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 DFG Saarbrücken
Eine Schule- Zwei Kulturen
Chilly Redaktion (02. Juni 2012)

Im Saarland gibt es viele verschiedene Gymnasien, welche sich alle durch ihr ganz individuelles Profil auszeichnen; eine Schule davon ist das Deutsch-Französische Gymnasium/Lycée Franco-Allemand in Saarbrücken, dessen Schwerpunkt auf der deutsch-französischen Freundschaft und der Zweisprachigkeit liegt. Neben dem Gymnasium in Saarbrücken, welches 2011 sein 50-jähriges Bestehen feierte, gibt es noch zwei weitere in Buc sowie in Freiburg.                                                                                                                      Das Schulsystem hebt sich deutlich von dem saarländischen ab und stellt eine gelungene Mischung aus dem französischen und dem deutschen dar; die DFG eigenen Lehrpläne enthalten  Inhalte und Vorgaben beider Nationen. Anstelle von Noten, werden die erbrachten Leistungen anhand einer Punkteskala von 1 bis 10 bewertet, wobei man mindestens 6 Punkte benötigt, um nicht in den roten Bereich zu fallen.                                                                      

Darüber hinaus teilt sich das Schuljahr am DFG in Trimester anstelle von Halbjahren und die Schüler bekommen dreimal jährlich Zeugnisse. Ein Vorteil gegenüber dem saarländischen Schulsystem sind die Sommerferien, welche, wie in Frankreich, nicht nur sechs, sondern acht Wochen andauern. Ebenfalls vorteilhaft ist die Stundenverteilung: dadurch, dass alle 14 Tage Samstags Unterricht ist,  endet der Schultag meist schon um 13:15h.                                                                                 

Nicht nur bei der Organisation des Schulalltags spielt unser Nachbarland eine wichtige Rolle; neben dem normalen Pflichtfach Französisch werden auch andere Fächer in der Partnersprache unterrichtet; in der Seconde (10.Klasse) ist beispielsweise Geschichte für jeden auf Französisch, wohingegen es  in der Première (11.Klasse) Geographie ist. Hinzu kommen die Fächer, welche aufgrund der Profilwahl auf Französisch sind. Erste Fremdsprache ist für die deutschen Schüler Französisch und umgekehrt. In der Unterstufe, Klasse 6 setzt dann die zweite Fremdsprache, Englisch ein, woraufhin man in Klasse 8 die Wahl zwischen Spanisch und Latein als dritte Fremdsprache hat.                                                   

Für die Oberstufe gilt es sich dann zwischen L, ES und S zu entscheiden.L (littéraire) bezeichnet den sprachlich-philosophischen Zweig, in dem Physik und Chemie ab der Klassenstufe 11 wegfallen und Philosophie zu einem Hauptfach wird. Dem entgegen steht der ES-Zweig, welcher wirtschaftswissenschaftlich orientiert ist und in dem das Fach SES (sciences économiques et sociales= ~ Wirschaftslehre) unterrichtet wird. Als dritte Möglichkeit steht der mathematisch, naturwissenschaftliche Zweig S zur Wahl, welcher sich in der Première in S-BC und S-MP aufspaltet.                                                                                   

Bei S-BC liegt der Schwerpunkt auf Biologie sowie Chemie, wohingegen sich S-MP auf Mathe und Physik spezialisiert. Gleich welcher Zweig man gewählt hat, in der Abiturprüfung muss jeder Schüler in seiner Partnersprache in eine mündliche und schriftliche Prüfung gehen, wohingegen seine Fähigkeiten in der Muttersprache nur schriftlich auf die Probe gestellt werden;  Hinzukommen noch drei weitere Fächer, welche zweigspezifisch sind.                                                                                                                                     

Der Abschluss, welcher man an DFG erwerben kann, ist in etwa vergleichbar mit dem AbiBac, außer dass die Absolventen neben den sprachlichen, auch über interkulturelle Kompetenzen verfügen. Das Abitur ist sowohl in Frankreich als auch in Deutschland anerkannt und berechtigt zum Studieren an Hochschulen und Universitäten.

Um in den routinierten Schulalltag etwas Abwechslung zu bringen, finden an der Schule viele Projekte statt; diese reichen von einem breiten Angebot an Wettbewerben, wie unter anderem dem Fremdsprachenwettbewerb bis hin zu Schüleraustauschprogrammen oder Klassenfahrten. Auch der jährlich stattfindende UNICEF-Solidaritätslauf ist fester Bestandteil des Schulprogramms.  Außerdem besteht an der Schule ein Projekt zur Hochbegabtenförderung und ermöglicht guten Schülern die Teilnahme an einem Juniorstudium an der Saarbrücker Universität. Darüber hinaus existiert an der Schule eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften sowohl in sportlicher-  als auch musikalischer Hinsicht.                                                                                                                                 

Für die unteren Klassenstufen gibt es die Möglichkeit, an der Nachmittagsbetreuung „Etude“ teilzunehmen, welche von älteren Schüler/innen geleitet wird.  Falls es unter den Schülern zu Problemen kommt, stehen neben den Lehrern auch Mediatoren, eine Schoolworkerin sowie Schulsanitäter helfend zur Seite.


(Bild:s.media  / pixelio.de)




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