| Die Steinkohle repräsentierte über viele Jahrzehnte die Schlüsselindustrie des Saarlandes und gab dem Land trotz der vielfachen Besitz- und Eigentumswechsel eine beständige Identität, die sowohl wirtschaftlich als auch kulturell und sozial geprägt wurde. Doch dies fand am 30. Juni 2012 nun endgültig ein Ende, als an diesem Tag die letzte Kohleförderung aus dem Schacht Duhamel in Ensdorf über die Gleisen fuhr. Nun sollen neue Energien her, so Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Denkbar seien Solartechnik oder Pumpspeicherwerke in Grubenschächten und die Errichtung von Solar- und Windkraftwerken auf der ehemaligen Bergbaufläche.

Doch wie begann unsere rund 250 Jahre alte Geschichte des saarländischen Steinkohlenbergbaus? 1751 kaufte Fürst Wilhelm Heinrich zu Nassau-Saarbrücken sämtliche Gruben und somit stand dem Beginn der bergmännischen Administration und systematischen Kohlegewinnung von 1754 nichts mehr im Wege. Als Vorläufer des Saarbrücker Knappschaftsvereins wurde die Bruderbüchse für Bergleute (Krankengeld usw.) errichtet. Während der Französischen Revolution, Ende des 18. Jahrhunderts, fielen- im Zuge der Besetzung der Besitzungen des Fürsten zu Nassau- Saarbrücken durch französische Truppen- die saarländischen Bergwerke unter die République Française. Nachdem Jean-Baptiste Duhamel von Napoléon I. zum Leiter der Bergakademie im Warndtdorf Geislautern ernannt wurde, erarbeitete dieser 1810 den ersten Saarkohle-Atlas, der nach ihm benannt wurde (Duhamel-Atlas). Im Verlauf der wachsenden
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paweiten Industrialisierung entfaltete sich die Kohlenwirtschaft zur Schlüsselindustrie des Saarlandes. Mit dem Friedensvertrag von Versailles erfolgte die Gründung der Mines Domaniales Françaises de la Sarre, an die nun ab dem 28. Juni 1919 die Saargruben als vollständiges Eigentum für 15 Jahre übertragen wurden. 1935 votierten mehr als 90 % der Saarländer für den Anschluss an das damalige Deutsche Reich und der Saarbergbau erhielt nun den Status als modernster Gewinnungsbetrieb
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pas. Seit der Gründung der Saarbergwerke AG im Herbst 1957 waren 18 fördernde Gruben in Betrieb und das Unternehmen verfügte damals über insgesamt hundert Schächte, die als Förderschächte, Wetter-, Material-, und Seilfahrtschächte genutzt wurden. In der Blütezeit des saarländischen Bergbaus förderten 1960 über 50.000 Bergleute etwa 16 Millionen Tonnen Steinkohle dank der Schaffung großer Verbundbergwerke und der sich stets entwickelnden Modernisierung. Die Katastrophe vom 7. Februar 1962 ging als schwerstes Grubenunglück des Saar-Bergbaus in die Geschichte ein, als im Alsbachfeld von Grube Luisenthal 299 Männer aufgrund einer Schlagwetterexplosion ihren Tod fanden. Mitte 1980 erlitt die Steinkohleförderung einen Rückschlag und 1997 beschloss die Saarbergwerke AG die Schließung des Bergwerks Göttelborn/Reden im Jahr 2000. Seit 1998 sind sämtliche Aktivitäten des heimischen Steinkohlenbergbaus in der RAG Deutsche Steinkohle gebündelt und schließlich, am 30. Juni 2012, geht eine für das Saarland historisch bedeutende Ära zu Ende und ein letztes „Glück auf“ erschallt. Bild: Dieter Schütz
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