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Medienkompetenz

Recht und Unrecht in der virtuellen Welt

Urheberrecht und Shoppen im Internet

Während sich in der realen Welt jeder über bestehende Gesetze und entsprechendes Recht bewusst ist, erweckt das Internet durch seine Anonymität oft den Eindruck eines rechtsfreien Raums. Das ist es jedoch nicht. Wer sich in der virtuellen Welt sicher bewegen will, sollte deswegen die rechtlichen Grundsätze kennen. Chilly stellt euch zwei der wichtigsten Themen – Urheberrecht und Jugendschutz – vor.Wer Bilder vom letzten Urlaub auf Mallorca ins Netz stellt, bereitet sich damit eigentlich keine Probleme- allerdings nur, wenn nur er oder sie auf dem Bild zu sehen ist. Sind auch andere Personen deutlich auf den Bildern zu erkennen, greift das „Recht am eigenen Bild“. Das besagt, dass die auf dem Bild zu sehenden Personen dessen Veröffentlichung erst erlauben müssen. Es bedarf also erst der Zustimmung, um das Bild oder das Video ins Internet stellen zu können. Das gilt natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, bei größeren Menschenmassen können schlecht alle zuerst um Erlaubnis gefragt werden. Abgesehen von der rechtlichen Seite sollte man sich bei allen Bildern, auf denen andere Personen zu sehen sind, immer fragen, ob es einem selbst Recht wäre, auf solchen Bildern im Internet zu sehen zu sein. Insbesondere, wenn es nicht nur um harmlose Urlaubsbilder, sondern um die letzte Party und deren Folgen danach geht.
Das Recht am eigenen Bild gibt es übrigens nicht nur im Internet, sondern auch in allen anderen Medien, wie Zeitung oder Fernsehen.
Anders als bei eigenen Bildern oder Filmen ist es bei fremden Arbeiten grundsätzlich verboten, diese ins Internet zu stellen, also sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wer eine Fernsehsendung aufzeichnet und auf YouTube stellt, macht sich nach dem Urheberrecht strafbar. Danach ist nämlich – wenn überhaupt – nur die private Nutzung von fremden Werken erlaubt. Wer also dem besten Freund eine CD brennt, macht sich nicht strafbar. Wer die CD aber bei einer Online-Tauschbörse allen Internet-Nutzern zugänglich macht dagegen schon. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob derjenige Geld für diese Dienstleistung verlangt oder nicht. Als Grundregel gilt: Wer fremde Inhalte wie Bilder, Filme oder Texte ins Netz stellen will, braucht erst die Erlaubnis des Rechteinhabers. Ansonsten kann es zu Abmahnungen oder sogar Gerichtsverfahren kommen. Eine erste Unterstützung kann in einer solchen Situation die Verbraucherzentrale bieten (siehe Linktipps).Ein anderes heikles Thema ist das Bestellen im Internet. Grundsätzlich gilt in der virtuellen Welt dabei dieselbe Regel wie in realen Welt: Bei fast jeder Ware hat der Käufer ein Rückgaberecht, in der er sie ohne Angabe von Gründen zurückschicken und sein Geld zurückverlangen kann. Das gestaltet sich bei Internet-Händlern in machen Fällen jedoch oft schwierig. Wenn ein T-Shirt aus dem Kaufhaus nicht passt, bringt man es zurück und erhält in den meisten Fällen sein Geld bar zurück. Im Internet muss die Ware per Post zurückgeschickt werden, einen direkten Kontakt zum Händler wie im Kaufhaus gibt es dabei allerdings nicht. Deswegen sollte man sich vorher genau überlegen, was man im Internet bestellt und die Zuverlässigkeit des Händlers überprüfen. Dazu zählt auch ein Blick ins Impressum, ob die Firma einen festen Sitz hat und ob es eine Telefonnummer für Rückfragen gibt. Auch wenn es mühsam ist, ist es gerade bei einem Kauf im Internet unverzichtbar die Allgemeinen Geschäftsbedingungen komplett durchzulesen, um bei Reklamationen sein Geld zurückzubekommen.
Oft versteckt sich im Kleingedruckten auch ein Abo oder andere Verpflichtungen, die man beim Kauf einer Ware angeht. Das ist beim T-Shirt weniger der Fall, wird aber besonders bei Handy-Klingeltönen oder Handy-Spielen wichtig. Wer bei einem Kauf seine persönlichen Daten oder seine Handynummer angibt, darf zudem nicht vergessen, dass er oder sie Gefahr läuft, in einem Werbeverteiler zu landen.Chilly-Linktipps:www.verbraucherzentrale.de Bietet in rechtlichen Fragen eine erste Anlaufstelle und kann weitere Hilfe vermitteln.