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 Die Rettung für Euro pa?
Solarprojekt in der Sahara
Chilly Redaktion (02. Mai 2010)
Erneuerbare Energie ist auf der Erde im Überfluss vorhanden - man muss nur die richtigen Mittel finden um sie zu nutzen.

Ein solches Mittel ist die bisher vielversprechendste Energiequelle Euro pas, die für eine atomkraft- und erdölfreie Zukunft steht und einen ebenso vielversprechenden Namen trägt: DESERTEC - ein Kunstwort aus den englischen Wörtern für Wüste und Technologie.

Dahinter verbirgt sich eine Idee, ebenso einfach wie herausfordernd: Innerhalb von sechs Stunden empfangen die Wüsten der Erde mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht. Diese Energie für die eigene Stromversorgung zu nutzen ist das ehrgeizige Ziel von DESERTEC.
Es wird das größte Solarprojekt aller Zeiten - in seiner Dimension als Herausforderung wohl nur vergleichbar mit dem Apollo-Mondlandeprogramm der USA in den 1960´er Jahren. Denn ebenso wie damals müssen auch heute die Kräfte vieler Teile der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenarbeiten, um die Vision der unendlich verfügbaren Energieversorgung wahr werden zu lassen.

Es ist aber nicht allein diese Vision, die die Menschen vorantreiben soll - es ist die pure Not: fossile Ressourcen gehen unwiederbringlich zur Neige, gleichzeitig steigt der weltweite Bedarf an Energie weiterhin stark an und ganz neue Wege der Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung müssen gefunden werden.
Die Frage ist ganz klar: Wie schaffen wir es, dass 2050 und danach über 10 Milliarden Menschen auf dieser einen, einzigen Erde leben können?

Es würde ausreichen, drei Tausendstel der weltweit ca. 40 Mio km2 an Wüstenflächen mit den Kollektoren solarthermischer Kraftwerke zu bedecken, um den heutigen globalen Strombedarf zu befriedigen. Das bedeutet, dass pro Mensch somit nur etwa 20 m2 Wüste ausreichen würde, um den eigenen Strombedarf Tag und Nacht CO2-frei decken zu können.

Es wird dabei von zwei Formen der Gewinnung von Solarstrom gesprochen: Photovoltaik und eben Solarthermie.
Bei ersterem werden eingefangene Sonnenstrahlen direkt in Strom umgewandelt und sind somit vor allem für die private Nutzung interessant. Letzteres hingegen macht erst in größerem Maßstab Sinn, denn dabei wird die Sonnenergie nicht direkt in Strom umgewandelt: über parabelförmige Kollektoren werden ähnlich einer Lupe die Sonnenstrahlen gebündelt, um Rohre aufzuheizen, die mit einem Wärmespeicher wie Flüssigsalz durchströmt werden. Dieser wird weitergeleitet, um eine Turbine anzutreiben, die dann über einen Generator Strom produziert. Diese Wärmeenergie ist anders als bei der Photovoltaik günstig über einen kurzen Zeitraum hinweg speicherbar, um somit auch bei Bewölkung und über Nacht gleichmäßig Strom zu produzieren. Zudem lässt sich im Notfall auch problemlos Energie über Verbrennung von Erdgas und Biomasse bei Steuer n, um Versorgungslücken zu überbrücken.

Dass Solarthermie zur Energieerzeugung funktioniert, ist in den letzten 25 Jahren schon vielfach erprobt worden. 2008 wurde in Spanien das bisher größte Kraftwerk dieser Art in Betrieb genommen: es ist 2 km2 groß, kostete 300 Mio. € und versorgt nun 200.000 Menschen, die für diesen umweltfreundlichen Strom gern etwas draufzahlen. Zwei weitere dieser Größenordnung in direkter Nachbarschaft sind angedacht, von denen eines kürzlich fertiggestellt wurde.
Angesichts des enormen Strombedarfs in Euro pa gehen Experten davon aus, dass Wüstenstrom bis 2050 bei aller Anstrengung nur ein Sechstel zum Energiemix beitragen wird.
Auch ist Strom aus Solarthermie noch empfindlich teurer als der aus dem bisherigen Strommix. Da aber Brennstoffkosten steigen, wird auch dieser Strom teurer, während Solarstrom wegen zunehmender Expertise in diesem Bereich und größeren Mengen immer billiger und somit konkurrenzfähiger wird.

DESERTEC bezieht sich jedoch nicht allein auf hunderte miteinander vernetzte Solarthermiekraftwerke und nicht allein auf Euro pa und Nordafrika, sondern auch auf Windkraft, da weltweit 90% der Menschen Zugang zu einer effizienten Nutzung von Wind oder Sonne oder gleich beidem haben. Es ließe sich zudem mit modernen Stromleitungen über tausende Kilometer Strom transportieren mit Verlusten von weniger als drei Prozent pro 1.000 km.

Es ist ein gewaltiger Zusammenschluss aller möglichen Organisationen, die jede auf ihrem Gebiet für das Vorankommen dieser Idee arbeiten: Forschungsinstitute, große Industrieunternehmen aus den verschiedensten Zweigen der Energie- und Technologiebranche, Behörden, Finanzinstitute und Investoren aller Art. Doch befindet sich DESERTEC erst am Anfang und viele Dinge müssen für dessen Erfolg noch getan werden für.

Eine der Aufgaben ist es, die richtigen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Politik ist die Kunst, zwischen den verschiedenen Interessen einer Gesellschaft zu vermitteln und zu einem Ergebnis zu führen. Im Falle von DESERTEC reden wir von unzähligen Staaten und Unternehmen, die alle von diesem Projekt möglichst gut profitieren wollen. Viel Beratungs-, Überzeugungs- und Koordinationsarbeit ist nötig, um das Projekt gemeinsam stemmen zu können.
Es geht dabei um die Fragen, wer die Anlagen bauen und wer betreiben, wer den Stromtransport übernehmen und wer ihn in Euro pa wie anbieten darf - und wer für das ganze letztlich gerade steht.
Die richtigen Rahmenbedingungen sind auch deshalb erforderlich, um den Investoren langfristige Planungssicherheit, Markttransparenz und Wertentwicklung zu ermöglichen.
Wenn eine solche Wüste wie in den USA oder in Australien im eigenen Staatsgebiet läge, wäre das aber natürlich leichter...
Es muss nämlich ein kontinent- und länderübergreifender Strommarkt entstehen, um allen Ländern die wirtschaftliche Nutzung des Wüstenstroms zu ermöglichen.
Diesbezüglich sind alle möglichen Formen von staatlicher Förderung denkbar, um Wüstenstrom attraktiv für die Kunden und sicher für die Unternehmen zu machen: Investitionspakete, Bürgschaften, Preissubventionierungen, regulatorische Maßnahmen usw.. Es würde auch ausreichen, einfach die bestehenden direkten und indirekten Subventionen für die Energiegewinnung aus fossilen und nuklearen Quellen umzuleiten, um somit auf doppelte Weise Wüstenstrom zum Durchbruch zu verhelfen.

Aber auch den Erzeugerstaaten gegenüber müssen attraktive Vereinbarungen über Mindestabnahmemengen und dergleichen über lange Zeiträume hinweg versichert werden, um die dortige wirtschaftliche Entwicklung nicht zu beeinträchtigen.
Für die Erzeugerländer würde das auch in einer anderen Hinsicht einen wirtschaftlichen Aufschwung bedeuten: die bei der Solarthermie entstehende Abwärme kann in großem Stil für Meerwasserentsalzung eingesetzt werden und somit dem sich weiter verschärfenden Trinkwassermangel vieler Wüstenländer entgegenwirken.

Dass Euro pa negative Folgen durch die Abhängigkeit von den Erzeugerländern befürchten müsse, wäre falsch gedacht. Im Gegensatz zu Erdöl und Erdgas lässt sich Wüstenstrom nicht einfach lagern und später zu einem höheren Preis doch noch liefern, um somit die Ressourcenabhägigkeit als Druckmittel zu nehmen: ein solches Verhalten bei Wüstenstrom würde einfach in Einnahmeverlusten für den Erzeugerstaat resultieren. Zudem würden sie damit das Vertrauen ihrer Kunden und Investoren verlieren und letztlich vor allem sich selbst schaden.
Auch die Gefahr eines Terroranschlags ist zwar nicht zu vermeiden, durch ausgefeilte Reservepläne jedoch auf ein Minimum an Schaden reduzierbar. So müssten schon mehrere Knackpunkte des Netzes gleichzeitig angegriffen werden, um in Teilen Euro pas zeitweise die Lichter ausgehen zu lassen.

Wie aber bei den meisten Träumen ist der Preis für dessen Erreichung hoch, wodurch bei diesem Projekt immer die Frage mitschwingt, ob denn Euro pa nicht die Möglichkeit findet, günstiger, smarter und sicherer Strom zu produzieren.

Denn letztlich wird auch der Wüstenstrom nur ein Zwischenschritt für die Energieversorgung der Zukunft darstellen. Viele andere Energieformen wie Wasserstoff, Kernfusion und auch die heute schon eingesetzte Photovoltaik befinden sich in der Entwicklung und versprechen hohes Potential für eine Nutzung auch in Euro pa.






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