 Wer sich heute wundert, dass eine Prozession durch seinen Ort geht, der sollte mal in den Kalender schauen... Heute ist das Fronlechnamsfest. Aber wieso eigentlich Fron? Und was hat das ganze mit einer Leiche zu tun? Die Bezeichnung des Festes geht auf die mittelhochdeutschen Worte vrône lîcham „des Herren Leib“ zurück. Bei dem Fest handelt es sich also um ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Zum ersten Mal wurde Fronleichnam im Mittelalter gefeiert und 1264 zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Ziel des Festes sei es, so Papst Urban IV., den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen. In Bayern fand die erste Fronleichnamsprozession 1273 statt. Ihren Höhepunkt an festlicher Gestaltung erreichte die Fronleichnamsprozession im 17. und 18. Jahrhundert. So zog die Münchner Prozession zu den Stadtmauern, wo die vier Evangelien an den vier Stadttoren Schwabinger Tor, Isartor, Sendlinger Tor und Karlstor verlesen wurden. Bei der Prozession werden auch heute noch Elemente der Eucharistie durch die Straßen getragen werden. Dabei trägt der Priester die Monstranz, ein kostbares, häufig mit Gold und Edelsteinen geschmücktes, liturgisches Schaugerät mit einem Fensterbereich, in dem eine geweihte Hostie zur Verehrung und Anbetung gezeigt wird, hoch erhoben und die
Gemeinde
geht hinterher. An vier aufgebauten Altären werden Fürbitten gebetet. Bild: Bundesarchiv, Bild 102-06039 / CC-BY-SA
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