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28.12.2016
Die Grachtenstadt, die durchaus mehr zu bieten hat

Von Nina Baltes

 

snapchat-2353334124890236639Ende Mai fuhr ich mit meiner Klasse auf Abschlussfahrt nach Amsterdam und mich hat diese Stadt mehr begeistert und fasziniert, als ich es je erwartet hätte. Von Grachten über Fahrräder, Coffeeshops und jedes Essen, das man sich vorstellen kann: Diese Stadt hat alles zu bieten.

In der niederländischen Hauptstadt leben gerade einmal rund 840.000 Menschen und sie liegt an den Flüssen Amstel und Ij. Außerdem schlängeln sich durch die gesamte Stadt die Grachten mit unzähligen privaten und auch touristischen Booten. Hier darf übrigens jeder ein Boot besitzen, solange er es auf dem Amt angemeldet und ihm einen Namen gegeben hat!

Wie uns von unserem Touristenguide erklärt wurde, ist es den Bewohnern der Stadt sehr wichtig, die älteren Gebäude zu bewahren, weshalb man auch das besondere Flair der Stadt bereits beim ersten Anblick bemerkt. Dadurch wird die einmalige Atmosphäre der Stadt aufrechterhalten und man fühlt sich einfach von Anfang an total wohl.

Jeden Vormittag fuhren wir von unserem Hotel aus in die Innenstadt, was mit der modernen Bahn in Amsterdam sehr einfach funktioniert. In der Innenstadt fährt dazu noch die ältere Straßenbahn, welche perfekt in den romantischen Stil der Stadt passt. Im Zentrum angekommen, ließen wir uns meist einfach treiben und verloren uns in den kleinen Nebenstraßen mit den zahlreichen individuellen Läden und Cafés. Dazu kann man in Amsterdam perfekt in den Hauptstraßen shoppen gehen, denn von Urban Outfitters über H&M ist hier alles vertreten.

Um mittags eine kleine Pause einzulegen, kauften wir uns meist an einem der Straßenstände etwas Kleines zu essen und setzten uns an die Grachten, welche trotz des Verkehrs und der Menschen sehr angenehm ruhig wirken. Was wir erst viel später herausfanden: Ein großer Teil der Grachten liegt im Rotlichtviertel der Stadt, welches jedoch für Unwissende nicht ersichtlich ist und auch dieser Teil der Stadt wird von jedermann besucht.

Um auch etwas Kultur einzubringen, besuchten wir sowohl das Anne Frank Haus als auch das Van Gogh Museum. Der Besuch im Anne Frank Haus war für mich persönlich sehr beeindruckend und es ist kaum in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt, durch die Räume des Verstecks der Familie zu gehen. Neben zahlreichen Auszügen aus ihrem Tagebuch sind auch Bilder ausgestellt und es werden kurze, aber sehr berührende Filme über die Familie ausgestrahlt. Einen Besuch des Verstecks der Franks würde ich auf jeden Fall jedem einmal empfehlen, da es einem die ganze Geschichte, die man sonst meist nur aus der Schule oder aus Filmen kennt, nochmal deutlich näherbringt.

Das Van Gogh Museum geht über mehrere Etagen und stellt die zahlreichen Entwicklungsphasen des Künstlers aus, was mir persönlich sehr gefallen hat. Eine Touristenführung würde ich in diesem Museum nicht buchen, doch um die Kunst einmal auf sich wirken zu lassen, lohnt sich ein Aufenthalt auf jeden Fall.

Wie wir alle bereits in den ersten paar Stunden Aufenthalt in der Stadt bemerkten, stimmen ein paar der Klischees tatsächlich mit der Realität überein: Fahrräder sind wirklich überall vertreten und man muss sehr aufmerksam sein, um nicht in den meist schmalen Straßen von einem der Räder umgefahren zu werden. Außerdem wurde uns auch bewusst, dass Marihuana weitaus verbreiteter ist als bei uns in Deutschland: Der Konsum ist zwar offiziell bloß in den Coffeeshops und auch nur unter bestimmten Umständen erlaubt, doch trotzdem ist beinahe jede Straße in Amsterdam mit dem Geruch der Droge unterlegt.

Meine persönlichen Highlights der Fahrradstadt waren besonders die kleinen verwinkelten Straßen, in denen man so viel entdecken konnte, aber auch die ruhigen und romantischen Grachten sowie die Flohmärkte, auf welchen wir stundenlang stöberten.

Für mich war die Schönheit Amsterdams eine große Überraschung und ich empfehle jedem einmal, einen Besuch für mindestens drei Tage einzuplanen und das besondere Flair selbst zu entdecken, denn diese Stadt ist so vielfältig, dass sie jeder neu für sich entdecken kann.