häuserwänden vermissen könnte.