 Drei Jugendliche aus den Philippinen kamen in unsere Redaktion und erzählten von ihrem Leben in ihrer Heimat und den dortigen sozialen Missständen, die sie in ihrem Theaterstück „Once we had a dream“ verarbeiten. Sie wollen die Menschen für die sozialen und gesellschaftlichen Probleme sensibilisieren und sie dazu animieren, die PREDA Organisation zu unterstützen. PREDA bedeutet Recovery, Empowerment Development Assistance Foundation (Stiftung für die Genesung, Ermächtigung und Entwicklung der Menschen) und setzt sich seit bereits 34 Jahren für
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e und die Linderung der Armut durch Fairen Handel ein. Die philippinischen Jugendlichen Cherry, William und Christian sind selbst aktive Mitglieder der PREDA Organisation und kämpfen besonders für die Rechte der Kinder, die von Menschenhändlern in die Prostitution verkauft werden. Sie unterstützen die Stiftung dabei, den Kindern wieder ein normales Leben in Freiheit zu ermöglichen. Chilly: Worum geht es allgemein in eurem Theaterspiel/ Musical? Christian: Es geht um die Bergbauindustrie auf den Philippinen, die vor allem den natürlichen Lebensraum dort zerstört. Die Geschichte erzählt auch von Kinderrechten und Kindern, die sexuell missbraucht werden und es geht auch um den Inzest, wobei Kinder innerhalb der Familie missbraucht werden. Zudem werden die Kinder kommerziell und sexuell ausgebeutet und werden zum Menschenhandel ins Ausland verfrachtet. Chilly: Gibt es einen Unterschied zwischen den
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en in Deutschland und denen auf den Philippinen? Cherry: Meiner Meinung nach ist es sehr unterschiedlich, wie die Kinder hier und auf den Philippinen behandelt werden. Auf den Philippinen gibt es beispielsweise kein Gesetz, das verhindert, dass minderjährige Kinder eingesperrt werden. Christian: Allerdings gibt es auf den Philippinen den sogenannten „Juvenile Justice and Welfare Act“. Dieser setzt das Alter der Strafmündigkeit von Kindern von neun auf 15 Jahre herauf. Er sichert den Kindern ein faires Strafverfahren zu und die Unterbringung in speziellen Rehabilitation- Center. Die Verabschiedung des Gesetzes ist allerdings nicht die endgültige Lösung des Problems. Es ist jedoch der erste Schritt, um Kinder davor zu schützen, eingesperrt zu werden. Ein weiteres Problem ist die Umsetzung des Gesetzes. Viele Menschen dort sind über das Gesetz nicht richtig informiert und außerdem fehlt es an Jugendheimen. Chilly: Wer sind die Leute, die die Kinder einsperren? Christian: Meistens handelt es sich dabei um die Polizei selbst oder die philippinische Behörde. Lorenz: Die Organisation PREDA hilft diesen Kindern und bringt sie in speziellen Zentren unter, um ihnen ein normales Leben zu ermöglichen. Chilly: Wie seid ihr zur Organisation gekommen? Habt ihr selbst Erfahrungen mit dem Thema oder habt ihr einfach Interesse daran zu helfen? Christian: Für mich ist es wichtig soziale Verantwortung zu übernehmen und anderen Menschen zu helfen macht mich und andere glücklich. Cherry: Ich bin eine der Begünstigten der PREDA Organisation, die unsere Familie und vor allem unsere schulische Ausbildung unterstützt. Das ist der Grund, warum ich als Freiwillige in der Organisation arbeite. William: Ich arbeite wie Cherry als Freiwilliger bei PREDA, da ich für die Kinder- und Frauenrechte kämpfen möchte. Chilly: Ist es einfach einer Organisation wie PREDA beizutreten oder gibt es immer noch Menschen, die von der Existenz solcher Vereinigungen nicht in Kenntnis gesetzt wurden? Christian: Es ist überhaupt nicht schwer Mitglied zu werden. Es reicht völlig aus, an einem der regelmäßigen Treffen teilzunehmen, um freiwilliger Helfer zu werden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und es muss auch niemand spenden. Der Sinn der Sache ist es schließlich zu helfen. Chilly: Besucht PREDA also auch Schulen und klärt die SchülerInnen über ihre Rechte auf? Cherry: Ja, genau. Das zählt auch zu den Aufgaben von PREDA. Christian: PREDA besucht Schulen und veranstaltet verschiedene Seminare, um die Schüler für die sozialen Missstände auf den Philippinnen zu sensibilisieren und um sie darüber aufzuklären, welche Rechte sie haben. Chilly: Was passiert mit den Kindern, die auf der Straße leben und nicht in die Schule gehen können? Christian: PREDA bietet ein spezielles, sechs-monatiges Microsoft Programm an, das den Kindern/Jugendlichen bestimmte Fähigkeiten vermittelt, die ihnen helfen sollen, selbstständig einen Job zu finden, um ihre schulische Ausbildung selbst zu finanzieren. Chilly: Was macht ihr, wenn ihr einem Straßenkind begegnet beziehungsweise wie reagieren andere Menschen? Christian: Ich persönlich gebe denen zum Beispiel kein Geld, sondern Essen, denn auf den Philippinen handelt oftmals die Mafia mit den Kindern, die ihnen das Geld gleich wieder wegnehmen würde. Wir fragen die Kinder, warum sie auf der Straße sind und wo ihre Eltern sich befinden. Wir erkundigen uns allgemein über ihren sozialen Status, um ihnen Hilfe anzubieten, wenn es notwendig sein sollte. Die Bedürfnisse der Kinder sind natürlich unendlich, unsere Ressourcen jedoch stark begrenzt. Unserer Organisation steht nicht unendlich viel Geld zur Verfügung, aber wir versuchen dennoch jedem Kind so viel es geht zu helfen. Die Reaktionen der anderen sind unterschiedlich. Entweder sie geben ihnen Geld oder ignorieren sie einfach. Chilly: Wie sieht eure Zukunft aus? Möchtet ihr weiterhin aktiv bei PREDA mitwirken? Cherry: Ich möchte weiterhin mitmachen und mich um die Kinder, für die ich zuständig bin, kümmern. Ich arbeite mit den sexuell missbrauchten und ausgebeuteten Kindern zusammen, die Jüngste ist drei Jahre jung und wurde von ihrem eigenen Vater missbraucht. Unsere Älteste ist 18. Normalerweise ist der Aufenthalt bei PREDA auf zwei Jahre beschränkt, doch es gibt auch Situationen, in denen die Kinder nicht nach Hause gehen können, weil die Familie sich nicht um sie kümmern kann. In solchen Fällen machen wir natürlich auch Ausnahmen und versuchen auch die Eltern in die Organisation zu bringen, um sie zu unterstützen. Foto: Redaktion
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