Also manchmal könnte man sich wirklich ärgern: Man studiert sein halbes Leben lang, macht davor harte Jahre der Schule durch – und wofür? Um später mal einen Job zu haben, der einem mehr oder weniger Geld bringt. Und dafür muss man verdammt viel tun. Warum kann man nicht einfach mal eine geniale Idee haben? Eine Idee, die – und das kann man meiner Meinung nach wirklich behaupten – die Welt verändert! Eine Idee, welche die ganze Welt kennt, sie liebt und gar nicht mehr ohne sie leben kann, nachdem sie erfunden wurde. Diese Idee, Genialität und das Glück hatte Mark Zuckerberg. Der Mann ist 28 Jahre jung und bereits Multimilliardär. Kein Wunder: Im Jahre 2004 gründete er das soziale Netzwerk Facebook. Überlegt mal, wen ihr alles in eurem Alter kennt, der nicht bei diesem sozialen Netzwerk ist... Bei mir kann ich es an einer Hand abzählen. Facebook kennt jeder und genau das machte Zuckerberg so reich. Bereits zwei Jahre nach der Gründung war Zuckerbergs Erfindung bereits solch ein Erfolg, dass er sein Informatik- und Psychologiestudium aufgeben konnte. Er hatte bereits damals, mit 22 Jahren, für den Rest seines Lebens ausgesorgt, denn Facebook brachte und bringt unglaublich viel Geld ein. Doch woran genau liegt es eigentlich, dass vor sechs Jahren jemand in den USA ein soziales Netzwerk gegründet hat und wir es alle kennen? Wie können wir über Facebook mit Menschen in Australien, Brasilien, Grönland, Südafrika oder China Kontakt aufnehmen? Der Sprung von Marks „Informatikkämmerchen“ in die große weite Welt ging Schritt für Schritt. Nachdem zuerst nur die Studenten seiner Harvard Universität Mitglieder sein durften, wurde die blaue Seite später für Studenten und High-School-Schüler in den ganzen Vereinigten Staaten geöffnet. Vor sechs Jahren dann waren Studenten von überall zugelassen, etwas später wurde das „Gesichtsbuch“ für jeden zugänglich. Ein unglaublicher Siegeszug für Mark Zuckerberg und seine Seite! Im letzten Jahr gab es um die 800 Millionen Mitglieder, außerdem machte die Seite etwa 4 Milliarden US-Dollar Umsatz durch Werbung, denn für die Nutzer ist Facebook kostenlos. Jeder kennt diesen Satz: „Ihr seid die Generation Facebook! Weißt du, dass alles, was du schreibst gespeichert wird?“. Oft sind unsere Eltern und vor allem unsere Großeltern sehr skeptisch gegenüber der unbedachten Preisgabe von Daten, persönlichen Fotos und neuerdings auch exakten Kartenangaben, wo man sich gerade befindet. Und sie haben Recht. Wer einmal die Datenschutzbestimmungen von Facebook gelesen hat, der wird sich sicher noch einmal fragen, ob man wirklich angeben muss, auf welche Schule man geht oder ob man sein Bild ins Internet stellt. Mit dem Hochladen zum Beispiel übergibt man die Rechte an dem eigenen Bild wirklich dem Netzwerk. Und, obwohl man einstellen kann, wer was sieht, kann man sich nie wirklich sicher sein, was alles gespeichert wird. Aber warum sind dann trotzdem fast alle bei Facebook? Ist es den Leuten egal? Oder ist überhaupt was dran an den ganzen Schauermärchen? Meiner Meinung nach ist es den meisten Usern nicht egal, doch es herrschen einerseits Gruppenzwang und andererseits auch der eigene Wunsch beizutreten. Es gibt so viele Vorteile von Facebook! Muss man sich erkundigen, welche Hausaufgaben man hat, will man mit Menschen in Kontakt bleiben, die tausende von Kilometern weg sind, sich die neuesten Bilder der Freunde ansehen oder einfach mit der besten Freundin quatschen, so kann man das hier alles tun. Dazu kostenlos! Außerdem muss man nicht unbedingt viel über sich angeben. Viele sind unter falschem Namen angemeldet. Bilder und persönliche Angaben sind schließlich nicht verpflichtend. Zu der Frage, ob es stimmt, dass alles gespeichert und weiterkauft wird. Leider ja. Und das mehr, als man denkt. Sogar wer sich abgemeldet hat, wird ewig noch gespeichert bleiben. Außerdem erscheint am rechten Rand speziell auf einen zugeschnittene Werbung. Wer eine Seite „liked“, der gibt Facebook Angaben über Interessen, Ansichten, Kaufverhalten, Lieblingsmusiker etc. So passiert es nicht selten, dass in einer Anzeige steht: „Dir gefällt Adele? Dann schau dir das mal an.“ Wer dann auf den Gedanken kommt, die „Gefällt-mir-Angaben“ etwas zu reduzieren und einiges wieder zu „unliken“, dem werden Steine in den Weg geworfen. Durch die neu eingeführte Chronik gibt es eine Rubrik „Gefällt-mir-Angaben“. Dort ist zwar alles auf einen Blick aufgelistet, wo man je den Daumen nach oben streckte, doch „Gefällt mir nicht mehr“ muss auf jeder Seite extra eingestellt werden. Und kaum einer wird jede einzelne Seite durchgehen. Likes kommen schnell zusammen, oft erinnert man nicht mal daran, was genau einem da gefällt. Außerdem neu in der Chronik: das sogenannte Aktivitätenprotokoll. Jeder User kann sehen, was du im Mai letzten Jahres geliked, gepostet, wo du teilgenommen hast und wer deine neuen Facebook-Freunde sind. Und trotzdem ist Facebook beliebt wie kein anderes soziales Netzwerk. Die blaue Seite ist auch längst nicht mehr nur für den „Otto-Normalverbraucher“ gedacht: Mittlerweile haben Unternehmen erkannt, was für ein Markt Facebook ist. Wer „Gefällt mir“ drückt, wird über alles Neue sofort informiert. Das lohnt sich für Firmen richtig, denn wenn man die jungen Leute mit etwas ansprechen kann, dann mit ihrem Lieblingsnetzwerk. So kann man gezielt werben. Denn man erreicht nur diejenigen, die sich auch dafür interessieren. Also was jetzt? Gute oder schlechte Sache? Soll man sich abmelden? Natürlich gibt es viele Nachteile der Internetseite, aber auch mindestens genauso viele Vorteile. Und wenn man einige Sachen im Umgang beachtet, dann ist das „Gesichtsbuch“ wirklich praktisch zu nutzen. 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