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13.12.2018
Thema Demokratie kommt in Schulen zu kurz

Befragung von mehr als 1.200 Lehrkräften zeigt, Demokratie im Unterricht spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ursache: Das Thema wird in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften zu wenig behandelt.

In Zeiten, in denen Populisten in Europa bei Wahlen erfolgreich sind, ist das Thema Demokratie wichtiger denn je. Allerdings nimmt das Thema in Schulen nur einen mittleren Stellenwert ein. In einer neuen Online-Befragung des Berliner Instituts für Gesellschaftsforschung in unserem Auftrag geben knapp vier Prozent der Lehrkräfte an, dass Demokratiebildung einen hohen Stellenwert in ihrem Schulalltag hat. Für die meisten Lehrkräfte (96 Prozent) ist schulische Demokratiebildung nur von mittlerer Bedeutung. Aber: Fast Dreiviertel der Lehrkräfte geben an, selbst einen demokratischen Umgang mit ihren Schülern zu pflegen und eine Orientierung an Werten wie Respekt, Fairness und Gleichbehandlung zu vermitteln. Dennoch sind die Möglichkeiten für Schüler, sich im Schulalltag demokratisch zu beteiligen noch ausbaufähig.

Unterrichtsformate, die Demokratiebildung stützen, werden nur von 1,3 Prozent der Lehrkräfte umfassend eingesetzt. Zum Beispiel die Teilnahme an Schülerparlamenten, Projektwochen mit Fragen zu Demokratie-Entwicklung oder etwa an einem Demokratietag ist in Schulen eine absolute Ausnahme. Weniger als zehn Prozent der Lehrkräfte geben an, dass ihre Schüler mit solchen Formaten der Demokratiebildung in den letzten zwölf Monaten Erfahrungen machen konnten. Dazu kommt, dass sich nur rund die Hälfte der Befragten von ihren Schülern in diesem Zeitraum ein systematisches Feedback eingeholt hat, in dem die Schüler auch Kritik am Unterricht üben durften.

Demokratiebildung – kein Thema in der Qualifizierung von Lehrkräften

In der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sind Inhalte der Demokratiebildung unterrepräsentiert. Nur 16 Prozent der Befragten haben sich im Studium damit intensiv auseinandergesetzt, im Referendariat sinkt der Wert auf 13 Prozent und in der Weiterbildung ist das Thema für 18 Prozent von hoher Relevanz.

Hier seien die Länder gefragt, um entsprechende Qualifizierungsangebote im Studium, Referendariat und der Lehrerweiterbildung auszubauen, so unser Vorstand Brigitte Mohn weiter. Aber auch zivilgesellschaftliche Akteure könnten durch Projekte und Programme einen Beitrag leisten. Deswegen ergänzt Mohn: „Die Bertelsmann Stiftung hat zum Beispiel mit Experten aus Wissenschaft und Praxis den digitalen MOOC-Kurs ‚Citizenship Education – Demokratiebildung in Schulen‘ entwickelt und stellt ihn Studierenden kostenlos zur Verfügung.“

Wie Schulen Demokratie leben und vermitteln können, sollte in der Qualifizierung von Lehrkräften einen höheren Stellenwert bekommen. So können sie die erforderlichen Kompetenzen erwerben, um Schüler zu befähigen, sich mit der Gesellschaft kritisch auseinanderzusetzen, reflektiert Urteile bilden zu können und das Gemeinwesen verantwortlich mitzugestalten. Gute Voraussetzungen sehen die Projektverantwortlichen darin, dass sich die heutige Lehrergeneration in der ganz überwiegenden Mehrheit einer demokratischen Schul- und Unterrichtskultur verpflichtet fühlt.

Kompetente Lehrkräfte – Voraussetzung für mehr Demokratiebildung

In der Studie haben wir untersucht, welche Faktoren Lehrkräfte darin bestärken, dem Thema Demokratie mehr Raum und Zeit innerhalb und außerhalb des Klassenraums zu geben. Die Bereitschaft steigt, wenn Lehrkräfte:

– über die hierfür relevanten Kompetenzen verfügen, zum Beispiel prosoziales Verhalten der Schüler fördern oder die Vielfalt der Schüler als Ressource der Schulkultur nutzen können.
– sich im Studium, im Referendariat und in der Weiterbildung intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
– sich als selbstwirksam empfinden und überzeugt sind, auch schwierige Situationen meistern zu können.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Demokratiebildung einen hohen Stellenwert in der gesamten Schule hat, indem sie zum Beispiel im Leitbild der Schule verankert ist, belegt die Studie.

12.12.2018
Trotz Wahlniederlagen muss man wachsam sein

Dass Rechtsextremisten in Deutschland immer noch ein hohes Mobilisierungspotential besitzen, haben die Vorfälle in Chemnitz Ende August und in Köthen Mitte September gezeigt. Nachdem zwei Männer nach Auseinandersetzungen mit Flüchtlingen ums Leben gekommen sind, gab es in beiden Städten Demonstrationen von rechtsextremen Gruppierungen.
Dabei kamen im Chemnitz bei einer Demonstration über 8.000 Menschen zusammen, darunter auch viele rechtsradikale, gewaltbereite Demonstranten. In Köthen sprach Thügida-Chef und Ex-NPDler David Köcker auf einer Kundgebung vom „Rassenkrieg gegen das deutsche Volk“. Dabei rief er auch öffentlich zu Gewalt, Willkür und zum Umsturz des politischen Systems auf. Dass sich ein Rechtsextremer so in der Öffentlichkeit äußert, hat man in Deutschland recht selten erlebt. (mehr …)

10.12.2018
UNESCO lobt Deutschland, fordert aber mehr Anstrengung

Am 20. November 2018 wurde der UNESCO-Weltbildungsbericht 2019 „Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern“ im Auswärtigen Amt in Berlin vorgestellt. Der Bericht evaluiert jährlich die Fortschritte der Welt bezüglich der Umsetzung des Globalen Nachhaltigkeitsziels 4: „Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicher(zu)stellen.“ Die Deutsche UNESCO-Kommission, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und das Auswärtige Amt geben gemeinsam eine deutsche Kurzfassung des Berichts heraus. (mehr …)

07.12.2018
Saarbrückens besondere Seite Teil 4

Goldene Zeiten für eine Gedenkstätte

Einen wichtigen und bedeutsamen Ort in Saarbrücken bzw. an der Grenze zu Frankreich bildet die Neue Bremm. Mittlerweile hat es sich eingebürgert „Goldene Bremm“ zu sagen, aber um genau zu sein, gehört die Goldene Bremm „Brême d’Or“ zur französischen Seite zur Gemarkung von Spichern. Gold kann man hier nicht schöpfen, denn das „Gold“ bezieht sich auf den Besenginster, der goldgelbe Blüten trägt und in dieser Region besonders stark verbreitet ist. „Brimme“ aus dem Mittelhochdeutschen abgeleitet, bedeutet nichts anderes als Ginster, genau genommen Besenginster. Seine rutenähnlichen Zweige wurden früher für die Besenherstellung genutzt, weshalb in anglophonen Gebieten „broom“ nicht nur zum Ginster, sondern auch zum Besen gesagt wird.
Die „Neue Bremm“ hingegen, befindet sich auf deutscher Seite.

1943 und 1944 nutzte die Gestapo dieses Barackenlager als ein zusätzliches Gefängnis. 1943 wurde hier ein Frauenlager hinzugefügt, das durch den Alstinger Weg vom Männerlager getrennt war. (mehr …)